Kundenrezensionen

7
4,4 von 5 Sternen
Puccini: Madama Butterfly (Gesamtaufnahme Mailand 1955)
Format: Audio CDÄndern
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. August 2004
Die Butterfly wird im Allgeminen nicht zu den Glanzrollen der Callas gerechnet und auch ihre Gesamtaufnahme der Oper aus dem Jahr 1955 führt eher ein Randdasein. Dies wird der tatsächlichen Bedeutung dieser Aufnahme aber nicht gerecht.
Das Jahr 1955 markierte in der Karriere der Callas einen Zeitpunkt als die Stimme noch und der Kunstverstand schon funktionierte. Konkret bedeutet dies, dass ihre Leistungen aus diesem Zeitraum bereits voll ausgereifte Rollenportraits darstellen, die ohne den ungestümen, beinahe gewaltsamen Stimmeinsatz der jungen Callas auskommen, aber auch weitgehend verschont sind von den Zeichen stimmlichen Verfalls, wie sie bereits wenige Jahre später auftraten. Diese Details sind wichtig für die Beurteilung der vorliegenden Aufnahme: Schon der Auftritt der Butterfly hinterlässt in der Interpretation der Callas einen bleibenden Eindruck: Mit unnachahmlicher Einfühlung stellt sie das Mädchen von 15 Jahren dar (ein etwas rauh angesetztes hohes Des stört da wenig). Im weiteren Verlauf stellt sie den Wandel vom Mädchen zur (leidenden) Frau durch eine schrittweise Einführung dunkler, schmerzlicher Klangfarben und expressiver Vokalfärbungen dar, bis sie im Schlussgesang mit der vollen Stimme ihres dramatischen Soprans singt. Dies hat nach meinem Wissen keine andere Sängerin so perfekt mit rein musikalischen Mitteln dargestellt, auch wenn andere mit mehr Schmelz singen. Auf diese Weise entsteht bei Callas ein in sich schlüssiges Portrait anstatt einer Ansammlung schöner Stellen.
Die Schlüssigkeit der wunderbaren Aufnahme wird auch durch die hervorragende Besetzung der übrigen Rollen gewährleistet: Der junge Nicolai Gedda gestaltet den leichtfertigen Pinkerton überzeugend und mit erheblich größerem technischen Finish als die Tenöre späterer Aufnahmen. Wer hören möchte, zu welcher Stimmkultur ein Bariton italienischer Schulung fähig ist, sollte sich Mario Borriello (Sharpless) anhören. Er verfügt nicht über eine Riesenstimme, beherrscht aber ein perfektes Legato. Lucia Danieli als Suzuki zeigt eine ansprechende Leistung.
Das Dirigat Karajans ist erheblich kammermusikalischer angelegt als in seinen späteren Aufnahmen.
Leider ist die Klangqualität zwar noch gut aber natürlich nicht ganz auf dem hohen Niveau späterer Einspielungen, deshalb ein Punkt Abzug.
Fazit: Die Aufnahme verdient größere Beachtung und kann sich aufgrund der hervorragenden Sängerleistungen mit allen neueren Aufnahmen messen.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Oktober 2006
Von Puccinis Japan-Tragödie existieren unzählige Aufnahmen, darunter herausragende Interpretationen, die man unbedingt gehört haben muss (Tebaldi, Freni, Price etc.).

Aber wenn man mich fragt, wer die wahrhaftigste, dramatisch überzeugendste und eindringlichste ist, muss ich an erster Stelle einfach Maria Callas anführen, die, wenn man das Stimmliche und die Darstellung gemeinsam bewertet, absolut konkurrenzlos geblieben ist.

Freilich konnten z.B. Tebaldi und Price mit üppigeren, wärmeren Stimmen aufwarten und die Partie einfach himmlisch und auch wunderbar dramatisch singen - aber die psychologische Gestaltung der kleinen Geisha, die zur tragisch liebenden Mutter heranreift, hat niemand so verkörpert wie die Callas in dieser Aufnahme. (Einzig Renata Scottos Portrait ist ähnlich raffiniert - aber bei weitem nicht so schön gesungen). Einfach wunderbar, wie sie am Beginn das fünfzehnjährige Mädchen mit ihrer "Kleinmädchenstimme" spielt (ohne unecht oder künstlich zu wirken), wie sie in ihrer großen Arie zu wahrer Größe findet, und wie erschütternd schließlich die Szenen mit dem Kind gestaltet sind - Tragik ohne jedes falsche Pathos. Stimmlich befand sich La Divina zum Zeitpunkt der Aufnahme auf dem Höhepunkt ihrer Kräfte, somit ist ihre Interpretation auch vom klanglichen her hervorragend.

Auch ihre Partner sind restlos überzeugend, weshalb die Aufnahme insgesamt wunderbar geschlossen und abgerundet ist.

Nicolai Gedda, noch blutjung, singt den treulosen Pinkerton unerwartet elegisch und sensibel, was vielleicht für manchen etwas ungewohnt ist, aber den Charakter wesentlich interessanter und vielschichtiger macht. Man versteht erstens, warum Butterfly diesen Mann liebt, und dass er sie nicht nur aus Bosheit verläßt, sondern weil er ihre Kultur einfach nicht verstanden hat.

Mario Borriellos Sharpless ist gediegen und gut gesungen, die Stimme hat Kern und ein schönes Timbre.

Lucia Danieli als Suzuki ist zwar nicht die am schönsten Gesungene auf Platte, aber auf hohem Niveau und in jeder Sekunde überzeugend.

Herbert von Karajan an der Spitze des Orchester der Mailänder Scala gestaltet schließlich eine wahre Puccini-Sternstunde, getragen, ausbalanciert, mit satten Klangfarben und echter Dramatik. Kein Vergleich zu den aufgeblähten, übertrieben pompösen und knalligen Puccini-Aufnahmen aus den Achtzigerjahren. Das hat Klasse (obwohl Mono)!

Fazit: eine wunderbare Aufnahme ohne Schwachpunkte, die man haben sollte.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. August 2005
Eigentlich möchte man meinen, man könne der Callas die Darstellung eines jungen unschuldigen Mädchens rein stimmlich nicht abnehmen, doch dies stimmt nur bedingt. Ihre Stimme ist nicht liebreizend und sanft genug, stimmt, es ist auch eine fern von vollkommene Stimme, doch der Ausdruck den sie damit hervorzaubert kommt immer intensiv und authentisch rüber.
Karajan war zu jener Zeit Gott sei Dank noch weit entfernt von seinem späteren Wahn, alle Aufnahmen im Studio akustisch auf Hochglanz zu polieren. Die ganze Besetzung ist rundum grossartig und die Einspielung so ein Glanzstück dass man kleinere Unzulänglichkeiten in der alten Tontechnik gerne vergibt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. August 2011
Den rühmenden Besprechungen der vorangegangenen Rezensenten kann ich mich nur anschließen. Callas nahm die Rolle auf, kurz nachdem sie sie mit überwältigendem Erfolg an der Lyric Opera in Chicago gesungen hatte. Das Besondere: Die Sängerin singt die Partie mit einer derart zurückgenommenen, mädchenhaft fragilen Stimme, dass sie geradezu zur idealen Verkörperung der kleinen Geisha wird. Unglaublich, wie sehr die Callas ihre Stimme verwandeln, sie der jeweiligen Rolle anpassen konnte.
Sie gibt, im Unterschied zu Tebaldi, Freni und Price, die die Partie alle wunderschön und strahlend singen, eine unvergessliche Charakterstudie.

Nicolai Gedda ist auf den ersten Blick eine etwas eigenartige Wahl für die Rolle des Pinkerton - war er doch zum Zeitpunkt der Aufnahme (1955) ein noch sehr leichter, lyrischer Mozarttenor. Dennoch bewältigt er die Partie gesanglich sehr souverän und erfüllt die Figur mit Leichtigkeit und Leichtsinn, mit jugendlicher Naivität und Unbekümmertheit.

Die Nebenrollen sind gut und rollendeckend besetzt.
Karajan dirigiert mit viel Gespür und Souveränität, ohne die (manchmal erdrückende) orchestrale Klangwucht zu entfalten, die seine späteren Aufnahmen auszeichnen.

Neben den Produktionen unter Gavazzeni (1954; mit der wunderbaren Victoria de los Angeles, di Stefano und Gobbi) und Barbirolli (1966; Scotto, Bergonzi, Panerai) sowie der zweiten Karajan-Produktion (1974; Freni, Pavarotti, Ludwig) ist diese Enspielung allererste Wahl.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Januar 2011
Auch wenn die Butterfly vielleicht nicht die Rennomierpartie Puccinis der Callas war, wird diese Gesamtaufnahme mit ihr, Nicolai Gedaa und Karajan doch heutzutage ein wenig unterschätzt im nicht gerade schmalen Katalog von Aufnahmen gerade dieses Werks.
Beginnende Stimmkrise hin oder her, gelingt der Callas doch ein glaubwürdiges Portrait und die Wandlung des jungen allgläubigen Mädchens zur selbstopfernden Frau. Und das - sieht man einmal von der wirklich vertrackten Auftrittsszene ab - mit erstaunlichen stimmlichen Mitteln. Ihr zur Seite steht ein eher lyrisch jungenhaft eingefärbter Nicolai Gedda, der nicht den heldentenoralen Hansdampf gibt, sondern eher ein naiveres "Hoppla, jetzt komm ich"-Charakterbild zeichnet mit herrlich sanften Spitzentönen, die man doch bei einigen anderen Vertretern dieser Partie so schmerzlich vermisst.
Lucia Danieli als stimmschöne Suzuki und ein gut singender Sharpless (Mario Borriello) seien hier vertretend für das unprominent besetzte aber stimmig singende Ensemble genannt.
Karajan hat man sicher schon pointierter und inspirierter dirigieren gehört, aber er vermeidet zumindest allzu kitschige Klangwogen mit dem hervorragend aufspielenden Orchester der Mailänder Scala.
Insgesamt also eine reife Darstellung der Hauptpartien in einer Aufnahme, der auch heute noch mehr Aufmerksamkeit gebührt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. August 2011
Alle geflügelten Worte um die Interpretationskunst von Maria Callas können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Titelsängerin ihre Partie nicht glaubwürdiger und eindrucksvoller als die meisten ihrer prominenten Kolleginnen gestaltet hat, auch wenn sie phasenweise zur Hochform aufläuft, insbesondere in der dramatischen Zuspitzung der Handlung im zweiten Akt. Aber die psychologische Durchdringung will ihr nicht recht gelingen, insbesondere war die Mädchenhaftigkeit der Titelfigur im ersten Akt anbelangt. Sie war der irrigen Meinung, alle Rollen ihres Stimmfachs beherrschen zu können. Es kommt hinzu, dass sie keine schöne, sondern eher eine hässliche Stimme hatte, die jedoch vor allem in der dramatischen Entwicklung unvergessliche Eindrücke hinterlassen konnte. Die Mädchenhaftigkeit wirkt bei ihr wie eine katzenhafte Freundlichkeit. Ihre unbestreitbare Stärke hatte sie, wie bereits zum Ausdruck gebracht, im dramatischen (finalen) Bereich, wo sie
inzwischen älter gewordene Titelfigur zu charakterisieren hatte.

Nicolai Gedda hat zwar mit Pinkerton keine charakterstarke Person zu interpretieren, jedoch bleibt er trotz seines stimmlichen Könnens hinter seinen Möglichkeiten zurück. Zum einen wirkt er etwas unbeteiligt und statisch und zum anderen fehlen der Stimme Durchschlagskraft und Farbe. Hochdramatische Akzente sind seine Sache nicht. Die anderen Partien liegen mehr oder weniger im gehobenen Durchschnitt. Im Ergebnis kann gesagt werden, dass die Aufnahme im Wesentlichen von dem Namen der Callas zehrt, diese aber nicht alle Erwartungen erfüllen kann.

Meine Präferenz liegt auf der Aufnahme mit Angela Gheorghiu und Jonas Kaufmann mit dem Dirigenten Antonio Pappano. Angela Gheorghiu überzeugt in allen stimmlichen und psychologischen Anforderungen mit ebenso lyrisch schöner wie auch dramatisch packender Stimme. Sie gehört zu den weltweit führenden Puccini-Interpretinnen. Über Jonas Kaufmann braucht wohl nicht viel gesagt zu werden. Es ist der weitere Trumpf dieser Einspielung. Diese Aufnahme aus dem Jahr 2008 ist auch klangtechnisch und nicht zuletzt auch durch das Dirigat von Pappano eine Wucht. Von vergleichbarem Glanz ist die Aufnahme aus dem Jahr 1958 mit Renata Tebaldi, Carlo Bergonzi und Fiorenza Cossotto unter der Stabführung von Tullio Serafin. Renata Tebaldi ist vor allem im Mädchenbereich überzeugender als die Callas, vermag aber auch im zweiten Akt bzw. im Finale in allen Phasen zu erschüttern. Die Schönheit und Reinheit ihrer Engelsstimme vermag auch in der dramatischen Entwicklung zu überwältigen. Carlo Bergonzi ist allen seinen Pinkerton-Kollegen in glanzvoller Stimmführung überlegen, was auch z.B. gegenüber Pavarotti gilt, der einen gewissen plärrenden Eindruck hervorruft. Fiorenza Cossotto ist der weitere Trumpf dieser Aufnahme, für mich eine der besten Mezzos aller Zeiten ist.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. April 2012
Versand im angegebenen Zeitraum, sehr guter Zustand: CDs ohne Kratzer, läuft einwandfrei, tolle Aufnahme plus der entsprechende "Guide" in verschiedenen Sprachen. Alles in allem rundum zufrieden.
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