Kundenrezensionen


11 Rezensionen
5 Sterne:
 (5)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:
 (2)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Callas bleibt Callas - auch in ihren schlechteren Tagen
Ach, was hätte das für eine grandiose Aufnahme werden können. Ich kannte Callas' "Habanera" von der Collection "La Divina" (gesungen 1961). Die Aufnahme ist betörend schön und von einer fast schon überirdischen Klarheit. Leider, leider ist ihre hier vorliegende Aufnahme nicht von gleicher Qualität. Man fragt sich, ob sie es nicht mehr...
Veröffentlicht am 9. August 2010 von Grüner Baum

versus
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider zu spät
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin ein großer Bewunderer der Callas. Ihre - frühen - Aufnahmen der Lucia, Norma, Medea, Leonora (Trovatore und Forza del Destino), Lady Macbeth, Rosina, Butterfly, Tosca, etc. sind für mich bis heute unübertroffen.

Diese Aufnahme jedoch entstand etwa 10 Jahre zu spät für die...
Veröffentlicht am 16. September 2009 von vully


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider zu spät, 16. September 2009
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Carmen (Audio CD)
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin ein großer Bewunderer der Callas. Ihre - frühen - Aufnahmen der Lucia, Norma, Medea, Leonora (Trovatore und Forza del Destino), Lady Macbeth, Rosina, Butterfly, Tosca, etc. sind für mich bis heute unübertroffen.

Diese Aufnahme jedoch entstand etwa 10 Jahre zu spät für die Sängerin, zu einer Zeit, als sie versuchte, ihrer schwindenden Stimme durch einen Wechsel ins Mezzo-Fach entgegenzuwirken - leider mit mäßigem Erfolg: Als gelernte Sopranistin muss sie sich hier die tiefen Töne durch übertriebenen Einsatz der Bruststimme erkämpfen, kann die Stimme in dieser Lage aber nicht frei strömen lassen wie ein echter Mezzo. Die vorhandenen hohen Töne klingen dagegen dünn und hart. Die Register fallen dadurch auseinander in zwei, teilweise sogar drei völlig verschiedene Stimmen. Zudem singt sie immer wieder - offenbar um den Stimmsitz zu verbessern - einen Einheitsvokal, eine Art "U" (trulululu-u-u-u-uuu).

Trotz aller interpretatorischen Intelligenz und sprachlicher Souveränität - die die Callas zweifellos besaß - wirkt die Darstellung aufgrund der technischen Schwierigkeiten nicht souverän. Man hört durchaus, was die Callas aus dieser Rolle hätte machen können, wenn sie sie früher gesungen hätte (1956 etwa war eine Aufnahme geplant, die an einem Streit zwischen Callas und dem vorgesehenen Dirigenten Karajan scheiterte). 1964 hatte sie einfach nicht mehr die stimmlichen Möglichkeiten dafür.

Der Rest der Besetzung ist ebenfalls gut (wenn auch Nicolai Gedda ein zwar wunderbar stilsicherer, aber im Vergleich zu Callas' Überweib etwas schwachbrüstiger Don José ist), aber nicht besser als auf vielen anderen Aufnahmen.

Und so kann ich nur empfehlen, die Carmen in anderen Aufnahmen zu hören, z. B. Beecham mit Victoria de los Angeles als zu Gedda sehr viel besser passenderer Carmen oder Solti mit Troyanos, dem jungen Domingo, te Kanawa, Krause.

Wer die Callas wirklich in Hochform erleben will, soll z. B. die erste Lucia und Norma unter Serafin, Tosca unter de Sabata, den Trovatore unter Karajan nehmen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Callas bleibt Callas - auch in ihren schlechteren Tagen, 9. August 2010
Von 
Grüner Baum - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Carmen (Audio CD)
Ach, was hätte das für eine grandiose Aufnahme werden können. Ich kannte Callas' "Habanera" von der Collection "La Divina" (gesungen 1961). Die Aufnahme ist betörend schön und von einer fast schon überirdischen Klarheit. Leider, leider ist ihre hier vorliegende Aufnahme nicht von gleicher Qualität. Man fragt sich, ob sie es nicht mehr besser konnte oder ob sie es anders probieren wollte. Es klingt oft, als ob sie der Figur durch kleine Einfärbungen und minimale Verfremdungen mehr Persönlichkeit und Charakter geben und ihre Ungestümtheit betonen wollte - dies aber nicht einwandfrei gelingt. Es mag aber auch sein, dass ihr die Klarheit ihrer frühren Aufnahme einnfach nicht mehr gelungen ist. Oft klingt es so, als ob ihre Stimme leicht bricht, klingt gurrend und verfälscht. In Kombination mit der besonderen Wirkung der natürlichen Färbung ihrer Stimme ist das an vielen Stellen beeindruckend und vermittelt Emotionalität und Leidenschaft, zu oft aber auch wirkt es befremdlich und fast irgendwie falsch.

Bei Gedda als Don Jose hat man fast den Eindruck, dass er sich anstecken lässt. Im Vergleich zur Beecham/de los Angelos-Aufnahme singt er vergleichsweise unpräziser und weniger prägnant. Es wirkt ein wenig routiniert abgespult. Er verlässt sich auf den Wohlklang seiner Stimme und seine Farbenvielfalt, ohne wirklich mit Inbrunst bei der Sache zu sein. Entweder war er nicht gut in Form oder er wollte die Kollegin nicht überstrahlen.

Die Nebenrollen mit Andrea Guiot als Micaela und Robber Massard als Escamillo klingen zu hell und zu schwachbrüstig, um als ebenbürtige Gegenspieler von Carmen und Don Jose zu erscheinen. Sie singen schön und fehlerfrei, haben aber einfach nicht die nötige Präsenz.

Das Dirigat Pretres hat mir persönlich nicht ganz zugesagt. Der Gesamteindruck ist ein 'feierlicher' und es hat manchmal den 'Marsch'-Charakter einer frühen Verdi-Oper. Wer den Charakter der Oper als hohes Kulturgut betont mag, wird das mögen. Ich konnte zwar die technische Feinheit bewundern, finde aber keinen rechten Zugang dazu, weil es die Geschichte weniger transportiert als (auf je ihre Art) Karajan oder Beechham (die beiden anderen Aufnahmen, die ich kenne).

Fazit: Man könnte wegen einer Reihe von 'Fehlern' auch drei Sterne vergeben. Da ich eine Carmen-Gesamtaufnahme mit der Callasstimme aber auch mit Fehlern für des Hörens wert halte, vergebe ich alleine dafür vier. Man sollte sich diese Aufnahme aber nur zulegen, wenn man bereits eine andere besitzt, die im ganzen präziser die Oper korrekter und passender vorstellt (wofür ich aus meiner Kenntnis Karajan/Price empfehle).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tod Gesagte leben länger!, 8. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Bizet: Carmen (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Paris 1964) (Audio CD)
Diese Einspielung entstand zu einer Zeit, da viele - damals wie heute - den Stern von Maria Callas erlöschen sahen. Doch diese Aufnahme lässt eine Maria Callas vor dem geistigen Auge erscheinen, die nichts von ihrer Faszination und Interpretationskunst eingebüßt hat! Diese Carmen ist wunderbar mitreißend, schwungvoll gesungen und von einer wunderbar klaren Diktion. Ihre Stimme hat sie dabei sehr gut unter Kontrolle. Mit Nicolai Gedda steht ihr ein Don José mit einem wunderbaren, strahlenden Tenor zur Seite. Wer Carmen liebt muss! diese Aufnahme haben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Operngenuß - mit kleinen Einschränkungen, 10. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Bizet: Carmen (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Paris 1964) (Audio CD)
Wer eine wahrhaft musikalisch in allen Teilen ausgefeilte und sängerisch vollendete Gesamteinspielung von Bizets CARMEN erwerben möchte, dem sei eher zu Beechams 1959er Aufnahme mit Victoria de los Angeles geraten. Wer aber bereit ist, kleine gesangliche Mängel in Kauf zu nehmen, dafür aber in der Titelrolle eine wahre Femme fatale erleben will, der kommt an dieser Produktion, die im Juli 1964 in Paris entstand, nicht vorbei. Maria Callas gestaltet die Carmen geradezu atemberaubend; ein glaubwürdigeres Portrait dieser Figur kann keine andere Plattenaufnahme bieten. Hier ist sie wahrhaftig die männermordende Tigerin, die in der Figur der Rolle angelegt ist. Natürlich ist nicht zu überhören, daß die Sängerin zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht mehr in bester stimmlicher Verfassung war, aber was bedeutet das angesichts der einzigartigen Rollengestaltung? Im übrigen kann man auch ihre stimmliche Leistung durchaus noch goutieren, da sie ihre Probleme mit Hilfe ihrer Gesangstechnik recht geschickt zu überspielen weiß. Ihr Partner Don José ist Nicolai Gedda, der schon in der oben erwähnten Beecham-Aufnahme diese Rolle gesungen hatte. Diesmal ist er nicht ganz auf diesem Niveau, aber doch im Vergleich zu anderen Rollengestaltern, wie z.B. Franco Corelli, haushoch überlegen. Möglicherweise fehlt ihm auch als Callas-Partner der letzte Zentimeter Stahl in der Stimme, um ihr, vor allem im großartigen Schlußduett, so recht Paroli bieten zu können. Den Escamillo hat der Franzose Robert Massard übernommen. Er bietet eine solide Leistung, ohne jedoch an Robert Merrill oder Josef Metternich heranreichen zu können. Die übrigen kleineren Rollen sind in angemessener Weise besetzt. Der Pariser Choeurs René Duclos ist voll auf der Höhe, und schließlich spielt das Orchestre du Théatre National de l'Opera Paris unter der musikalischen Leitung von Georges Prêtre sehr genau und mit spürbarer Anteilnahme. Der EMI ist zu bescheinigen, daß sie ein sehr gutes Textbuch mit dem vollständigen französischen Libretto mit Übersetzung auch in deutsch beigesteuert hat. Wer das Werk schon mit Beecham (EMI) oder Karajan (RCA) im Schrank hat, sollte sich diese Aufnahme unbedingt als Alternative zulegen, es sei denn, er möchte die Oper in der originalen Gestalt (mit gesprochenen Dialogen) besitzen. Da würde ich Georg Soltis Aufnahme (Decca) als erste Wahl empfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Referenzaufnahme, 6. März 2001
Rezension bezieht sich auf: Bizet: Carmen (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Paris 1964) (Audio CD)
Auch wenn die Callas 1964 den Zenit ihrer stimmlichen Fähigkeiten bereits weit überschritten hatte, haben wir es hier zweifellos mit einer der besten Gesamtaufnahmen von Bizets Carmen zu tun. So lebendig, so sinnlich, so überzeugend wie die Callas singt die Carmen eben keine Teresa Berganza und keine Victoria de los Angeles. Prêtre dirigiert engagiert ein sprühendes Orchester. Nicolai Gedda ist als Don Jose ein mehr als akzeptabler, wenn auch kein gleichwertiger Partner. Herauszuheben ist das weitgehendst idiomatische Französisch, das ich bei allen anderen Carmengesamtaufnahmen vermisse. Mir als francophile tut es fast schon weh, einen Placido Domingo oder einen Sherill Milnes französisch singen zu hören.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Callas als Carmen, 20. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Bizet: Carmen (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Paris 1964) (Audio CD)
Diese Carmen-Aufnahme ist tatsächlich einzigartig. Die Tempi und die Dynamik stimmen, im Gegensatz zu vielen anderen Carmen-Aufnahmen und die Intensität, die stimmliche Ausdruckskraft der Callas ist überwältigend. Bis zum bitteren Ende, wenn Carmen Don Jose mit ihrem einzigartigen Callas- "Tiens" den Ring entgegenschleudert, werden Gefühle aufgewühlt. Auch wenn La Callas diese Partie nie auf der Bühne gesungen hat, ist es ein fast physisches Erlebnis, diese Interpretation der Carmen zu hören. Ich bin kein absoluter Callas - Fan, aber gerade an dieser Aufnahme müssen sich die anderen Carmen - Interpretinnen messen lassen und meine Erfahrung beim Hören vieler anderer Carmen - Aufnahmen ist leider: Sie sind durchweg alle langweiliger oder überinterpretiert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Wunderschön!, 29. August 2013
Von 
Dag Kyndel "Kottebo" (Stockholm, Sweden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Carmen (Audio CD)
Translated by Google:
Sechs Jahre alt (!) Ich hörte ein Nachbar Mädchen singen die "Habanera". Ich kann mich noch daran erinnern, wie beeindruckt ich war und von diesem frühen Alter wusste ich, ich liebte carmen und liebte Oper! Ja, ich bin ein großer Bewunderer von Callas. Aber ich kann von entscheidender Bedeutung sein, wenn nötig. Ich bin nicht sehr von ihrem zweiten Norma oder ihr Cetra La Traviata gefunden - aber das ist mein Ideal Carmen. Eine schwedische bekannte Kritiker schrieb einmal (zu dieser Carmen-Aufnahme), dass La Callas, als sie eine heiße Kartoffel im Mund hatte sang.
Aber ich denke, sie singt die Rolle in hervorragender Weise und wie kein anderer in der Lage ist Carmen als wahrheitsgemäß Charakter auszudrücken. Sie ist Carmen. Gedda ist in einer seiner besten Rollen hervorragend. Wenn ich wählte eine Aufzeichnung von Carmen hatte nur, das ist es!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sie hat Carmern für mich gerettet!, 22. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Bizet: Carmen (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Paris 1964) (Audio CD)
Es gibt zwei Opern, gegen die ich eine schon fast unnatürliche Abneigung hegte. Rossinis "Barbier von Sevilla" und Bizet Meisterwerk "Carmen". Bei Rossinis Oper ist der Grund ganz klar. Als Kind wurde man nur in komische Opern mitgenommen und ich erinnere mich, dass ich den "Barbier" eigentlich immer eher nervig fand. Was sicherlich an der einen oder anderen einfallslosen Regie lag. Bei "Carmen" kann ich es mir eigentlich nicht erklären, da ich dieser Oper sowohl auf der Bühne als auch auf CD stets aus dem Weg gegangen bin. Na ja, als Callas-Fan will man dann natürlich seine Sammlung komplettieren und so gelangte auch diese Carmen-Gesamtaufnahme in die CD-Sammlung. So ruhte sie lange Zeit. Stand in einer Reihe mit Beethovens und Bellinis Meisterwerken und erlitt kaum Beachtung.
Die frühen Aufnahmen der Callas liebe ich. In letzter Zeit, und auch mit meinem fortschreitenden Alter, erkenne ich, dass die späteren Aufnahmen ihren ganz besonderen Reiz haben. Und dazu gehört auch die "Carmen" der Callas. Und so wurde diese Aufnahme nun endlich auch von mir gehört. Und das, was ich hörte, verschlug mir den Atem. Hier steht eine Frau und Künstlerin, die den Widrigkeiten ihrer schwindenden stimmlichen Möglichkeiten trotzt. Die wieder einmal bewiesen hat, dass man mit einem wahrhaften künstlerischen Verständnis auch eine so schwer fassbare Rolle stimmlich in eine lebendige, sichtbare Figur formen kann. Sie ist weit von vokalen Hüftschwüngen entfernt. Die Fähigkeit, die unterschiedlichen Stimmungen dieser Frau allein mit der Färbung der Stimme plastisch werden zu lassen, ist einfach nur begeisternd. Schmeicheln, fordern, provozieren, vorahnen, wild tanzen. Maria Callas modelliert diese Rolle wie eine Plastik und herauskommt eine vollkommene Interpretation. Dieses Rollenverständnis sollte jeder Interpretin dieser Rolle ein Vorbild sein.
Mit Nicolai Gedda als Partner merkt man, dass beide Künstler auf Augenhöhe agieren und sich so zu wahren Höchstleistungen aufschwingen. Timbre,Stil und Rollenverständnis machen ihn zu einem der ersten Interpreten des Don Jose. Die weiteren Partner gehören zu den Spitzen der damaligen Pariser Opernszene. Georges Pretre geht die Partitur mit raschen, ja manchmal rasenden Tempi an und ignoriert hin und wieder Bizets Vorgaben ( so z.B. im Chanson des Bohemiens, der in einem wilden Sturm endet). Aber dies kommt dem Drama und seiner Protagonistin Callas/Carmen sehr entgegen. Mein Fazit: Maria Callas hat "Carmen" für mich gerettet.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider zu spät, 12. Juli 2003
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Bizet: Carmen (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Paris 1964) (Audio CD)
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin ein großer Bewunderer der Callas. Ihre - frühen - Aufnahmen der Lucia, Norma, Medea, Leonora (Trovatore und Forza del Destino), Lady Macbeth, Rosina, Butterfly, Tosca, etc. sind für mich bis heute unübertroffen.

Diese Aufnahme jedoch entstand etwa 10 Jahre zu spät für die Sängerin, zu einer Zeit, als sie versuchte, ihrer schwindenden Stimme durch einen Wechsel in's Mezzo-Fach entgegenzuwirken - leider mit mäßigem Erfolg: Als eigentliche Sopranistin muss sie sich hier die tiefen Töne erkämpfen, kann die Stimme in dieser Lage aber nicht frei strömen lassen wie ein echter Mezzo. Die vorhandenen hohen Töne klingen dagegen dünn und hart. Die Register fallen dadurch auseinander in zwei, teilweise sogar drei völlig verschiedene Stimmen. Zudem singt sie immer wieder - offenbar um den Stimmsitz zu verbessern - einen Einheitsvokal, eine Art "U" (trulululu-u-u-u-uuu).

Trotz aller interpretatorischen Intelligenz und sprachlicher Souveränität - die die Callas zweifellos besaß - wirkt die Darstellung aufgrund der technischen Schwierigkeiten nicht souverän. Man hört durchaus, was die Callas aus dieser Rolle hätte machen können, wenn sie sie früher gesungen hätte. 1964 hatte sie einfach nicht mehr die stimmlichen Möglichkeiten dafür.

Der Rest der Besetzung ist ebenfalls gut (wenn auch Nicolai Gedda ein zwar stilsicherer, aber im Vergleich zu Callas' Überweib etwas schwachbrüstiger Don José ist), aber nicht besser als auf vielen anderen Aufnahmen.

Und so kann ich nur empfehlen, die Carmen in anderen Aufnahmen zu hören, z. B. Beecham mit Victoria de los Angeles als zu Gedda sehr viel besser passenderer Carmen, Solti mit Troyanos, dem jungen Domingo, te Kanawa, Krause, Abbado mit Berganza, Domingo, Milnes, etc..

Wer die Callas wirklich in Hochform erleben will, soll z. B. die erste Lucia und Norma unter Serafin, Tosca unter de Sabata, den Trovatore unter Karajan nehmen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gegenmeinung, 27. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Bizet: Carmen (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Paris 1964) (Audio CD)
Ich gebe es zu, mir gefällt die Callas nicht. Ich hätte die Aufnahme daher gar nicht erwerben sollen. Andererseits ist das eine Geschmacksache, und eine Aufnahme mit ihr kann mir insgesamt sehr gut gefallen. Etwa Norma oder Lucia, die Aufnahmen sind als Ganzes sehr gut.
Und daher schreibe ich hier, denn diese Aufnahme gefällt mir als Ganzes nicht. So sehr ich Gedda schätze und Pretre, das Gesamtergebnis sagt mir nicht zu, ich empfand nicht jenes Feuer der Vorkritiker. Man möge es mir verzeihen, und diese persönliche Ansicht nur als Warnung nehmen, daß diese Aufnahme nicht der sichere Tipp ist, als der er weitgehend erscheint.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen