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TOP 500 REZENSENTam 22. Februar 2005
Anfang der 90er erschienen in relativ kurzem Abstand zwei neue, im Konzept sehr unterschiedliche Gesamtaufnahmen der Meistersinger: Sir Georg Solti setzte in seiner zweiten Einspielung der Oper auf langsame Tempi und sehr scharfe dynamische Kontraste. Wolfgang Sawallisch dagegen, der 1 Jahr nach seinem Abschied als Generalmusikdirektor für diese Aufnahme noch einmal zu seinem Münchner Ensemble zurückkehrte, wählte durchgehend recht flotte Tempi und erspart einem auch den ständigen Griff zum Lautstärkenregler.
Trotzdem haben beide Dirigenten denselben Tenor gewählt, und das nicht ohne Grund: Ben Heppner schafft es, die technischen Fähigkeiten eines lyrischen Tenors mit der Kraft eines jugendlichen Heldentenors zu verbinden. Sein Stolzing ist endlich mal kein verhinderter Jung-Siegfried, der sich durch das Preislied brüllt, sondern er singt die Rolle so, wie ein Domingo oder Konya es wegen ihres starken Akzents nicht ganz konnten. Er allein würde den Kauf dieser Aufnahme lohnen.
Bernd Weikl hört man viele Jahre Erfahrung mit der Rolle des Sachs deutlich an: Er singt den Text ebenso selbstverständlich wie verständlich, ist ein sympathischer Sachs mit genau der richtigen Mischung aus Intelligenz und Volkstümlichkeit, bleibt dabei - gerade im problematischen Schlussmonolog - erfreulich unpathetisch. Dass er - Kehrseite der langjährigen Erfahrung - mit einigen Spitzentönen Probleme hat, stört da nur wenig.
Cheryl Studer ist eine sehr erwachsene Eva, die zeigt, dass Wagner ihre eigentliche Spezialität war. Siegfried Lorenz überzeugt als Beckmesser vor allem durch Ernsthaftigkeit und Musikalität: Er singt die Koloraturen seines "Preislieds" fast wie eine Bach-Arie und gibt der Rolle eine Würde, die ihr die meisten Konkurrenten (Geraint Evans!) leider verweigern.
Kurt Molls Stimme hat nicht mehr die Kraft seiner ganz großen Jahre, aber immer noch ihren schwarzen Samtklang, mit dem er einen sehr würdigen Pogner singt. Frisch und jugendlich schließlich klingt das Buffo-Paar van der Walt (David) - Kallisch (Magdalene). Die Nebenrollen sind ebenfalls hervorragend besetzt, teilweise mit späteren Stars (Pape, Schade, Wagenführer).
Die Sänger - und der ausgezeichnete Chor - werden auf dem weichen, runden, trotzdem transparenten Klang des Bayerischen Staatsorchesters sanft getragen, ohne je übertönt zu werden. Dadurch brauchen sie nicht so viel Kraft zu investieren und können natürlicher singen. Vor allem aber bleiben sie auch in den Finali verständlich. Das verstärkt ebenso wie die flotten Tempi den heiteren, komödiantischen Ton der Oper.
Und so hat sich Wolfgang Sawallisch nicht nur selbst ein sehr schönes Abschiedsgeschenk als GMD in München - mit "seinem" Ensemble - gemacht, sondern uns eine der heitersten, rundum überzeugendsten Gesamtaufnahmen der Meistersinger von Nürnberg überhaupt beschert.
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am 3. Februar 2002
Es die wohl am wenigsten pathethische und gleichzeitig doh wohl klügste Aufnahme. Wolfgang Sawallisch räumt hier mit der herben Deutschtümelei auf und zeigt uns vielmehr eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer in Frage gestellten traditionellen Gesellschaftshaltung. Das Orchester brilliert durch sauberes klangschönes Spiel, das die gesamte Aufnahme luzide am Hörer vorbeilaufen lässt. Bernd Weikl gibt einen sehr nachdenklichen und zugleich dennoch leichten Sachs. Ben Heppner gibt einen (allzu) engagierten Liebahen von Stolzing und verfällt als einziger der Darstellerriege in ein Übermaß an Schwelgerei, was insgesamt nicht ganz zum übrigen Stil der Aufnahme passt. Brilliant und so witzig wie in keiner anderen Aufnahme dagegen der Beckmesser. Siegfried Lorenz hat diese Rolle derart verinnerlicht, dass jede Silbe interpretiert wird. Einfach fesselnd und eben typisch "beckmesserisch". Cheryl Studer ist als Eva solide, Glanzpunkt zweifellos das Quintett der "Morgentraumdeutwiese".
Diese Aufnahme ist etwas für diejenigen, die durchaus bereit sind, einen entrümpelten leichten Wagner zu hören, operettenhaft leichtfüßig.
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am 3. Oktober 2005
Über zwanzig Jahre musste dieses grandiose Lustspiel auf seine Vollendung warten. Schon 1845, noch als Dresdener Hofkapellmeister fasste Richard Wagner die Idee zu "Die Meistersinger von Nürnberg". Mit dem historischen "Schuhmacher und Poet dazu" Hans Sachs als zentrale Figur sollte eine kurze, leicht einzustudierende und aufzuführende komische Oper entstehen, die Wagners notorisch leere Kasse ein wenig sanieren sollte. Vieles kam dazwischen, die Komposition des "Lohengrin", Wagners Engagement für die Revolution von 1848, die Flucht in die Schweiz, die Liebe zu Mathilde Wesendonck und das daraus resultierende, alle Konventionen sprengende Musikdrama "Tristan und Isolde".
Während all dieser Jahre wuchsen sich die "Meistersinger" in Wagners Skizzenbüchern zu einem fast fünfstündigen Monumentalwerk aus, das es ohne die Förderung durch den Bayernkönig Ludwig II. wohl nie auf die Bühne geschafft hätte. Seit dem Besuch einer "Lohengrin" - Vorstellung ein glühender Bewunderer Wagners, schickte Ludwig sofort nach seiner Thronbesteigung Boten aus, die den verehrten Meister ausfindig machen und nach München bringen sollten.
Man fand ihn, ziemlich heruntergekommen, in einem Stuttgarter Hotel. Seit fast zwanzig Jahren war keine neue Oper von ihm gespielt worden, von seinen früheren Werken war eigentlich nur der "Lohengrin" am Leben, aufgrund seiner revolutionären Gesinnung galt er an den deutschen Fürstenhöfen als persona non grata, den "Tristan" erachtete man als unaufführbar. Logisch, dass Wagner die Einladung mit größter Erleichterung annahm. Der Bayernkönig bezahlte die drückenden Schulden, stellte Wagner in München ein Haus, unbeschränkte Geldmittel und sein Hoftheater zur Verfügung. Zuerst wurde auf königlichen Befehl der "Tristan" uraufgeführt und siehe da, das "unspielbare" Werk verbreitete sich darauf überraschend schnell.
Wagner hatte nun endlich Ruhe zum Arbeiten, spannte erstmal dem Hofkapellmeister Hans von Bülow die Frau aus (die berühmt - berüchtigte Cosima) und machte sich frohen Mutes an die Komposition der "Meistersinger". Wieder befahl der König die Aufführung, das Werk wurde am 21. Juni 1868 zum ersten Mal im Münchner Hoftheater gespielt. Der Abend wurde zum einhelligsten und größten Publikumserfolg in Wagners Laufbahn, die Kritiker schimpften eifrig weiter. Vor allem Wagners so pompöser und "leerer" Stil wurde eifrig bemängelt, das Textbuch als Kitsch verworfen. Dabei kann man Wagners Fertigkeiten als Dichter und Komponist gerade in dieser Oper nur als genial bezeichnen.
Das Textbuch der "Meistersinger" wäre auch ohne Musik ein hervorragendes, liebevoll gestaltetes und geschriebenes Theaterstück, die Musik jedoch erhebt das Lustspiel zu einem einmaligen Erlebnis. Das Gesamtkunstwerk "Die Meistersinger von Nürnberg" ist ein vollkommenes komisches Musikdrama, das jede Bühne, die wagnertaugliche Dimensionen hat, zur Aufführung reizen muss. Vollständig ist der Unterschied zum Vorgänger "Tristan und Isolde". Auf das düstere Hohelied von Liebe, Nacht und Tod folgt ein Musikstück, in dem jeder Ton taghell glitzert und pure Lebensfreude ausdrückt, Wagners musikalische Charakterzeichnung erreicht einen weiteren Höhepunkt. Am liebevollsten ist verständlicherweise Hans Sachs ausgestattet, Wagner sah immerhin in dem fortschrittlich denkenden Meistersinger ein (sehr) idealisiertes Bild seiner selbst.
In der wohl begehrtesten aller Baß - Baritonrollen glänzt in dieser Aufnahme Bernd Weikl. Er besaß zum Zeitpunkt der Einspielung bereits eine langjährige Erfahrung in der Rolle des humorvollen und gutmütigen Schusters, singt und spielt ihn rundum glaubhaft mit großer darstellerischer Finesse. Der Intention des Dirigenten folgend, singt er durchweg völlig unpathetisch, lässt den Text für sich selbst sprechen. Flieder - und Wahnmonolog gelingen ihm großartig, ebenso die lange, lustige Passage mit Beckmesser im zweiten Akt. Das berühmte "Morgentraum - Deutweise" - Quintett führt er mit großer Souveräntiät, die problematische Schlußansprache "Habet acht, uns drohen üble Streiche" singt er, ohne seinen Sachs in nationale Rage geraten zu lassen, sondern wie vorsichtig die Worte abwägend. Bei den Spitzentönen hat er einige kleine Schwierigkeiten, was den rundum positiven Gesamteindruck jedoch keineswegs schmälert.
Den Walther von Stolzing singt hier der Kanadier Ben Heppner, auch er für die Darstellung des schwärmerischen Ritters wohlbekannt, und das völlig zu Recht. Heppner bewältigt diese gesanglich sehr anspruchsvolle Partie mit klarer, leuchtender und jugendlicher Stimme, verfällt, anders als so mancher Heldentenor nie in den Fehler aus dem jungen Ritter einen verhinderten Tristan zu machen, vermeidet zu pathetischen Gesang und das berüchtigte Wagner - Gebrüll. "Fanget an" und Preislied singt er ausgezeichnet, einen gleichwertigen Stolzing findet man allenfalls noch im jungen Rudolf Schock oder mit Peter Seiffert in Barenboims Bayreuther Live - Aufnahme.
Eine ebenbürtige Partnerin hat er in Cheryl Studer, auch sie eine erfahrene Wagner - Sängerin. Ihre Eva Pogner ist kein naives junges Mädchen mehr, das passiv den Willen ihres Vaters und die Leidenschaft des Walther über sich ergehen lässt. Sie weiß von Anfang an, dass sie nur ihren Ritter haben will und sich in keinem Fall dem Diktat der Meistersinger fügen wird. Zu diesem Zwecke setzt sie ihre wenigen Machtmittel gegenüber Pogner ein, umgarnt Sachs und ist die treibende Kraft hinter dem Fluchtplan, der von Sachs auf so witzige Weise unterbunden wird. Diesem klugen, modernen Mädchen gönnt man den Triumph über den pedantischen Beckmesser und die verstaubenden Tabulaturen.
Evas Vater Veit Pogner wird hier von Kurt Moll gesungen. Misst man seine Vorstellung an der zwanzig Jahre früher entstandenen Aufnahme der selben Rolle unter Solti, so muss man stimmlich einige Abstriche machen. Noch immer klingt seine Stimme, wie schwarzer Samt sich anfühlt, hört sich väterlicher an als in der älteren Einspielung, hat allerdings einiges an Volumen eingebüsst. Darstellerisch kann man sich jedoch fast keinen besseren Pogner vorstellen. Der Spagat zwischen Evas liebevollem Vater und bürgerstolzem Meistersinger gelingt Moll vorbildlich, nie hat man das Gefühl, einem halsstarrigen Haustyrannen zuzhören.
Sachs' leidgeprüfter Lehrbube David ist eine hochwillkommene Herausforderung für jeden Charaktertenor, so auch für den Südafrikaner Deon van der Walt. Er bewältigt die schwierige Partie mit beeindruckender Energie und schöner Stimme, hat im "Tabulatur - Monolog" jedoch einige kleine Schwierigkeiten in der Tonhöhe. Insgesamt braucht sich sein David jedoch hinter keinem weitern Darsteller dieser Rolle zu verstecken.
Sein weiblicher Gegenpart, die Magdalene, ist mit Cornelia Kallisch ausgezeichnet besetzt. Sie fungiert hier endlich einmal nicht als Evas ältliche Anstandsdame (warum sollte sich David ausgerechnet in eine überreife Amme verlieben?), sondern als gleichaltrige Freundin, die ihren David an der kurzen Leine halten wird.
Glänzend gerät Siegfried Lorenz der unleidliche Stadtschreiber. Die Darstellung des Beckmesser als Knallcharge war schon Richard Wagner ein Ärgernis und Lorenz gerät nie in diese verführerische Falle. Er stellt den unglücklichen, eifersüchtigen und mißgünstigen Nebenbuhler des Stolzing mit großer Seriosität dar, bleibt immer in der Gesangslinie und singt als erster mir bekannter Beckmesser die Koloraturen seines seltsamen Ständchens im 2. Akt wirklich wie ein ernst gemeintes Werbelied. Durchaus möglich, dass die konservativen Meistersinger auf der Festwiese ihm den Preis zuerkennen könnten, wäre da nicht dieser intrigante Schuster mit seinem übereifrigen Hammer.
Die weiteren Rollen sind mit Ensemblemitgliedern des Münchner Nationaltheaters, so Hans - Joachim Ketelsen als Kothner, sowie einigen zukünftigen Stars wie Michael Schade, Ulrich Reß und René Pape als Nachtwächter durch die Bank hochkarätig besetzt.
Besonders schön an dieser Aufnahme finde ich jedoch, dass Wolfgang Sawallisch hier die lyrischen, kammermusikalischen Momente zu ihrem Recht kommen lässt. Er lotet mit "seinem" Bayerischen Staatsorchester die Partiur auf seelische Tiefe der Figuren aus, spart sich jedes leere Pathos und unterlässt das berüchtigte wagnersche Dröhnen, was ihm von einigen Kritikern den Vorwurf der "Schwammigkeit" einbrachte. Meiner Meinung nach wirkt sich der Verzicht auf exponierte Blechbläser sehr zugunsten der Textverständlichkeit aus, so dass ein absolut rundes und vergnügliches Gesamtkunstwerk entsteht. Ausgezeichnet präzise und lebensnah singt der Chor der Bayerischen Staatsoper.
Diese ausgezeichnete Aufnahme ist die beste Werbung für Wagners geniales Gestaltungsgenie, das nicht unter pathetischem Getöse begraben werden sollte.
Vorsicht mit dem Booklet - es hat starke Auflösungstendenzen.
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am 30. Dezember 2002
Diese Aufnahme der Meistersinger von Nürnberg aus dem Jahre 1993 ist wenig überzeugend. Direkt zu Beginn setzt das Orchester beim Vorspiel ziemlich lahm und bedächtig ein, was aber sofort behoben wird durch ein Anziehen des Tempos. Ben Heppner singt den Walther von Stolzing und sticht hervor durch seine klangvolle Tenorstimme. Seine Aussprache ist jedoch nicht die beste, da er teilweise lispelt und den Text nicht akzentfrei singt. Van der Walt singt den David und ist in guter Form, obwohl er ab und zu am Anfang in der Höhe etwas ins Straucheln gerät. Kurt Moll besticht als Pogner durch seine Stimmgewalt und der Beckmesser, Lorenz, singt sehr präzise und ausgefeilt. Dabei kommt auch seine klare und deutliche Aussprache sehr gut heraus.
Das Orchester ist während der ganzen oper solide und auch die Kleinigkeiten, die bei vielen anderen großen Dirigenten untergehen, wie zum Beispiel bei Barenboim in seiner 1999er Produktion, werden sehr sauber und genau herausgearbeitet.
Abschließend bleibt noch das Gesamturteil, das auf 4 Sterne bekommt, weil einerseits bei den Sängern einige Makel vorliegen, und andererseits viele gute Resultate dabei sind.
Um die Aufnahme in den zusammenhang mit anderen großen Aufnahmen zu setzen, bleibt zu erwähnen, dass diese Aufnahme interessante Aspekte für das Orchester aufwirft. Künstlerisch ist sie aber nicht die Spitze, die Herbert voon Karajan mit seiner Produktion in Dresden darstellt.
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