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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrlich vertrackte Feat Rhythmen, fantastische JazzRock-Tupfer und wunderschöne Akustik-Balladen, 12. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Time Loves a Hero (Audio CD)
Was mich bei 'Time loves a Hero' schon immer geärgert hat, war die geistreiche Meinung vieler damaliger Musikjournalisten, dieses Album wäre ein Wendepunkt Little Feats und nicht mehr von der herausragenden Qualität wie seine Vorgänger. Leute, dass war alles dummes Geschwätz, von dem sich nur Sounds und Musik Express durch objektive Kritiken abhoben.
Wer sich die Entwicklung Little Feats genauer ansah, hätte eigentlich nach dem Vorgänger 'Last Record Album' ahnen können, dass sich die Band, die sich in einer absoluten Hochphase befand, zwangläufig weiterentwickeln musste. Little Feat standen damals nicht still und verteidigten irgendwelche früheren Sounds. Die Band ging seit 1972 progressiv vorrausschauend ihren ureigenen Weg und ließ sich von nichts und niemandem aufhalten.
Was sollte also nach dem 'Last Record Album' kommen? -Ein Schritt zurück zu den Anfängen?
-Wohl kaum!
Vorwärts hieß die Devise! -Und derer nahmen sich, nach den gesundheitlichen Durchhängern ihres Admirals (der sich wegen einer Hepatitis und vor allem wegen seiner Kokserei ein Jahr Auszeit nahm), die beiden 'Rudelführer' Bill Payne und Paul Barrere an. Beide setzten ja bekanntlich schon immer ihre eigenen 'Duftmarken' und brachten auf diese Weise die Band vorwärts. Ich will jetzt, bei Gott, nicht behaupten, dass diese Entwicklung mit der Ur-Songwriter-Besetzung Lowell George und Bill Payne völlig anders gelaufen wäre, Fakt ist aber, dass sich Paul Barrere unglaublich in die Band einbrachte und ihr, genau wie die beiden 'Urväter' seinen Stempel aufdrückte.

Bill Payne und Paul Barrere waren also die Hauptsongwriter dieses Albums, aber man spürt das nur, was wiederum für die Homogenität des Albums spricht, in einzelnen Titeln. Bill Paynes Liebe zu ausgefeilten und ausschweifenden Jazzrockpassagen bescherte uns das wundervolle Instrumental 'Day at the Dog races', dass die Band mit einer solchen Leichtigkeit intoniert, als hätte sie niemals andere Musik gemacht! Ebenfalls ein Payne Klassiker: 'Red Streamliner'! Eine herrlich dahintreibende, ja dahinschmelzende Nummer, die ihren Titel voll und ganz gerecht wird. Bemerkenswert dabei ist der Background-Harmoniegesang der Doobie Brothers Simmons und McDonald.
Für Barrere stehen in erster Linie der herrlich stampfende 'Old Folks Boogie' und das rhythmisch-vertrackte, durch die Tower of Power Horn Section verstärkte, 'High Roller'. Beides Titel, wie sie für die späten Feat-Jahre schon fast obligatorisch sind.
Payne und Barrere gemeinsam gelang der unnachahmliche Titeltrack 'Time loves a Hero': Ein wunderbar wogender Rocksong mit leicht karibischen Flair, der ebenfalls von den vertrackten, Feat-typischen Rhythmen lebt und zudem herrlich instrumentiert ist.
Lowell George, der große Admiral der Band, war, obwohl er mehrere Tracks eingesungen hat, als Songwriter nur mit einer eigenen Nummer vertreten. Hier spielte aber weniger seine, damals schon bekannt gewordene, Arbeit an seinem Solo-Projekt eine Rolle, als sein, doch ziemlich angeschlagener Gesundheitzustand. Sein Beitrag zu dieser Scheibe, 'Rocket in my Pocket', war ein schnodderig-aggressives und für ihn typisches Take ('...Music was hot, but my Baby was not...'), dass er genauso zu singen wusste. Ein zweiter Song 'Keepin up with the Joneses' entstand mit Paul Barrere als Co-Autor. Der Song ist, als bitterer Seitenhieb auf den American Way of Life, ebenfalls von der typisch schwermütigen Feat'schen Rhythmik. Auch hier treten wieder die Bläser der Tower of Power Horn Section auf den Plan.
Weiterhin ist der Admiral aber noch auf der wunderschönen Songperle (für mich mit die beste Nummer des Albums) 'New Delhi Freight Train' zu hören. Eine einfache, deshalb wohl doppelt schöne Western-Ballade '...now some People think that I must be crazy, but my real name is just Jesse James...' die ohne weiteres auch auf einem frühen Little Feat Album einen Ehrenplatz gefunden hätte. Zudem hat sich George mit seiner unnachahmlichen Stimme auf 'High Roller' verewigt.
Fehlt, glaub' ich, noch 'Missin you'. Ein schönes, ja, wie nennt man das heute, früher lief sowas unter 'Liebeslied' und genauso kommt es auch rüber; ein ganz feiner, von akustischer Gitarre geprägter, ebenfalls einfacher Song, den Barrere selbst (und auch recht eindrücklich) singt.

Fazit: Little Feat haben mit 'Time loves a Hero' ein weiteres Meisterwerk vorgelegt. Wieder ganz anders als das direkte Vorgänger 'Last Record Album', mit einigen JazzRock-Einflüssen und, ebenfalls ungewohnt, mit den vielen Bläserelementen der Tower of Power Horn Section. Auch wenn sich der Admiral selbst etwas zurückhält, drückt er doch einigen Takes seinen unnachahmlichen Sanges-Stil auf. Seine Stimme bzw. sein Timbre ist, bis heute übrigens, einzigartig in der Geschichte der Rockmusik. (Nein, ich werde Lauel Krapfen diesmal nicht nachweinen! -Weil heut' ich bin tapfer...)
Trotzdem war er eines der ganz großen, wenn nicht das größte, Talent des amerikanischen Rockmusic-Business. 'Time loves a Hero' ist aber zweifellos ein Album, dass einige Ecken und Kanten aufweist und vom Hörer schon eine gewisse Abgeklärtheit in Sachen Rockmusik fordert. Sicherlich eher was für die älteren Semester; bei weitem aber kein AOR!
Ich habe die Scheibe seit ihrem Erscheinen, damals stand ich kurz vor der Volljährigkeit, und kam (gut, ich war vorbelastet) prima mit ihr klar (hehehe, Eigenlob stinkt...). Für heutige Verhältnisse, würde ich sagen, fordert die Scheibe aber schon ein gewisses Angagement des Hörers. Wer dazu bereit ist, wird, wie übrigens bei allen Little Feat Alben, eine Songperle nach der anderen entdecken!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich Remastert!, 20. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Time Loves a Hero (Audio CD)
Was mich seit Jahren am Back-Katalog Little Feat's ärgerte, war das fehlende Remastering. Zwar waren die Feat Alben schon in den 70ern hervorragend aufgenommen, aber was man da noch rausholen konnte, zeigte das sensationelle Remastering der "Waiting For Columbus". Genauso sensationell geht es nun mit den Studio-Scheiben weiter! "Time Loves A Hero" ist in dieser Ausgabe einfach nur genial. Jedes Glöckchen, jeder Schlag auf die Cowbells, jedes Tune der Gitarren voll absoluter Reinheit. Kenny Gradney's, Richie Hayward's und Sam Clayton's Groove - er zieht einem die Schuhe aus!
Volle Bewunderung also für dieses feinfühlige Remastering!

Was "Time loves a Hero" im Back-Katalog der Feat's allerdings immer ein wenig in den Schatten stellte, war die geistreiche Meinung vieler damaliger Musikjournalisten (vornehmlich aus USA und GB), dieses Album wäre ein Wendepunkt Little Feats und nicht mehr von der herausragenden Qualität wie seine Vorgänger. Leute, dass war alles dummes Geschwätz, von dem sich nur Sounds und Musik Express durch objektive Kritiken abhoben.
Wer sich die Entwicklung Little Feat's genauer ansah, hätte eigentlich nach dem Vorgänger "Last Record Album" ahnen können, dass sich die Band, die sich in einer absoluten Hochphase befand, zwangläufig weiterentwickeln musste. Little Feat standen damals nicht still und verteidigten irgendwelche früheren Sounds. Die Band ging seit 1972 progressiv vorrausschauend ihren ureigenen Weg und ließ sich von nichts und niemandem aufhalten.
Was sollte also nach dem "Last Record Album" kommen? -Ein Schritt zurück zu den Anfängen?
-Wohl kaum!
Vorwärts hieß die Devise! -Und derer nahmen sich, nach den gesundheitlichen Durchhängern ihres Admirals (der sich wegen einer Hepatitis und vor allem wegen seiner Kokserei ein Jahr Auszeit nahm), die beiden "Rudelführer" Bill Payne und Paul Barrere an. Beide setzten ja bekanntlich schon immer ihre eigenen "Duftmarken" und brachten auf diese Weise die Band vorwärts. Ich will jetzt, bei Gott, nicht behaupten, dass diese Entwicklung mit der Ur-Songwriter-Besetzung Lowell George und Bill Payne völlig anders gelaufen wäre, Fakt ist aber, dass sich Paul Barrere unglaublich in die Band einbrachte und ihr, genau wie die beiden "Urväter" seinen Stempel aufdrückte.

Bill Payne und Paul Barrere waren also die Hauptsongwriter dieses Albums, aber man spürt das nur, was wiederum für die Homogenität des Albums spricht, in einzelnen Titeln. Bill Paynes Liebe zu ausgefeilten und ausschweifenden Jazzrockpassagen bescherte uns das wundervolle Instrumental "Day At The Dog Races", dass die Band mit einer solchen Leichtigkeit intoniert, als hätte sie niemals andere Musik gemacht! Ebenfalls ein Payne Klassiker: "Red Streamliner"! Eine herrlich dahintreibende, ja dahinschmelzende Nummer, die ihren Titel voll und ganz gerecht wird. Bemerkenswert dabei ist der Background-Harmoniegesang der Doobie Brothers Simmons und McDonald.
Für Barrere stehen in erster Linie der herrlich stampfende "Old Folks Boogie" und das rhythmisch-vertrackte, durch die Tower of Power Horn Section verstärkte, "High Roller". Beides Titel, wie sie für die späten Feat-Jahre schon fast obligatorisch sind.
Payne und Barrere gemeinsam gelang der unnachahmliche Titeltrack "Time Loves A Hero": Ein wunderbar wogender Rocksong mit leicht karibischen Flair, der ebenfalls von den vertrackten, Feat-typischen Rhythmen lebt und zudem herrlich instrumentiert ist.
Lowell George, der große Admiral der Band, war, obwohl er mehrere Tracks eingesungen hat, als Songwriter nur mit einer eigenen Nummer vertreten. Hier spielte aber weniger seine, damals schon bekannt gewordene, Arbeit an seinem Solo-Projekt eine Rolle, als sein, doch ziemlich angeschlagener Gesundheitzustand. Sein Beitrag zu dieser Scheibe, "Rocket In My Pocket", war ein schnodderig-aggressives und für ihn typisches Take ("...Music was hot, but my Baby was not..."), dass er genauso zu singen wusste. Ein zweiter Song "Keepin Up With The Joneses" entstand mit Paul Barrere als Co-Autor. Der Song ist, als bitterer Seitenhieb auf den American Way of Life, ebenfalls von der typisch schwermütigen Feat'schen Rhythmik. Auch hier treten wieder die Bläser der Tower of Power Horn Section auf den Plan.
Weiterhin ist der Admiral aber noch auf der wunderschönen Songperle (für mich mit die beste Nummer des Albums) "New Delhi Freight Train" zu hören. Eine einfache, deshalb wohl doppelt schöne Western-Ballade "...now some People think that I must be crazy, but my real name is just Jesse James..." die ohne weiteres auch auf einem frühen Little Feat Album einen Ehrenplatz gefunden hätte. Zudem hat sich George mit seiner unnachahmlichen Stimme auf "High Roller" verewigt.
Fehlt, glaub' ich, noch "Missin You". Ein schönes, ja, wie nennt man das heute, früher lief sowas unter "Liebeslied" und genauso kommt es auch rüber; ein ganz feiner, von akustischer Gitarre geprägter, ebenfalls einfacher Song, den Barrere selbst (und auch recht eindrücklich) singt.

Fazit: Little Feat hatten mit "Time Loves A Hero" schon 1976 ein wahres Meisterwerk vorgelegt. Wieder ganz anders als das direkte Vorgänger "Last Record Album". Mit einigen JazzRock-Einflüssen und, ebenfalls ungewohnt, mit den messerscharfen Bläsersätzen der Tower Of Power Horn Section versehen kann man es durchaus auch als Ausnahme-Album bezeichnen. Mit dem Remastering dieser (und auch der anderen Studi-Alben) findet diese fantastische, trickreiche Musik nun ihren Höhepunkt. Auch wenn sich der Admiral damals etwas zurückhielt, drückte er doch einigen Tracks seinen unnachahmlichen Sanges-Stil auf. Seine Stimme bzw. sein Timbre ist, bis heute übrigens, einzigartig in der Geschichte der Rockmusik. Hier völlig unverfälscht und glasklar zu hören. George war eines der ganz großen, wenn nicht das größte, Talent des amerikanischen Rockmusik-Business. "Time Loves A Hero" darf sicherlich als ein Album mit einigen Ecken und Kanten bezeichnet werden. Es fordert(e) vom Hörer von jeher eine gewisse Abgeklärtheit; für die jüngere Generation bzw. heutige Verhältnisse, würde ich sagen, fordert die Scheibe fast schon echtes Engagement beim "Erhören". Wer dazu allerdings bereit ist, wird, wie übrigens bei allen weiteren Little Feat Alben, eine musikalische Finesse nach der anderen entdecken!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Überlebensbeweis geglückt, 25. Juni 2010
Von 
V-Lee (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Time Loves a Hero (Audio CD)
Auf dem letzten zu Lowell George's Lebzeiten veröffentlichten Little Feat Album wird schon sehr deutlich, dass es ein wirkliches Band Album war, nicht nur wegen der songwriter credits. Der Qualität tut das aber keinen Abbruch.

Es beginnt funky, fast Meters-mäßig im typische New Orleans Fun sytle mit dem flotten und rollende ,Hi Roller'. Unfassbar hier die Präzision und das feeling der Band. Kompositorisch vielleicht nicht oberste Klasse, aber dennoch sehr ansprechend. Die Hammond gemahnt ein wenig an Tower Of Power, die Bläser sind von eben denen.

Der relaxte Titeltrack ist dann songwriterisch erstaunlich straight und klingt wie eine Mischung aus Doobie Brothers, Steely Dan und ja, eben Little Feat. Das herrlich, sowohl musikalisch wie textlich, anlassige ,Rocket In My Pocket, ist dann George pur. Hängender, aber ungemein grooviger beat, mit diesen typischen unerwarteten Wendungen des Blues Schemas und seiner immer leicht nölenden Stimme.

Das darauffolgende Instrumental ,A Day The Dog Races' war überlieferterweise George's meistgehasstestes Little Feat Stück, denn der von der restlichen Band komponierte track ist eigentlich nichts anderes als ein - zugegebenermassen toll gespieltes - Weather Report look-a-like. Hier siegte wohl die Eitelkeit der Band über den homogenen Anspruch der sonst diese Platte bestimmt.

,Old Folks Boogie' ist dann schon wieder typisch Little Feat, mit einem Riff das rhythmisch einem Tango nicht unähnlich ist, aber dennoch sehr relaxt rüberkommt. ,Red Streamliner' klingt dann nicht nur wegen der backing vocals von Michael McDonalds und Patrick Simmons nach einer McDonalds Doobie Brothers Nummer, es ist auch sehr in diese Richtung arrangiert mit den Keyboard layern und dem sophisticated funky bassriff.

Überraschend dann irgendwie das redneck country feeling, das trotz der glatten Produktion bei ,New Dehli Freight Train' vermittelt wird. Vielleicht das beste Beispiel dafür, wie country und blue eyed soul glücklich zu verheiraten sind.

Auf ,Keepin' Up With The Joneses' sitzt George dann wieder auf der Kommando-Brücke. Vetrackter Rhythmus, sehr laid back und sehr non-chalant gesungen, allerdings nicht unbedingt eine seiner überzeugendsten Arbeiten. Unterstützt wird auch dieser song wieder von den Tower Of Power Horns.

Die country acoustic Ballade ,Missin' You' bildet dann den stimmungsvollen Abschluss des Albums und lässt Erinnerungen an ,Willin'' hochkommen.

Trotz einiger Mängel ein sehr gutes Album, das vor allem schon beweist, dass Little Feat auch ohne George überleben konnten, denn sein Anteil an dieser Platte ist sehr gering, dennoch vermitteln viele dieser tracks das typische Little Feat feeling, das Barrere und auch der Rest der Band hier bereits inhaliert hatten. Nur wäre weniger hier wohl mehr gewesen, denn ein bisschen zu glatt ist diese Pruduktion dann schon geraten.
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Time Loves a Hero
Time Loves a Hero von Little Feat (Audio CD - 1988)
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