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34 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein mit Schmerz behaftetes Album
Bevor das Album 1975 erschien, hatte es, als Nachfolgealbum zu HARVEST eingespielt, zwei Jahre auf Eis gelegen, da die Plattenfirma ein "Heart Of Gold" vermisste. Erst nachdem Neil Young klar gemacht hatte, dass ein zweites "Heart Of Gold" ewig auf sich warten lassen wird, ließ WARNER Gnade vor Recht ergehen und veröffentlichte TONIGHT'S THE NIGHT im...
Veröffentlicht am 11. Januar 2005 von Stum Sterblin

versus
4 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mit Verlaub !
Natürlich ist Neil Young ein begnadeter Musiker und ein excellenter Songschreiber. Auch ich sehe mich als Mitglied des Clubs der beinharten Fans. Mit den Lobgesängen auf dieses Album (auch von der Fachpresse) bin ich jedoch nicht einverstanden. Was es an diesem Tonträger positiv zu bewerten gibt, ist die Authenzität, die Sensibilität, die diese...
Veröffentlicht am 30. Dezember 2009 von Hans Krauer


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34 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein mit Schmerz behaftetes Album, 11. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Tonight's the Night (Audio CD)
Bevor das Album 1975 erschien, hatte es, als Nachfolgealbum zu HARVEST eingespielt, zwei Jahre auf Eis gelegen, da die Plattenfirma ein "Heart Of Gold" vermisste. Erst nachdem Neil Young klar gemacht hatte, dass ein zweites "Heart Of Gold" ewig auf sich warten lassen wird, ließ WARNER Gnade vor Recht ergehen und veröffentlichte TONIGHT'S THE NIGHT im Frühjahr 1975.
Der Schmerz über den Verlust des Crazy-Horse-Mitglieds Danny Whitten und eines Roadies, der die Band über Jahre begleitet hatte, führte zu der legendären Session, die nach ausgiebigem Alkohol- und Drogenkonsum, im Studio live aufgezeichnet und ohne jegliche Nachbearbeitung, so roh und ungeschliffen auf Platte gebannt wurde.
Entstanden war ein tieftrauriges, ein depressives, von Schmerz behaftetes Album, wie es in seiner Direktheit kaum ein zweites in der Rockgeschichte gibt - und diese Direktheit spiegelt sich genauso musikalisch wieder. Molltöne überwiegen, der Blues ist das Hauptthema, es wird improvisiert, machmal fehlt der Text - und vor allem fehlt Danny Whitten, dessen Position in der Band bewusst nicht neu besetzt wurde, was dem Sound der Band etwas verlorenes, beinahe klaustrophobisches verleiht.
Ein düsteres Werk, das seine Energie aus der Emotionalität zieht, und dadurch fast wieder Positives bewirkt. Es lässt den Zuhörer nicht mit falschen Gefühlen alleine, auch wenn die Ratlosigkeit als beherrschendes Thema des Albums dem Zuhörer auf dem gemeinsamen Weg heraus aus der Krise, die der Verlust ausgelöst hat, eine Menge abverlangt.
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Irische Totenwache für die Rockmusik, 5. August 2007
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Tonight's the Night (Audio CD)
Viele Wege führen zu Neil Young. Für den Großteil der Hörer ist das Album Harvest, mit Neils einzigem Nummer 1 Hit seiner über 40-jährigen Karriere
Heart of Gold, der Einstieg. Nicht wenigen reicht auch bereits dieses, fast schon so perfekt und glatt produziert wie ein Werk von Crosby, Stills, Nash und Young, eine Album.
Für Punk-Freunde ist Rust never sleeps eine Empfehlung, für Classic Rock Hörer Rockin` in the free world.
Hier ist ein Album für diejenigen, die sich in den Neunzigern mit den traurig-schönen Songs von Nirvana, Smashing Pumpkins und Radiohead am wohlsten gefühlt haben. Aber es braucht Zeit um sich in das Album mit seiner meist sperrigen, schräg gespielten und schief gesungenen Musik hineinzufinden. Im übrigen hilft es bereits Young-Fan zu sein, um sich für diese Platte zu begeistern. Tonight's the night, das Lieblingsalbum von Young selbst und laut deutschem Rolling Stone sein ehrlichstes Album, ist der Abschluss der Doom Trilogy, zu der ebenfalls Time fades away und On the beach gehören. Eine düstere Phase voller Selbstzweifel und Trauerarbeit nach dem turbulenten Jahr 1972, in dem Harvest veröffentlicht wurde und Neil den kommerziellen Höhepunkt bescherte. Aber es war auch das Jahr in dem sein langjähriger Wegbegleiter und Crazy Horse Gitarrist Danny Whitten starb. Bereits auf Harvest hatte Neil mit The needle and the damage auf seine Weise, nämlich mit einem Song, versucht Whitten von seiner fatalen Heroinsucht abzubringen.
Nun haben sich bereits viele Prominente als Moralapostel versucht und nach einem Leben voller Ausschweifungen und kostspieliger Entziehungskuren, wenig glaubwürdig, Abstinenz gepredigt. Das ist hier nicht der Fall. Auch wenn Young und seine Mitmusiker bei den Aufnahmen viel Tequila tranken (was besonders beim sturzbetrunken gesungenen Mellow my mind zu hören ist) und wie üblich, in Holland erlaubte, Zigaretten geraucht, trotzdem wird etwa in Borrowed Tune der Mythos vom Kreativitätsschub durch Drogen als Selbstbetrug entlarvt. Ein Junkie fühlt sich vielleicht während des Rauschs gut und kreativ, Danny Whitten aber war für die Band untraggbar geworden, er traf keinen richtigen Ton mehr und schlief während der Proben ein - keine Spur von Drogenverherrlichung. Wie sehr er auflebte und wie gut er sich fühlte, wenn er sich auf sein nächstes High freute zeigt Come on baby let's go downtown - irgendwie schon pervers, wie fröhlich der Song klingt, obwohl er davon handelt, daß ein Junkie in die Stadt fahren will, um sich Drogen zu kaufen.
Tired Eyes bringt Neils Selbstvorwürfe den Gitarristen Whitten und den Roadie Bruce Berry nicht gerettet haben zu können, auf den Punkt. He tried to do his best, but he could not.
Die entspannt-bekiffte Atmosphäre von Roll another number und Albuquerque kann man als Empfehlung verstehen, wenn man schon meint Drogen nehmen zu müssen, wenigstens bei Dingen zu bleiben, mit denen man umgehen kann. Und in Albuquerque ist das neben einer Tüte eben auch ein gutes Frühstück mit frischem Landschinken.
Obwohl Tonight's the night eines der am schlecht verkauftesten Young-Alben ist, so hat es doch die gleich Aufmerksamkeit wie Harvest verdient. Von seiner Aktualität hat es bis heute nichts verloren, Tonight's the night ist ein Song, den Young seit damals immer wieder live gespielt hat.
Das Konzept, ein Album mit zwei unterschiedlichen Versionen eines Songs zu beginnen und zu beenden, wurde später nochmal für Rust never sleeps und Freedom erfolgreich aufgegriffen.

Tonight's the night ist Neil Youngs Tochtenwache für die Opfer des Traums von Sex, Drugs and Rock and Roll - der Tod wird betrauert, das Weiterleben gefeiert.

Anspieltipps: World on a string, Albuquerque, Lookout Joe
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk der Melancholie, 26. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Tonight's the Night (Audio CD)
Eines der besten Neil-Alben, aus seiner schwarzen Phase. Ich habe einige Zeit gebraucht, um das Album wirklich zu erfassen. Es gehört zu seinen besten. Höhepunkte sind "Albuquerque", "Lookout Joe", "Come on Baby Let's Go Downtown" und "Tonight's The Night" (elektrische Version). Ein Album, welches sehr persönlich ist, und von Tod und Enttäuschung handelt. Von Musik und Text her echt die volle Punktzahl.
ABER: Die Überspielung auf CD ist katastrophal. Es hört sich wirklich so an, als hätte man einen 70er-Jahre-Kassettenrecorder neben einen Plattenspieler gestellt. Also: Wer das Werk in Vinyl besitzt, wartet auf den (hoffentlich baldigen) Re-Release!
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46 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So stark wie sonst keiner ..., 19. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Tonight's the Night (Audio CD)
Seit fast 35 Jahren steht sie in meinem Regal - "Tonight's the night" von Neil Young. Immer mal wieder schleiche ich in meinem Plattenladen (ich weiß, die heißen heute nicht mehr so ...) um das Regal mit den CDs herum oder stoße beim Herumsurfen auf der Homepage von Amazon oder einem anderen CD-Anbieter auf sie, kann mich aber nicht entschließen, von der LP auf die CD umzusteigen. Denn das Geknister auf meiner LP gehört genauso dazu wie die nölige Stimme von Neil und die scheppernde Gitarre. Da hängen mittlerweile viele Erinnerungen dran, viele schöne Stunden mit dieser ganz besonderen Stimmung, die wirklich nur diese Platte hat und sonst keine.

Ich bin auch lange um die Idee herumgeschlichen, diese Platte zu rezensieren, denn ich war mir lange nicht ganz sicher, ob ich sie wirklich uneingeschränkt empfehlen kann. Denn so besonders leicht zugänglich ist sie nicht, und wer "Harvest", "Comes a time" oder "Harvest Moon" mag, tut sich möglicherweise schwer. Doch ich möchte den Versuch wagen, auch die hartnäckigsten "Heart of Gold"-Fans davon zu überzeugen, sich mit "Tonight's the night" eingehend zu beschäftigen, denn es lohnt sich wirklich.

Manch einer mag sie aus eigenem Erleben kennen - die Nick Hornby'schen "High-Fidelity-Diskussionen" über die ultimativen Platten des 20. Jahrhunderts, die endlosen Diskussionen mit anderen Musik-Verrückten, die nach 40 Jahren Rockmusik auf tausende von Platten zurückschauen und sich überlegen, was denn nun Bestand hat und was nicht. Und ich komme halt immer wieder zum selben Ergebnis: Klar ist "Blonde on Blonde" ein gewaltiges Album und "Exile on Mainstreet" sowieso und "Born to Run" und "Led Zeppelin IV" natürlich auch. Und trotzdem kommt "Tonight's the night" in meiner persönlichen Bestenliste immer wieder als erste durchs Ziel. Einfach weil sie die echteste ist, die roheste, die unbehauenste, die authentischste - die Platte, die mich so unmittelbar berührt wie keine andere. Und dabei ist es noch nicht einmal in erster Linie Neil Youngs Trauer über den Verlust seiner beiden Freunde Dan Whitten und Bruce Berry, der diese Platte so besonders macht, auch wenn dieser Verlust natürlich eine ganz wesentliche Rolle spielt. Was noch viel stärker durchkommt, ist die Verlorenheit eines jungen Mannes, der nicht weiß, wie er mit der neuen Rolle als Folkstar zurechtkommen soll, der mit großen Augen vor seinem Publikum steht, das ihn auffordert, doch noch ein weiteres Mal "Heart of Gold" zu spielen und "Old Man" und das ihn in eine Ecke packt mit John Denver, Gordon Lightfoot, Dan Fogelberg und Jim Croce. Doch da will er gar nicht hin, er will nicht dauernd sonnendurchglühte Kalifornien-Folklore absondern, wenigstens nicht immer und nicht so penetrant gut gelaunt wie die anderen. Es ist die Platte von einem, der Abstand braucht von Flower Power und Folk-Romantik, von einem, der auf der Suche ist nach dem, was er will im Leben, der Fragen stellt, die wir wohl alle kennen, Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach Liebe, Freundschaft und Tod. Und dafür braucht er erst einmal Einsamkeit und Ruhe: "I've been starvin' to be alone, and independent from the scene that I've known" singt er auf "Albuquerque". In "Roll another number" wird er noch deutlicher: "I'm not goin' back to Woodstock for a while, though I long to hear that lonesome hippy smile. I'm a million miles away from that helicopter day, no I don't believe I'll be going back that way", und er ist wirklich eine Million Meilen weg von fröhlichen Hippys, die gemeinsam "Let the sunshine in" singen, um dem Regen zu trotzen. Das war schon ein mutiger Schritt damals, als "Harvest" noch in den Hitparaden stand und der Weg vorgezeichnet schien von einem Hit zum nächsten. Doch das war offenkundig nicht sein Ziel, und das verdient Respekt.

Damit steckt in dieser Platte bei aller Trauer über Whitten und Berrys Tod auch viel Nachdenklichkeit, wobei das aber keineswegs deprimierend wirkt - dazu sind die Melodien viel zu schön. Und die Schönheit der Melodien ist das bemerkenswerteste und dauerhafteste an dieser Platte, denn anders als auf den wirklich rockigen Platten wie "Mirror Ball" oder "Weld" ist "Tonight's the Night" trotz des unbearbeiteten Live-Sounds und der scheppernden Instrumente eher zurückgenommen und an manchen Stellen fast schon balladenhaft sanft.

Die schönen Melodien und die manchmal fast schon ersterbend-brüchige Stimme sind das eine, was die Platte so besonders macht. Dazu kommen aber auch die Texte, die man unbedingt - zumindest beim ersten Mal - mitlesen sollte. Denn Neil Young beschwört auf dieser Platte starke Bilder, erzählt Geschichten von Bruce Berry dem "working man", der immer den Bully beladen hat und nun tot ist ("Tonight's the night"), oder von den vier Typen, die bei einem Kokain Deal erschossen wurden ("Tired eyes"), aber auch von seiner Liebsten und der Hoffnung, die er hat "to carry me through" ("Speaking out") oder von seiner Sehnsucht, wieder ein kleiner Junge zu sein, wie in dem Lied "Mellow my mind", wenn er singt: "Make me feel like a schoolboy on good time, jugglin' nickels and dimes, satisfied with the fish on the line ..." Das ist sehr stimmungsvoll und echt, ein bisschen traurig vielleicht, aber nicht zu sehr - gerade die richtige Mischung.

Am besten hört man die Platte allein - abends, wenn man nichts vor hat, nichts im Fernsehen kommt und man sich vielleicht ein bisschen einsam fühlt. Ein Glas Rotwein, die Augen zu, und dann geht die Reise los. Lasst Euch nichts einreden, Leute - die Platte ist nicht so depressiv, wie man immer behauptet - im Gegenteil: wer genau hinhört, merkt, dass da bei aller Trauer über den Verlust von zwei Freunden und über den Verlust der Hippy-Unschuld auch viel Kraft drinsteckt: "I feel able to get under any load" singt er auf "Roll another number". Und darum geht's doch letztendlich: Dass man sich nicht unterkriegen lässt und bei allen Tragödien, die das Leben bereit hält, jede Last schultern kann. Oder nicht?
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen so echt wie die nacht lang, 17. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Tonight's the Night (Audio CD)
was für eine großartige, bemerkenswerte, schmerzerfüllte, echte platte!

dieses album ist neil youngs vertonte trauerarbeit über den drogentod zweier freunde, des roadies bruce berry, und des crazy-horse-gitarristen danny whitten.

im unterschied allerdings zu "the needle and the damage done" nähert sich neil young dieses mal dem thema auf dem weg des "method acting" an, und zwar ähnlich radikal wie robert de niro, der sich für "wie ein wilder stier" 30 kilo rauffraß: neil und seine musiker (unter ihnen nils lofgren) sind schwerst betrunken und/oder auf drogen, wie wir in österreich sagen, blunzenfett und hackedicht. sie torkeln und taumeln durch die songs, neil trifft beim singen kaum einen ton, der groove stolpert, die einsätze gehen schief, die musik eiert, die backgroundchöre jaulen.

dass das damals sowohl für die plattenfirma als auch das "heart of gold"-publikum eine unfassbare zumutung war (und es heute für die "starmania"- bzw. "dsds"-generation ist, die glaubt, ein lied ist dann gut, wenn dieter bohlen es gütig abnickt) ändert nichts daran: das ist eine der wichtigsten platten in youngs karriere und in der gesamten rockmusik überhaupt.

weil sie wie keine andere ehrlich ist, gelebt ist, echt ist. sie ist genau das, was neil young im titeltrack über bruce berry singt, der sich manchmal seine gitarre ausborgte und ein lied wimmerte: "sing a song in a shaky, shaky voice, that was as real as the night is long".

die songs auf diesem album sind ausnahmslos stark und exquisit, sie gehen zu herzen, sie sind all das, was trauer eben ist: traurig, aber auch wild ausgelassen. trunken. verzweifelt. am leben. aufbegehrend. lachen und weinen zugleich. sie nehmen an der gewagten interpretation keinen schaden, ganz im gegenteil: sie wachsen, dadurch dass man sie nicht verniedlicht, dass man ihnen das recht zugesteht, nicht hübsch sein zu müssen.

das jahre vorher live aufgenommene, absurd fröhliche "let's go downtown" mit einem quicklebendigen danny whitten am mikro, der sich noch sehr spielerisch-frech mit seinem drogenproblem befasst, passt exakt und wunderbar hinein.

typisch für dieses album ist zb "mellow my mind": neil young trifft hier wirklich keinen einzigen ton. na und? diese abgrundtief verzweifelte rückbesinnung auf das ferne land der kindheit berührt unendlich mehr als alle songs der charts der letzten zehn jahre zusammen.

was dieses album für mich ganz persönlich außerdem so wichtig macht: es widerlegt all die behauptungen, die in der heutigen popmusik als gesetze gelten: vom richtigen klingen, richtigen singen, richtigen spielen, richtigen produzieren. für handwerksfanatiker enthält dieses album keine fehler - es BESTEHT nur aus fehlern. na und? es ist auch ein album über den größten fehler überhaupt: den tod.

echtheit halten wir schwer aus, heutzutage.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Düster, traurig, sanft und ironisch, 9. Mai 2002
Rezension bezieht sich auf: Tonight's the Night (Audio CD)
eines der besten werke von neil young. "tonights the night", eine cd gekenntzeichnet von ironischen und traurigen texten, die young von dem tod zweier freunde beeinflusst, schrieb. wer neil young und seine alben kennt, weiss dass man seine stücke nicht in best of-formate pressen kann, vielmehr muss man jedes einzelne album für sich sehen und die stimmungen, die auch durch weniger melodische und schlecht aufgenommenden stücke hervorgerufen wird, schätzen und lieben lernen. so auch bei dieser cd. der sound ist natürlich unnachahmlich. ein absoluter favorit "albuqueque", rückt sich zwar nicht wegen eines anspruchsvollen textes, sondern durch die einfachheit und die dadurch hervorgerufen stimmung in den vordergrund.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ungeschliffenes, bittersüßes Meisterwerk, 18. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Tonight's the Night (Audio CD)
Bereits vor "On The Beach" aufgenommen, aber später veröffentlicht, bildet "Tonight's The Night" soetwas wie den Kern einer dunklen schwermütigen Phase, hervorgerufen durch den Drogentod zweier Freunde, in Youngs Musik. Der ungeschliffene, unprätentiöse Sound erklärt sich vielleicht z.T. auch dadurch, das "live" aufgenommen wurde. Alle Musiker spielten gleichzeitig, es befinden sich (meines Wissens nach) keine Overubs auf der Aufnahme, nur die Reihenfolge der Tracks wurde später verändert. Meine persönlichen Lieblingsstücke sind das sparsam instrumentierte "Borrowed Tune" (Young singt, begleitet sich selbst am Piano und spielt auch die Harmonika-Fill-Ins), die Country-Ballade "Albuquerque" (mit Pedal-Steel-Guitar) und auch das rockig-rauhe "Come On Baby, Let's Go Downtown" (mit dem verstorbenen Danny Whitten als Leadsänger). Die Texte sind meist weniger metaphorisch als sonst, sondern erzählen mehr Geschichten. Das man die Musik zunächst als durchaus entspannten Folk-/Countryrock wahrnimmt, kann ich noch einigermaßen nachvollziehen. Allerdings verflüchtigte sich dieser Eindruck bei mir nach mehrmaligen Hören und wich einer manchmal bitteren, manchmal süßen Melancholie.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tonight's The Night, 15. August 2002
Von 
Rezension bezieht sich auf: Tonight's the Night (Audio CD)
Tonight's The Night ist für mich die Platte von Neil Young [noch vor Harvest]. Mag daran liegen, das es meine erste LP war, aber wohl eher daran, das dieses Album einfach eine wahre Meisterleistung ist. Was dieser Mensch alles persönliches in dieses Album reingesteckt hat, ist eine Wucht. Wenn man es hört fühlt man mit ihm, und weiss, das er in seinen Lieder aufgeht und sein darin Leben verarbeitet. Diesers Album ist das letzt, das in seiner Depressiven Phase entstand, und vielleicht ist es einfach deshalb eines der wunderbarsten Werke Neil Young's.
Es regte mich immer sehr zum Nachdenken an und ich bin wirklich froh, das ich dieses Album in meinen Händen halten darf.
Dieses Album ist wirklich sehr zu Emfehlen.
mfg
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Melancholisches Meisterwerk, 16. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Tonight's the Night (Audio CD)
Tonight's the night ist das Album von Neil Young, mit dem ich mich lange ziemlich schwer getan habe. Das liegt daran, dass es eigentlich ein eher untypisches Neil Young Album ist, in dem er den Rock'n Roll auf sehr melancholische Weise ganz neu und eigenwillig interpretiert. Die Musik auf dieser Scheibe ist jedoch wie ein langsam wirkendes -durchaus süßes Gift- dass langsam eingeträufelt mit Zeitzündermechanismus seinen Zauber entfaltet. Inzwischen gehört dieses Album mit dem Titeltrack, dem tod-traurigen Tired Eyes, Borrowed Tune und World on a string neben On the beach und Rust never sleeps für mich zu den 25 besten Alben der Rockmusik überhaupt. Jeder Rockfan sollte mindestens zwei Platten von Neil Young in seinem Schrank haben, darunter auch Tonight's the night.Und schließlich -bei aller Melancholie auf diesem Album, es signalisiert auch: Es geht weiter !
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Höhepunkt der "langen dunklen Periode"..., 26. Mai 2002
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tonight's the Night (Audio CD)
Nach seinem 72er Hitalbum HARVEST - das er selbst als middle of the road bezeichnet - begann für Neil Young eine "lange dunkle Periode", in der er solch Merkwürdiges veröffentlichte wie JOURNEY THROUGH THE PAST (Soundtrack zu einem merkwürdigen Film, den wir wohl nie mehr zu sehen kriegen...), solch Abenteuerliches wie TIME FADES AWAY (ein "nervöses" Live-Album von einer problematischen Tour mit ausschließlich bis dahin unveröffentlichten Titeln unter weitestgehender Ausblendung des Publikums - dennoch meisterhaft!), ein solch düsteres Meisterwerk wie ON THE BEACH - und, ja, eben: TONIGHT'S THE NIGHT. Das in gewisser Weise persönlichste Werk. Wie die Shows der 73er Tour eröffnet und beschlossen von dem Titelsong, Neils "Verarbeitung" des Drogentods seines Roadies Bruce Berry. Die ganze Platte ist eine Reminiszenz an eben jenen sowie an Danny Whitten, den zweiten Drogentoten, Gitarrist in Neils Band Crazy Horse. Songs von gänsehautproduzierender Schönheit, alles leicht schräg, Tequila-getränkt... (Seit ich dieses Album liebe, liebe ich auch Tequila, das alkoholische Hilfsmittel, ohne das das Album wahrscheinlich nicht das wäre, was es ist...) Wahnsinnssongs wie der Titelsong selbst, das geniale "Roll Another Number", "World On A String", "Borrowed Tune", "Tired Eyes" und und und ... Einfach unverzichtbar. Tonight's the night, tonight's the ni-hi-hi-hi-hight...
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Tonight's the Night
Tonight's the Night von Neil Young (Audio CD - 1987)
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