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Kundenrezensionen

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am 10. Mai 2009
Viele negative Rezensionen habe ich schon über diese CD gelesen. Zu Unrecht!! Denn dieses letzte reguläre Studio-Album von Led Zeppelin ist weit mehr als nur ein Durchschnittswerk. Aufgrund von Jimmy Page's Drogenproblemen während der Endphase von Led Zeppelin hat John Paul Jones, Keyboarder und Bassist, die meisten Stücke geschrieben. Demzufolge sind sehr viele keyboardlastige Stücke auf dem Album enthalten und die Gitarrenarbeit ist eher überschaubar und nicht mit den vergangenen Alben zu vergleichen.

Angefangen mit "In the Evening" startet die CD recht furios, obwohl ich dieses Stück nicht an den Anfang der Scheibe gesetzt hätte. "South Bound Saurez" bildet einen groovigen Anschluss daran. Darauf folgt für mich Highlight der Scheibe: "Fool in the Rain". Dieser Song ist wohl vor allem aufgrund seines Halftime-Shuffle Drum Groove bekannt geworden. John Bonham beweist hier am Schlagzeug mal wieder sein Ausnahmetalent unter den Rock-Drummern. Das Stück ist musikalisch wohl eines der experimentellsten von Led Zeppelin und weiß mit einem Samba-Part in der Mitte und einem netten Gitarrensolo zu überzeugen - sehr untypisch, aber sehr genial. Man könnte sagen: Led Zeppelin eben! Die Nummer "Hot Dog" dagegen ist ein typisches Led Zeppelin Stück, mit starkem Country-Einfluss. Es startet mit einem starken Jimmy Page Riff. John Paul spielt dazu im Bar-Piano Stil. "Carouselambra" ist für mich, auch aufgrund der Länge von 10:34 Minuten, das schwächste Stück der Scheibe. Bisher konnte ich damit nicht wirklich warm werden. "All my love" ist eine Ballade über Robert Plants verstorbenen Sohn. Es wurde von John Paul Jones und Robert Plant geschrieben. Den Abschluss der Scheibe macht "I'm Gonna Crawl". Dieses Stück ist definitiv eine der besten Balladen von Led Zeppelin und überzeugt mit einem der schönsten Gitarrensolos von Jimmy Page. Ein sehr gelungener Abschluss der CD!

Als Negatives gibt es zu sagen, dass Jimmy Page aufgrund vorgenannter Drogenproblematik zum Teil ziemlich unsauber Gitarre spielt und von Robert Plant auch der ein oder andere schiefe Ton dabei ist. Allerdings tut das dem Gesamtwerk keinen Abbruch.
Leider hat man viele Stücke der Scheibe nie live hören können, da nur ein Jahr nach Veröffentlichung der Schlagzeuger John Bonham gestorben ist. Diese Scheibe zeigt Bonzo in Hochform und sehr experimentell. In Bezug auf sein Drumming auf jeden Fall ein würdiger Abschied!
Jimmy Page und John Bonham wollten aufgrund des geringen "Rock"-Anteils auf dieser Scheibe als Nachfolgealbum wieder eine starke Rockplatte produzieren. Leider ist es dazu aus oben genannten Gründen nie gekommen!
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am 19. August 2005
Zwei Dinge sind bereits über diese Platte gesagt worden, denen ich mich anschließen möchte: Erstens ist "In Through The Out Door" definitiv das Led Zep-Album, was dem Hörer am meisten Zeit und Aufmerksamkeit (und von mir aus auch Offenheit oder gar Reife) abverlangt, und zweitens ist es durchaus ein Produkt seiner Zeit. Synthesizersätze wie auf "Carouselambra" oder "All My Love" würden heute nicht mal mehr hippe Achtziger-Revivalisten "ironisch gebrochen" verantworten wollen (schließlich wird bei Revivals eh immer das Häßliche weggelassen und das cool Anmutende zeitgemäß verschlankt/aufgebügelt - wer würde sich heute auch trauen, wirklich ECHTE Siebziger-Schlaghosen zu tragen?). Als ich vor Jahren dieses Album als Abschluß meiner Zeppelin-Sammlung kaufte, hätte ich es am Liebsten gleich wieder zurückgegeben, denn außer "In The Evening" gab es auf Anhieb tatsächlich nichts, was erstens an alte Zep-Tugenden erinnert und sich zweitens nicht in besagte Kruste aus Spätsiebziger-Synthie gehüllt hätte.
Hier kommt aber jener Punkt ins Spiel, dass man womöglich nicht ewig Bluesrock, Hardrock, Cockrock oder was auch immer spielen/hören kann/mag; und diejenigen, welche Zeppelin hier Anbiederung an Trends oder Verrat an alten Idealen (*gähn*) vorwerfen, können ja weiter die Zweite hören. Wahrscheinlich haben sie auch verdrängt, dass Led Zeppelin nie auf ein Genre festzunageln waren, denn in Sachen Arrangement, Stilvielfalt und Experimentierfreude war diese Band noch nie schüchtern. Bei mir war es erst vor kurzem der Fall, dass ich dachte: "South Bound Suarez" hat eigentlich einen ziemlich funky Groove, das sollte ich mir noch mal anhören. Und Tatsache: Der Song reißt mit und funktioniert. Gleiches galt (plötzlich) für "Fool In The Rain" (wer Samba nicht mag, mag auch das Stück nicht, aber sie machen es einfach GUT), das vergessene Prog-Meisterwerk "Carouselambra" (wer die Dynamik eines "Stairway To Heaven" preist, kann auch hier fündig werden, wenn er nur will) oder selbst das wahrlich triefende "I'm Gonna Crawl" - für mich einer von Zeppelins besten Bluesern, trotz oder gerade wegen der Keyboards.
Zwei Punkte gibt es allerdings dann doch, die kritikwürdig an dem Album sind: Erstens der wirklich überdrehte Honky-Tonk-Versuch "Hot Dog", der den Bogen einfach überspannt, und zweitens Robert Plants Stimme, die bei ansonsten tollen Stücken wie "Suarez" oder "Fool" öfter das entscheidende Iota neben dem Ton liegt, was auf Dauer schon Hören mit Schmerzen verursacht.
Fazit: Wer an Led Zeppelin eh nur das headbangtaugliche Material schätzt, hatte schon immer ein Problem mit dem experimentelleren Material der Gruppe. Wer aber Led Zeppelin als Band begreift, die eben wirklich jenseits von Trends operierte (und dabei eben auch mal über die Stränge schlug), kann das Potenzial von "In Through The Out Door" voll genießen.
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am 14. Mai 2005
Auch mit dem unfreiwillig letzten Album zeigten Led Zeppelin der Welt einmal mehr, dass jedes ihrer Alben anders klang.
John Paul Jones' erstaunlich großer Einfluss - laut Booklet war er an sechs von den sieben Songs beteiligt - zeigte sich in fast permanenten Synthie-Teppichen bei "In Through The Out Door"; Keyboards bestimmten das Geschehen - das sollte wenig später ein Markenzeichen des Achtziger-Pop werden. Man könnte also sagen, dass Led Zeppelin ihrer Zeit mal wieder weit voraus waren.
Dass diese Mischung aus Pop und harten Gitarren nicht jedermanns Sache ist, ist natürlich klar, aber ich bin erneut der Meinung, dass man sich auch hier einhören kann, wenn man nur ein bisschen offen für neue, andere Sounds ist.
Außerdem bewiesen Led Zeppelin in Zeiten der Punk-Generation, die sie als "Dinosaurier" verhöhnte, mit den poppigen Keyboardklängen einmal mehr, dass es sie nicht interessierte, was man von ihnen dachte, sondern taten, wozu sie Lust hatten.
Und nebenbei sind auch mal wieder einige wirklich gute Songs entstanden: das energiegeladene "In The Evening", das vor allem live gut abging, wie man auf der 2003 erschienenen DVD beim Konzert in Knebworth sehen kann; dann "Fool In The Rain", das teilweise mit richtigen Sambaklängen in der Mitte aufwartet und einen netten Groove hat; außerdem das epische "Carouselambra", das geil rockt und schließlich die beiden Balladen "All My Love" (Plants kurz zuvor verstorbenem Sohn Karac gewidmet) und das fast schon schmalzige, aber trotzdem einfach wunderschöne "I'm Gonna Crawl", das wie ein Schwanengesang anmaßt und es leider auch für die Band wurde. Robert Plant bringt darin noch einmal eine glänzende, leidenschaftliche Gesangsleistung und Jimmy Page ein exzellentes Gitarrensolo.
Die beiden anderen Songs "South Bound Saurez" und "Hot Dog" reißen dagegen nicht unbedingt vom Hocker, aber man kann sie hören.
Insgesamt ist für mich auch "In Through The Out Door" ein Fünf-Sterne-Album.
Tja, und wäre John Bonham nicht eines tragischen Todes gestorben, was wäre dann wohl gewesen? Ob die Band dann immer noch in Rolling-Stones-Manier touren würde?...
Zumindest gab es Pläne für ein neues Album, aber daraus sollte nun einmal nichts werden.
R.I.P., John Henry Bonham.
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am 5. August 2015
Die 2015er Version von "In Through The Out Door" überzeugt soundmäßig voll. Deutlich detailreicher als die letzten CD Ausgaben aus den 90ern, tendenziell mehr Bass, und ich bilde mir ein, selbst Robert Plant's Gesang in Carouselambra jetzt besser hören und verstehen zu können. Also ein gelungener Remaster, wäre mir gute 4 Sterne wert (das Album hat meiner Meinung nach einige Song-Perlen wie "In The Evening", aber auch einige eher durchschnittliche Songs).

Leider ist die Companion / Bonus Disc der 2015er Deluxe Edition sehr durchwachsen. Drei Songs ("Rough Mixes") unterscheiden sich hörbar von den Originalfassungen: "In The Evening" (anderes Intro, mehr Tiefen/Bässe, zusätzliches Keyboardmotiv im Mittelteil, das auch auf der 80er Tour gespielt wurde, weniger Effekte auf den Vocals), "Carouselambra" (wieder mehr Tiefen, deutliche Mixunterschiede im Mittelteil) und "Hot Dog" (eine Spur rauer, Gitarre etwas prominenter, Piano etwas weniger im Vordergrund). Keine alternativen Takes, aber immerhin hörbar andere Mixes, und somit durchaus interessant. "Hot Dog" gefällt mir im Rohmix sogar besser als in der Original-Albumversion, ansonsten sind die Originale aber insgesamt doch kraftvoller und besser. Soweit so gut.

"South Bound Saurez" klingt als Rohmix für mich fast identisch wie der Albummix, ich kann keine größeren, interessanten Unterschiede ausmachen. Es ist nicht derselbe Mix, die Unterschiede sind aber eher marginal. Die drei übrigen Rohmixe auf der Companion Disc finde ich ziemlich enttäuschend. "The Hook / All My Love", "Blot / I'm Gonna Crawl" und "Fool in the Rain" klingen wie einfache Monomixe der Albumfassungen. Alle drei klingen dumpf und detailarm, verglichen mit den hervorragend klingenden Originalfassungen auf Disc 1. Warum diese drei soundtechnisch fragwürdigen Fassungen für die Bonus Disc verwendet wurden, weiß wohl nur Jimmy Page. Auf diversen Bootlegs gibt es ja deutliche bessere (und unterschiedlichere) Fassungen dieser Songs, aber ggf. war das Material einfach nicht (mehr) im Besitz von Jimmy Page und konnte nicht verwendet werden.

Fazit: 4(+) Sterne für das sehr gut klingende Originalalbum, 3 Sterne für die Companion Disc (wegen ihrer guten Seiten), macht 3.5. Wohlwollend aufgerundet dann 4. Für den Fan sicher immer noch ein Muss, aber die Companion Disc hätte besser ausfallen dürfen.
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TOP 500 REZENSENTam 10. Dezember 2008
...in einer Kette von Rock Alben, die die 70er so prägten wie das keine andere Diskographie einer Band tat.

Trotzdem: obwohl es bei Zeppelin Kennern unbeliebt ist tut man diesem Album unrecht, denn bis auf den einfallslosen Rockabilly ,Hot Dog' (hat man auf Physical Graffithi schon besser gehört) und dem allzu epischen und etwas langweiligen ,Carouselambra', sind das hier eigentlich tolle songs. Auch weil hier wieder Neues ausprobiert wird und teilweise auch gelingt - die Samba Klänge in ,Fool In The Rain' z. Bsp. sind absolut verführerisch und zeigen daß Bonham bis zuletzt noch konnte, wenn er wollte und dazu rein physisch in der Lage war. Bei Page war es damals ähnlich - nur konnte der nur mehr sehr selten - was wohl auch der Grund ist, warum dieses Album wohl den geringsten Page Anteil hat. ,All My Love' und ,I'm Gonna Crawl' mögen für viele kitschig klingen, die Kompositionen an sich sind aber gut, nur hatte man bei der Umsetzung wohl schon allzuoft das Ruder aus der Hand gegeben. Plant singt diese Nummern dennoch unnachahmlich verführerisch.

Das Intro von ,In The Evening' nimmt schon irgendwie das ,Unledded' Projekt vorweg und der song selbst ist wohl der Beste auf diesem Album und auch South Bound Saurez rockt noch recht ordentlich, obwohl es genau das ist was man diesem Album vorwirft: es rockt zu wenig.

Eindrucksvoll ist es trotzdem zu hören, wie eine Band, die schon im Koma liegt und der Zeppelin seine Nase schon knapp über dem Boden hat, immer noch Material zur Verfügung hat, für das 90% der anderen Bands dieser Zeit wohl ihren rechten Arm gegeben hätten. Die Bruchlandung freilich war - vor allem wegen Pages Drogenproblem - unausweichlich, die Wiederauferstehung nicht mehr möglich. Man baute ja auch keine zweite Hindenburg mehr.
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am 25. Dezember 2008
Mit Verwunderung musste ich hier einige Rezensionen lesen. "In Through The Out Door" ist offenbar nicht bei allen Fans beliebt. Klar, wir haben es hier nicht mit einem Led Zep "2" oder "4" zu tun. Aber das Album ist 10 Jahren nach "2" erschienen und die Musiker haben sich eben weiterentwickelt. Für mich eine ganz normale Angelegenheit.

Drei Jahre nach "Presence" erschien im Jahr 1979 "In Through The Out Door". Das Album ist insgesamt nicht so hart wie die älteren Alben der Band um Jimmy Page. `Carouselambra` erinnert teilweise mehr an Genesis als an Led Zep. Na und?! Für mich kein Problem. Da die meisten Songs diesmal vom Bassisten und Keyboarder John Paul Jones stammen, haben wir hier wohl auch gleich die Erklärung. Die Gitarre von Jimmy dominiert diesmal nicht so, oft stehen die Keys von John Paul im Vordergrund. Neben `Carouselambra` gefallen mir gut `In the evening`, `Fool in the rain`, `All my love` und `I`m gonna crawl`. Robert Plant singt gut wie eh und je und auch das Drumming von John Henry Bonham ist stark.

Da mir aber `South bound saurez` und `Hot dog` nicht so gut gefallen, sind (wiedereinmal) 4 Sterne zu vertreten. Ich finde damit "In Through" nicht schlechter als "Presence" oder "Houses Of The Holy". Leider, leider sollte es das letzte `richtige` Werk der Gruppe bleiben, "Coda" rechne ich mal nicht mit.
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am 12. Januar 2009
Das letzte der "offiziellen", nämlich im Sinne von: zu Lebzeiten sämtlicher Bandmitglieder abgemischten, Alben ist, nun, eher durchwachsen ausgefallen.

Die Dämonen, die die Gruppe bereits zu "Presence"-Zeiten verfolgt und heimgesucht hatten, hatten nun ihre ersten Erfolge vorzuweisen:
Jimmy Page etwa war nur mehr äußerst bedingt einsatzfähig, die Band schwer zerstritten.

Was zur Folge hatte, dass dieses Album einer gänzlich anderen Charakteristik unterliegt als die Vorgänger: der zuvor beinahe überwältigende Einfluss auf die songwriterische und insbesondere Aufnahmeeigenheit der Band durch Jimmy Page hat deutlich spürbar abgenommen, ebenso - mit Ausnahmen - dessen Gitarrenparts und somit insgesamt die Gitarrenhegemonie der Bandmusik.

Demgemäß sind die meisten Titel von Robert Plant und John Paul Jones komponiert (und abgemischt!) worden:
Mit "In The Evening" hebt das Werk eher schwerfällig, elektronikorientiert an, um im Verlauf dieses Openers den Versuch zu unternehmen, sich zu alter Rockgröße aufzuschwingen. Teilweise erfolgreich, mir allerdings leider zu unschlüssig.
"South Bound Saurez" ist ein durchaus netter Rocker, der gute Laune verbreitet. Durchschnittliche Bandleistung.
Mit "Fool In The Rain" wird ein Titel präsentiert, der entfernt an "Custard Pie" erinnert; nur erwachsener und abgeklärter.
"Hot Dog" (Fifties-Rocker, rudimentär) polarisiert, "Carouselambra" allerdings erst recht: Led Zeppelin goes Disco! An sich eine komplexe, dreigliedrige Komposition, ist dieser Titel gleichwohl überfrachtet mit unzähligen Synthie-Overdubs, die - je nach Geschmack - Spaß machen oder aber verstören. Der althergebrachte LZ-Konsument wird sich eher schwertun mit diesem Opus. Eine rechte Spielfreude jedenfalls kann der Rezensent diesem Titel nicht abnehmen.
Das folgende "All My Love" ist eine Paradekomposition von Robert Plant (in memoriam seines verstorbenen Sohnes), der entsprechend viel Herzblut in die Darbietung legt. Jedenfalls: eher süßlich, an der Grenze zum Kitsch. Keybordsolo.
Zuletzt allerdings bäumt sich Jimmy Page allderdings nochmals zu altbekannter goliathischer Größe auf: "I'm Gonna Crawl", ein Blueser mit schier unglaublichem Gitarrensolo, straft alle jene Lügen, die vermeinen, LZ habe den Löffel schon vor der Türe abgegeben. Emotion, Atmosphäre, Abgeklärtheit - großes Kino, zum Weinen schön. Der Abgesang einer Band.

Und das sollte es auch tatsächlich gewesen sein. "Coda" sollte posthum (Bonzo R.I.P.) erscheinen.
Den Vergelich mit den vorangegengen Werken wird diese Scheibe wohl scheuen müssen; hält man sich jedoch Psyche und Physis der Bandmitglieder bei den Aufnahmen vor Augen, haben diese eine durchaus akzeptable Leistung abgeliefert.

Und ja: die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.
Und mit Verlauf eben dieser darf man diesem Werk - trotz seiner Schwächen -versöhnlich gegenüber stehen.
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am 15. Januar 2003
Bei seiner Veröffentlichung wurde dieses Album von den Kritikern verrissen? Ach wirklich?! Welches Led Zeppelin-Album wurde das eigentlich nicht! Den Fans war's stets egal und die Kritiker bewerten die Musikkonserven der Band jetzt, aus der zeitlichen Distanz, auch vollkommen anders. Sicher, das Album hat seine Höhen, Tiefen und Untiefen, aber mal ehrlich, welches Led Zeppelin-Album hat die nicht. Stücke wie „In the evening", „All of my love" und „Carouselambra" lohnen es auf jeden Fall, mal genauer reinzuhören und sich eine eigene Meinung zu bilden. Die meisten Leute hatten, durchaus nachvollziehbare, Probleme die Platte im blues- und folkinspirierten Gesamtwerk einzuordnen. Aber „In through the outdoor" ist halt auch ein Produkt seiner Zeit und vielleicht zum Teil Reaktion auf aufkommende neue Musikstile und Produktionsmöglichkeiten. Außerdem war der Einfluss John Paul Jones' auf diesem Album wesentlich stärker als auf den vorhergehenden. Die relativ dominanten Keyboardsounds einiger Stücke haben auch mich am Anfang etwas irritiert aber es ist trotzdem noch immer unüberhörbar das Produkt von Led Zeppelin, einer der faszinierendsten Bands der Siebziger. Leider werfen die unglücklichen Umstände vor (der Tod von Robert Plants Sohn) und nach (John Bonhams Tod und damit das Ende der Band) einen schweren Schatten auf das Werk. Vielleicht nicht die beste Led-Zep-Platte aber die vielen negativen Reaktionen hat sie definitiv nicht verdient!!!
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am 16. September 2005
Akkus leer - Kreativität am Ende! Auf diesen kleinsten gemeinsamen Nenner könnte man die letzte Scheibe von Led Zeppelin bringen. Zumindest hatte ich persönlich die letzten 20 Jahre Zeit mich in aller Ruhe vom Gegenteil zu überzeugen.

1979 erschien die leider letzte Studioscheibe von Led Zeppelin und auf den ersten Blick wirken die Songs zunächst gelangweilt und dröge. Es zieht sich alles wie Kaugummi. Jimmy Page schien geistig nicht bei der Arbeit zu sein, lediglich Jones schien das Bandgefüge am Laufen zu halten und dieses Mal die Hand auf den Songs zu haben, im sprichwörtlichem Sinne natürlich.

Es wird eine Reihe sehr guter Songs geboten, darunter der Opener *In The Evening*, die von Jones und Plant komponierten *South Sound Saurez* und *All My Love* oder auch *Fool In The Rain*. Der Song *Hot Dog* schließt einen Kreis an langweiligen Nervnummern, die Led Zeppelin leider immer auf ihren Scheiben hatten. Er passt nicht auf die LP und beweisst eigentlich nur das Led Zeppelin anno 1978 ohne John Paul Jones nichts bemerkenswertes zu Stande brachten.

Ich persönlich halte *In Through The Outdoor* neben Led Zeppelin I und Led Zeppelin II für die stärkste Scheibe der Zeps. Mir ist dabei völlig bewußt das man die drei Scheiben nicht untereinander vergleichen kann und im Vergleich mit den beiden Erstlingswerken *In Trough The Outdoor* nur ein laues Lüftchen darstellt bei dem sogar die Gitarren ungewohnt dünn klingen. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß man mit dieser Scheibe endlich die Trennwende geschafft hatte. Eine Trendwende, die bereits auf *Houses Of The Holy* begann, als Led Zep sich vom zusammenklauben und zusammenschustern alter Blues- und Folk-Standards lösten und versuchten eigenständig zum komponieren.

FAZIT: Leider die letzte Scheibe von Led Zeppelin...
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VINE-PRODUKTTESTERam 13. September 2012
Im Gegensatz zu allen anderen LZ-Alben tue ich mich recht schwer mit dem 1979 veröffentlichten Werk "In Through The Outdoor", welches dank seiner sterilen und seelenlosen Produktion kaum noch die ursprünglichen Blues/Hardrockwurzeln-Wurzeln der Band erkennen lässt.

Dabei berücksichtige ich durchaus den Aspekt, daß die zu jener Zeit von (z.T. selbstverschuldeten) persönlichen Krisen gebeutelten Musiker deutlich spürten, daß deren Glanz-und-Gloria-Ära allmählich zu schwinden begann und somit quasi gezwungen waren, sich neu zu orientieren.

Leider schoss man dabei über das Ziel hinaus. Denn an sich gelungene Songs wie "In The Evening", "I'm Gonna Crawl" sowie die Ballade "All My Love" werden durch einen ziemlich penetranten Keyboard-Schwulst völlig unnötig glattgebügelt, verkitscht und letztendlich auch entwertet. Insbesondere beim letztgenannten Song finde ich es äußerst bedauerlich, da dieser immerhin ein Nachruf an Robert Plants zwei Jahre zuvor verstorbenen Sohn darstellt.
Mit dem megapeinlichen Hillybilly-Geplänkel "Hot Dog" gibt es zudem einen Totalausfall zu beklagen.
Hingegen das mit einem Barpiano untermalte "South Bound Saurez" besticht durch seinen funky Groove und auch das Latino-beeinflusste "Fool In The Rain" ist nett anzuhören. Doch verglichen mit anderen LZ-Glanztaten sind auch diese beiden Songs eher biederes Mittelmaß.

Somit bleibt lediglich eine Nummer übrig, die den eigentlichen Lichtblick des Albums darstellt und es vor dem Totalabsturz bewahrt:
Das knapp 11-minütige bombastische Prog-Monster "Carouselambra"! Bei diesem Song gefallen mir sogar die Keyboards, da sie effektiv die treibende Kraft bilden und hervorragend mit Jimi Pages facettenreichen Gitarrenspiel harmonieren. Es ist mir völlig unbegreiflich, warum ausgerechnet aus diesem kleinen Meisterwerk kein Klassiker wurde.

Positiv hervorheben sollte man noch zusätzlich, daß Robert Plants Gesang auf diesem Album weitaus motivierter und leidenschaftlicher rüberkommt als auf dem Vorgänger "Presence", wo Plant zeitweise erschreckend dünn und schlapp klingt.

Kurz und schmerzlos:
Eingefleischte Fans sollten selbstverständlich auch "In Through The Out Door" besitzen. Immerhin ist es definitiv das letzte reguläre Studioalbum, welches die Band im Kollektiv eingetütet hat, bevor Drummer John Bonham ca. ein Jahr später aufgrund eines Alkohol-Exzesses auf tragische Weise das Zeitliche segnete und damit ungewollt den endgültigen Zerfall einer Rocklegende auslöste.

Neulinge hingegen wären besser beraten, eines der Vorgänger-Alben als Einstiegsdroge zu nutzen, da dort die wahren Qualitäten der Band deutlicher zur Geltung kommen als auf diesem eher durchwachsenen Werk.
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