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am 25. Februar 2009
Vorweg: Der Rezensent ist/war keineswegs ein Fan dieser Combo. Vince Neil & the rest waren mir immer zu "glamorous", sprich: peinlich gewesen.

Das gilt allerdings NICHT für dieses Album:
Durch Zufall seinerzeit - kurz nach dem Release - entdeckt, folgte die Begeisterung auf dem Fuße: Hier wird Musik gemacht, die heftig rockt!

Denn:
* Pretty perfect musicians: Tommy Lee, der Groove in Person. Alleine der Anfanz von "Power to the Music" unterstreicht nachdrücklich, was ich meine; Nikki Sixx, à point; Mick Mars, obwohl dem Vernehmen nach durch rheumaähnliche Zustände gehandicapt, spielt die Leads schön; über allem aber thront, neu inthronisiert und voller Motivation, anstelle Spandexking Vince Neil nunmehr John Corabi. Neben der Rhytmusgitarre (hui, der Junge lässt Bretter los!) ein Organ, das Fürchten lehrt: Durchdringend, brachial, stellenweise brutal, dennoch sensibel, ist seine Stimme für mich eine der drei Besten, die im härteren Fach existieren. Nicht zu vergleichen mit dem Direktkonkurrenten und Vorgänger bzw. Nachfolger. Urschrei folgt auf Falsett. Druck mit vollster Überzeugung, "Power to the Music", wie wahr.
* Kompositionen: Allererste Güte. Nicht "eingängig" (ich möchte eher sagen: schnulzig), wie von der Truppe bekannt, nein, hohes Level. Sind etwa "Uncle Jack", "Welcome to the Numb" und "Hammered" paradigmatische Hartrockkracher, gemahnt "Poison Apples" etwa an unsterbliche "Use Your Illusion"-Zeiten der befreundeten Guns N' Roses, stellt wiederum "Driftaway" eine wunderschön-unprätentiöse Ballade dar. Qualität: weit überdurchschnittlich. Besondere Anspieltips: "Til Death Do Us Part", eine Hardrockoper epischen Ausmaßes, "Misunderstood", ebenso, und, vornehmlich, das grandiose "Smoke the Sky". Unglaublich, dieser Titel: Hart, verletzend, punkig, metallisch, einnehmend. Anhören!
* Neben den musikalischen Qualitäten punktet die damalige Crue auch textlich, Corabi/Sixx sei Dank. Nicht dümmlich, sondern ehrlich. Eine erfrischende Seltenheit im Rocksektor.
* Nicht zuletzt: Die Combo spielt, als wäre sie schon jahrzehntelang aufeinander eingespielt. Dank auch der Produktion in diesem Sinne.

Alles in allem: Spitzenplatte.
Leider wird man diese Truppe wohl nicht mehr zu sehen bekommen, Corabi ist, soweit ersichtlich, wohl gänzlich wieder in der Versenkung verschwunden.

Ein Schicksal, das weder Platte noch Gruppe verdient haben. Manchen alten Fan wird man mit diesem harten Werk wohl verprellt haben; für den anspruchsvollen Rockhörer, der frühe Led Zeppelin, Black Sabbath und (frühe) Guns N' Roses schätzt, entwickelt sich diese CD jedoch mit Sicherheit zum nicht missen wollenden Kleinod.

Eine der besten Rockplatten der Neunziger.
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