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am 10. Dezember 2004
Es gehört zum guten - und eigentlich schlechten - Ton unter Kritikern, Musikjournalisten und VU-Fans, die Diskografie der Velvets immer wieder auf ein Album schrumpfen zu lassen. Ja, ja, die Velvet Underground, das war die Band vom Lou Reed, welcher der Andy Warhol die Platte mit der Banane produziert hat! Und dann meistens: Punkt. Als ob es keine weiteren nennenswerten Veröffentlichungen mehr gegeben hätte, oder die Folgeplatten nur Variationen des - zweifelsohne phänomenalen - Debütalbums gewesen wären ...

Und warum soll die zweite VU-LP, im Herbst 1967 aufgenommen, zur Jahreswende 1967/68 veröffentlicht, Verkauf gleich null (auch das Bananenalbum verkaufte sich damals nur schwach, um das nicht zu vergessen), ein epochales Werk sein? Weil die Platte so hart und - damals gab's den Begriff in der Musikszene noch gar nicht! - heavy war, dass dagegen die Who und die Cream wie (gute!) Unterhaltungsmusik klangen, nur die Jimi Hendrix Experience konnte da voll mithalten. Weil die Band mutig ohne ohne jegliche kommerzielle Rücksicht gegen alle Konventionalitäten, die Studios damals hatten, anspielte. Weil die Platte großteils wie ein Live-Album klingt (was durch Live-Aufnahmen aus jener Zeit bestätigt ist), ein Live-Album einer Band, die sich von allen Rock'n'Roll-Konventionen frei prügelte und donnerte, und dennoch im Herzen only Rock'n`Roll spielte, den irrsten damals. Weil das Baßspiel und die sägenden Gitarrenriffs Generationen von Bands inspierten, nicht nur große New Yorker wie die Ramones und Sonic Youth, sondern auch The Can und zahlreiche andere. Und weil "Sister Ray" das Musterbeispiel einer voll ausgespielten, die Monotonie zum Stil erhebenden Endlos-Riff-Nummer ist, ohne das in den folgenden Jahren viele ähnliche Klassiker der Rockmusik (nenne einmal nur "Yoo Doo Right" von The Can stellvertretend für viele) kaum denkbar gewesen wären. Und im Dezember 2004, 37 Jahre danach, fetzt die Scheibe noch immer, passt ja auch der Titel nach wie vor, vor allem das "Heat" ...
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Das zweite Album der "Velvet Underground" hat es dem Hörer nicht einfach gemacht: so 1967 noch nicht gehörte Musik ... innovativ, neuartig, verstörend, von brachialer Gewalt und zugleich wegweisend für die Entwicklung der Rockmusik. Ein Musikmagazin beschrieb 'White Light / White Heat' als "Schussfahrt durch die Vorhölle".
Ein Original-Zitat vom Bandmitglied Sterling Morrison sagt eigentlich alles über die Enstehungsgeschichte und die Faszination des Albums: "Jeder Einzelne versucht in jeder Sekunde alles, was er mitteilen will, mitzuteilen, und keiner hält sich zurück. Ich finde es umwerfend, wie die Orgel einsetzt. Cale versucht ein Solo zu spielen. Er wird völlig niedergemacht und geht unter in einer Klangwoge, und dann dreht er auf, bis er wieder auftaucht und davonzieht, lauter als Lou und ich und das Schlagzeug".
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Zur Ausgabe (45th Anniversary Super Deluxe Edition / 3-CD-Set):
> 56-seitiges Hardcover-Buch im Format 29 x 25,5 cm // hochwertiges Hochglanz-Papier
> ausführliches, sehr informatives Essay von David Fricke (Rolling Stone / August 2013)
> ergänzt durch viele, seltene Fotos, Konzertplakate u.a.
> das Remastering ist erfreulich, da die explosive Rauheit des Originals erhalten bleibt.
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Tracklist der "45th Anniversary Super Deluxe Edition":
CD 1: "White Light / White Heat" (Stereo Version)
[1] White Light / White Heat (Lou Reed) [2:48]
[2] The Gift (Lou Reed, John Cale, Sterling Morrison & Maureen Tucker) [8:20]
[3] Lady Godiva's Operation (Lou Reed) [4:56]
[4] Here She Comes Now (Lou Reed, John Cale & Sterling Morrison) [2:04]
[5] I Heard Her Call My Name (Lou Reed) [4:38]
[6] Sister Ray (Lou Reed, John Cale, Sterling Morrison & Maureen Tucker) [17:27]
Additional Material:
[7] I Heard Her Call My Name (Alternate Take) [4:38]
[8] Guess I'm Falling in Love (Instrumental Version) (Reed, Cale, Morrison, Tucker) [3:32]
[9] Temptation Inside Your Heart (Original Mix) (Lou Reed) [2:31]
[10] Stephanie Says (Original Mix) (Lou Reed) [2:50]
[11] Hey Mr. Rain (Version One) (Reed, Cale, Morrison, Tucker) [4:40]
[12] Hey Mr. Rain (Version Two) (Reed, Cale, Morrison, Tucker) [5:23]
[13] Beginning To See The Light (Previousley Unreleased Early Version) (Lou Reed) [3:39]

CD 2: "White Light / White Heat" (Mono Version)
[Track 1 - 6 siehe CD 1]
Additional Material:
[7] White Light / White Heat (Mono Single Mix) [2:48]
[8] Here She Comes Now (Mono Single Mix) [2:04]
[9] The Gift (Vocal Version) [8:06]
[10] The Gift (Instrumental Version) [8:18]

CD 3: "Live At The Gymnasium, New York City, April 30th, 1967"
> All Live Tracks Previously Unreleased except "Booker T." and "Guess I'm Falling In Love"
[1] Booker T. (Lou Reed, John Cale, Sterling Morrison & Maureen Tucker) [6:41]
[2] I'm Not A Young Man Anymore (Reed, Cale, Morrison, Tucker) [7:17]
[3] Guess I'm Falling In Love (Reed, Cale, Morrison, Tucker) [4:18]
[4] I'm Waiting For The Man (Lou Reed) [5:24]
[5] Run Run Run (Lou Reed) [6:55]
[6] Sister Ray (Reed, Cale, Morrison, Tucker) [18:55]
[7] The Gift (Reed, Cale, Morrison, Tucker) [10:32]
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Band-Besetzung:
> Lou Reed : vocals, guitar, piano
> John Cale : vocals, electric viola, organ, bass
> Sterling Morrison : vocals, guitar, bass
> Maureen Tucker : percussion
Mein Fazit: Ein Rock-Meilenstein vom Dezember 1967 ... 5 Sterne sind für mich Pflicht = Gefällt mir sehr.
[Reinhard Busse]
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am 5. März 2015
Das zweite Album, damals noch schlechter verkauft als das erste mit Nico (was bedeutet, damals war Album Nummer 1 auch kein Kassenschlager, dass wurde es erst Jahre später!), haut auch heute noch rein wie eine Bombe.
Das Titelstück wurde wenige Jahre später von David Bowie gecovert, aber der, wir reden hier von 1967/8!!, Überknaller, dass 17 minütige Sister Ray, mutmaßt Lärm, Krach, Drogen und "nicht mehr alle Tassen im Schrank haben" an...
Ende der 70iger von Joy Division auf kurze 7 Minuten gecovert

Lou Reed, immer bis zum Tod, auf der Suche nach dem perfekten Rocksong, hatte zweifellos die meisten seiner Klassiker mit VU eingespielt.
The Gift, 8 Minuten zaghafter Versuch von John Cale, eine musikalische Erneuerung zu erfinden?
Klar, heute nennt man das Rap...

Ein klasse Werk einer eigentlich schon in der Besetzung toten Band. Cale, der musikalische, klassisch gebildete, Multiinstrumentalist gegen Reed, der ungewollte Kopf der Band, Rock'n'Roller, Heroinsüchtig. Reed hatte gewonnen, Cale ging. Erst Jahre später haben sie wieder richtig zusammen musiziert.

Vergessenes Meisterwerk im Schatten der ersten VU & Nico. So ist das halt mit vielen Platten: erst Jahre, zT Jahrzehnte wird deren Wert erst erkannt...
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am 15. Mai 2003
Sicher, VU & Nico ist großartig und niemand bestreitet dies ernsthaft. Allerdings erreichten die Velvets ihren Höhepunkt mit diesem Album, dem letzten mit John Cale. Songs, die die nächsten DREISSIG Jahre Musikgeschichte vorwegnahmen und wegweisend für Heavy Metal, Punk, Alternative und Noise Rock sind und blieben. Wem die Produktion zu schlecht erscheint, der sollte einfach LAUTER drehen, denn der Sound wirkt!
Sister Ray forever!
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am 25. Dezember 1999
Wie schrieb Andy Warhol in seinem den 60er Jahren gewidmeten Buch "Popism" doch richtig: "If any band could fill up seventeen thousand square feet with blasting sound, it was the Velvets."(S.144)
Ein irres 2.Album, diesmal ohne Nico. Experimentierfreudiger waren die "Velvets" nie wieder : Ur-Punk-Rock ("White Light/White Heat"), vertonte "short stories" (The Gift") oder minutenlange Rückkopplungsorgien ("Sister Ray"). Solche monströsen Sounds können immer noch locker mit jeder heutigen Alternativeband mithalten.
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am 14. Januar 2016
Da die Bedeutung dieses zweiten Velvet Underground Albums schon oft betont wurde undals allbekannt vorausgesetzt werden darf, möchte ich mich hier nur auf das Zusatzmaterial (die 2 LP) beziehen. Diese steht musikalisch, trotz der fehlenden Radikalität gegenüber dem Originalalbum, diesem um nichts nach. Zunächst eine alternative Version von "I heard her call my name"; zwei ausgesprochen gelungene Songs - Temptation inside your heart" und das wunderschöne "Stephanie says", auf der Rückseite sind dann noch zwei Versionen von "Hey Mr. Rain" zu hören (persönlich ziehe ich die 2. vor). Zum Schluss gibt es dann noch eine rauhe frühe Version von "Beginning to see the light".
Kaufempfehlung - auch an jene, die das Originalalbum bereits haben!
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am 17. Juli 2010
gibt es eine musiklaische alternative: velvet underground.

gegen ende des jahres verlor der "wohltäter" andy warholdas interesse an seinen liebkindern velvet underground, so dass lou reed den bostoner geschäftsmann steve sesnick kontaktierte.

der neue manager drängte auf eine gefälligere linie doch lou reed sowie bassist/organist john cale waren strikt dagegen, wollte man seine ideale ja nicht aufgrund von verkaufszahlen verraten.

ihre zweite scheibe bringt mitunter wieder extreme themen. der verzerrte und großartige titelsong "white light" kommt mit einem monotonen rhytmus und einer werbehymmne für amphetamnie daher.
"the gift" erzählt die tragisch-komische geschichte von waldo jeffers, der sich solche sorgen um die treue seiner college freundin macht, dass er sich selbst als geschenk im postpaket verschickt (ist ja billiger)...;-)
cales sstimme im lieblichen walisischen tonfall wird von rhytmn and blues sowie elektrischen gitarrenschnörkeln untermalt.

"lady godivas operation" versieht die mittelalterliche legende mit einer schrägen medizinischen note, zur kunstvollen untermalung tauchen stimmen aus dem düsteren psycho-mix auf.

die absoluten frontalangriffe ala"i heard her call my name" sind benchmarks der band. hier hämmern cale, sterling morrison und mo tucker die gnadenlos rasante rythmusbasis, während einzelkämpfer reed völlih abgehobende, fetzende free-jazz läufe loslässt.
"sister ray" ist der big point (oder big bang) des noise rock: 17 minuten drohen und gewehre, angeschwemmt auf einer flutwelle brutaler feedbacks, dissonanter akkorde und ursprüngichen garagen-gehämmer.

der sound ist velvet typisch ganz eigen, sicherlich nicht audiophil aber das gehört einfach zu dieser band.

fazit: wer die erste scheibe mochte wird auch hier begeistert sein, ich liebe es und wer gandenlos übersteuertes ausklinken mag und sucht wird auf dieser platte wie auf keiner andern fündig... top-kopf-musik.
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am 18. März 2005
Nach dem Release ihres epoche-machenden Debüt-Albums mit dem berühmten Bananen-Cover von Andy Warhol und dem Ende ihrer Zusammenarbeit mit der Warhol-Szene begaben sich die Velvets ohne Nico Ende 1967 wieder ins Studio um in kürzester Zeit ihr stellenweise schlecht produziertes Nachfolge-Album aufzunehmen.
"Charttaugliche" Songs wie "Sunday Morning" oder "I'll be your Mirror" wurden diesmal weggelassen, überhaupt bewegt sich die LP zwischen grotesker Überbetonung der Lyrics (Cales Vortrag von Reeds Kurzgeschichte "The Gift") und krachenden Rückkopplungs-Orgien bei "Sister Ray, dass alleine 1/2 der LP einnimmt.
Nach dem noch recht konventionellen Titelsong folgt wie schon geschrieben das 9-minütige "The Gift", als Kurzgeschichte ganz nett, aber ob es bei mehrmaligen Hören noch ein Erlebnis bleibt wage ich zu bezweifeln...
"Lady Godiva's Operation", ein verrückter Lied gepaart mit einer dekandent klingenden Gitarren-Melodie, sicherlich einer besten Velvets-Song, der von dem ebenso mysteriösen ,wie langweiligen "Here she comes now" gefolgt wird.
"I heard her call my Name" kündigt sozusagen den krönenden Abschluss des Albums an, wogegen es selber zu chaotisch wirkt, Reeds Gesang ist haltlos und das Gitarenspeil schlicht schlecht.
"Sister Ray", eine 17-minütige Rock-Explosion vom allerfeinsten, Tuckers hämmerndes Schlagzeug im Hintergrund, darüber Heavy-Metal-Gitarren und Reeds einfach excellenter Gesang gelegt, radikaler waren die Velvets nie, hier findet sich die Quintessenz von "Heroin", "Black Angel's Death Song" und "European Son".
Gerade weil diese LP so radikal ist, mag ich sie nicht jeden, der das 1. Album mochte, empfehlen, denn wie es schon Cale ausdrückte, ist sie absolut "anti-beauty". So ist man von "Sister Ray" entweder total fasziniert, oder einfach nur überrollt und abgestoßen. Einen Kauf ist die LP insofern auf jeden Fall wert, wenn man Lust hat sich auf ziemlich experimentielle Musik einzulassen, deren Klasse sich aber locker mit heutiger Musik messen lassen kann.
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HALL OF FAMEam 2. August 2002
Es ist schwierig, dieses Album jemandem vorzuspielen, der nicht weiß, was auf ihn zukommt: Das Album ist textlich noch düsterer als das vorherige und musikalisch kaum konsumierbar.
"White light, white heat" gefällt mir noch am besten, ein rasend schneller Rhytmus mit einer dominanten hämmernden Piano-Figur
führt in die Stimmung des Albums ein: "throbbing beat, rising histeria". Text und Musik sollen eine Amphetamin-Wirkung darstellen. Die atonalen Schübe von Cales Bass und dem Schlagzeu klingen wie ein monotones Kraftwerk, das zu einem Ritual arbeitet.
"Here she comes now" ist der freundlichste Song. Hübscher, fast orientalischer Klang einer seltsam gestimmten Gitarre, unmöglich zu kopieren. Dazu erzählt Lou Reed über die Möglichkeit, daß eines Tages ein Mädchen kommen könnte, ein seltener Moment von Lichtschimmer.
Der Rest ist jedoch so pessimistisch, daß es kaum erträglich ist.
"Lady Godiviah" ist eine Horrorgeschichte einer Operation im OP, mit versteckten transerotischen Momenten (selten bei VU). Die Produktion klingt schlampig.
"The Gift" ist Cales Sprechstimme zu Rückkopplungs-Feedback auf dem anderen Stero-Kanal. Es wird eine üble fiktive Story einer unmöglichen Beziehung erzählt, die (natürlich) tödlich endet. Das soll das überragende Zeit-Dokument in das New York um 1967 sein, wie ein Kritiker über die ganze Platte schrieb?
"I heard her call my name" ist eine ausgeflippte Gitarren-Feedback-Orgie. Der "Song" hat textlich wie rhytmisch einiges zu bieten, erscheint aber noch im unfertigen Stadium abgemischt zu sein.
Schier nicht anzuhören ist das 17-Minütige Verzweiflungs-Marathon "Sister Ray". Textlich wieder die Stereotypen von Reed (siehe Berlin, Sally Cant dance, Street Hassle, ...) über Überdosen, Tod, Mord, Ennui einer erfundenen Party mit fiktiven Personen. Hier sehe ich in Reeds Lyrik wieder eher einen Zugang zu seiner damaligen Psyche, als damliges "Portrait" der Stadt New York für mich nicht interessant oder ernst zu nehmen.
Dieses Album ist wirklich nur für eingefleischte Kenner der Gruppe zu empfehlen. Es wurde von der Presse in der letzten Zeit maßlos überbewertet, finde ich. Besser "The Velvet Underground and Nico" und nicht zuletzt das dritte "graue" Album in einer guten Überspielung (z.B. auf dem Boxed Set) anschaffen.
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am 21. Januar 2014
Santa brought it this year's Christmas and it was thoroughly enjoyed by the recipient :) And that's besides the tact that the music is excellent!
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