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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen20
4,6 von 5 Sternen
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2 CDs mit insgesamt 21 Tracks geben die Atmosphäre eines rundum gelungenen, energiegeladenen Konzertmitschnittes wieder, wobei der gute Bob gerade bei den ersten Nummern der 2. Scheibe - also bei "Don't think twice, it's allright", "Just like a Woman" und dem meiner Meinung nach überragenden "It's Allright Ma" nur so vor Energie und Spielfreude strotzt...

Jene Nummern, die THE BAND (ganz ohne Dylan) zum Besten gibt, sind ebanfalls Höhepunkte auf dem stark bestückten Doppelalbum, allen voran "Up On Cripple Creek" und "Stage Fright".

Sehr stark ist auch der Beginn der ersten Scheibe: Gleich die ersten fünf Tracks ("Most Likely You Go Your Way", "Lay, Lady, Lay", "Rainy Day Women # 12 & 35" sowie "Knockin' On Heavens Door" und "Ballad of A Thin Man") präsentieren einen selbstbewussten Bob Dylan mit einer offensichtlich gut gelaunten und spielfreudigen The Band im Rücken.

Die einzigen Wehrmutstropfen sind die zwei ach so ruhmreichen, hierauf aber leider ganz und gar nicht so ruhmreich inszenierten und gespielten "Like a Rolling Stone" und "Blowin' in the Wind", die ganz am Ende des Konzertes - wohl bewusst als unvermeidbares "Übel" (als Zugabe) - mehr runtergespielt als dargeboten wurden...

Aber nichtsdestotrotz ist BEFORE THE FLOOD ein durch und durch überzeugendes, spannendes und immer und immer wieder gern zu hörendes Live-Meisterwerk, das sich mühelos auch mit neuen Live-Mitschnitten messen kann und das - so glaube ich - anno 1974 überhaupt bahnbrechend gewesen sein muss. Der Sound ist wirklich erfrischend und authentisch. Hier wirkt nichts gekünstelt oder nachgebessert. Wirklich solide Arbeit.

BEFORE THE FLOOD ist vermutlich die beste Live-Platte, die ich in meinem CD-Regal stehen habe (und da sind u.a. noch James Browns "Live at the Appollo" und ähnliche Kaliber beheimatet).

Übrigens: Wenn man diese Scheibe(n) besitzt, zahlt es sich meiner Meinung nach nicht wirklich aus, sich "The Last Waltz" von THE BAND zuzulegen (das ich auch besitze), es sei denn, man möchte natürlich unbedingt die Gastmusiker auf "The Last Waltz" (u.a. Young, Muddy Waters usf.) hören...
Ich denke, auf BEFORE THE FLOOD sind mitunter auch die bis dato allerbesten Liveaufnahmen von THE BAND zu hören!

Also: Fans von BOB DYLAN können hier ebenso bedenkenlos zugreifen wie Fans von THE BAND! Freunde guter Musik werden nach Erwerb dieser beiden Gold-"Silberlinge" ebenfalls keineswegs enttäuscht sein!!

Ein Live-Mitschnitt der einfach gut tut.
DANKE, Mr. Dylan!
DANKE, The Band!

BRAVISSIMO!!
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am 8. Januar 2007
Eine wirklich überragende Live CD. Zwar werden hier fast alle bekannten Dylan Stücke aus den 60ern präsentiert, jedoch mit einem super Back-Up durch Band. Die Tracks sind mitreissend, Dylans Solo Sessions sind einmalig. So engagiert und dynamisch hat man ihn selten gehört. Ein Genuss sind die langen Mundharmonika- Soli auf " Don`t think twice" und "Just like a Woman". Die erste Rock- Version von "Knocking on Heavens Door" überzeugt ebenfalls!
Die Band präsentiert ihre bekanntesten Stücke druckvoll und rockig. Gute Aufnahmequalität.
Nach dem Concert gab es sogar Extra-Briefkästen für die Flut der Fan-Post in New York.
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am 6. Oktober 2006
An den Tag in meinem Leben, an dem ich wild entschlossen mein erstes Bob-Dylan-Album kaufte, werde ich mich immer erinnern. Auf einmal schien mir, die Welt sei nicht mehr dieselbe - was zumindest mich selbst betreffend auch wohl stimmte. Vierzehn Jahre alt war ich damals und der Kalender von 1974 hing an der Wand. Um sorgsam mit meinem Taschengeld umzugehen schien mir angebracht, alle bekannten Dylan-Nummern auf einer Doppel-LP zu haben. Ich trug "Before the Flood" zur Ladenkasse.

So begann ich meine Dylan-Sammlung mit diesem Live-Album, das so rauh und rebellisch ist wie keine andere seiner Scheiben bis zu "Hard Rain". Doch das war durchaus in meinem Sinne. Um seinen Weg zu gehen, musste Bob Dylan sich stets abgrenzen. Von den Irrtümern seiner Zeit, vom Appeasement der Medienindustrie, von falschen Freunden und den Erwartungen seiner Fans, ja oft sogar von sich selbst oder besser gesagt von dem, der er zuvor einmal war. Es ist kein Zufall, wenn sich dies mit dem Lebensgefühl eines Vierzehnjährigen überschneidet.

Dieses Album ist vor allem ein Statement. Es fiel mitten hinein in die Zeit des Sechs-Tage-Krieges, der "Ölkrise" und gespenstisch leerer Autobahnen. Die gesamte westliche Welt fand sich plötzlich in ihren Grundfesten herausgefordert. Die Eroberung des Mainstream hatten sich viele, die bis dahin davon geträumt hatten, mit Musik sei die Welt zu verändern, sicher ganz anders vorgestellt. Fakt war jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt, dass Rockmusik aus der populären Kultur der Industrienationen gar nicht mehr wegzudenken war. Als Wirtschaftsfaktor ebenso wenig wie als Lebensausdruck, als Ausdruck von Freiheit in der westlichen Hemisphäre.

Das alles habe ich zwar damals noch nicht verstanden, doch "Before the Flood" hat mir das Begreifen ungemein erleichert. Diese Doppel-CD erinnert mich immer daran: Bob Dylan hat Farbe bekannt, als es auf ihn ankam. Meine Anspieltipps heißen "It's Allright, Ma (I'm Only Bleeding)" und "Like a Rolling Stone". Beide Stücke sind hier in einer Version zu hören, die einen glatt in den Sessel pressen kann.
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am 13. November 2005
Live-Aufnahmen von Bob Dylan gibt es ja mittlerweile wie Sand am Meer und in aller Regel sind diese Konzert-Mitschnitte allesamt hörenswert.
Ein besonderes Highlight ist aber "Before The Flood" aus dem Jahre 1974. Bob Dylan und The Band stehen zusammen auf der Bühne und brillieren mit einer Auswahl ihrer größten Songs. Dylan (von dem rund 3/4 des Materials auf dieser Platte stammen) brilliert mal zusammen mit der Unterstützung von Levon Helm, Richard Manuel und Co. oder alleine mit Akustikgitarre und Mundharmonika. Herausgekommen sind dabei absolut herausragende Versionen unter anderem von "Don't Think Twice, It's All Right", "It's Alright Ma (I'm Only Bleeding)" und "Like A Rolling Stone". The Band lassen sich natürlich auch nicht lumpen und steuern großartige Live-Versionen unter anderem von "Up On Cripple Creek" und "The Night They Drove Old Dixie Down" bei.
Insgesamt ein großartiges Album, das einen von vielen Meilensteinen in der unglaublichen Live-Karriere von Bob Dylan und einen nicht minder wichtigen in der Diskographie von The Band darstellt.
Unbedingt anhören - am besten auf Vinyl!
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am 22. Mai 2009
"Before The Flood" war Mitte der Siebziger Jahre meine allererste Dylan-LP, auf die CD-Ausgabe hatte ich bislang verzichtet, weil mir eigentlich bis heute die Studiofassungen fast aller Dylan-Songs besser gefallen als die Live-Versionen. Bei dieser lt. übergroßem Aufkleber "spektakulär remasterten" Wiederveröffentlichung im Rahmen der Dylan-Remasters habe ich jetzt aber doch zugegriffen, auch um die schmerzliche Lücke in meiner "The Band"-CD-Sammlung zu schließen. Der Sound der beiden CDs ist so wie ich ihn mir vorher erhofft hatte, sehr druckvoll und transparent, und mit sehr präsenten Stimmen von Dylan und den singenden "Band"-Mitgliedern. Wie bei allen Dylan-Remasters gibt es auch hier keinerlei Bonustracks, dabei standen Anfang 1974 doch absolut essentielle Dylan-Songs wie "The Times They Are A Changin`", "Gates Of Eden", "It`s All Over Now, Baby Blue", "Mr. Tambourine Man" oder "Forever Young" im Konzertprogramm von Dylan & The Band. "Forever Young" mag jetzt wenigstens als passende Überschrift für meine Rezension dienen!
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Nach seinem Motorradunfall 1966 hatte sich Dylan für viele Jahre von Liveauftritten zurückgezogen. Wenige populäre und teilweise wohldokumentierte Ausnahmen wie 1969 auf der Isle of Wight oder 1971 bei George Harrisons "Concert for Bangla Desh" bestätigten die Regel. Nun legte er, abgesehen von der George Jackson-Single, fünf neuen Songs auf "More Bob Dylan Greatest Hits" und dem Soundtrack zu "Pat Garrett & Billy the Kid", Anfang 1974 mit "Planet Waves" sein erstes "richtiges" Album seit fast vier Jahren vor, was sicher den großen Andrang nach seinen Konzerttickets bei seiner ersten Tournee seit acht Jahren erklärte (Gerüchten zufolge sechs Millionen Vorbestellungen). Und was lag näher, als sich dabei wieder der Dienste von The Band zu versichern, die ihn auf eben jener '66er Tournee, den "Basement Tapes" sowie bei seinem Isle of Wight-Konzert und auf "Planet Waves" begleitet hatten? The Band ihrerseits hatten seit "Cahoots" '71 auch keine neuen Eigenkompositionen mehr vorgelegt.

Das Tourdokument "Before the Flood" belegte eindrucksvoll, dass The Band in letzter Zeit vielleicht nicht so kreativ gewesen waren, dafür aber nichts von ihrer Live-Power verloren hatten. Es fällt auch auf, dass sie in Titelgebung und Gestaltung des Innencovers (das nicht von ungefähr an die von "Rock of Ages" erinnert) als absolut gleichwertig präsentiert werden und nicht bloß als Dylans Begleitband.

Über die Gründe für Dylans Rückkehr auf die Bühne kann nur spekuliert werden - die Tournee war zweifellos äußerst lukrativ, aber waren es Geldsorgen oder Dylans Angst vor dem Vergessenwerden? Im Begleittext zu Dylans "Bootleg Series Vol. 5 - Rolling Thunder Review" klingt an, es könnten beginnende Eheprobleme gewesen sein, die ihn on the road trieben, und Fakt ist, dass Dylan 1974 im Zeitraum eines Jahres drei Alben veröffentlichte und dass auf Folgealben seine Trennung von Sara bestimmendes und teilweise erstaunlich offen behandeltes Thema bleiben würde. In diesem Sinne verstehe ich persönlich auch den Albumtitel "Vor der Sintflut" (d.h. vor der Trennung) - aber wie üblich bietet Dylan einen so weiten Interpretationsrahmen, dass man solche Dinge nicht überbewerten sollte.

Was immer Dylans Gründe waren: die Zeit war definitiv reif, und er war es auch. Er war hörbar "Herr der Lage", wie ein Kritiker schrieb, seine Stimme kraftvoll und kompromisslos, fast zornig, und The Band begleiteten ihn dabei ebenso kraftvoll wie vital. Die Tour und Dylans erstes Live-Album legten Zeugnis davon ab, dass er seine Songs live nicht einfach reproduzieren, sondern ihnen durch Tonart- und Taktwechsel und neue Arrangements neues Leben einhauchen würde.

Höhepunkte sind für mich vor allem zwei Songs: beim Intro von Like a Rolling Stone habe ich immer das Bild eines Oldtimers vor Augen, der mit der Kurbel angeworfen wird und dann so richtig Fahrt aufnimmt; und die Publikumsreaktion auf die Zeile "selbst der Präsident der Vereinigten Staaten muss manchmal die Hosen runterlassen" (in It's alright, Ma (I'm only bleeding) von 1965) angesichts der damals aktuellen Watergate-Affäre zeigte, dass Dylans Songs nicht nur zeitlos, sondern rückwirkend prophetisch sein können! Dies traf dann Jahre später auf Clintons Lewinsky-Affäre erneut zu.

Von den 21 Songs bestritten The Band acht alleine, sie lieferten klasse Versionen einiger ihrer stärksten Songs und machten auf "Before the Flood" mit When you awake und Endless Highway dem Publikum zwei unveröffentlichte Songs zugänglich. Richard Manuels Gesang auf Dylans I shall be released (für mich die definitive Fassung unter allen Coverversionen) scheinen nicht alle zu mögen - ich finde seinen brüchigen Gesang sehr ergreifend.

Schade allerdings, dass sich die Plattenfirma bei der Songauswahl von Dylans Stücken - bis auf die Eröffnungsnummer Most likely you go your Way (And I'll go mine) - fast ausschließlich auf ein Greatest-Hits-Programm festlegte; Frederik Hetmann (1979) schreibt von 80 geprobten Songs und Robert Shelton (1986) von 35 Stunden mitgeschnittenem Live-Material. Sony hat sich entschieden, keinerlei Bonustracks zu veröffentlichen, damit muss man leben. Seit 2005 findet sich zumindest eine Proben-Version von Highway 61 revisited auf "A Musicla History" von The Band.

Ich fand immer schon witzig und erfrischend, dass man sich gar keine Mühe machte, zu verbergen, dass die Platte aus mehreren Shows zusammengeschnitten wurde; bei ein paar Songs kommt Dylans Gitarre von rechts, Robertsons von links, bei anderen umgekehrt. Und ich fand schon zu LP-Zeiten, dass sie für eine Liveaufnahme von 1974 erstaunlich gut klang, und das Remaster von 2009 brachte die erwartete Klangverbesserung gegenüber der CD-Erstauflage sowie ein paar Extra-Fotos.

Dylan hatte im Laufe seiner Karriere noch einige Hänger, aber "Before the Flood" dokumentierte seine endgültige Rückkehr auf die Bühne, die er Ende der Achtziger dann noch zu seiner "Never Ending Tour" erweiterte.
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TOP 500 REZENSENTam 11. Mai 2009
...gleichsam als eine solche compilation, kann man dieses Live Album von 1974 auch verstehen, denn eigentlich ist fast jeder song hier drauf nicht nur Dylan afficionados ein Begriff. Man kann natürlich gerne und heftig darüber streiten, ob es von den hier vertetenen 13 (mit - dem hier schwach gesungenen - ,I Shall Be Released' eigentlich 14) Dylan songs nicht noch auf diesem oder jenen Live Mitschnitt oder Bootleg bessere Versionen gibt, was dieses Album aber zum Erlebnis macht, ist, wie kompakt hier Dylan und die Band klanglich und auch rhythmisch miteinander verschmelzen. Von ,Ballad Of A Thin Man' gibt es meines Erachtens nach allerdings wirklich keinen bessern Live-Mitschnitt als diesen hier. Fast schon wütend spottet hier Dylan über 'Mr. Jones'. Schön auch wie nahtlos sich ,Band'-Lieder hier in die Reihe der großen Dylan Hits einfügen. Insgesamt fällt auch noch auf, dass viele Dylan Lieder hier dringlicher gespielt und dichter arrangiert sind, was aber nicht immer unbedingt von Vorteil ist (siehe diese Version von ,Knockin' On Heaven's Door').
Das längst überfällige Remaster bringt eine Verbesserung des Klangs, wenn auch nicht im erhofften Ausmaß. Das Album hat jetzt mehr Dynamik, wird aber nicht unbedingt transparenter, das ist aber bei Live Aufnahmen aus dieser Zeit wohl auch recht schwierig.
,Flood' ist aber auf jeden Fall ein Live Album von Dylan, das man haben sollte, und das wegen seiner Titelauswahl auch als guter Einstieg in das Gesamtwerk von ,The Band' funktioniert.
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am 13. Mai 2015
Früher als Vinyl im Garten schon genial, beim Versuch, das nachzuspielen / Singen war das schon prägend, es heute nach 30 Jahren wieder zu hörern ist einfach nostalgisch. Wie bei CSN&Y gefällt mir persönlich der elektrische Teil etwas besser!
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am 28. September 2012
Das Dokument zu Dylans erster großer Comeback-Tour, der ersten Konzertreise seit 8 Jahren seinerzeit. Gutes Live-Album, keine Frage, ungeschlagen bleiben aber nach wie vor die Aufnahmen aus von den Tourneen der Folgejahre, vor allem das nunmehr schon vor 10 Jahren veröffentlichte "Live 1975" aus der "Bootleg Series" mit Material von der legendären "Rolling Thunder Revue".
Hier hat es mir zuviele Stücke von THE BAND, auch wenn ich die Songs an sich schätze. Am liebsten mag ich trotz/wegen des quietschigen Falsett-Gesangs die Band-Version von "I Shall Be Released".
Mit Dylan geht's in gesanglicher Hinsicht an einigen Stellen ganz schön durch, manche Nummer ("Don't Think Twice, It's All Right") zersingt er mit diesem Übermaß an Adrenalin und Trunkenheit. Man hat Verständnis für die Energie und vermißt ein wenig die Coolness. Die Leistung der Band ist allerdings klasse. In ihren herausragenden Momenten klingen Robbie Robertson, Rick Danko, Garth Hudson, Richard Manuel und Levon Helm wie eine überkandidelte Rummelplatzkapelle, die auf einem rotierenden Karussell über die Prärie rumpelt und eine psychedelische Staubfahne hinter sich aufwirbelt ("Highway 61 Revisited" oder auch "Rainy Day Women #12 & 35"). Höhepunkte sind die atemlos geschrubbte Version von "It's Alright, Ma (I'm Only Bleeding)" und der grandios marschierende Opener "Most Likely You go Your Way (And I'll Go Mine)".
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am 4. Januar 2008
Es war das große Comeback von Bob Dylan. 1974. 4 Jahre nach seinem letzten Studioalbum (Soundtracks nicht mitgezählt) hatte er sich gleich mit einem Nummer 1 Album ("Planet Waves") zurückgemeldet. Doch der Erfolg war nicht viel mehr als eine Fassade - der Versuch sich in Rootsmusik zu retten geriet zwar sehr ordentlich aber im Grunde war "Planet Waves" kein Lebenszeichen, sondern ein Zeichen der Unsicherheit. Tolle Songs wie "Nobody 'Cept You" und die auf "Biograph" veröffentlichte Version von "Forever Young" wurden vom Meister selbst abgelehnt und durch den allenfalls zweitklassigen "Wedding Song" ersetzt. Dylan hatte den Bogen noch nicht so recht Raus. Und mit der selben Band (The Band) und den selben Vorzeichen ging Dylan auf Tournee, die später auch als "Before The Flood" veröffentlicht wurde. Das ganze war erwartungsgemäß ein großer Erfolgt aber Dylan selbst fühlte sich nicht wohl - die neuen Songs verschwanden immer mehr aus dem Programm (Auf "Before The Flood" ist kein einziger"), sie schienen im fremd. So wurde die Tour zunehmend zu einer Best-Of Revue, die Mitgeschnitten wurde.
Aber auch die Klassiker gelingen längst nicht alle. Dass man die Songs vielleicht nicht auf anhieb wiedererkennt ist kein Problem - gewagte Umdeutungen sind selbst heute noch fester bestandteil seiner Konzerte. Störend aber ist, das Dylan seine Unsicherheit um jeden Preis zu kaschieren versucht, indem er die Songs weniger singt als brüllt. Das klingt zunächst recht unterhaltsam, nimmt einigen Songs ihren Glanz, da Dylan offensichtlich aller Welt zeigen muss wieviel Energie noch in ihm steckt. Einen Song wie "Most Likely You Go Your Way...", der eigentlich gerade durch seine Lässigkeit besticht, einfach nur heiser herauszubellen hat aber nicht viel Sinn. Genauso wenig wie bei den "Balladen", "It Ain't Me, Babe", "Dont Think Twice", "Lay Lady Lay" oder "Just Like A Woman". Diese Songs Leben gerade von ihrem empfindlichen Gleichgewicht aus Sarkasmus, Wehmut, Achselzucken und manchmal sogar Zynismus. Hier singt Dylan sie allerdings so gleichgültig und rückhaltlos, dass den Songs ihre ganze Magie abhanden kommt. Wenn Dylan mit Band im Rücken rocken kann klingt er hingegen großartig. Neuinterpretationen von Songs wie "All Along The Watchtower", "Like A Rolling Stone" oder "It's Alrigth, Ma" gelingen einwandfrei, weil ihnen der energische Vortrag zugute kommt.
Wer Dylan Live erleben will sollte jedoch lieber zu den Bootleg-Series greifen
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