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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragende Einspielung
Auch wenn es wieder unendlich Kritik hageln wird, wonach man diese doch angeblich viel zu deutsche Aufnahme der Fünften von Mahler einfach nicht gut finden darf, so ändert das nichts daran, dass es sich hier um eine der besten Einspielungen dieses Werkes handelt.
Es ist richtig, dass Karajan keine wirklicher Mahler-Dirigent war, hier trifft er jedoch genau...
Veröffentlicht am 30. März 2007 von Phillip Ochman

versus
1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zu sehr auf Schönklang
Obwohl ich ein großer Fürsprecher Karajans bin (zumindest in bestimmten Bereichen und für bestimmte Komponisten), kann ich mich in keinster Weise für seine Mahler-Interpretationen begeistern. In dieser Aufnahme der 5. fehlt mir gänzlich die innere Zerissenheit Mahlers, die Vehemenz mit der sich brutale schroffe Passagen und Abschnitte...
Vor 17 Monaten von M. Mahlke veröffentlicht


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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragende Einspielung, 30. März 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Mahler 5. Symphonie (Audio CD)
Auch wenn es wieder unendlich Kritik hageln wird, wonach man diese doch angeblich viel zu deutsche Aufnahme der Fünften von Mahler einfach nicht gut finden darf, so ändert das nichts daran, dass es sich hier um eine der besten Einspielungen dieses Werkes handelt.
Es ist richtig, dass Karajan keine wirklicher Mahler-Dirigent war, hier trifft er jedoch genau den Nagel auf den Kopf. Die Berliner spielen hier sehr transparent und virtuos, selbst die Streicher halten sich auch im Adagietto mit dem sonst sehr üppigen Spiel zurück. Die ersten beiden Sätze sind sehr düster und mit großem rhythmischem Schliff gespielt, was besonders dem Stürmisch bewegt sehr entgegenkommt. Das Adagietto ist schlicht und einfach wundervoll, von größter Reinheit und ohne irgendwelche Effekthascherei gespielt. Scherzo und Finale werden mit eher breiten Tempi sorgfältig ausgearbeitet, die unbedingte Dramatik und Vehemenz der Klangstruktur kommt dabei aber niemals zu kurz. Sehr positiv fallen auch die Pauken auf, die hier sehr aggressiv spielen. Die letzte Steigerung im Finale wird von Karajan natürlich glanzvoll ausgekostet, doch auch hier spielt das Blech überragend und mit viel Schmettergewalt.
Die Klangqualität ist hervorragend, aufgenommen wurde das Ganze 1973 in der Berliner Jesus Christus- Kirche, die hier übrigens keine hallige Atmosphäre hinterlässt, was viele stört.
Man sollte sich also hier nicht von Vorurteilen leiten lassen und nicht, wie ich übrigens auch, ewig an dieser Einspielung vorbeigehen.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragende Einspielung eines schwierigen Werkes, 25. Mai 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Mahler 5. Symphonie (Audio CD)
Die fünfte Sinfonie von Gustav Mahler halte ich für eines seiner weniger gelungenen Werke. Was Karajan aber aus diesem Stück macht, ist ausgezeichnet und verdient höchstes Lob.

Der erste Satz, ein schicksalsschwerer Trauermarsch, unterbrochen von einigen leidenschaftlichen Ausbrüchen, erfährt interpretatorisch den nötigen Tiefsinn. Karajan betont die Akzente punktgenau. Die Berliner Philharmoniker spielen absolut transparent und sehr markig. Das leidenschaftliche Aufbegehren wird nicht einfach hinweg gewaschen, sondern scharf heraus gearbeitet. Somit wird der Hörer durch den trägen Marsch ans Innerste gerührt, tief bewegt.
Der zweite Satz ist wild und pathetisch. Chiastisch zum ersten unterbricht Mahler den Fluss durch ein langsames, schwermütiges Intermezzo. Die wirr ineinander fahrenden Stimmen entwirrt Karajan gekonnt, so dass seine Berliner völlig klar, beinahe analytisch spielen. Der viel kritisierte "karajaneske Schönklang" kommt diesem Orchestertohuwabohu - so zumindest in meinen Augen - fast zur Hilfe und macht es sehr gut durchhörbar.

Auf die siebte Sinfonie voraus weisend offenbart sich das Scherzo als äußerst abwechslungsreich, vielgestaltig und facettenreich. Dieser extrem lange Satz wirkt über weite Strecken fast exotisch. Immer wieder herrlich ist das Hornsolo. Karajan treibt das Orchester zu Höchstleistungen an, arbeitet mit diesem zusammen jede Klangfarbe, jede Nuance heraus.

Der verpönte "Schönklang" macht das Adagietto, eine Art Intermezzo, zum Höhepunkt der Einspielung. Derart tief empfunden, so perfekt gespielt habe ich es noch nie gehört. Es gebietet Ruhe vor dem wilden, meines Erachtens misslungenen Finale.
Aber auch dieses furiose Chaos vermag Karajan so zu ordnen, dass es zumindest nicht auf die Nerven geht, ja, sogar gefällt.

Fazit: Das perfekte Spiel des Orchesters, das ordnende, transparente und packende Dirigat Herbert von Karajans sowie die aufgezeichnete Aufnahmequalität machen diese Einspielung zu meiner persönlichen Referenz dieser Sinfonie. In keinem Moment merkt man, dass Karajan lange Zeit einen Bogen um das Oeuvre Mahlers machte. Einfach perfekt!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das große Ganze!, 4. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Mahler 5. Symphonie (Audio CD)
Wie auch immer man zu Karajan steht, so sollte man doch anerkennen, dass seine 4 Mahlerinterpretationen etwas Außergewöhnliches sind. Vielleicht lag sein "Ausnahmetalent" in seinem intuitiven Gespür für das Ganze. So verliert er sich nie in Details und schreitet stets dem Kommenden entgegen. Die 5. Sinfonie ist nicht seine beste Mahler-Einspielung, aber sie liegt weiter über vielen Aufnahmen von sogenannten Mahlerspezialisten - und zählt somit zu den Besten!

Wer sich von Karajan's Mahler nicht beeindrucken lässt, dem ist auch mit einem anderen Mahler nicht zu helfen!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragende Einspielung!, 11. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Mahler 5. Symphonie (Audio CD)
Ich beschäftige mich jetzt schon seit fast 20 Jahren mit Mahlers 5. und war stets auf der Suche nach der besten Interpretation. Dazu habe ich
etliche Live-Aufführungen gesehen, unzählige Renzensionen gelesen (der Penguin-Guide sei an dieser Stelle sehr empgohlen) und habe mir ungefähr 20 Aufnahmen zugelegt. Darunter sind auch die "Renner" von Bernstin, Sinopoli, Solti, Abbado, Boulez, Kubelik, Walter, Barnilrolli, Rattle, Mehta, Ozawa und andere. Interessanterweise werden diese Aufnahmen teilweise sehr hoch gelobt. Bei den meisten Aufnahmen habe ich jedoch etwas vermißt, teilweise waren es teilweise die eigenwilligen Tempi (Bernstein) oder die uninspirierte Inmterpretation, schlechter Klang oder einfach durchschnittliche Orchesterleistung, manchmal fiel es mir sogar schwer, die Symphonie wiederzuerkennen (wie gesagt, ich kenne die Partitur) - so etwa bei einer Live-Aufführung in Düsseldorf von Sinopoli. Die beste Live Aufführung habe ich übrigens mit dem Boston Symphonie Orchestra unter Ozawa in der Carnegie Hall gehört (wer eine günstige Aufnahme sucht, ist mit der Ausgabe des BSO und Ozawa aus der eloquence-Serie der Decca sehr gut bedient.

Die vorliegenden Aufnahme ist nach meiner Meinung jedoch mit Abstand die beste. Hier wird nicht durch willkürliche Tempi oder andere Eigenwilligkeiten - wie etwa besonders schwülstiger Klang - der gewisse "Mahler'sche Tiefgang" vorgekaukelt. Vielmehr dirigiert Karajan durchaus transparent und ohne unnötigen Pathos und erreicht gerade damit ein außergewöhnliches Ergebnis. Der 2. Satz ist nicht etwa - wie leider so oft - ein Ankämpfen der einzelnen Orchesterteile, vielmehr greifen die einzelnen Melodielinien völlig logisch ineinander und werden ohne weiteres von den anderen Stimmen aufgenommen. Man hat deutlich das Gefühl: So muss es klingen und nicht anders. Dabei hilft natürlich die außergwöhnliche Einheit von Dirigent und Orchester in den 70igern. Besonderes leistet Karajan auch im Adagietto - welches sonst teilweise recht oberflächlich daherkommt. Hier hat es mit den wundervoll spielenden Berlienern einen besonderen Tiefgang.

Nach meiner Auffassung gibt es an dieser Aufnahme nur einen - kleinen - Kritikpunkt und der betrifft die Interpretation des letzten Satzes. Während man während der gesamten sonstigen Symphonie das Gefühl hat, dass die Interpretation Mahler vollständig erfaßt hat und in Wahl von Dynamik, Tempo und Klang so intendiert sein konnte, fällt der letzte Satz etwas ab und klingt weniger inspiriert und "zwingend".

Die "Zugabe" der früheren CD-Ausgabe die "Kintertotenlieder" sind jetzt leider entfallen, aber finden sich bei der ebenfalls überragenden Aufnahme der 6. Symphonie (Doppel-CD).

Ich bin mir bewußt, dass mein Votum umstritten sein wird (immerhin habe ich hier die renommiertesten Kritiken (u. a. Penguin Guide) hinter mir). Auf jeden Fall lohnt sich die Anschaffung und gerade ein Vergleich mit etwa Bernstein, Solti und Abbado eröffnet einem ein tiefes Verständnis für die Rezeption von Mahler.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine große Fünfte Mahler von Karajan, 3. April 2002
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Mahler 5. Symphonie (Audio CD)
Ich bin erstaunt über die Tiefe und Vehemenz der Emotionen, die Karajan Mahler's Musik in dieser Einspielung zu entlocken vermag!
Den 1.Teil (Sätze 1+2) dieser Sinfonie habe ich selten tragischer und schwermütiger gehört, im 2.Teil (3.Satz: Scherzo) trifft Karajan den wienerischen Charakter überzeugend gut, das Adagietto (4.Satz) ist tiefgründig und eher schwer interpretiert (diese Auslegung wird heute mit Recht angezweifelt!), jedoch aufregend und wunderschön zugleich.
Lediglich für das Rondo-Finale (5.Satz) würde ich mir noch etwas mehr Esprit wünschen, was aber auch an der doch etwas älteren Aufnahme liegen kann. Die aufnahmebedingte Dynamik lässt hier leider auch nach.
Im Ganzen eine spannende und sehr interessante Auslegung der Fünften!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mahlers Fünfte gelingt Karajan fast perfekt, 25. Februar 2013
Von 
dizzy "dizzy" (Rhein-Main-Gebiet,Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Mahler 5. Symphonie (Audio CD)
Nur weil Herbert von Karajan lange Zeit seine Werke gemieden hat wie der Teufel das Weihwasser,war er natürlich mit seinen Werken durchaus vertraut.Für mich war es der Beginn meiner großen Verehrung für Gustav Mahler,den ich zuvor trotz der Kubelik-Aufnahmen,die ich besaß,nicht wirklich verstanden hatte.

Was der Maestro hier geleistet hat,grenzt schon an ein Wunder.Wie er genau das richtige Tempo im Trauermarsch wählt,den Übergang bereits zum ersten "Stürmisch bewegt" wie aus dem Nichts bewältigt,reicht schon aus,um viele seiner Kollegen auf die Plätze zu verweisen.Mir gefällt allerdings das Trompeten-Signal am Anfang nicht,es ist mir nicht "stechend" und intensiv genug.So weit ich weiß,war es der Solo-Trompeter Fritz Wesenigk,aber vielleicht weiß es jemand besser.Hier hat mir der legendäre "Bud" Herseth im Chicago Symphony Orchestra einfach besser gefallen,was aber vermutlich durch den Unterschied zwischen den "Deutschen" und "Amerikanischen" Trompeten zu erklären ist.

Der zweite Satz kann wohl kaum stürmischer genommen werden,als es Karajan hier interpretiert.Das Scherzo wird geradezu beschwingt gespielt,aber mit einer unglaublichen Transparenz,was eben nur die besten Orchester der Welt können.Man hört Mahlers durch die Blume angedeuteten Wiener Walzer geradezu mustergültig heraus,natürlich in dessen eigenen Art und Weise.

Wunderbar auch das Horn-Solo.Leider wurde auch hier kein Solist benannt,aber es dürfte wohl Gerd Seiffert gewesen sein.Auch hier kann man mich gerne berichtigen,falls es jemand besser wissen sollte.Grandios gespielt!!Da kann man nur den Hut ziehen!!Der Höhepunkt wird durch den dahingeschmetterten Schluss erreicht.

Den vierten Satz als "Ruhekissen" zu bezeichnen ist wohl ein Witz.Gerade hier schaffen es von Karajan und seine Musiker,die Spannung durch eine Interpretation vom Feinsten,es so klingen zu lassen,als wäre es das Einfachste auf der Welt,so kammermusikalisch transparent spielen zu können.Hier ist der Maestro natürlich als Klangfetischist ganz in seinem Element.

Der Finalsatz ist für mich nicht Mahlers bester Satz gewesen,aber wie Karajan hier den Schluss spielen lässt,mit einer Energie und Tempo,ist schon extraklasse.Auch hier ist der Satz "Dem Orchester sei Dank" angebracht.

Für mich ein Highlight in der Karajan-Diskographie,dazu mit einer überragenden Aufnahmetechnik versehen,die mehr als nur exemplarisch bezeichnet werden muss.Fünf Sterne für Interpretation&Klang!!!!

Sucht man Vergleichseinspielungen,würde ich zu Solis legendärer Aufnahme von 1970,oder auch jener von Sir Simon Rattle greifen,die er bei seinem Antritt als neuer Chef der Berliner Philharmoniker vorlegte.

Abbado legte hier mehrere Aufnahmen vor.Eine aus Chicago,eine aus Berlin und eine aus Luzern.Alle drei zeigen auch hier einen Meisterdirigenten,der Mahler verstand.Bernsteins zwei New Yorker Fassungen sind stürmischer als jene von 1987.Auch hier soll sich jeder Hörer sein eigenes Bild machen.
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5.0 von 5 Sternen Prima Aufnahme, 12. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Mahler 5. Symphonie (Audio CD)
Prima Aufnahme, habe mich an Rezension orientiert. Mit Download kann ich einzelne Musiktitel kaufen und meine eigene Lieblingsmusik zusammenstellen. Das gefällt mir sehr.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausschließlich - das, 25. Januar 2013
Von 
M. Elias (Wien, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer kennt eigentlich das "Adagietto" nicht? Dumme Frage, höchstwahrscheinlich die Mehrheit der Menschen. Oder? Tod in Venedig? Auch nicht gesehen? Nun, wenn man die 5. von Mahler mag, hat man wahrscheinlich die unterschiedlichsten Interpretationen durchgehört. Mein Favorit - egal, um welchen Satz es sich handelt - ist und bliebt diese. Wegen dem Tempo, wegen der Präzision, die nie kalt wirkt. Wegen dem unsentimentalen Vorführen von großer Musik.
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1.0 von 5 Sternen Zu sehr auf Schönklang, 22. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Mahler 5. Symphonie (Audio CD)
Obwohl ich ein großer Fürsprecher Karajans bin (zumindest in bestimmten Bereichen und für bestimmte Komponisten), kann ich mich in keinster Weise für seine Mahler-Interpretationen begeistern. In dieser Aufnahme der 5. fehlt mir gänzlich die innere Zerissenheit Mahlers, die Vehemenz mit der sich brutale schroffe Passagen und Abschnitte überirdirscher Schönheit oder taumelnden Jubels abwechseln. Dies ist eine der Aufnahmen, die ausnahmsweise das Vorurteil bestätigen, dass Karajan nur auf glattgebügelten Schönklang aus war (was ja eigentlich so nicht haltbar ist, wenn man seine Aufnahmen in anderen Bereichen kennt).
Wer sich diese Aufnahme als Einstieg in die Welt Mahlers ausgesucht hat, bekommt ein gänzlich verfälschtes Bild des Komponisten. Karajan mutiert Mahler zum Romantiker anstatt ihn korrekt als Komponisten des Fin de siecle darzustellen, also als Wegbereiter der Moderne, der wehmütig auf die verschwindende Romantik zurückblickt.
Aber nun einen Blick auf die Details der Aufnahme:

1. Satz: Karajans Ansatz für den Trauermarsch ist schwerfällig. Wahre Höhepunkte gelingen ihm nur selten. Harte Attacken sind abgemildert. Es kommt keine wirkliche Spannung auf.

2. Satz: Diesem grotesken Scherzo fehlt es komplett an Biss. Es bleibt flach und schockiert kaum. Daher bleibt auch die Wirkung der "Fast-Erlösung" durch den Bläserchoral als Vorschau auf das Finale auf der Strecke.

3. Satz: Zwar bestätigt Karajan hier Mahlers eigene Befürchtung nicht, dieser Satz würde wohl in Gefahr liegen, immer zu schnell gespielt werden und es gelingt ihm auch, den Wiener Charme des Walzermotivs aufleben zu lassen, aber wie im vorangegangenen Satz fehlt es auch hier an Biss und Ironie.

4. Satz: Die abgrundtiefe Katastrophe. Karajan verwandelt diese zarte, frohe Liebeserklärung Mahlers an seine Frau Alma in ein von Saccharin triefendes melancholisches Schmalzstück. Es muss fairerweise gesagt werden, dass dies aber ein Merkmal fast aller Post-Tod-in-Venedig-Interpretationen ist. Wer hören möchte, wie das Adagietto richtig klingt, der höre sich vor allem die historischen Aufnahmen Bruno Walters und Willem Mengelbergs aber durchaus auch die späteren Stereo-Versionen von Rafael Kubelik oder Erich Leinsdorf an.

5. Satz: Nach dem Motto "Per aspera ad astra" ist das Finale von Mahlers 5. ähnlich wie bei Beethovens numerisch gleicher Symphonie als Erlösung gedacht. Da es aber Karajan in den vorangegangenen Sätzen nicht gelungen ist, uns in die Mahlerschen Abgründe zu führen, fällt diese Erlösung entsprechend flach aus. Überhaupt kommt bei Karajans Interpretationsansatz keine wahre Freudenstimmung auf, zu maniriert und akademisch wird dieser Satz gespielt. Ein Finale ohne Finalwirkung.

Wer aufregende inspirierte Aufnahmen von Mahlers 5. hören möchte, entscheide sich besser für Rafael Kubeliks Aufnahme mit dem RSO des bayerischen Rundfunks, Leonard Bernsteins späte Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern oder aber James Levine vorzügliche Interpretation mit dem Philadelphia Orchestra, um nur drei Möglichkeiten zu nennen. Bei sowohl Bernstein als auch Levine muss man sich aber wieder mit einem zu langsamen, melancholischen Adagietto abfinden.
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The Originals - Mahler 5. Symphonie
The Originals - Mahler 5. Symphonie von Herbert Von Karajan (Audio CD - 1996)
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