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TOP 500 REZENSENTam 16. März 2006
Furtwänglers Einspielung der Großen Schubert-Symphonie gilt zu Recht als legendär. Es ist eine Aufnahme von seltener Geschlossenheit, mit viel Liebe zu den verborgenen Schönheiten des Werkes, die hier auf einzigartige Weise zum Leben erweckt werden. Die Aufnahme entstand im Dezember 1951 in Berlin und ist technisch durchaus brauchbar, für die Aufnahmezeit sogar überdurchschnittlich gut. Schade, daß Furtwängler die Vorteile der Stereotechnik nicht mehr nutzen konnte. Ich stelle seine Version, trotz vieler späterer herausragender Einspielungen, mit der von Josef Krips (siehe dort) an die Spitze des Feldes.
Den mancherorts erhobenen Vorwurf, Furtwängler bringe das Werk in die Nähe Bruckners, kann ich nicht nachvollziehen. Wir wollen froh sein, das seltene Dokument zu besitzen.
Die angeschlossene Haydn-Symphonie Nr. 88 ist eine hochwillkommene Zugabe, zumal es sich um eine der ganz raren Haydn-Aufnahmen des Dirigenten handelt. Auch sie wurde 1951 aufgezeichnet.
Insgesamt eine der beeindruckendsten Ausgaben in der Reihe der "Originals", der auch ein ausführliches, mehrsprachiges Textheft beigefügt ist.
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Über lange Jahre bahnte sich Franz Schubert seinen Weg zur "großen Sinfonie". Er hatte ihn schließlich gefunden und ein Werk herausragender Qualität geschaffen, das mit Fug und Recht als eine der großartigsten Sinfonien überhaupt angesehen werden kann, auch wenn die "große C Dur Sinfonie" ein wenig im Schatten der populäreren weil effektvolleren und eingänglicheren "Unvollendeten" steht.

Der erste Satz ist von unüberhörbarer Monumentalität. Die langsame Einleitung steigert die Spannung auf das Kommende ungemein, zumal sie die strahlende Tonart des Allegros verschleiert. Unterbrochen wird das recht behäbige Allegro dann durch leidenschaftliche Ausbrüche der Bläser.
Der zweite Satz ist einer der besten langsamen Sätze Schuberts. Fast marschähnlich kommt er daher. Auch dieser Satz ist ungeheuer variationsreich. Das inwendige Pathos rührt ans Innerste, der Kontrast zum ersten Satz ist beeindruckend.
Auf den ersten Blick wirkt das Scherzo bizarr und wie von fern. Auf den zweiten aber offenbart es Schuberts unglaublichen Einfallsreichtum, der den Tanzsatz nicht nur zu einem notwendigen Anhängsel macht sondern geradezu spannend, begeisternd.
Aus dem Jubel des nicht ganz unbeschwerten Finals entwickelt sich beizeiten eine berauschende Fanfare, die den Satz mottoartig durchzieht, ohne dass er jemals langatmig würde.

Als Zugabe gibt's die fröhliche 88ste Sinfonie des unerschöpflichen Joseph Haydn. Beeindruckend empfinde ich an all seinen unzähligen Werken, dass keines dem anderen gleicht, sein unfassbarer Einfallsreichtum. Die liebliche G Dur Sinfonie besticht durch eine umfassende, langsame Einleitung, ein idyllisches Largo und ein stürmisches, teils heroisches Finale. Sie stellt beinahe die "Große" Schuberts en miniature dar.

Wilhelm Furtwängler ist eine Legende. Er gehört zu den wenigen Dirigenten neben Carlos Kleiber und Otto Klemperer, von denen es praktisch keine schlechte Aufnahme gibt, deren Aufnahmen immer mindestens ausgezeichnet sind. Auf dieser CD spielt er mit den Berliner Philharmonikern eine extrem langsame, aber phantastische "Große", wahrscheinlich die beste, ein und eine frische, unbeschwerte 88ste von Joseph Haydn. Freilich ist die Aufnahmequalität nicht herausragend; in Relation zum Alter der Einspielung allerdings kann sie sich aber hören lassen.
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am 9. Mai 2010
Wie "benotet" man eine Aufnahme von Furtwängler, deren objektiv-historischer Rang nicht bestritten werden kann, die aber von einer Auffassung der Musik Schuberts getragen ist, die wir heute kaum noch teilen können? Der Abstand, der uns von ihr trennt, ergibt sich einfach schon daraus, dass wir heute den Notentext besser kennen.

Diese Aufnahme der "Großen" C-Dur-Sinfonie hat nach ihrem Erscheinen 1952 große Resonanz gefunden und über geraume Zeit bei Hörern und Musikern das Bild dieser Musik geprägt. In diesem Sinne ist (oder zumindest war) es objektiv eine "Referenzaufnahme". Sie galt als Inbegriff großer deutscher Romantik. Und ohne Furtwängler mystifizieren zu wollen, staunt man doch immer wieder, dass die Ausstrahlungskraft dieses Dirigenten durch solche Aufnahmen noch heute spürbar ist - oder vielleicht gerade heute. Auf jeden Fall merkt man: Da dirigiert jemand aus einer inneren Überzeugung heraus, ohne irgendwelche oberflächlichen Effekte anzustreben. Das macht den Unterschied zur Gegenwart aus, wo man bei vielen Neuaufnahmen sattsam bekannter und bereits hunderte Male auf Tonträger eingespielter Werke den Eindruck hat, dass da jemand durch irgendwelche Eigenwilligkeiten auf sich aufmerksam machen will und im Interesse seines Marktwerts muss. Unter Furtwängler hingegen klingt die Musik ganz natürlich und ungekünstelt, erfüllt von Ernst und Wärme.

Furtwängler stand noch ungebrochen in der spätromantischen Dirigiertradition von Wagner und Bülow, in der es als wesentliche Aufgabe des Dirigenten galt, die Einzelmomente des musikalischen Verlaufs in ihrem expressiven Gehalt zu erfassen und poetisch auszudeuten. In diesem Sinne war es selbstverständlich, beispielsweise innerhalb eines Satzes die verschiedenen Themen in ganz verschiedenen Tempi zu spielen. Richard Wagner hat das gefordert, Furtwängler hat es noch so gelernt und wahrscheinlich ohne jeden Zweifel geglaubt, dass es so sein muss. Sinfonische Sätze wurden in diesem Sinne aufgefasst als dramatische Konfrontation verschiedener Charaktere, die in verschiedenen Tempi erscheinen. Dieser spätromantischen Tradition stand eine eher an der Klassik und an der Moderne orientierte gegenüber, die sich auf die Darstellung der musikimmanenten Prozesse statt außermusikalischer Deutungen konzentrierte, wobei die strukturelle Einheit eines Satzes ein einheitliches Tempo erfordert.

Bei Furtwängler klingt Schuberts "Große" wie große Spätromantik am falschen Objekt. Die Andante-Einleitung des ersten Satzes spielt er sehr langsam, als eine Art feierlichen Choral. Einen bruchlosen Übergang zum ersten Thema des Allegro-Teils, das aus den am Schluss der Einleitung auftauchenden punktierten und triolischen Begleitrhythmen gewonnen wird, kann er dann nur durch ein großes Accelerando vollziehen. Dabei nimmt er das erste Thema ziemlich schnell, obwohl Schuberts Vorschrift nur "Allegro ma non troppo" lautet. Deshalb muss er zum zweiten Thema dann das Tempo wieder bremsen. Diese Temposchwankungen wirken "dramatisch", sie zerstören aber den für das Verständnis der Musik entscheidenden formalen Zusammenhang des Satzes. Heute wissen wir erstens, dass Schubert die Einleitung im Allabrevetakt notiert hat - die gedruckten Partituren gaben lange Zeit irrtümlich vier Viertel an. Sie ist also in zügig gehender Bewegung im Charakter eines Wanderlieds zu spielen. Zweitens ergibt eine aufmerksame Analyse des Satzes, dass Schuberts Originalität, mit der er sich von den klassischen Vorbildern Haydn, Mozart und Beethoven unterscheidet, in einer ganz neuartigen Verklammerung der Formteile besteht, die dem Gerüst der Sonatensatzform einen neuen Inhalt verleiht: Die Einleitung ist nicht ein vorbereitendes Vorspiel, sondern integraler Bestandteil des thematischen Geschehens. Dieser Zusammenhang muss durch eine Einheit des Tempos dargestellt werden: Das Tempo der Einleitung muss so schnell und das folgende Allegro ma non troppo so gemäßigt sein, dass aus den Viertelnoten der Einleitung ohne Beschleunigung die Halben des Allegro werden. (Dass Mendelssohn, der die Uraufführung leitete, das so verstanden hat, bezeugt Robert Schumanns Bericht.) Die Furtwängler-Tradition mit ihren willkürlichen und sinnentstellenden Tempowechseln besteht aber bis heute fort. Das kommt davon, wenn Dirigenten, statt die Partitur zu analysieren, dauernd irgendetwas "deuten" und "gestalten" - damit liegen sie meistens falsch.

Das folgende Andante con moto (also "gehend mit Bewegung") dauert bei Furtwängler über 17 Minuten - das dürfte wohl die langsamste Aufnahme dieses Satzes sein. (Selbst der als schwerfällige Schildkröte geltende Klemperer brauchte 1960 nur 15 Minuten.) Von "con moto" ist nichts mehr zu spüren. Furtwängler interpretiert die Musik wohl als langsamen Trauermarsch. Auch diese Ansicht hat sich lange gehalten, ist aber ziemlich abwegig.

Allerdings war Furtwängler nicht immer ein besonders langsamer Dirigent. Aus dem Jahr 1942 existiert ein Mitschnitt einer Aufführung dieser Sinfonie aus der Alten Berliner Philharmonie, in der er teilweise rasend schnelle Tempi nimmt - vor allem im dritten und vierten Satz und in Teilen des ersten Satzes. Im ersten Satz sind die Kontraste zwischen den willkürlich veränderten Tempi noch viel schärfer. Der zweite Satz ist insgesamt flüssiger, aber das zweite Thema wird stark verlangsamt. Der spätromantische Stil kommt hier also noch deutlicher zum Ausdruck. Im Vergleich dazu ist die zehn Jahre später erschienene Studioaufnahme im Tempo insgesamt langsamer, aber besser ausbalanciert.

Wie soll man also diese Aufnahme bewerten? Ihr künstlerischer Rang ist unbestritten. Eine Generation von Hörern hat mit ihr diese großartige Musik kennen gelernt. Für Einsteiger ist sie allerdings heute sicher weniger geeignet. Wer eine gleichermaßen belebte wie analytisch genaue Wiedergabe der Großen C-Dur-Sinfonie hören möchte, sollte am besten zu Gielen greifen. Wer sich aber vertieft mit dieser Musik beschäftigt, sollte natürlich Furtwänglers Aufnahme kennen. Ich sehe in ihr eine historisch bedeutsame Fehlinterpretation auf hohem Niveau und gebe ihr vier Punkte. Das erscheint mir auch angemessen in Bezug auf die auf der CD noch enthaltene Aufnahme von Haydns Sinfonie Nr. 88 - es gibt gewiss interessantere Wiedergaben, aber schlecht ist sie nicht.
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Diese Aufnahmen und Furtwänglers "Pastorale" von Beethoven (1952, Wiener Philharmoniker, EMI) sind für mich mehr als Schallplattenaufnahmen. In ihnen ist eine eigene Weite, Ruhe und Wärme spürbar, wie ich sie von keiner anderen Musikwiedergabe kenne. Auch etwas Wohltuendes und Heilsames. Das ist in Worten schwer zu beschreiben ...

Diese Einspielungen sind einfach große Geschenke und echte Kostbarkeiten - und von einer zeitlosen Qualität und Gültigkeit. (Umso mehr, als sie zu den wenigen Klangdokumenten gehören, die Furtwänglers Aufführungen in einer wirklich guten Klangqualität festgehalten haben.) Ich kann sie aufs Wärmste empfehlen.
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