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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker, 22. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Honegger: Symphonien Nos. 2 And 3 "Liturgique" (Audio CD)
Warum "mein Klassiker"? Weil diese Platte Klassiker-Status verdient hat, auch wenn die auf ihr eingespielten Stücke heute weitgehend aus dem Konzert-Repertoire verschwunden sind und der Name des Komponisten Honegger bei den meisten Lesern eher Assoziationen an einen Politiker denn einen Musiker weckt.
Mein Favorit ist die Aufnahme der zweiten Symphonie für Streichorchester und Solo-Trompete, die Herbert von Karajan 1969 eingespielt hat. Das Werk, im Jahre 1941 im besetzten Paris entstanden, ist ein beklemmender Spiegel seiner Zeit, tief empfunden, traurig, aber dennoch tröstlich. Man spürt Honeggers lebenslange Verbundenheit zu Bach, wenn das Presto des Schlußsatzes cantus firmus-artig von der Choralmelodie der Trompete überstrahlt wird. Doch ist es nicht nur das Werk, das zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist, nicht nur die Interpretation durch die Berliner Philharmoniker, die vielleicht eine Spur zu romantisch geraten ist, sondern auch die sagenhafte Klangtechnik, die diese Platte zu einem Ereignis macht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Edler Klang adelt Honeggers Aussage, 21. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Honegger: Symphonien Nos. 2 And 3 "Liturgique" (Audio CD)
Das Wissenswerte zu Honegger sowie dessen Würdigung haben meine Vorrezensenten bereits geschrieben, dem ich nichts hinzuzufügen weiß.
So will ich in die Lobeshymne einstimmen und ganz besonders Karajans Realisation hervorheben.

Obwohl ich nicht zu den beinharten Karajan-Fans, eher zu dessen Skeptiker zähle, vollzieht sich bei mir seit einiger Zeit eine Neubewertung der Ergebnisse seiner Dirigierkunst und besonders der klanglichen Realisation, die mich immer wieder überzeugt und geradezu beglückt-insbesondere, was die Moderne angeht.
Gerade dort vermählt sich Klangschönheit mit herber, womöglich sperrig anmutender Musik, die allein bisweilen nicht erhört wird , weil zu ungewohnter Tonsprache und Rhythmik noch ein ebenso spröde realisierter Klang hinzukommt oder ihm weniger Beachtung als der Struktur geschenkt wird. Das durch eine konsequent betont "moderne" Interpretation, die die Musik deshalb sogar klanglich verschärft anbietet, die musikalische Aussage den Hörer erst gar nicht erreicht oder gar berührt, ist nicht selten der Fall.
Durch ein fantastisches Klanggewand der Aufnahme sowieso der edlen Orchesterfarben unter Beibehaltung der ausgeprägten rhythmischen Struktur, kommt Honeggers Musik in aller Dramatik und von Karajan nicht "unterschlagener" Schärfe und ebenso aller Lyrik eindringlich und berührend zu uns.
Da der Klassikfreund solch eine Musik weniger mit Maestro Karajan und dessen luxuriöse Klangästhetik verbindet, erstaunt es um so mehr, dass gerade die Kombination mit einer modernen Tonsprache ganz vorzüglich funktioniert und sich gerade dadurch das Werk dem Hörer wunderbar erschließen kann.
Im Gegensatz zum ersten Rezensenten möchte ich hier nicht von Romantisierung sprechen sondern eher von einer Adelung der musikalischen Aussage Honeggers, die dem Werk gerecht wird und ihm nichts schuldig bleibt: die Musik kann aus sich heraus sprechen und das tut sie-so wie hier-umso mehr!
Wer geschmacklich nicht bereits bei Bartok oder Hindemith die Segel streicht, sei diese Musik nachdrücklich empfohlen!!

Fazit: Eine fantastische CD, die dem Komponisten, dessen Interpret und der "Originals"-Serie zur Ehre gereicht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Karajan modern - und grandios!, 11. Oktober 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Honegger: Symphonien Nos. 2 And 3 "Liturgique" (Audio CD)
Anders als heute so zählten in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg die Werke des französischen Komponisten Arthur Honegger (1892-1955) zum festen Bestandteil des Konzertlebens. Der Halbschweizer erlebte in Paris die Schrecken des Krieges mit und verarbeitete sie musikalisch, vor allem in seiner zweiten und dritten Sinfonie, die hier eingespielt sind.

Die zweite Sinfonie ist nur für Trompete und Streichorchester konzipiert. Sie eröffnet mit einem umfangreichen Kopfsatz, der viele verschiedenen Themenkomplexe produziert, von denen sich allerdings keiner länger halten kann. Honegger wollte damit aller Wahrscheinlichkeit nach, die Vielzahl der Eindrücke schildern, die er im besetzten Paris erlebte. Der zweite Satz steckt voll tiefer Trauer und scheint an einigen Stellen schmerzerfüllt aufzuschreien. Die Intention der Trompete wird im bestimmten Finale am deutlichsten: Honegger ahmt jene "sept trompettes" nach, die am Tage des Jüngsten Gerichtes erschallen.
Als "liturgique" bezeichnete der französische Tonsetzer seine dritte Sinfonie für großes Orchester und Schlagwerk. Die drei Sätze - alle Sinfonien Honeggers sind dreisätzig - basieren auf christlichen Bibelzitaten. "Dies irae" ist das Motto des ersten, ungestümen und marschartigen Satzes. Im zweiten Satz setzt der Komponist seine Vorstellungen vom Zitat "de profundis clamavi" in seine Zeit. Trauer und Schmerz wechseln ab. Auch wenn dieser Satz langsam ist, so zeichnet er sich durch seine extreme Dichte und insbesondere seine beklemmende Intensität aus. Indem er diesen Satz cantus firmus artig aufbaut, zollt er seinem großen Vorbild Johann Sebastian Bach Tribut. Das Finale beruht auf dem Zitat "dona nobis pacem". Hier lässt Honegger einen kleinen Hoffnungsstrahl zum Rezipienten durchdringen.

Als Zugabe gibt's das Concerto D Dur für Streichorchester von Igor Stravinsky. Ein gebrechlicher, intimer Klagegesang wird hier umrahmt von einem komplexen Kopfsatz und einem vorbeihuschenden Rondo. Überhaupt ist dieses Werk für die Verhältnisse des Russen sehr knapp und konzentriert.

Herbert von Karajan als Dirigent Neuer Musik? Schwer vorstellbar, aber seine Darbietung mit den Berliner Philharmonikern ist wirklich grandios. Er lässt sich ein auf die unendliche Ausdruckstiefe der Werke Honeggers und den schneidenden Humor Stravinskys. Selbst über die Ecken und Kanten der Stücke wischt er nicht - wie manchmal - hinweg, sondern betont diese besonders. Sein Dirigat ist fein nuanciert und kräftig akzentuiert, die Aufnahmequalität bestechend. Die Berliner Philharmoniker spielen wie entfesselt und bieten dem Hörer eine der Sternstunden auf Deutsche Grammophon.
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