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Kundenrezensionen

4
4,0 von 5 Sternen
Masters - Beethoven: Symphonie Nr. 9
Format: Audio CDÄndern
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HALL OF FAMEam 7. Oktober 2001
Jahrzehnte lang waren die Verhältnisse klar: Es gab DIE Aufnahmen von Toscanini, Klemperer, Furtwängler und damit drei verschiedene Sichtweisen von entschlackt-'authentisch' über breit-monumental bis hin zu opernhaft-dramatisch. Alles was danach kam, mußte sich daran messen - und scheiterte meist kläglich. Doch in den letzten Zehn Jahren wurde passend zu unserer schnelllebigen Zeit gleich drei mal die Revolution ausgerufen: Harnoncourt, Gardiner und zuletzt Herreweghe. Harnoncourt hat die drei großen Altmeister auf beeindruckende Weise unter einen Hut gebracht - ohne auch nur ansatzweise deren Tiefe zu erreichen, Gardiner hat das Werk in Formel1-Gschwindigkeit abgespult, mit einem grotesk dünnen Klangbild von Originalinstrumenten und Herreweghe schließlich hat Balance und Phrasierung so dermaßen verändert, daß das Werk im langsamen Satz kaum noch zu erkennen ist. Alles ganz nett, die Frage ist nur, wozu man ein Werk, das bereits mehrere Dutzend Male auf Tönträger vorliegt, immer und immer wieder aufnehmen muß.
Milde lächelnd schaut der alte Böhm auf uns herab, wohlwissend, daß die 'endgültige' Interpretation längst vorliegt. Seine 80-er Aufnahme mit den Wienern ist spektakulär unspektaktulär. Die Frage nach dem Besondern dieser Aufnahme bleibt unbeantwortet und gerade das ist das Besondere. Böhm macht das, was weder die Altmeister noch die heutigen Revolutionäre konnten. Er nimmt sich vollständig zurück, er überläßt Beethoven das Feld, läßt die Musik fließen, atmen und sich entfalten, läßt nichts weg, dichtet nichts hinzu, die Aufnahme klingt nicht nach Böhm oder sonstwem, sondern eben nach Beethoven. Da ordnet sich sogar das glanzgewohnte Sänger-Star-Ensemble bereitwillig unter. Mehr 9. braucht kein Mensch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 31. Dezember 2013
Diese Aufnahme der 9. Symphonie ist für mich irgendwie außer Konkurrenz, sie wirkt in vielerlei Hinsicht wie aus der Zeit gefallen - jetzt, über 30 Jahre nach ihrem Erscheinen umso mehr, wenn man sich Neuaufnahmen dieses so "überstrapazierten" Werkes anhört. Ich weiß nicht, ob es eine Aufnahme gibt, die so langsam dirigiert ist (in der ersten CD-Version war die Aufnahme gar noch auf 2 CDs verteilt...). Und das ist erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig, weil man gewohnheitsmäßig gerne sagen würde, so langsam geht das nicht.
Wenn man sich aber eingehört hat und sich darauf einlassen kann, so macht man eben ganz neue Hörerfahrungen und lernt das Werk anders kennen. Hier steht überhaupt nicht das Überschäumende eines Bernsteins oder das "Sportive" eines Karajan im Vordergrund, sondern es ist der Schwanengesang eines großen Dirigenten, sehr verhalten, ungewöhnlich lyrisch, schwer(-mütig), sehr getragen. Es ist fern jedes plakativen "freut Euch des Lebens", die humanistische Botschaft der Musik kommt viel dezenter daher. Dafür hört man die Textur der Musik neu, viele Nebenstimmen bekommen ein anderes Gewicht. Es ist - und das mag bei Böhm überraschen - eine Aufnahme der Extreme, aber er schafft es trotz der langsamen Tempi, den Spannungsbogen zu halten und eine Aufnahme aus einem Guss zu schaffen.
Die Solisten sind gut (sieht man davon ab, dass Domingo hier sehr mit dem Deutschen ringt und recht eigentlich nicht die passende Stimme hat) und die Wiener spielen zum Niederknien schön.
In der Summe also eine sehr eigenständige Aufnahme, die in ihrer Langsamkeit und ihrer diesbezüglichen Stringenz überzeugen kann. Und für heutige Ohren sehr gewöhnungsbedürftig ist. Für die man sich Zeit nehmen muss (und vielleicht auch sollte), um die ihr innewohnende Schönheit zu entdecken.
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12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. April 2003
Eins vorneweg: Eine klangvollere Besetzung könnte man sich für Beethovens Neunte kaum wünschen. Die Solisten (Norman, Fassbaender, Domingo, Berry) wären jeder allein für sich schon ein Grund, diese CD zu kaufen. Und dann noch der Wiener Staatsopernchor und die Wiener Philharmoniker unter Karl Böhm mit einer seiner letzten Aufnahmen.
Doch leider wählt der alte Herr das Tempo allzu behäbig. Das erzielt einen wunderbaren Effekt im sanft dahinströmenden "Adagio cantabile", doch den drei übrigen Sätzen fehlt es trotz bisweilen selten gehörter Klangschönheit an Schwung.
Besonders der letzte Satz leidet darunter. Hier geht es um "Freude", doch Chor und Orchester klingen seltsam emotionslos. Domingo fleht seine Brüder vergebens an, "Freudig, wie ein Held zum Siegen" zu laufen, denn das nachfolgende Fugato klingt schlichtweg langweilig und wenn der Chor dann mit dem Freudenthema herausbricht, wünscht man sich einen Geschwindikeitsregulator am CD-Player.
Es fehlt an Tempo, an Schwung und - an Freude.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Mai 2013
Fast schon ein Meilenstein unter den Aufnahmen der 9. Symphonie Beethovens. Man kann sich daran eigentlich nicht satt hören und sich immer wieder ergreifen lassen
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