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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts weniger als die Geburt einer neuen Debussy-Ästhetik!, 15. September 2012
Von 
Bernd Grill "b_grill" (Königsbronn, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Preludes Heft 1 und 2 (Audio CD)
Diese Einspielung der Debussy-Préludes des polnischen Pianisten Krystian Zimerman muß seinerzeit wie ein Meteorit eingeschlagen sein. Was danach folgte war ein Erdbeben, wonach in Sachen Debussy nichts mehr so zu sein schien wie zuvor. Bei den Salzburger Festspielen erntete Zimerman in jenen Tagen mit diesen Darbietungen frenetische Ovationen, und auch die sonst so zurückhaltende britische Zeitschrift "Gramophone" setzte diese Aufnahme kurzerhand auf ihre berühmte Liste der "100 All-time Great Recordings". Daß dies indes keine Lobhudelei war, sondern echte Anerkennung für die Etablierung einer ganz neuen Ästhetik wird beim Hören dieser Aufnahmen schnell deutlich.
Die großen Debussy-Koryphäen früherer Tage (Gieseking, Casadesus und vor allem Michelangeli) tauchten ihre Darbietungen oftmals in subtil pedalisierte, aber sehr dichte Klangwelten, in denen präzise Rhythmik und extreme Dynamik indes oftmals auf der Strecke blieben. Diese Aussage soll indes keine Geringschätzung der Interpretationen dieser Pianisten sein, sondern vielmehr verdeutlichen, daß sie eben dem Geschmack und dem Zeitgeist zu der Zeit, als sie entstanden, entsprachen. Dank seiner akribischen Vorbereitung jeder neuen Aufnahme gelang es Zimerman hingegen, eine ganz neue Herangehensweise an die großen Impressionisten zu etablieren: anstelle intensiven und fein austarierten Klangs setzte er auf extremere Dynamik, raschere Tempi und eine stets präsente Rhythmik, die nicht nur alibihaften Charakter hat, sondern den Werken ein Rückgrat verleiht, das sie daran hindert, völlig auseinander zu fallen.
Gleich die ersten beiden Préludes wirken im Lichte dieser neuen Herangehensweise viel transparenter, trotz ihres langsamen Tempos fließender und homogener als man dies bisher gewohnt war. In "Le vent dans la plaine" wird der markante Rhythmus sehr viel deutlicher spürbar als sonst - allerdings weist Zimerman eben auch eine weitaus bessere Technik als etwa Gieseking auf, der doch dafür bekannt war, des öfteren auf diesem Gebiet etwas nachlässig zu agieren. Besonders deutlich wird die neue Ästhetik in "Ce qu'a vu le vent d'ouest", denn zuvor hatte wohl noch kein anderer Interpret einen derartig entfesselten Orkan auf die Tastatur gezaubert. Die beiden umrahmenden Préludes "Des pas sur la neige" und "La fille aux cheveux de lin" sind dagegen überaus poetisch geraten - mit welcher Leichtigkeit Zimerman diesen Kontrast meistert, ist phänomenal, aber eben auch das Ergebnis der minutiösen Beschäftigung mit diesen suggestiven Piècen. In "La puerta del vino" oder "La sérénade interrompue" wird der Unterschied zu Interpretationen früherer Tage aufgrund der kernigen Rhythmik und den schroffen Betonungen besonders deutlich. Zimerman beherrscht aber auch die gesamte Palette an Artikulation, was etwa in "La terrasse des audiences du clair de lune" deutlich wahrnehmbar ist. Der Schönheiten und neuartigen Einsichten sind so viele in dieser Doppel-CD, daß sich die Liste an Beispielen nahezu beleibig fortsetzen ließe. Die makellose Aufnahmetechnik wertet die Interpretationen sogar noch weiter auf.
Diese Aufnahme markiert nichts weniger als den Beginn einer neuen Zeitrechnung: es ist inzwischen offensichtlich, daß die Debussy-Interpreten heutiger Tage wie Planès, Aimard oder Bavouzet die neue Ästhetik aufgenommen und voll und ganz verinnerlicht haben. Es ist daher wohl nicht vermessen, von zwei legitimen Referenzaufnahmen der Debussy-Préludes zu sprechen (Michelangeli und Zimerman), auch wenn - stilistisch gesehen - beide kaum weiter voneinander entfernt sein könnten. Beide Versionen sind mir jedenfalls ein steter Quell der Freude geblieben und können vorbehaltslos empfohlen werden. Der neuen Einspielung von Pierre-Laurent Aimard läuft Zimerman jedenfalls ganz klar den Rang ab.
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8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schattenlos, 25. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Preludes Heft 1 und 2 (Audio CD)
Krystian Zimerman ist gewiss ein Anschlagskünstler ersten Ranges. An die Zwischentöne und Halbschatten, die Arturo Benedetti Michelangeli anlässlich seiner Aufnahme der Préludes aus dem Flügel herausgeholt hat, versucht er allerdings gar nicht erst anzuknüpfen. Zimermans Debussy ist deutlicher konturiert, weniger auf das kunstvolle Verschleiern der Farben ausgerichtet als auf klare Linien, weniger mürbe und müde als temperamentvoll und kalkuliert. Nicht selten klingt das ausgesprochen ungewohnt, wenn es etwa in "Le vent dans la plaine" plötzlich aus den Figurationen gleißend herauskracht. Daneben beweist Zimerman eine ungeheure Fähigkeit, einen formalen Bogen zu spannen, auch wenn er, wie etwa in "La cathedrale engloutie", nur mit wenigen Tönen angedeutet ist. Dennoch gebührt Michelangelis Aufnahme der Vorzug, sie ist nicht nur eine kongeniale Interpretation der Debussy-Préludes, dieses Prädikat mag man Zimermans Aufnahme nicht verweigert, sondern markiert in der Geschichte des Klavierspiels einen neuen technischen Standard.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Preludes Heft 1 und 2 Krystian Zimerman, 9. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Preludes Heft 1 und 2 (Audio CD)
Einfach schön. soviel Gefühl und das präzise Spiel haben nur wenige Pianisten. Es ist einfach himmlisch zu zu hören.
Danke.
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Preludes Heft 1 und 2
Preludes Heft 1 und 2 von Krystian Zimerman (Audio CD - 1994)
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