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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beethoven Ouvertüren in der Referenzeinspielung, 4. Februar 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Ouvertüren (Ga) (Audio CD)
Die Ouvertüre dient ursprünglich zur Eröffnung eines größeren Musikstückes oder leitet beispielsweise eine Festlichkeit ein. Auch die Ouvertüren von Ludwig van Beethoven sind zu eben diesem Zwecke bestimmt. Nur allerdings leiten viele von ihnen Vokalwerke, die ja nicht zu Beethovens bekanntesten Werken zählen. So ging das Andenken an das eigentliche Musikstück verloren, die Ouvertüre aber blieb erhalten - und heiß geliebt.
Von vielen vergöttert stellt sie auch für Laien eine äußerst ansprechende musikalische Gattung dar. Wegen ihrer Knappheit, die in aller Regel den Inhalt des Vokalwerks widerspiegelt oder auf den jeweiligen Anlass vorbereitet, sind Ouvertüren stets dicht. Ihre Aufführungsdauer beträgt zwischen sechs und 15 Minuten.
Dadurch dass der Komponist mit seinem Beitrag zu dieser Gattung einen gewaltigen Vorstoß schaffte, wurden viele nachfolgende Komponisten beeinflusst und der Usus der Ouvertüre wandelte sich grundlegend: In vielen Fällen erscheint die Ouvertüre nicht mehr als zweckdienlich, sondern als zweckentfremdet, geradezu als kleine sinfonische Dichtung, die sich mit einem gewissen Topos befasst; so zum Beispiel Brahms' Tragische Ouvertüre oder die Akademische Festouvertüre des gleichen Komponisten. Die bekanntesten Beispiele sind Tchaikovskys Ouvertüren: die Romeo und Julia Ouvertüre, die 1812 Festouvertüre oder die Francesca da Rimini Ouvertüre. Aus dieser Stilrichtung entwickelte sich dann die eigenständige Gattung der sinfonischen Dichtung.
Und einmal mehr zeigt sich Beethovens enormer Einfluss auf nachfolgende Epochen.

a) Die Ouvertüren zum Ballett "Die Geschöpfe des Prometheus" und zu Collins Trauerspiel Coriolan
Beethovens erster Versuch im Bereich der Ouvertüren war die Ouvertüre zu seinem Ballet "Die Geschöpfe des Prometheus", das die Opuszahl 43 trägt. Es entstand 1800/ 1801 und wurde im Wiener Burgtheater am 28. März 1801 uraufgeführt.
Beethoven verarbeitet hier revolutionäre Gedanken der Französischen Revolution, so dass innerhalb der Satzfolge Adagio - Allegro molto con brio ein lustiger Tanzreigen entsteht, der zu Beethovens Lebzeiten zu seinem Leidwesen auf wenig Anklang traf. Auch heute noch zählt diese Ouvertüre zu den weniger beliebten.

Heinrich Joseph von Collins Trauerspiel über den römischen Soldaten Coriolanus hingegen gehörte zu Beethovens beliebtesten Vokalwerken und die Ouvertüre in Moll erscheint auch dem heutigen Hörer noch als vollkommen. Sie ist dem Autoren selbst gewidmet und trägt die Opusnummer 62. Komponiert wurde sie 1806/ 1807 und am 1. März 1807 im Palais Lobkowitz uraufgeführt. Sie besteht aus einem simplen Allegro con brio.
Das Leid des idealistischen Ritters wird eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht, obzwar es gelegentlich so scheint, als wäre durchaus noch Luft nach oben gewesen.

b) Die Ouvertüren zu Beethovens Oper Leonore/ Fidelio
Zu seiner einzigen Oper, die in ihrer Urfassung Leonore hieß, zweimal überarbeitet wurde und schließlich in ihrer Endversion Fidelio hieß und so einigermaßen beliebt war beim zeitgenössischen Publikum, schrieb Beethoven drei Ouvertüren Leonore I, II und III und schlussendlich eine knappere, thematisch passendere Fidelio.
Zur ersten Fassung seiner Oper verwandte er die zweite der drei Leonore Ouvertüren op. 72. Diese wurde 1805 komponiert und zusammen mit der Oper im Theater an der Wien am 20. November 1805 uraufgeführt - und fiel beim Publikum durch. Nach der ersten Überarbeitung 1805/ 1806 schrieb er die dritte Ouvertüre op. 72a, die er nur wenig abänderte. Uraufgeführt wurde diese zweite Version am 29. März 1806 ebenfalls im Theater an der Wien. Beiden zueigen ist die Satzfolge Adagio - Allegro. Sie zeichnen sich durch geheimnisvolle Züge am Anfang aus, die in ein sehr einprägsames Allegro münden, welches die Beliebtheit dieser Ouvertüren ausmacht.
Die endgültige Version schrieb Beethoven 1814; uraufgeführt wurde sie am 23. Mai 1814 im Kärtnertortheater in Wien. Nun hieß sie Fidelio, trug die Opusnummer 72b und zumindest ihre Ouvertüre wurde ein voller Erfolg: Ein feuriges, vollkommenes Allegro erzeugt ein schnell verrauschendes Bild, welches sehr ausdrucksvoll ist. Formal ist diese Ouvertüre passender, weil sie in knapper Form den Inhalt des Fidelio wiedergibt. Der strahlende Held erreicht nach zahlreichen Strapazen die höchsten Weihen - ein Lieblingsmotiv Beethovens.
1807 komponierte der Meister zusätzlich eine Ouvertüre autonom. Diese wurde erst posthum veröffentlicht unter der irreführend hohen Opusnummer 138 und am 7. Februar 1828 in Wien uraufgeführt. Andante con moto - Allegro con brio - in dieser Satzfolge entwickelt Beethoven knapp ein Abbild vom Inhalt der Oper - zugegebenermaßen eine nicht allzu überzeugende Ouvertüre.
Zwar zählt die Fidelio Ouvertüre heute zu den beliebtesten aller Ouvertüren, die Oper jedoch nicht, vielleicht auch deshalb, weil der Meister innert ihres Gefüges keine neuen Wege beschreitet.

c) Die Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel Egmont
Die Egmont Ouvertüre op. 84 c moll ist wohl die beliebteste aller Beethoven Ouvertüren. Beethoven war von "diesem Egmont", den Johann Wolfgang von Goethe in seinem Trauerspiel projizierte, so angetan, dass er ihm eine Schauspielmusik widmete, welche zugegebenermaßen ein Kleinod ist - und dennoch bis auf die Ouvertüre vergessen. Zwischen 1809 und 1810 komponiert wurde sie am 15. Juni 1810 in Wien uraufgeführt.
Im Sostenuto, ma non troppo werden die Klagen der besetzten Niederlande dargestellt, die schließlich im Allegro durch Egmonts Tod befreit werden. Eine wundervoll düstere Einleitung weicht einem letztlich strahlenden Finale. Goethe selbst gab dieser Schauspielmusik seinen Segen.

d) Die Ouvertüren zu den Singspielen "Die Ruinen von Athen" und König Stephan
August von Kotzebues Schauspiel "Die Ruinen von Athen" ist von revolutionärem Charakter. Das dazugehörige Singspiel Beethovens, das heute kaum mehr aufgeführt wird, wurde 1811 komponiert und am 10. Februar 1812 uraufgeführt. Widmungsträger von op. 113 ist Friedrich Wilhelm IV. Kaiser von Preußen.
Obwohl diese Ouvertüre (Andante con moto - Allegro, ma non troppo) zu den unbekannteren Beethovens zählt, ist sie von erstaunlicher, schlanker Schönheit, die türkisch/ griechisch angehaucht ist.

Ebenso von August von Kotzebue stammt das Schauspiel König Stephan, das Beethoven 1811 zu einem Singspiel arrangierte, das die Opuszahl 117 führt. Das Werk ist ebenso dem preußischen Kaiser gewidmet und wurde im selben Konzert wie "Die Ruinen von Athen" uraufgeführt.
Nach einem Andante con moto folgt ein stürmisches, revolutionäres Gedankengut produzierendes Presto, das orientalisch angehaucht ist. Leider wird auch diese Ouvertüre heute viel zu selten gespielt, was allerdings nichts über ihre Qualität aussagt.

e) Die zwei Festouvertüren "Zur Namensfeier" und "Die Weihe des Hauses"
Als Nebenprodukt zur neunten Sinfonie ist die Ouvertüre "Zur Namensfeier" formal recht anspruchslos. Beethovens op. 115 wurde zwischen 1814 und 1815 komponiert und wurde 1815 in Wien uraufgeführt. Nach einem brachialen Maestoso folgt ein kleines aber feines Allegro assai vivace, welches eine dichte Motivik durchstrickt, die in ein ekstatisches Finale mündet.
Heute wird diese Ouvertüre kaum noch aufgeführt.

Die letzte von Beethoven komponierte Ouvertüre "Die Weihe des Hauses" op. 124 entstand 1822 anlässlich der Einweihung des Josephstädter Theaters. Formal und inhaltlich orientiert sie sich an "Die Ruinen von Athen" und Händels Ouvertüren und wurde am 3. Oktober 1822 uraufgeführt. Gewidmet ist sie dem Fürst Galitzin.
Die Ouvertüre öffnet mit einem Maestoso e sostenuto, welches zu Beethovens schönsten Einleitungen zählt. Es macht für ein weniger brillantes Allegro con brio Platz, welches aber dennoch seine Momente hat. Auch diese Ouvertüre wird heute kaum noch zur Aufführung gebracht.

Herbert von Karajan erreicht zusammen mit seinen Berlinern eine derartige Klangschönheit, -fülle und -vielfalt, dass dem geneigten Hörer das Herz aufgehen wird.

Fazit: Auch wenn ich die Einspielung der Sinfonien unter Karajan nicht allzu sehr schätze, gebe ich dieser Einspielung meine absolute Empfehlung, weil er stets das richtige Tempo trifft und auch den unbekannteren Ouvertüren die ihnen gebührende Achtung schenkt.
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5.0 von 5 Sternen Ouvertäre (Ga), 6. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Ouvertüren (Ga) (Audio CD)
Für diese CD bin ich sehr dankbar, sie ist eine wahre Rarität. Erstens werden die Stücke nicht mehr so oft gespielt wie in der Zeit der Aufnahme und Karajan im Zenit seines Schaffens. Einmalig schön... nur zu empfehlen.
Manfred Schäfer
Alsenz
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5.0 von 5 Sternen Leonore Nr. 1 und König Stephan gefallen mir !!!!, 7. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Ouvertüren (Ga) (Audio CD)
Sie beiden sind sehr optimistisch unter unseren Dirigentmeister Karajan.Einmal habe ich Masurs Beethovenouvertüren gehöhrt.Kein besonderer Eindruck.Damals vernachlasse ich sofort Leonore Nr .1.
Aber heute erinnert mich Karajans Klang an die schöne Textile der Ouvertüre.
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Ouvertüren (Ga)
Ouvertüren (Ga) von Ludwig Van Beethoven (Audio CD - 1989)
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