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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Big Exile
Also,auch ich bin keine Experte, Musikjournalist o.ä. sondern bewerte diesen Artikel rein subjektiv aus meiner Perspektive, die eines normalen Musikfans. Ich habe den Kauf des Sets mit den zusätzlichen Archiv-Aufnahmen,den gut gelungenen remasterten original-Songs und dem sehr hochwertig gestalteten Foto- Buch mit den genialen und raren Fotografien aus der...
Veröffentlicht am 15. Mai 2010 von G.-Point

versus
32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Happy...?
Sie hatten es ja spannend gemacht: beim Erscheinen der Stones-Remasters im Mai 2009 war "Exile on Main Street" für den Herbst '09 angekündigt, um uns dann doch noch ein halbes Jahr warten zu lassen. "Exile on Main Street" war nie mein Lieblingsalbum der Stones, aber als treuer Fan brauchte ich natürlich die Deluxe-Edition. Das Album selber werde ich bei...
Veröffentlicht am 16. Mai 2010 von Toby Tambourine


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32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Happy...?, 16. Mai 2010
Von 
Toby Tambourine (Gießen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Sie hatten es ja spannend gemacht: beim Erscheinen der Stones-Remasters im Mai 2009 war "Exile on Main Street" für den Herbst '09 angekündigt, um uns dann doch noch ein halbes Jahr warten zu lassen. "Exile on Main Street" war nie mein Lieblingsalbum der Stones, aber als treuer Fan brauchte ich natürlich die Deluxe-Edition. Das Album selber werde ich bei Gelegenheit mal gesondert rezensieren, hier geht es mir nur um die vorliegende - nummerierte - Deluxe Edition:

Das Mastering entspricht erwartungsgemäß dem der 2009er Remasters, bei denen sich die Klangverbesserung umso deutlicher offenbarte, je älter die Alben waren: die Songs klingen etwas fetter, sind aber auch, dem Zeitgeist entsprechend, stärker komprimiert als auf den '94er Remasters. Der Moment z.B., in dem Charlie im Intro von Loving Cup mit seinem Schlagzeugbreak einsteigt, war schon auf Vinyl von solcher Dynamik, dass er mir seit dem ersten Hören in Erinnerung geblieben ist; die starke Kompression hat Momente wie diesen einfach eliminiert.

Von den Outtakes auf der gut 40 Minuten langen Bonus-CD (mit anderer Titelprogrammierung als auf der Doppel-CD) kannte ich noch keinen, obwohl mir ein paar Songtitel von Bootlegs bzw. aus der einschlägigen Literatur darüber bekannt vorkamen, z.B. Pass the Wine oder Good Time Women, die Urfassung von Tumbling Dice. Die Songs geben einen guten Einblick in die Arbeitsweise und die Atmosphäre während der Sessions, die Klangqualität ist über jeden Zweifel erhaben, weit entfernt von Bootleg-Qualität. Loving Cup, das die Stones bereits beim '69er Hyde-Park-Konzert vorstellten, ist hier ein grooviger, offenbar früherer, reizvoller Take. Soul Survivor ist ein alternativer Mix mit Keith als Sänger. Bei den "Exile"-Outtakes bin ich wie gesagt nicht genug zu Hause, um beurteilen zu können, ob dies nun die wichtigsten waren, aber verzichten möchte ich auf sie auf keinen Fall. Durch einen Kommentar zu einer anderen Rezension wurde ich darauf aufmerksam, dass Jagger den Gesang zu einigen Songs nachträglich eingesungen hat, was die lange Wartezeit erklären könnte; bei ein paar Songs auf der Bonus-CD klingt sein Gesang tatsächlich mehr nach 2000-x als nach 1971.

Für ein paar Mankos gibt's den Punktabzug: die LPs stecken derart fest in den (ungefütterten) Innenhüllen, dass man sie nur mit Kraft herausbekommt, und diese sind leider recht lieblos reproduziert, wie die körnige Druckqualität und die stark verblassten Klebestreifen zeigen.

Die früheren Alben beigefügten Postkarten sind hier zwar etwa in doppelter CD-Größe wiedergegeben, aber unverständlicherweise auf vier Stück begrenzt, hier wurde an falscher Stelle gegeizt; die gesamte 12-teilige Serie wird, samt Kommentaren, nur im Buch wiedergegeben. (Meine Japan-CD von '94 enthielt die ganze Serie in Mini-Format.)

Das 64-seitige Buch zeigt schöne Schwarz-Weiß-Bilder in und um Keiths Villa (u.a. auch von seiner legendären Plexiglas-Gitarre, die später gestohlen wurde) sowie farbige Live-Fotos und Plakate, Backstage-Pässe, Setlisten und Presseartikel von der '72er Tournee, einige Kommentare von Bandmitgliedern und Tontechnikern etc., aber auch viel freien Platz (nebenbei erschien "Sticky Fingers" 1971, nicht 1970); da wäre etwas mehr drin gewesen.

Die 30-minütige Bonus-DVD ist ein schlechter Witz: mit den angekündigten Filmen "Stones in Exile" und "Cocksucker Blues" (je 11 Min.) wird einem lediglich in Trailerform der Mund wässrig gemacht; von "Ladies and Gentlemen...The Rolling Stones" (7 Min.) gibt's nur Happy und All down the Line zu sehen. "Stones in Exile" ist für Juni 2010 auf DVD angekündigt, die anderen werden hoffentlich folgen, so lange kann ich dann auch noch warten.

Vinyl-Liebhaber werden sich über die beigefügte Doppel-LP freuen; für meine Zwecke tun's denn aber weiterhin meine gut erhaltene 70er-Pressung und die remasterte Doppel-CD.
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136 von 146 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen man kann einen guten ruf auch ruinieren..., 19. Mai 2010
Vorneweg: die drei Sterne gelten für die vorliegende Remaster-Edition und sagen nichts über die Qualität der Musik des Original-Albums aus! Schon beim ersten Durchhören von CD 1 (Album mit den ursprünglichen Songs) fällt einem die mangelnde Dynamik auf - das klingt alles irgendwie lahmer, als mans in Erinnerung hat. Legt man dann zum Vergleich einmal die LP von 1972 auf, stellt man sehr schnell fest, daß hier die Post abgeht. Nicht nur das, gerade auch beim Anfang von "Rocks off" wird sogar das Gitarrenriff in der Remasterversion zu stark in den Hintergrund gedrängt, ein völlig anderes Klangbild entsteht. Und das geht so weiter. Also: wenn man die Musik wirklich genießen will, sollte man die LP hören! Der eigentliche Grund für den Kauf der Doppel-CD war für mich aber die 2. CD - die mit dem bisher unveröffentlichten Material. Auch hier: das war aus gutem Grund unveröffentlicht! Okay, ein oder zwei gute Songs sind dabei - aber der Rest ist unfertig, schlampig von der Songstruktur her und damals mit Recht verworfen worden. Darüberhinaus hat man durch Nachbearbeitung versucht, die Songs aufzumotzen - in den Backgroundvocals wird Lisa Fischer aufgeführt, die zum Aufnahmezeitpunkt von "Exile.." gerade mal 9 Jahre alt war....auch bei der Stimme Mick Jaggers habe ich den Verdacht, daß sie bei mindestens 1 Song neu eingespielt wurde...Es entsteht der Eindruck einer kleinen Mogelpackung. Das gilt auch für die gesamten neuaufgelegten Remaster-Alben seit 1971 - klanglich kein Unterschied zu den schon vorliegenden, noch nicht einmal die Booklets taugen 'was. Billige Faltblätter mit Mini-Repros der Albenvorder - und Rückseiten. Keine näheren Angaben zur Entstehung, Session etc. Man sollte sich da 'mal ein Beispiel an den Beatles-Remasters oder den Who-Remasters nehmen!
Mein Tipp: die CD-Ausgabe aus den neunzigern oder die LP!
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Big Exile, 15. Mai 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Also,auch ich bin keine Experte, Musikjournalist o.ä. sondern bewerte diesen Artikel rein subjektiv aus meiner Perspektive, die eines normalen Musikfans. Ich habe den Kauf des Sets mit den zusätzlichen Archiv-Aufnahmen,den gut gelungenen remasterten original-Songs und dem sehr hochwertig gestalteten Foto- Buch mit den genialen und raren Fotografien aus der "Exile-Zeit" nicht bereut.Ich höre zwischen der herkömmlichen und remasterten Version deutlich mehr Dynamik und Tiefe heraus, aber keine zusätzlich eingespielten Spuren oder Overlays/Dubs. Bekanntlicher Weise findet beim Mastering seit Beginn der 1990er Jahre zunehmend eine starke Kompression statt (Loudness) wobei festzustellen ist, dass es im Bereich der CD und der mp3-Produktion zu einem massiven Dynamikverlust kommt und die Aufnahme vor 1990 meistens eine deutlich höhere Dynamik bietet. Dies liegt meiner ( ! ) Meinung nach hier nicht vor, sondern dieses Werk klingt in meinen Ohren nach einem sehr gelungenen und behutsam durchgeführten aber wirkungsvollem Remastering .Das mag auf der Zweiten Bonus Track-CD anders sein. Hier wurde m.M.n.Micks Stimme bei einigen Stücken auch etwas stärker in den Vordergrund gesetzt,Gesanglich und auch instrumental evtl. "nachgeholfen" , was mich persönlich aber weniger stört.Die Bonustracks erreichen bis auf zwei bis drei Aufnahmen ("Ploundered my Soul","So Divine" und "Good Time Woman" )auch nicht das Niveau des ursprünglichen Exile-Material,was ich aber auch keinesfalls erwartet habe ! Insgesamt würde ich die Bonustracks aber als relativ gelungen und hörenswert einstufen.Auf der DVD sind die Filme "Stones in Exile " "Cocksucker Blues" (bisher keine offizielle Veröffentlichung) und "Ladies & Gentlemen (Sehr mitreißende aber knappe Live Performance "Happy" und "All down the Line" ). Das Film-Material ist leider stark gekürzt, Cocksucker Blues allein schon (selbstredend) der Drogen-Szenen wegen was aber natürlich auch nicht den Großteil ausmacht. Warum man so viel am Original Film geschnitten hat bleibt mir ein Rätsel.Die Qualität ist dafür leicht verbessert und für Stones-Fans, die diese Filme noch nicht kennen ein sehr interessantes Material aus dieser Zeit.Die alles in allem hochwertige Ausführung dieser Limited Super Deluxe Edition ist für mich persönlich das Geld Wert und bereitet mir großen Spaß !
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von einem Haufen vollgedröhnter Musiker..., 31. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Exile on Main St [Shm-CD] (Audio CD)
Über kein Stones-Album ist in den letzten Jahrzehnten so viel geschrieben worden wie über dieses, sehr spannend zu lesen ist z.B. Exile On Main St.: Ein höllischer Sommer mit den Rolling Stones. Jetzt, fast 40 Jahre nach der Erstveröffentlichung des Albums, hat man mit dieser in Japan produzierten SHM-SACD die Möglichkeit, sich in die Aufnahmesessions 1971 im südfranzösischen Nellcôte oder 1972 in Los Angeles zu versetzen. Die Transparenz dieses DSD-Remasters ist schlichtweg faszinierend, jedes Instrument lässt sich auf einer plötzlich viel breiter als gewohnten Bühne genauestens heraushören, und zusammen klingt alles so druckvoll und dynamisch, wie ich es mir nicht besser hätte vorstellen können! Ich frage mich, wie schon bei Sticky Fingers oder Love You Live, ob für diese neuen Remasters gar erstmals wirklich die originalen Masterbänder von damals herangezogen wurden, der klangliche Unterschied z.B. zum letzten Remaster von 2009 ist jedenfalls wieder einmal frappierend! Die Aussage von dem "Haufen vollgedröhnter Musiker, die in einem Keller zusammenhockten und versuchten, eine Schallplatte aufzunehmen", stammt übrigens von Ex-Rolling Stone Mick Taylor. Nun denn, "Exile On Main St." mag vielleicht nicht ganz auf derselben Stufe stehen wie "Beggar`s Banquet", "Let It Bleed" oder "Sticky Fingers", beeindruckt in dieser SACD-Version dennoch von der ersten bis zur letzten Sekunde. Wie bei den übrigen Stones-SACDs aus dieser Reihe übrigens "nur" Stereo, kein Multichannel, Single Layer, und "nur die 18 Tracks des Originalalbums, keine Bonustracks der Exile On Main St. Deluxe von 2010.
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75 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Album wie ein Fest, 16. Januar 2003
Von 
Peter-Thilo Hasler (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Exile on Main Street (Audio CD)
Es ist schon seltsam mit Exile on Main Street. Kürzlich fragte mich ein Freund, listen-süchtig wie ich, nach meinen fünf Lieblingsliedern der Stones. Ohne zu zögern kam meine Antwort: Sympathy for the Devils, Wild Horses, Gimme Shelter, Honky-Tonk Woman, Brown Sugar, Street Fighting Man, Sister Morphine, oops, da waren es schon sieben. Dann fiel mir auf, dass keiner dieser Songs auf Exile zu finden ist, von dem ich glaube, dass es das beste Album ist, das die Stones je veröffentlicht haben. Exile ist kein Hit-Album als solches, es ist viel mehr als seine Einzelteile, es ist das Ganze, was zählt und was Exile besser macht als andere Stones-Alben.
Exile ist wie eine verrauchte Bar am Nachmittag, nicht unbedingt in der besten Umgebung, eher in der Randlage der Stadt. Die leeren Gläser werden hier nicht sofort aufgeräumt, die Bedienung hat schon bessere Tage gesehen und der Pianist verrichtet seine Arbeit routiniert. Serviert wird zumeist Bourbon und Bier. Und dennoch finden hier oft die wildesten Parties statt, an die man sich sein ganzes Leben erinnert, ausgelassene und nicht enden wollende Feste hart arbeitender Menschen, leidenschaftlich und unverstellt. Genau so ist Exile on Main Streets, ein brüllendes Fest voller Blues, Rock, Country und Gospel, ein Album wie aus einem Guss, wo die besten Augenblicke unvorhergesehen kommen und das mit all jenen Unvollkommenheiten versehen ist, die seit langem in den Tonstudios ausgemerzt werden. Exile ist der Grund, weshalb die Stones sich gegründet haben!
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41 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Stones im Exil - Essentielles aus Keiths Keller, 16. August 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Exile on Main Street (Audio CD)
Die Rolling Stones hatten in den Jahren 1968 - 1972 einen einmaligen Lauf. Trotz zahlreicher Schwierigkeiten (der erzwungene Ausstieg von Ex - Bandchef Brian Jones, der kurz danach unter mysteriösen Umständen starb, die Katastrophe von Altamont, der lange Rechtsstreit mit Ex - Manager Allen Klein, zahlreiche Zusammenstöße mit den Behörden usw.) entstanden nacheinander vier Alben, die stets an vorderster Stelle genannt werden, wenn es um die Zusammenstellung der besten Platten aller Zeiten geht. Nach "Beggars Banquet", "Let It Bleed" und "Sticky Fingers" bildet "Exile On Main Street" den grandiosen Abschluß der "Big Four".
Anfang der 70er hatten die Stones aufgrund der exorbitanten Forderungen der britischen Steuerbehörde ihre Wohnsitze nach Südfrankreich verlegt und nach dem Auslaufen ihres Plattenvertrags mit der DECCA ihr eigenes Label, "Rolling Stones Records" mit der berühmten Zunge als Logo, gegründet. Die erste Veröffentlichung, "Sticky Fingers" von 1971 wurde von der Kritik hochgelobt und brachte die finanziell klammen Stones (die Rechte an sämtlichen Stones - Songs bis zu diesem Zeitpunkt lagen bei der DECCA) wieder auf Vordermann. Ein Jahr später erschien der nächste Klassiker. "Exile On Main Street" entstand zum größten Teil im feuchtkalten Untergeschoß von Keith Richards' Villa Nellcote, den Strom für das Equipment zog man sich illegal von einer Stromleitung, die durch den Villenpark führte.
Als das Album schließlich erschien, wußte man zunächst nicht viel damit anzufangen, die Kritik konnte sich nicht mit dem rauhen, unfertig wirkenden Produktionsstil anfreunden, auch fehlten hier die herausstechenden Hitsingles, die frühere Stones - Alben geprägt hatten (einzig "Tumbling Dice" schaffte es auf Platz 5 der US - Charts). Heute gilt gerade die rohe Produktion als stilprägend, die durchgehend ausgezeichnete Qualität des Songmaterials und die auf dem Album herrschende kraftvolle Stimmung sicherten "Exile" seinen verdienten Platz ganz oben in den All - Time - Charts und für viele ist es das beste Rock - Album aller Zeiten.
Was auch immer in Keiths Keller passierte, nie zuvor und nie danach zeigten die Rolling Stones derartige Kreativität, wenn es um das Vermischen von Stilen zu etwas ganz Neuem ging, sämtliche Einflüsse, die die Band jemals geprägt hatten, vermengen sich hier zu einer brodelnden Mixtur, "Exile On Main Street" ist das bunteste, chaotischste und wildeste Album, das die Stones jemals gemacht haben und erst nach mehrmaligen Anhören offenbart es seine ganze Magie.
Es beginnt mit "Rocks Off", einer lärmenden Rocknummer, deren Text von Paranoia und sexueller Vesagensangst geprägt ist. Ein sperriger, hochklassiger Opener.
Der nächste Klassiker ist "Tumbling Dice", die einzige Nummer von "Exile" die eine Top - Ten - Postion erreichte, ein unwiderstehliches Gemisch aus Rock, Funk, Blues und Soul mit Gospel - Chor. Die Nummer schwillt zu einer gewaltigen "Wall of Sound" an, um schließlich in einem langen Fade - Out zu verglühen. Unübertrefflich.
"Sweet Virginia" ist im Grunde feinster Country - Rock, wieder jedoch werden sämtliche Einflüsse anderer amerikanischer Musik zusammengekocht. Die Nummer wurde stilprägend für nachfolgende "Alt - Country" - Musiker, einer der ersten "Americana" - Songs, und das von einer urbritschen Band.
"Torn And Frayed" ist ein selbstironischer Blick in den Spiegel, in dem die Stones sich selbst als abgehalfterte Band karikieren und speziell Keiths Drogenabhängigkeit eine exponierte Rolle spielt.
"Sweet Black Angel" kommt als perkussive Nummer mit Karibik - Flair daher, im Kern ist es allerdings ein politischer Protestsong. Es geht um die schwarze Bürgerrechtlerin Angela Davis, die zu dieser Zeit im Gefängnis saß und zur Symbolfigur für die Behandlung politischer Gefangener wurde.
"Loving Cup" ist einer der wenigen Songs, die schon vor den Aufnahmesessions entstanden. Die Stones spielten ihn schon 1969 beim Hyde - Park - Konzert, bei dem der neue Gitarrist Mick Taylor einfgeührt wurde. Wieder ein Mix aus Rock und Gospel, geprägt von Nicky Hopkins' wilden Piano - Läufen, der Text voller Liebeshunger und Angst vor dem Versagen, ein energiegeladenes Angstlied.
"Happy" ist die zweite Singleauskopplung von "Exile". Geprägt wird die Nummer (Keith Richards am Mikro) von dessen ungewöhnlich gutem Gesang. Der Song wurde eine Art Markenzeichen für Keith und hat noch heute seinen festen Platz im Konzertrepertoire.
"Ventilator Blues" ist ein Credit an den Aufnahmeort, Keiths feuchten, stickigen Keller, in dem laut Mick Taylor nur ein einzger Ventilator etwas Linderung schuf. Ein um ein bleischweres Riff herum gebauter Blues, der direkt aus dem schwülen Mississippi - Delta zu kommen scheint, geprägt von Mick Jaggers schleppendem Gesang und einem famosen Solo des Gitarren - Virtuosen Taylor, dem technisch besten Gitarristen, den die Stones je hatten.
"Let It Loose" ist wieder ein Mix aus sämtlichen Stilen, die die Stones draufhatten, eine Gospel - Nummer mit mexikanischen Bläsern, mit zwei genialen Gastsängerinnen (Shirley Goodman und Tammi Lynn), tiefschwarz, innig und hingebungsvoll.
"All Down The Line" ist der typischste Stones - Song auf diesem Album. Auch dieser Song entstand schon 1969, fand in einer von Keith und Mick Taylor gnadenlos vorangetriebenen Version seinen Platz auf "Exile" und gehört zu den ewigen Favoriten im Live - Repertoire der Stones.
"Stop Breaking Down" stammt ursprünglich vom geliebten Blues - Genie Robert Johnson, die Stones machen jedoch eine komplett eigene Nummer daraus. Genial hier das Zusammenspiel von Taylors Bottleneck - Gitarre und Mick Jaggers Harmonika.
"Shine A Light" ist Mick Jaggers großer Auftritt, einer der stärksten Stones - Songs überhaupt, der während der letzten Tourneen einen festen Platz im Programm hatte. Die Band ist in Hochform, der Frontmann zieht alle Register, ein genialer Mix aus Southern Soul und Gospel.
Mit "Soul Survivor" endet das Album genauso energiegeladen, wie es beginnt. Wieder duellieren sich die beiden Gitarristen auf höchsten Niveau und spielen doch genial zusammen, während Jagger unwiderstehlich die Vokale in die Länge zieht.
"Exile On Main Street" wird nicht duch den großen Superhit geprägt, es ist ein Album voller phantastischer Songs, ein absoluter Höhpunkt in der Discographie der Stones und eine der wichtigsten und einflußreichsten Platten der Rockgeschichte, das seine Sperrigkeit nach mehrmaligem Anhören verliert.
Eine Plattensammlung ohne dieses Album ist keine.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Flucht, Bauchmusik und Experimentierfreude, 28. April 2010
Von 
Gerhard Mersmann "GM" (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Und wieder erscheint eines der größten Alben der Rockgeschichte in überarbeiteter Form die interessierte Zuhörerschaft und wieder wird die Legendenbildung bemüht, um die Attraktion des zumeist doch schon Bekannten zu erhöhen. Bei dem Album Exile on Main Street von der Rolling Stones ist das nicht anders. Und dennoch lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen und zu hören. So kann man natürlich verstehen, dass der begnadete Marktstratege Mick Jagger Anfang der siebziger Jahre, als man vor britischen Polizei- und Finanzbehörden auf der Flucht war und die gar nicht marktfördernden Skandale mit der Morgenpresse regelmäßig präsentiert bekam, aus einem Fluchtvorgang gleich ein Exil machte, was sich immer besser anhört, weil es ja eine politische Dimension besitzt.

Was sich allerdings in Richards' Villa in Südfrankreich in diesem Sommer abspielte, kann eigentlich noch besser mit dem Wort Exzess als mit dem des Exils beschrieben werden. Sprich: die Stones saßen von den letzten Etappen ihres Karriereverlaufs, Trennung und Tod von Brian Jones, das Desaster von Altamont, Steuerschulden, ein Rechtsstreit mit Manager Allen Klein etc. ziemlich angepisst zusammen und wussten nicht so recht, wie es weiter gehen sollte. Im Grunde war dieser an sich missliche Umstand der Glücksfall, denn die Stones flüchteten sich eben nicht nur in die Exzesse, sondern sie erinnerten sich auch dessen, was sie zusammengebracht hatte.

Die Musik, die in diesem Sommer entstand, brach doch im Wesentlichen mit den vorangegangenen, sehr erfolgreichen Alben. Die Stücke, die auf Exile on Main Street zu hören sind, zeichnen sich einerseits durch ein starkes, authentisches Bauchgefühl aus und dokumentieren eine vorher nicht da gewesene Experimentierfreude. Dominieren bei Rocks Off noch die Londoner Kellerriffs, ist bei Tumblin'Dice schon ein Hauch von Südstaaten vorhanden und bei Sweet Virginia fragt man sich, ob man es noch mit einer europäischen Band zu tun hat. Mit dem Ventilator Blues schufen sie einen All Time Favorit für jeden Film über die Südstaaten und bei Shine A Light klopft vernehmbar der Gospel an die Tür. Das Bonusmaterial, welches aus Konserven gespeist wurde, die aus den Sessions in diesem Sommer stammten, verdeutlicht einmal mehr die Rückbesinnung auf die eigenen Stärken, den ungeheuren Spaß an der Musik und die Offenheit für Neues. Alles dies sollte in Exile On Main Street seinen Höhepunkt erfahren. Nie wieder danach waren die Stones so leidenschaftlich vertraut mit ihrer eigenen Musik, nie wieder so zweckfrei, was den Erfolg anbetraf und nie wieder so offen. Das macht den Wert dieser Aufnahmen aus, die alle nun in anderer Tonqualität und Dynamik vorliegen und die sich jeder zu Gemüte führen sollte, der die Gassenhauer nicht mehr hören kann und der wissen will, wie der R&B in Europa zu einer seiner besten Zeiten geklungen hat!
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42 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exile jetzt gut remastered mit Bonustracks, 15. Mai 2010
Von 
Sjard Seliger (Neumünster, Schleswig-Holstein) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
So...da hier des öfteren Unstimmigkeiten wegen Rezensionen auftraten, die sich nicht mit den neuen Bonustracks befassten, werde ich jene hier nun genauer beschreiben.

Über das Album an sich muss ich wohl nicht mehr viel sagen, es ist genial, ein Meilenstein, Musikgeschichte und einfach Kult.
Die neuen Bonustracks lassen sich auf jeden Fall genau so gut anhören!
1. PASS THE WINE (SOPHIA LOREN)
-> Fängt verhalten an, klingt leicht bluesig, aber auch irgendwie entspannt und mysteriös, etwas reduziert in der Instrumentierung. Recht guter Song.
2. PLUNDERED MY SOUL
-> Poppig! Fast schon kommerziell, breitwandsoundig, verhältnismäßig üppige Arrangements bei den Instrumenten, wieder mit Backgroundgesang der Frauen, Mid-Tempo, eingängig und ein bisschen melancholisch, außerdem guter Text und Gesang. Zu empfehlen!
3. I'M NOT SIGNIFYING
-> Blues, nettes Piano-Intro, kommt erst langsam in fahrt, dem Song fehlt aber das gewisse etwas...nur mittelmäßig.
4. FOLLOWING THE RIVER
-> Eine langsame Ballade, traurig und hoffnungsvoll zugleich, sogar Einsatz von Streichern, mit 4:51 min m.E. etwas zu lang geraten, aber ganz nett.
5. DANCING IN THE LIGHT
-> Finde ich persönlich nicht so gut, ungewöhnlicher Rhythmus und Gesang nerven auf Dauer. Unteres Mitelmaß.
6. SO DIVINE (ALADDIN STORY)
-> Das Intro erinnert stark mich an "Paint It Black", klingt orientalisch (siehe Name, schöner Refrain, nett anzuhören, eher ein ruhiger Song.
7. LOVING CUP - ALTERNATE TAKE
-> Bekannt aus dem Original-Album, aber kaum Unterschiede zur normalen Version.
8. SOUL SURVIVOR - ALTERNATE TAKE
-> Rockiger als das Original, klingt so eigentlich besser, ziemlich bluesig und leicht verlängert, Lead-Gesang von Keith Richards.
9. GOOD TIME WOMEN
-> Bester Bonustrack!! Rock 'n' Roll vom feinsten, flott, unterhaltsam und rockt ordentlich, erinnert an "Tumbling Dice" gemischt mit "Stop Breaking Down", macht richtig Spaß beim Anhören. Super Song!
10. TITLE 5
-> Kurzes Instrumental, gut eingespielt mit interessant verzerrter Gitarre, rockig-bluesig, hört sich ein bisschen wie Deep Purple an, hätte in guter Song draus werden können. Potenzial vergeudet, trotzdem gut.

FAZIT: Die Bonus-CD überrascht mit einigen guten Stücken, die zu unrecht nicht aufs Album kamen, und Songs, die zurecht nicht veröffentlicht wurden. Im Großen und Ganzen überwiegt jedoch der postive Eindruck. Das Remastering ist auch okay, die Tracks sind deutlich transparenter und haben an Dynamik gewonnen. Eine gelungene Sache.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schön, aber..., 15. Mai 2010
Klasse Sache dieses remasterte und mit interessanten Bonustracks erweiterte Meilenstein-Album der Rockgeschichte. Gerade die Bonustracks geben doch viel über das Entstehen von "Exile" wieder. Zu empfehlen ist natürlich die DVD der Luxus-Edition, da fühlt man die Zeit mit ihrer Musik.

Manko: Warum versteckt man so einen guten Bonustrack wie "All Down The Line - Alternate Take" hier in der MP3-Edition und exclusiv bei AMAZON ? Das "normale" MP3-Album ist zudem teurer...Unklar was AMAZON/Universal da a tun. Daher nur 4 Sterne!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Edition!, 13. Dezember 2011
Von 
Antonio Cazzo - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
18 Songs der Rolling Stones in der DeLuxe Edition lassen das Herz des Fans höher schlagen,in der guten alten Zeit waren die Songs noch handgemacht,und das ist das besondere daran.Exile on main street ist einfach eine tolle Zusammenstellung der alten Klassiker.
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Exile on Main Street
Exile on Main Street von The Rolling Stones (Audio CD - 1995)
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