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Kundenrezensionen

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am 12. Juli 2001
Als Warnung gleich vorweg: Bei diesen CDs handelt es sich um eine Live-Aufnahme, was gemeinerweise erst im Booklet verraten wird. Glücklicherweise war die Aufführung konzertant, so dass dem Hörer das Gerumpel auf Bühnenbrettern erspart bleibt und die Sänger in gleicher Entfernung zum Mikrophon stehen. Auch das Publikum zeigt sich von guter Gesundheit: Nur wenige Huster stören das Hörvergnügen.
Und trotz "live" ist diese Aufnahme ein solches, vor allem Dank der Sänger. Matti Salmines Bass ist so brutal und gut wie immer. Allein das schon lohnt die Anschaffung. Die anderen Rollen sind gleichfalls gut und stimmungsvoll besetzt und werden gut verständlich ausgesungen: Am Orchester ist ohnehin nichts auszusetzen.
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am 18. Januar 2004
Der Freischütz unter Harnoncourt klingt, wie zu vermuten, anders, gegen den Strich gebürstet. Hier existiert keine einfache, schöne heile Welt, hier sind alle Figuren etwas tiefer angelegt. Kein wackerer Schütz Max, kein völlig durchtriebener Kaspar, aber ein absolut gruseliger, mit seinem Auftritt für Gänsehaut sorgender, Samiel. Für alle die mit dem Freischütz nicht (nur) die glückliche, heile Welt verbinden, eine sehr zu empfehlende Aufnahme.
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am 26. Dezember 2007
Ich erhielt diese CD vor 2 Tage als Weihnachtsgeschenk.

Nikolaus Harnoncourt zählt zu meinen Lieblingsdirigenten, doch gebe ich zu, bevor ich diese CD hörte, befürchtete ich er könnte zu schnell oder zu langsam an die Sache herangehen. Dies trifft jedoch nicht zu. Mit sicherer Hand leitet er die Berliner Philharmoniker, die Tempi passen meiner Meinung nach genau und in den richtigen Momenten (Ouverture, Wolfsschlucht, Finale, ...) ist die Spannung gerade noch erträglich.

Zu den Sängern:

Endrik Wottrich (Max) war für mich ebenso wie Luba Orgonasova (Agathe) vor dieser CD ein Fremdwort (wobei ich gleich anmerken möchte, dass ich im Genre Klassik erst seit 1-2 Jahren Erfahrungen sammle, dafür sehr intesiv), doch kann man ihnen nichts schlechtes nachsagen. Beide singen ihre Rollen sehr solide, wenngleich sie auch nicht an Rudolph Schock und Elisabeth Grümmer herankommen.

Christine Schäfer (Ännchen) begeisterte mich (und nebenbei Tausende andere) 2006 als Cherubino in Salzburg. Zwar kann sie in dieser Rolle nicht ganz so glänzen, doch wüsste ich nichts was ich zu bemängeln hätte.

Matti Salminen (Kaspar) ist einer der zwei besten Sänger auf dieser CD. Vor allem seine zweite Arie (Schweig, damit dich niemand warnt) fährt einem in Mark und Bein - sein fast unendlich langer Atem ist einfach überwältigend. Besser kann ich mir diese Arie nicht vorstellen.
Als Vergleich steht mir hier nur eine Kinder CD (Der Holzwurm der Oper erzählt: Der Freischütz) zur Verfügung, auf welcher sich Ausschnitte von Eugen Jochums Aufnahme aus dem Jahre 1960 befinden. Selbst an den großen Kurt Böhme kommt Salminen mit seiner Darbietung heran.

Wolfgang Holzmair (Fürst Ottokar) macht seine Aufgabe gut, auch wenn er (so wie niemand anderer) an Eberhard Wächter (1960) herankommt.

Gilles Cachemaille (Kilian) präsentiert sich als hämischer Bauer, seine Darbietung ist äußerst zufriedenstellend, aber nichts weltbewegendes.

Nun zum zweiten "Titan" dieser Aufführung: Kurt Moll (Eremit) glänzt wie fast immer. Ich gebe zu bedenken, dass Herr Moll für mich (neben Nikolai Ghiaurov) zu den zwei besten Bässen gehört, die die Welt je gesehen hat. Aus diesem Grund könnte die Beurteilung nicht vollkommen objektiv ausfallen. Herr Moll besticht vor allem durch seine Tiefe, sein Timbre und seine kräftige, voluminöse Stimme, die trotz der eher ruhigen Rolle wunderbar zur Geltung kommt.

Die einzigen (kleinen) "Mankos" an dieser CD sind meiner Meinung nach ein paar Teile der Wolfsschlucht. Die perfekte Darbietung dieser Szene findet man auf der CD mit Eugen Jochum von 1960. Nikolaus Harnoncourt dirigiert hier teilweise für meinen Geschmack etwas zu schnell, Ekkehard Schall (Samiel) verkörpert eher einen "etwas" bösen Menschen als einen verschlagenen, dämonischen Teufel. Bis jetzt fand ich noch niemanden der Ernst Ginsberg (Samiel 1960) das Wasser reichen konnte.

Als Brautjungfern möchte ich noch Dorothea Röschmann, Elisabeht von Magnus und Marcia Ballany erwähnen welche ihre Sache sehr gut machen (Christine Schäfer als vierte Brautjungfer brauche ich wohl nicht noch einmal zu erwähnen).

Summa Summarum ist diese CD meiner Meinung nach ein Must-Have für alle Freischütz-Fans, auch wenn sie nicht ganz perfekt ist (aber von welcher CD könnte man das schon behaupten?).

Trotzdem vergebe ich guten Gewissens 5/5 Punkten.
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am 21. August 2009
Das große Plus dieser Aufnahme sind der Dirigent und der Orchesterklang. (Harnoncourt erlaubt sich meiner Meinung nach nur eine misslungene Nummer. In "Oh, diese Sonne..." (Akt 1) sind einfach zu viele der von ihm so geliebten Generalpausen, als daß man hier die Spannung aufrecht erhalten könnte.) Was die Sänger betrifft, so schlagen sich alle tapfer, müssen sich aber im Falle des "Freischütz" an vielen namhaften und zumeist besseren Kollegen messen lassen. Ein sängerischer Totalausfall ist jedenfalls nicht zu beklagen, aber eben auch keine wirklich überragende Leistung.

Fazit: In seiner Gesamtwirkung bleibt der Carlos Kleiber "Freischütz" nach wie vor unübertroffen.
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