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5.0 von 5 Sternen Schmutz und Wahrheit
"Hans" Schützes Gegenrede wider Spahns "engelhafte Reinheit" verfehlt den Kern der Sache. Von Reinheit kann hier in der Tat keine Rede sein: der Chor ist in schnellen, kontrapunktisch tumultuarischen Passagen zu dicht, zu kompakt, zu schlecht durchhörbar; manche Knabensoprane sind überfordert; und ja, ganz gelegentlich gibt es imperfekte Intonation und...
Veröffentlicht am 27. Oktober 2011 von Wolfgang Schlüter

versus
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2.0 von 5 Sternen Vorbei
Sicher waren diese Aufnahmen vor vierzig Pioniertaten. Klangrede war damals ein Fremdwort. Speziell Harnoncourt praktizierte diese ausgiebing,man höre exemplarisch die Chöre aus BWV 65.

Es gibt durchaus Menschen, die auch nach vierzig Jahren diesen Zugang zu den Kantaten noch schätzen."Die Bach-Kantaten gehören zu seinen...
Veröffentlicht am 27. Juni 2011 von Sagittarius


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5.0 von 5 Sternen Schmutz und Wahrheit, 27. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Kantatenwerk Vol. 4 (Audio CD)
"Hans" Schützes Gegenrede wider Spahns "engelhafte Reinheit" verfehlt den Kern der Sache. Von Reinheit kann hier in der Tat keine Rede sein: der Chor ist in schnellen, kontrapunktisch tumultuarischen Passagen zu dicht, zu kompakt, zu schlecht durchhörbar; manche Knabensoprane sind überfordert; und ja, ganz gelegentlich gibt es imperfekte Intonation und wackelige Begleitung -- aber!-: was wiegen solche Quisquilien, Bagatellen & Petitessen gegen die überwältigende Expressivität, die Harnoncourt der Musik abzwingt? Was wiegt Harnoncourts tiefgründige Exegese des theologischen Gehalts der Werke gegen jene musiktechnizistischen Kleinkrämereien? Niemand hat bisher so zwingend wie er die Rhetorik, den religiösen Furor dieser musikalischen Predigten dargestellt : mit Hilfe seines flexiblen Instrumentariums; seiner Baßbariton-Besetzung, die einmal nicht salbungsvoll röhrt & orgelt, sondern textgenau ebenso leichtfüßig wie warmherzig singt; und mit einem Tenor (Equiluz), der schlichtweg der beste Oratorientenor ist, den es je gegeben hat: mit müheloser Stimmführung in allen Lagen, präzisester Textartikulation, und dazu einem eifernden, zelotischen Ausdruck, als sänge hier ein lutheranischer Feldprediger kurz vorm jüngsten Gericht. (Wenn Equiluz singt, sitze ich auf der Stuhlkante. Dann stockt mir der Atem.) An Esswood stört der englische Akzent, aber sein Counter hat immer etwas leicht "Huch!"-Schwuchteliges, etwas leicht Perverses, das auf dialektische Weise zum pietistischen Geist dieser Andachten mit ihrer barocken Metaphorik und Emblematik glänzend paßt.
Zofia Lissa nannte Kunstwerke einmal die "Abarbeitung eines Geistigen an einem geistfähigen Material". Analog zu diesem materialen, prozessualen Kunstbegriff hat Harnoncourt wiederholt gesagt, große Musik habe einen gewissen Rest von Stoffgebundenheit, sozusagen einen Schmutzrest, der, da er zur Substanz der Sache selbst gehöre, nicht durch technische 'Perfektion' abgeschmirgelt werden dürfe. Alles leer Geglättete, Geschönte, edel Polierte war und ist ihm ein Greuel.
Ich teile diese Auffassung seit langem. Und deswegen ist mir diese Kantaten-Gesamtaufnahme mit all ihren 'Schmutz'-Partikeln, ihrem peinlich zu tragenden Erdenrest, nach wie vor die wahrhaftigste, faszinierendste, spannendste, abenteuerlichste und insofern authentischste auf dem ganzen Markt.
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2.0 von 5 Sternen Vorbei, 27. Juni 2011
Sicher waren diese Aufnahmen vor vierzig Pioniertaten. Klangrede war damals ein Fremdwort. Speziell Harnoncourt praktizierte diese ausgiebing,man höre exemplarisch die Chöre aus BWV 65.

Es gibt durchaus Menschen, die auch nach vierzig Jahren diesen Zugang zu den Kantaten noch schätzen."Die Bach-Kantaten gehören zu seinen Lebensgroßprojekten: Alle 200 hat er (gemeinsam mit Gustav Leonardt) über einen Zeitraum von 20 Jahren für die Schallplatte aufgenommen" und"Die Besetzung mit Knabenchor und Knabensolisten verlieh den alten Aufnahmen die Aura engelhafter Reinheit.." meint Claus Spahn.

Ich kann diese Begeisterung nicht teilen. Knabenchöre sind Geschmackssache, aber es gibt heute einfach zu viele Chöre, die eindeutig schlanker, differenzierter singen als seinerzeit die Wiener Knaben.

Die Knabensolisten, die Harnoncourt hatten, waren auch hier überfordert. Er hat von der Praxis bei seinen späteren Aufnahmen selbst Abstand genommen. Teilweise waren gänzlich unhistorisch Counter eingesetzt, die ich kaum anhören konnte ( wie zB Esswood). Seine Tenöre und Bässe wechselten im Laufe der zwanzig Jahre, waren teilweise gut anhörbar. Aber man muss zu Gunsten von Richter einräumen, dass er normalerweiser die besseren Solisten hatte,ähnliches gilt für Rilling und cum grano salis auch für Gardiner.

Das Orchester von Harnoncourt waren sicher ein gutes, aber mit den neueren Aufnahmen, insbesondere derjengen von Gardiner bei der pilgramige kann es nicht mithalten.

Natürlich vermarkten Firmen gerne ihre Aufnahmen, aber die guten Zeiten dieser Aufnahne sind definitiv vorbei ( auch wenn sie preiswerter wäre...)
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