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am 17. Januar 2007
Dieser Figaro ist mit Sicherheit eine der besten der letzten Jahre: Harnoncourt, dem in zwischen keiner mehr wagt seinen hohen Status in den Interpretationen von Mozarts Opern abzusprechen, dirigiert wiedereinmal brilliant. Allerdings legt er in dieser Aufnahme keine so gewagte Tempiwahl vor, wie er es letzten Sommer in der Neuproduktion von Nozze di Figaro bei den Salzburgerfestspielen tat. Natürlich (womit er sehr recht hat batrachtet man die Tempo angaben in der Partitur) haut er die Oper aber auch nicht in einem Zug durch, wie es manch anderer tut. Harnoncourt hat für meinen Geschmack genau das Mittelmaß getroffen!
Unterstützt wird er von einem prächtig gewählten Ensemble, in dem jeder Sänger eine ans perfekte grenzende Leistung abgibt. In der Hauptrolle Anton Schariner, der einen wunderbaren Figaro singt. Seine Interpretation erinnert einwenig an die von Hermann Prey. Ausgezeichnet gesungen ist auch Figaros dritte Arie 4. Akt über die Untreue der Frauen.
Seine Susanna (Barbara Bonney) passt sehr gut dazu und die Stimmen harmonieren wunderbar miteinander, an den wenigen Stellen in der Oper, an denen ausschließlich dieses beiden singen. (Duett 1 Akt/1 Szene etc.)Aber vorallem auch die Rosen Arie singt Bonney mit unglaublich viel Ausdruck, sodass einem diese Melodie noch lange nach her im Gedächtnis bleibt.
Der Graf Almaviva wird fabelhaft von Thomas Hampson interpretiert (leider singt er dieses Rolle ja nun gar nicht mehr). Von besonderer Schönheit und sehr einfühlsam gesungen ist das Duett mit Bonney Anfang 3. Akt, wie auch die Finale des 2. und 4. Akts (Contessa perdono). Aber auch die große Arie des Grafen meistert Hampson mit Bravour. Diesem Grafen nimmt man schlichtweg alles ab, sogar dass er wirklich beabsichtig seiner Gemahlin (Charlotte Margiono) treu zu bleiben (Finale 4 Akt).
Ein weiterer Höhepunkt, dieser von unvergesslichen Stellen wimmelden CD, sind sicherlich die erste (Porgi amor)und zweite Arie der Gräfin (dove sono). Auch das Duett mit Bonney Mitte des 3. Akte, in dem sie den Brief an den Grafen schreiben, ist unvergleichlich. Die Stimmen gehen in einander über, wie es nur sehr selten der Fall ist.
Last but not least ist natürlich noch Petra Lang als Cherubino zu nennen. Auch sie schließt mit ihrer Leistung an die oben genannten ohne Lücken an!
Zu erwähnen wäre außerdem noch die großzügige Besetzung der Nebenrollen: Kurt Moll als Bartolo, Ann Murray als Marcellina (ihre einzige Arie, sowie die des Basilio sind auf dieser CD enhalten!!)und Isabel Rey als Barbarina!

Insagesammt eine höchst empfehlenswerte Aufnahme, die ihres Gleichen sucht!!! Fünft Sterne sind für diese vortreffliche Oper und ihre wunderbaren Interpreten keineswegs zu viel!!!
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am 27. Februar 2003
Ein toller Tag, eine quirlige Ouvertüre, rasante Tempi. Figaro ist ein Stück für Tempo 300 im ICE!
Beim Blick in die Partitur sieht es wohl etwas anders aus. Eher langsame Tempi schreibt der Komponist vor und dies wird von Harnoncourt und seinem großartigen Ensemble wunderbar umgesetzt. Hier ist es nicht der "tolle Tag" von Beaumarchais, sondern Mozarts tiefe Sicht auf die menschlichen Gefühle. Die Vielschichtigkeit der Handlungsfäden, die dennoch in keinem Moment ihren zentralen Konflikt aus den Augen verlieren, werden deutlich dargestellt, auch die kleinsten Gefühlsregungen in Mozarts überreicher Partitur pointiert. Alles ist hörbar: die Hörner, die des Grafen Gefühle als vermeintlich gehörnter Ehemann malen, Cherubino's Schmachten, Bartolo's Rachegelüste und die Gedanken der Gräfin und Susanna, die ihr Schicksal als Frauen gegen die Herrschaft der Männerwelt in die Hand nehmen.
Fünf Sterne für diese Aufnahme, es gibt trotz Gardiner und Kleiber keine Bessere!
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am 15. April 2011
Mich lässt diese Aufnahme von Mozarts Nozze eher zwiespältig zurück. So richtig in Fahrt kommt diese Tragi-Komödie in der Lesart von Nikolaus Harnoncourt nur selten; ich möchte die Grundtenzdenz nicht gerade phlegmatisch bezeichnen, auch verargumentiert Harnoncourt seine Interpretation durchaus angemessen mit den bei Mozart notierten Tempivorschriften, ob man allerdings gleich musikalisch so arg in die tiefenpsychologische Kiste greifen muss, ist dennoch fraglich, denn unterhaltsam soll das ganze ja nichtsdestotrotz sein und bleiben. Ein fast ausnahmslos brilliant besetztes Ensemble hilft jedoch, über viele der über den Haufen geworfenen Hörtraditionen hinwegzukommen.
Da geben der wunderschön lyrische Thomas Hampson und die bis zum Schluss würdevoll singende Charlotte Margiono das Grafenpaar, auch Susanna (lyrisch-gewitzt: Barbara Bonney) und ihr Figaro (manchmal ein wenig polterig, aber passend: Anton Scharinger) erfreuen ebenso.
Die von mir geschätzte Petra Lang hadert wohl am allermeisten mit den von Harnoncourts gewählten Tempi, denn in ihren beiden Arien gelingt ihr keine wirklich nachhaltige Charakterisierung des jugendlichen Sturm und Drangs, der einfach für mich zu einem Cherubino gehört; sie wird an vielen Stellen wirklich ausgebremst, was sehr schade ist. Kurt Moll ist mit profundem Bass ein verlässlicher Bartolo, klingt mir im Idiom allerdings etwas zu teutonisch.
Ann Murray und Philip Langridge ergänzen den Reigen der Hauptpartien mit stimmigen Besetzungen und der Hörer darf sich auf die beiden Arien der Marcellina und des Basilio freuen, die ja nur allzuoft nicht nur auf dem Theater einfach gestrichen werden.
Als Fazit ist zu sagen, dass Harnoncourt es einem mit diesem Figaro nicht gerade einfach macht, man muss sich schon auf diese Einspielung einlassen und kann sie nicht einfach so "durchkonsumieren". Wenn das sein Ansinnen war, den Hörer wachzurütteln, dann ist ihm das allerdings auf phantastische Weise gelungen.
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am 8. August 2006
Harnoncourt auf dem Weg nach Salzburg 2006. Man hört schon in dieser Aufnahme von 1996 wie ernst es Harnoncourt mit Le Nozze ist. Das Drama von Ehe und Betrug, die Traurigkeit der Liebesillusion, das vergebliche Streben nach haltbarem Glück, all die Aspekte des Scheiterns, die er heuer so bestürzend zu musizieren vermag, sind in der vorliegenden Aufnahme schon angelegt. Heiter ist das nicht, leicht und tändelnd schon gar nicht. Nein, die Liebe, die Ehe, das sind ernste Dinge und Harnoncourt gerät das stellenweise ein bißchen schwergewichtig und unausgeglichen. Da tritt die Musik manchmal auf der Stelle, als würde die Ratlosigkeit der Personen in Lähmung kippen, um dann wieder Anlauf und Aufschwung zu wunderbar transparenten, erzählenden Seelengesängen zu nehmen. Eine auch dadurch brüchige Aufnahme, in der man die Richtung erkennt, aber auch erlebt, dass der Weg dorthin (noch) nicht zu Ende geklärt ist und die Radikalität (noch) nicht konsequent gewagt wird. Die Stimmen sind durchwegs ausgezeichnet, technisch hervorragend abgesichert, wohlklingend und eine Ohrenfreude. Aber Stil und Ausdruck der Sängerinnen und Sänger fügen sich nicht zu einer geschlossenen Dramaturgie. Hampson ist um einige Grade zu viel um differenziert abgetönten Schöngesang bemüht und macht damit keinen Charakter lebendig. Scharinger klingt wie ein Städter am Land: ein bißchen zu laut, ein bißchen zu kumpelhaft, der Naturbursch im Nobelloden. Bonney singt eine Traum-Susanna aber ohne Spezifikum. Ch. Margione ist bestens als Gräfin besetzt und die wohl berührendste Figur einer Aufnahme, die sich lohnt zu kennen, zu der es doch einige (wenige) Alternativen gibt, die die Geschichte schlüssiger zu erzählen vermögen
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