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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sieg der Begierde, 1. März 2003
Von 
Leslie Richford (Selsingen, Lower Saxony) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Monteverdi: L'Incoronazione di Poppea (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Weshalb der Kirchenmusikdirektor Claudio Monteverdi (1567 - 1643) für seine letzte große Oper 1642 ein dermaßen unmoralisches Libretto (Sieg der Begierde über das Recht, Ehebruch, Mord, Machtmissbrauch) wählte, lässt sich wohl nicht mehr feststellen. Jedenfalls gab ihm dieser Stoff reichlich Gelegenheit, unangenehme Charaktere auf die Bühne zu bringen und sie musikalisch in Szene zu setzen. Dabei sind es nicht nur die menschlichen Figuren (Nero, Poppea, Ottone, Ottavia, Drusilla, Seneca), sondern auch die ebenfalls mit einbezogenen Götter (allen voran Amore), die ihr gewieftes Spiel treiben und beim Zuschauer bzw. Zuhörer unweigerlich Reaktionen von Nachdenklichkeit bis Entsetzen auslösen.
Monteverdis fast ausschließlich aus Rezitativen bestehende Oper hat Nikolaus Harnoncourt hier zum ersten Mal aufgenommen, und zwar im Dezember 1973 und April 1974 im Wiener Palais Rasumofsky. Im Gegensatz zu seinem späteren Züricher Monteverdi-Zyklus verwendete Harnoncourt hier Originalinstrumente, er konnte sich seines hervorragend agierenden Concentus musicus Wien bedienen. Die alten Instrumente (darunter Schalmeien, Chalumeau, Dulzian) beschwören eine andere Welt herauf, so dass der Zuhörer aus einer sicheren Distanz an diese Geschichte heranzutreten wagt. Mit seiner Auswahl der Sänger und Sängerinnen für diese preisgekrönte Aufnahme mag Harnoncourt aus meiner Sicht nicht immer die glücklichste Hand gehabt haben, obwohl man der inneren Logik seiner Entscheidungen durchaus folgen kann. Helen Donath als Poppea fehlt für meine Begriffe die jugendliche Sinnlichkeit, die diese Rolle erfordert; andererseits wirkt sie jedoch reichlich ausgebufft, und man kann es ihr abnehmen, dass sie sich über die Gefühle derer, die ihr am Nächsten stehen, hinwegsetzt, sofern es ihrem Ziel dient.
Nero wird als hedonistischer, selbstverliebter Schwächling präsentiert. Elisabeth Söderström fiel hier keine dankbare Aufgabe zu, und ich frage mich, ob es am Ende nicht besser gewesen wäre, für diese Rolle einen Countertenor einzusetzen. Wie dem auch sei, Frau Söderström gibt einen Nero, der hassens- und verachtenswerter kaum sein könnte. Neros Gemahlin Ottavia wird von Cathy Berberian souverän gemeistert, auch Paul Esswood als Ottone gibt sich keine Blöße. Giancarlo Luccardis Seneca klingt so, wie man ihn wohl auch aufzufassen hat: Er ist ein aufgeblähter Moralapostel, der trotz seiner Todesbereitschaft viel heiße Luft von sich gibt. Rotraud Hansmann ist als Drusilla unauffällig, Carlo Gaifa füllt die Gestalt der Arnalta mit Leben. Die Entscheidung, Amore von einem (nicht namentlich genannten) Knabensopran singen zu lassen, muss strittig bleiben, denn dieser Liebesgott ist partout kein Engel. Kleinere Rollen werden durchaus zufrieden stellend von folgenden Sängern und Sängerinnen übernommen: Jane Gartner, Maria Minetto, Philip Langridge, Enrico Fissore, Kurt Equiluz und Margaret Baker.
Mittlerweile hat diese Aufnahme Konkurrenz bekommen, doch vermag sie sich als Pioniertat der Originalklangbewegung weiterhin zu behaupten.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Monteverdi's last, great opera, 15. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Monteverdi: L'Incoronazione di Poppea (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
If Monteverdi is considered the father of opera (his work 'L'Orfeo' is considered by many to be the first opera), then this is the crowning achievement of his operatic composition career. 'The Coronation of Poppea' draws not on sacred themes nor on mythological themes, but rather on historical events - Poppea was the wife of the emperor Nero,
Monteverdi and Busenello casts Poppea as a heroine, drawing her story from the Annals of Tacitus. There is a mythic overlay, as the characters of Love, Virtue and Fortune are personified, and in the end Love wins out over all (this draws on the mythological story 'The Judgement of Paris', in which three goddesses sought out an impartial judge, and Paris ruled in favour of love, setting off a course of events that would lead to the Trojan War).
There is quite a mess of love affairs, cheatings, and courtships in the story, as befit the scene in ancient Rome. The irony is that the climax seems to be the coronation of Poppea as Empress, having displaced the previous Empress and having left her husband Ottone for that of the emperor, whereas in history (a history the audience would know) Poppea then ends up being murdered by Nero, and Ottone/Otho ends up as emperor after all (albeit very briefly, being one of the four in the 'year of four emperors').
Ottone is often played as a baritone, but the original calls for an alto. Nero/Nerone was a role for a castrato soprano, now often cast for performance by a tenor or mezzo-soprano. There is quite a reversal of things here, as Poppea's nurse is usually played lower, often by a tenor.
The instrumentation of this performance strives for historical accuracy. 'Various continuo instruments, harpsichord, virginal, chitarrone, lute, organ and harp were in part assigned to certain figures, and partly also to definite dramatic effects, so that at the same time the dialogue sees a change in the continuo sound.' The composition survives in notes and singing parts only for the most part, in which much reconstruction has had to take place. Harnoncourt and his ensemble, the Concentus musicus Wien, have done a very good job at drawing together a fuller feel, but as another reviewer has commented, modern ideas are that Monteverdi intentionally left the composition more spare, and the more-Baroque sound of Harnoncourt, however beautiful, is in fact less faithful to the original than once thought.
Helen Donath and Elisabeth Soderstrom are perfect for their roles as Poppea and Nerone; the role of Seneca is performed by Giancarlo Luccardi, who gives a good, forceful and meaningful voice to this important role.
This was originally recorded and released on vinyl by Teldec in 1974, and it is wonderful to have it available on CD. The transfer has been done with very high production value, and no discernable degradation of sound.
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