Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren calendarGirl Cloud Drive Photos Sony Learn More madamet designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip NYNY


Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Am 23. Mai 1915 brach das Königreich Italien den 33 Jahre zuvor geschlossenen "Dreibund", als es auf Seiten der "Entende" in den Ersten Weltkrieg eintrat. Als die Italiener am darauffolgenden Tag das Feuer eröffneten, war der einstige Verbündete Österreich-Ungarn jedoch gut gerüstet. Bereits im Januar 1908 hatte der Generalstabschef des österreichisch-ungarischen Heeres, Feldmarschall-Leutnant Conrad von Hötzendorf, ein Memorandum vorgelegt, in dem er die Verteidigungskraft Südtirols u.a. durch den Bau einer grenznahen Linienbefestigung propagierte. Seine Einschätzung, dass der südliche Nachbar infolge der Irredenta-Bewegung als unzuverlässiger Bündnispartner eingestuft werden musste, sollte hatte sich nunmehr bestätigt.....

Nirgends an der gesamten Hochgebirgsfront waren die Sperrbefestigungen so stark ausgebaut wie zwischen Folgaria und Lavarone. Zu Beginn des Waffenganges lagen sieben moderne österreichische vier italienischen Fortifikationen auf Kanonenschussweite gegenüber. Die anfängliche Dominanz italienischer Festungsgeschütze die, unterstützt durch schwere Belagerungsartillerie, sieben österreichische Festungen unter Beschuss nahmen, sollte jedoch nur wenige Wochen währen. Denn im Juni 1915 fügte die österreichische Belagerungsartillerie dem Fort Verena katastrophale Schäden zu und erzwang die Entwaffnung der meisten anderen italienischen Forts. Die Maioffensive 1916 führte zu einer Frontverschiebung zu Gunsten der Donaumonarchie, bei der die (infolge des einjährigen Beschusses) zum Teil zu Ruinen gewordenen Bergfestungen schließlich aus der Schusslinie kamen.

Bereits das Inhaltsverzeichnis, welches zugleich eine Gliederung in Unter- und Unterunterpunkte ist, bezeugt die übersichtliche Systematik mit der Rolf Hentzschel dem Thema gerecht wurde. Den Schwerpunkt des Buches hat der Autor auf die österreichischen Sperrwerke gelegt, denen er die ersten 21 Kapitel gewidmet hat. Der Leser erfährt hier nicht nur Einzelheiten über die Geschichte der Forts, wie Planung, Erprobung, Bauzeit und Baukosten, sondern auch über technische Ausrüstung, Bewaffnung und Beschussschäden. Daneben werden die leiden der Besatzungen, das Schicksal der Zivilbevölkerung und Kriegerfahrungen in einer Zusammenfassung und anhand der Fälle Giebermann und Nebesar dargelegt. Das 22. Kapitel befasst sich mit der Geschichte und Ausstattung der italienischen Forts Casa Ratti, Punta Corbin, Campolongo und Verena. Auch hier gibt es jeweils eine Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes und, wenn auch viel kürzer gefasst, eine Zusammenfassung der Kriegserfahrung und Hinweise auf die Forts nach dem Krieg. Das letzte, 23. Kapitel stellt die Geschütze der italienischen Belagerungsartillerie derjenigen der Doppelmonarchie (Mörser, Haubitzen, Küstenhaubitzen) gegenüber. Es werden Begriffe wie Kasematten- und Batterieblock erläutert. U. a. erfährt der Leser auch, warum die optische Zentral-Signalstation Monte Rust im Soldatenjargon als "Pissoir der Hochfläche" bezeichnet wurde (Seite 233) und die Heilige Barbara auch die "Schutzpatronin der Artillerie" ist (S. 277).

Das im Südtiroler Athesia Verlag erschienene Buch ist mit zahlreichen Landkarten, Tabellen und Synopsen ausgestattet. Die trotz Detailreichtum übersichtlichen Grafiken wurden vom Autor auf der Grundlage verschiedener historischer Quellen und eigenen Vermessungen (!) an den Festungsruinen gefertigt. Zum Teil wurde hierbei von der Graphik der Originaldokumente zugunsten einer einheitlichen Darstellung, die auch technischen Laien verständlich ist, abgewichen. Neben den zahlreichen Aufrissen, Querschnitten und Funktionszeichnungen sind es vor allem die historischen (schwarz-weiß) und die gegenwärtigen (farbigen) Fotos die beim Leser einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So erinnern die pilzförmigen Panzerkuppeln an die 300.000 - 700.000 Bunker, die während er "Hoxha-Ära" in ganz Albanien entstanden sind und dort noch heute die Umwelt verschandeln.

In seinem Nachwort stellt der promovierte, im Referat 10815 des Rheinland Pfälzischen Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz beschäftige, Autor fest, das der am 10. September 1919 im Schloss von Saint-Germain-en-Laye unterschriebene Friedensvertrag, sämtliche Mühen der Erbauer und die Leiden der Besatzungen sinnlos machte. Südtirol wurde Italien zugeschlagen. Obwohl die zu Beginn des Krieges noch unangreifbaren Beherrscher des Kampffeldes ihren eigentlichen Zweck nicht erfüllen konnten, zogen spätere Festungsbauer keinesfalls den Schluss, dass permanente Befestigungsanlagen das Wettrennen mit der Angriffsartillerie stets verlieren müssten. Den im Europa der 1930er und 1940er Jahre in einem Bauboom entstandenen Festungsanlagen und Sperrgürtel (z. B. "Maginot-Linie", "West- und Atlantikwall" und "Tschechoslowakischer Wall") sollte es jedoch nicht gelingen den Ansturm der Gegner standzuhalten. Die albanischen 1-3 Mannbunker wurden gar nicht benötigt. In der heutigen Zeit spielen beständige Befestigungen keine Rolle mehr....

.....der militärhistorisch Interessierte kann noch heute auf engstem Raum die hart umkämpften Festungen auf über 2000 m hohen Berggipfeln oder am Abgrund von 1000 m tiefen Schluchten besichtigen. Hilfreich sind hier die im Abschnitt 20.1 aufgeführten "Touristischen Hinweise" und die darauffolgenden in denen die Abschnitte in denen die Geschichte und der heutige Zustand des Posten Vezzena, der Panzerwerke Verle, Lusern, Gschwent, Sebastiana, Serrada, sowie des Zwischenwerks Sommo genauer beschrieben werden. Jedem militärischen Objekt ist eine Übersicht mit Informationen zu Parkplatz, Weg, Entfernung und Höhenunterschied vorangestellt. Diverse Anhänge, wie ein Glossar, ein Abkürzungenverzeichnis, ein Literaturverzeichnis (gedruckte Literatur, Archivalien & Bildnachweise) und 65 Endnoten.

5 Amazonsterne!
0Kommentar|52 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Juli 2011
Die Geschichte dieser wunderschönen Gegend hat mich seit 30 Jahren fasziniert, daher habe ich die Schlachtfelder der Hochflächen zu Fuß, mit dem Mountainbike oder mit der Enduro sehr häufig besucht. Das Buch war dennoch eine Bereicherung für mich. Der systematische Aufbau der Materie, der Detailreichtum, kombiniert mit der Historie der einzelnen Forts, auch auf italienischer Seite, haben mich wieder fasziniert. Der Autor hat eine kühle Distanz zu der Einrichtung und Nützlichkeit der Sperriegel auf beiden Seiten, die recht wohltuend ist. Das wird natürlich durch die zeitliche Distanz zu den damaligen Geschehnissen und den Erfahrungen vieler dazwischenligender Kriege erklärt.

Ich habe das Buch auf meinen Wanderungen dabei und kann es uneingeschränkt empfehlen.
0Kommentar|10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. März 2012
Zu den sehr guten Rezensionen meiner Vorgänger brauche ich wohl nichts hinzuzufügen. Ein Hinweis sei mir erlaubt: Entgegen der Amazon-Beschreibung wird jetzt hier die 3. Auflage aus dem Jahr 2011 verkauft. Dabei ist auch die fehlerhafte Raumbeschreibung des Lageplans auf S. 190/191 korrigiert worden! Den Vorschlag einer anderen Rezension, eine Wanderkarte mit noch verwendbarem Maßstab in den Buchdeckel einzufügen, kann ich nicht nachvollziehen. Die im Buch empfohle Karte ist einfach zu groß, und bei eintsprechender Verkleinerung nicht mehr lesbar. Mir persönlich ist es bei Wanderungen auch lieber, eine richtige Karte dabei zu haben.
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Mai 2011
Wer kennt heute noch die ehemaligen österreichischen und italienischen Festungswerke auf den Hochebenen von Lavarone, Folgaria und den Sieben Gemeinden? Dieses Buch schließt eine echte geschichtliche und geographische Lücke, berichtet über die Entstehung, die Ereignisse im Krieg und dient gleichzeitig als ausführlicher Reiseführer zum Besuch der Festungsüberreste, die zudem in einer überaus reizvollen Landschaft abseits der großen Touristenströme liegen.

Bis heute wird der Gebirgskrieg in den Alpen sowohl auf österreichischer als auch italienischer Seite großenteils verklärt. Hentzschel (ein Deutscher!) schafft es, die Geschichte fundiert und erfreulich unpatriotisch wieder lebendig werden zu lassen. Zahlreiche Fotos, Zeichnungen und Planskizzen machen die damaligen Hightech-Konstruktionen der elf(!) Festungsbauten anschaulich und nachvollziehbar. Auch ein ausführliches Glossar fehlt nicht.

Für mich absolut unverständlich: warum wird z. B. in den Umschlaginnenseiten der Platz nicht für instruktive Kartenskizzen genutzt? Im Buch wird mit Ortsbegriffen nur so um sich geworfen und nicht jeder ist mit dieser Gegend der Alpen auf Anhieb vertraut - 1 Stern Abzug! Ich empfehle deshalb für Ausflüge vor Ort die (nicht ganz fehlerfreien) Kompass-Karten Nr. 78 und 101.

Wer die heute noch deutlich sichtbaren und zum Teil restaurierten Überreste vor Ort finden und wirklich verstehen will, kommt um dieses Buch nicht herum. Absolutes Muss ist übrigens auch ein Besuch im wieder hergerichteten Werk Gschwent (Belvedere), das unter anderem durch gelungene Licht- und Klanginstallationen die damaligen Verhältnisse in den Festungen überaus anschaulich lebendig werden lässt. Leider sind gerade hier im Buch auf S. 190/191 von 43 Raumbeschreibungen des Lageplans 33(!) falsch, so dass die Orientierung vor Ort unnötig erschwert wird - ärgerlich.
0Kommentar|12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. April 2016
Welchen militärgeschichtlich Interessierten überfällt bei dem Wort "Festung" nicht ein Schauer? Dabei sind es meist bloß zertrümmerte, überwucherte, tote Steinhaufen und nicht mehr. Oder doch? Für mich haben solche Ruinen einen ganz eigenen Reiz. Ich frage mich immer, welche Menschen hier Dienst taten, was sie dachten, worüber sie traurig oder glücklich waren, was sie erlebten. Waren sie stolz, in einem vermeintlich unüberwindlichen, waffenstarrenden Beton- und Steinklotz Dienst tun zu dürfen/müssen? Wie änderte sich ihr Denken, als die ersten 28 cm Granaten einschlugen und Stein, Beton und Stahl zertrümmerten?
Das ist alles erst hundert Jahre her. Mein Urgroßvater fiel in diesem Krieg. Meine Urgroßmutter, die mich bis zu meinem 14. Lebensjahr begleitete, war damals ein junges Mädchen! Und doch können wir die Lebensumstände, Lebensgefühle und die Weltsicht dieser Zeit nur sehr schwer nachfühlen. Es bleibt notgedrungen Stückwerk, mit riesigen weissen Flächen auf einer mit Farbe gesprenkelten Leinwand.
Rolf Hentzschel fügt einen weiteren Farbklecks hinzu. Einen leuchtenden.
Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
1. Die Entstehungsgeschichte der österreichischen Sperrwerke
2. Übersicht über die Werke
3. Planung und Erprobung
4. Bauzeit und Baukosten
5. Allgemeiner Aufbau der Werke
6. Die Werksteile und ihre Bauweise
7. Die Werksbesatzung
8. Die technische Ausrüstung der Werke
9. Die Bewaffnung und Panzerung
10. Die historischen Quellen
11. Die Lage auf den Hochebenen zu Kriegsbeginn
12. Die Festungen im Krieg
13. Die Festungen nach dem Krieg
14. Die Beschussschäden
15. Das Leiden der Besatzung im Krieg
16. Das Schicksal der Zivilbevölkerung
17. Zusammenfassung der Kriegserfahrungen
18. Der Fall Giebermann
19. Der Fall Nebesar
20. Beschreibung der einzelnen Werke
- Touristische Hinweise
- Posten Vezzeba
- Vezzena heute
- Panzerwerk Verle
- Verle heute
- Panzerwerk Lusern
- Lusern heute
- Panzerwerk Gschwendt (Belvedere)
- Gschwendt heute
- Panzerwerk Sebastiano
- Sebastiano heute
- Zwischenwerk Sommo
- Sommo heute
- Panzerwerk Serrada
- Serrada heute
21. Sonstige österr. Militärbauten
22. Die italienischen Festungswerke
- Fort Campomolon
- Fort Casa Ratti
- Fort Punta Corbin
- Punta Corbin heute
- Fort Campolongo
- Campolongo heute
- Fort Verena
- Verena heute
- Kriegserfahrung: Eine Zusammenfassung
23. Italienische und österreichische Belagerungsartillerie
24. Nachwort

Sehr detaillierte Beschreibungen, Karten, Skizzen, Baupläne und historische Fotos machen dieses Buch zu einer grandiosen Monographie. Moderne Bilder dokumentieren den heutigen Zustand, für mich bleiben keine Fragen offen. Mehr geht nicht. Besonders freute mich die genaue Beschreibung der italienischen Infanterieangriffe auf einige Werke. Dass es sie gab, liest man in einigen Büchern, aber wo und wann und mit welchem Ergebnis, das fand ich bisher nur in diesem Buch.

Die Buchgröße ist in Ordnung (16 x 24 cm), eine größere Schrift wäre mir lieber gewesen, wie natürlich überhaupt bei einem DIN A 4 Format auch die Bilder noch beeindruckender wären. Aber hier machen wohl die nicht geringen Druckkosten für ein Buch mit einem doch eng begrenzten Leserkreis eine Strich durch die Rechnung. Der Schreibstil des Autors ist sehr sachlich, informativ und zum Thema sehr gut passend.
Wünschen würde ich mir weitere Bücher von diesem Autor über die anderen k.u.k. Festungswerke, z.b. Festungsriegel Trient und Riva, Valparola, Sexten, Ampezzo und so weiter. Zum Rayon Kärnten gibt es übrigens ein gutes Buch (Ulrike Weiss: Befestigungsanlagen vom Kanaltal über das Seebachtal, Predil bis ins obere Isonzotal).
Absolute Kaufempfehlung!

Nachtrag: Die italienischen Forts werden hier auf 26 Seiten beschrieben. Wer sich detaillierter über Verena und Co informieren möchte, empfehle ich das Buch von Robert Striffler: "Von Fort Maso bis Porta Manazzo".
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Juni 2015
Sehr empfehlenswertes Buch für jeden der sich für Festungsgeschichte interessiert und sollte in die Bibliothek aufgenommen werden. Ich war begeistert.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. März 2010
Der Autor beschreibt in seinem Buch sehr umfangreich und ausführlich die Baugeschichte der österr. Befestigungsanlagen im Raum Lavarone-Folgeria sowie die kriegerischen Ereignisse in diesem Gebiet. Auführlich wird auch der heutige Zustand der Festungswerke beschrieben. Nach meinem Eindruck ist es das beste und umfangreichste deutschsprachige Buch für diesen Bereich.
Ich möchte hier allerdings auch auf einen, nach meinem Eindruck sachlichen Fehler hinweisen. Auf der Seite 270 gibt er eine Beschreibung der ital. 28 cm Küstenbatterie. Zu den Typenbeschreibungen folgender Hinweis: Typ 280 K war die ursprüngliche Haubitze - basierend auf einen Entwurf der Fa. Krupp, Rohrlänge 12 Kaliber. Typ 280 C (corte = kurz)abgewandelte Version der Fa. Armstrong, Rohrlänge 9 Kaliber mit gusseisernem Geschützrohr, siehe hierzu Abb. auf den Seiten 270,271. Typ 280 A (accazio = Stahl) eine weitere Version der Fa. Armstrong, allerdings mit einem stählernem Geschützrohr, Rohrlänge 9 Kaliber. Das Geschützrohr war hierbei gegenüber dem Typ 280 C deutlich schlanker ausgebildet, siehe hierzu Abb. auf Seite 93.
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Juli 2011
Wer sich, wie ich, für den 1. Weltkrieg in den Alpen interessiert, viele Bücher darüber liest und auch die historischen Örtlichkeiten besucht, muß dieses Buch im Schrank haben!
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden