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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
173
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am 10. Februar 2008
Zuerst mal: Bei dieser DVD handelt es sich um die Langfassung mit einer Länge von 227 min.

Jetzt zum Film:

Kevin Costners "Der mit dem Wolf tanzt" ist einer der besten und der wohl realistischste Western der Filmgeschichte - in jedem Falle ist es das größte und großartigste Indianer-Epos, das das Kinopublikum bis dahin zu sehen bekam. Dass der Film gleichermaßen von Kritik, Publikum und letztlich auch bei der Verleihung der Academy Awards gefeiert und geehrt wurde, ist schon deshalb eine Sensation, weil Costner hier mit allen gängigen Konventionen des Filmemachens bricht.
Allein auf Grund der Länge des Films, ist dieser für das Kino eigentlich ungeeignet. Dazu kommt die ungewöhliche überaus realistische Darstellung des Wilden Westens. Hier gibt es keine strahlenden Helden und tyrannischen Bösewichte, kein schwarz oder weiß, richtig oder falsch. Ganz im Gegenteil: Costner zeichnet ein ausgewogenes Bild des Wilden Westens; er ertählt schlicht und einfach die Geschichte eines weißen Mannes, der inmitten eines Indianerstammes lebt.
Es gibt in diesem Film keinen Bösewicht; jener, der es hätte sein können, wird letztlich zum besten Freund der Hauptfigur, da er seine Vorurteile gegenüber diesem, dem weißen Mann, sukzessive ablegt, wie auch John Dunbar seine Vorurteile zunächst ablegen musste.
So erzählt der Film also auch vom Überwinden von gegenseitigen Vorurteilen, denn auch am Ende rücken Vorurteile wieder in den Mittelpunkt der Handlung.
Darüber hinaus ist "Der mit dem Wolf tanzt" eine Geschichte, die auf alle gängigen Klischees verzichtet und das Leben und die Lebensweise eines einfachen und doch beeindruckenden Volkes zeigt, wobei sich der Film - wie schon erwähnt - kein Urteil über `richtig und falsch` anmaßt. Die Indiander werden als Opfer und Täter gezeigt.
Was man an diesem Film wohl nicht mehr vergessen wird, sind die atemberaubenden Landschaftsbilder, ist die beeindruckende Bildgewalt, die auf den Zuschauer einwirkt.
Eine Geschichte ohne konventionellen Spannungsaufbau, ohne Pathos und übertriebene Action-Szenen, eine Geschichte, die erzählt wird in einer gänzlich ungewohnten Schlichtheit und Ruhe, Gelassenheit und Entspanntheit, die den Zuschauer trotzdem mehr und mehr mitreißt, in die Geschichte hineinzieht und ihn über 3 Stunden ausharren lässt, ist etwas Außergewöhnliches - sie ist Grundlage eines der besten Filme der 1990er Jahre, des wohl authentischsten und möglicherweise - trotz der Werke Sergio Leones - bestend Western der Filmgeschichte.
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TOP 500 REZENSENTam 16. Oktober 2015
Ich war nie bei den Indianern und leider kann man deren Leben auch heute nicht mehr wirklich ursprünglich beobachten. Der wilde Westen ist halt mehr oder weiniger tot....Bevor das jedoch geschah, macht sich der unverhofft zu militärischen Ehren gekommene und dem Leben überdrüssige Bürgerkriegs-Offizier Dunbar (Kevin Costner) auf eigenes Gesuch auf den Weg in den entlegensten Außenposten der US-Armee...mitten im Prärie-Indianerland wo Pownee, Sioux und andere Stämme sich gute Nacht sagen, oder Büffel und Skalp jagen. Er will das freie Leben und den Westen sehen und kennen lernen, bevor, wie er richtig ahnt, das alles der Vergangenheit angehört. Er gleicht dabei mehr einem Abenteurer und Forscher als einem Soldaten. Der Außenposten stellt sich als verlassen dar und außer seinem Pferd Cisco und dem streunenden Wolf Socke, der immer zutraulicher wird, scheint er in der ewigen Weite das einzige menschliche Lebewesen zu sein...Weit gefehlt: eines Tages, er badet gerade im See, überrascht er einen Indianer, der das verfallene Fort untersucht - für beide erst Mal ein echter Schrecken, der in die Knochen geht...aber der Anfang zu einer wunderbaren Freundschaft zu den Indianern ist hauchzart entstanden, denn auch der Indianer (der Sioux-Medizinmann Strampelnder Vogel) ist eine Forschernatur und mit viel Geduld gesegnet; Beste Voraussetzungen also für eine harmonische Nachbarschaft...Am Ende denkt Dunbar selbst wie ein Indianer und spricht ihr Sprache, weiß aber, dass die Roten Brüder keine Chance haben gegen die weiße Flut der Siedler und habgierigen Tunichtgute, die in deren Sog mitgerissen werden. Als er sich noch einmal aufmacht, um sein Tagebuch im Fort zu holen, damit es keine mordlüsternen Weißen in die Hände fällt muss er geschockt entdecken: Das Fort ist nicht mehr verlassen! Und somit kommt es fast am Ende des Films dennoch zu dramatischen Szenen...noch einmal kommen die Indianer aber nahezu ungeschoren davon...doch ihre Tage sind gezählt und Dunbar zieht die Konsequenzen...

Es hat ja immer wieder ähnliche Filme gegeben, die das Motto haben: Weißer lebt unter Indianern etc, wie "Der Mann den sie Pferd nannten" oder auch "Little Big Man" mit Dustin Hoffmann, aber "Der mit dem Wolf tanzt" ist sicher die ernsthafteste und beeindruckendste Verfilmung dieser Art. Er brilliert auch nicht mit Ballereien und Saloon-Geprügel, sondern die Spannung schöpft man aus der Wandlung Dunbars, die eigentlich der Weg zum wirklichen Menschsein bedeutet, wie es mal gedacht war sowie mit jedem kleinen Erfolgsschritt bei der Annäherung zwischen Weiß und Rot. Nebenbei vermittelt der Film auch, dass Indianer einen subtilen Humor haben und so manche schlaue Squaw den Lederstrumpf im Tipi an hat und nicht der angetraute rote Krieger. Der Streifen ist aber durchaus auch eine Mahnung...Dennoch malt der Film die Indianer und ihr Leben nicht nur weiß und die Taten der Weißen schwarz, denn Dunbar erkennt zwischenzeitlich auch, dass die Indianer das Töten ihrer Feinde regelrecht zelebrieren und durchaus so etwas wie einen Blutrausch im Kampf entwickeln, was ihn zeitweise sehr verunsichert.
Dieser Film ist mit Abstand die bedeutendste Indianer-Geschichte, die von einem Weißen erzählt wird, der unter ihnen gelebt hat. Ob dabei ein wahrer Hintergrund verarbeitet wurde oder wenigstens authentische Erzählungen aus der Historie, das weiß ich nicht. Auf jeden Fall überzeugt das Werk in jeder seiner knapp 180 Minuten Laufzeit und wird niemals langweilig.
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am 1. April 2004
so ! nun mal hier die erste wirklich fundierten Infos zu der DVD.
Ich hab mir das Teil bestellt und gestern bekomen.
Es handelt sich um 4 DVD's. Auf 2 DVD's befinden sich die Langfassung....was also bedeutet dass man um einen DVD wechsel zu Hälfte des Films nicht rum kommt.
Auf DVD 3 befindet sich ebenfalls der Kinofilm jedoch die Kurzfassung (180 min.)wobei es sich hier aber nicht um die in Deutschland bisherige Fassung handelt sondern um den ursprünglichen Directors Cut von Costner der bisher so noch nie hier zu sehen war.
Auf DVD 4 befinden sich die Extras. Diese verdienen wirklich auch den Namen Extras weil sie sehr, sehr, sehr ausfühlich gehalten sind und so ziemlich alle wichtigen Infos zu Produktion beleuchten. Sehr vorteilhaft auch hier dass die Extras alle Deutsch untertitelt sind.
DVD 1+2 haben 5:1 Ton und das in einer Deutschen und einer Englischen Sprachfassung. Das Bild ist Klasse scharf und endlich auch, statt wie bisher zusammengeschnitten (1:2,21)nun endlich im vollen Kinoformat (1:2,32) zu sehen ist.
Ganz wichtig: Bei der Englischen Sprachfassung besteht die möglichkeit die deutschen Untertitel definitiv auszublenden !!!!
Also von wegen nicht ausblendbar usw. usw. Auch Klar: das Sioux ist natürlich weiterhin deutsch/englich untertitelt je nachdem was man eben für ne Sprachfassung schaut.
Ausserdem gibts noch massig Kommentare von Costner und dem Rest des Teams zum Film die, wenn man das möchte sich auch noch während des Films anhören kann
DVD 3 hat den Kinofilm in 5:1 Englisch/Deutsch jedoch liegt der Film im Directors Cut vor der bisher so nicht zu sehen war. (meiner Meinung ist diese DVD an unwichtigsten da eh niemand mehr die Kurzfassung schaut wenn er die Langversion gesehen hat)
Fazit:
Also allen Unkenrufen zum trotz:
Das hier ist Definitiv ein geniales Produkt das keinerlei Mängel hat und im Preis Leistungsverhältnis extrem günstig ist. Sehr schön auch die Verpackung mit genialem Schuber (mit Lederprägung imitat) und aufklappbaren DVD "Buch" das sehr geschmackvoll mit Bildern aus dem Film veredelt wurde....Das ganze hat die Dimensionen von "der Herr der Ringe Ext. Edition Box" nur ist hier die "Der mit dem Wolf Tanzt-Box" noch um Länger schöner (mit Gold aufdruck) gemacht und auch von der Qualität weitaus besser. Der Pappschuber ist sehr stabil und wirklich super Dekorativ.....Ein Absolutes "Musst Have" Sammlerstück das wirklich in keiner DVD Sammlung fehlen dürfte.
Mein Tip:
Verscherbelt schnellst möglich eure bisherigen Filmversionen dieses Films und kauft euch dieses Hammerharte Sammlerstück das zu diesem Preis echt fast verschenkt wird.
Der Film hat nun endlich eine würdige DVD umsetzung bekommen was dem Kultcharakter des Films mehr als förderlich ist. Bei dieser Box gibts gar nichts, aber auch rein gar nichts zu bemängeln !
Film = 5 Sterne
DVD umsetzung = 5 Sterne
Verpackung/Design 5 Sterne
Preis/Leistung = 5 Sterne
33 Kommentare| 98 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Als Kevin Costner Ende der 80er Jahre bei den großen Hollywood-Studios nach Interessenten an seinem Filmprojekt "Dances with Wolves" (1990) suchte, fand er trotz seiner Popularität als Schauspieler niemanden, der willens gewesen wäre, einen solchen Mammutwestern zu produzieren. Zu finster lag der Schatten des "Heaven's Gate"-Debakels noch über dem Western, als daß man in Hollywood Bereitschaft gezeigt hätte, eine solch große Investition zu wagen. Schließlich beschloß Costner, den Film zum größten Teil aus eigener Tasche zu finanzieren, und als er schließlich während der Dreharbeiten zu seinem Regieerstling sein Budget überschritt, war man in der Filmcrew schnell mit dem zwar ziemlich geistreichen, aber dennoch wenig schmeichelhaften Spitznamen "Kevin's Gate" bei der Hand.

Glücklicherweise wurde Costners Wagemut belohnt, und so ist "Dances with Wolves" nicht nur der Western, der am meisten Geld einspielte, sondern er wurde auch mit 7 Oscars - davon einem für Dean Semlers Kamera und einem für John Barrys fabelhaften Score - gewürdigt. Costner erzählt in seinem Westernepos die Geschichte des desillusionierten Nordstaatenoffiziers John Dunbar (Costner), der nach einer aus Todessehnsucht geborenen Heldentat sich selbst einen Posten aussuchen darf und daraufhin ein entlegenes Grenzfort wählt, weil er - wie er selbst sagt - den Wilden Westen kennenlernen möchte, bevor es ihn nicht mehr gibt. Als Dunbar in Fort Sedgwick ankommt, findet er es verlassen vor, doch hält er die Stellung. Langsam freundet er sich mit den in der Nachbarschaft lebenden Lakota an und gewinnt auch einen alten Wolf, Two Socks, zum Freund. Mehr und mehr erliegt er der Faszination der Sioux-Kultur, heiratet eine Weiße, die als Kind vom Stamm aufgenommen wurde und liefert den Lakota sogar Gewehre, mit denen sie sich gegen ihre Feinde, die Pawnee, verteidigen können. Als schließlich die Armee in Fort Sedgwick eintrifft und Dunbar in indianischer Kleidung vorfindet, soll er als Verräter gehängt werden.

"Dances with Wolves" ist für mich einer der besten Western aller Zeiten, denn er stimmt eine zu Herzen gehende Elegie auf das an, was wir infolge eines zu unkritischen Fortschrittsglaubens verloren haben, und er errichtet der indianischen Kultur ein unvergeßliches Denkmal, ohne sich allzu sehr in Schwarzweißmalerei zu ergehen. Zwar könnte man einräumen, Costner drehe das gängige Westernbild von den guten Weißen und den bösen Indianern einfach um, aber bei näherer Betrachtung ist diese Einschätzung meines Erachtens nicht aufrechtzuerhalten. Die Soldaten der Union werden - das ist wahr - in der Mehrzahl als boshafte und brutale Unmenschen gezeichnet, die die Natur zerstören, die in ihr lebenden Tiere ohne Not einfach zur Unterhaltung abknallen und auch mit den Indianern nicht zimperlich umgehen, doch gibt es auch unter ihnen anständige Menschen. Desgleichen finden sich auch in der indianischen Kultur Züge, die Dunbar befremdlich erscheinen und mit denen er sich nicht anfreunden kann - etwa, wenn die Lakota eine Gruppe Büffeljäger töten und die Körper ihrer Opfer in einer Siegeszeremonie in Stücke schneiden. Costner gelingt es, die Kultur der Lakota in vielen Facetten zu zeigen, und er nimmt sich Zeit, die Bilder - und die Icherzählerstimme Dunbars - sprechen zu lassen. Das Ergebnis ist eine Geschichte, die berührt und nachdenklich macht.

Sicher greift Costner auch zu einigen Kunstgriffen, um das Dilemma zwischen den weißen Männern, die als Eroberer mit ihren Familien kommen und das Land besiedeln, und den Indianern, denen das Land weggenommen wird, für uns erträglich aufzulösen. So fällt auf, daß es in diesem Film vornehmlich die Pawnee sind - ein Stamm, der bei uns schon aufgrund seiner Haartracht negative Assoziationen weckt -, die mit Gewalt gegen friedliche Siedler vorgehen und Familien massakrieren, während die Lakota, mit denen die Pawnee auch noch verfeindet sind, als Opfer der Armee dargestellt werden. Hier ist Costner ein wenig unehrlich, denn auch die Lakota mußten die Siedlerfamilien als Feinde wahrnehmen, da diese sich mit sanfter Gewalt - die harte Gewalt wurde der Armee überlassen - ausbreiteten und die Lebensgrundlagen der Ureinwohner zerstörten. Aber Lakota, die es den Pawnee gleichtaten und weiße Familien mordeten - das hätte den Film sicher zerstört. Insofern gibt es doch ein Quentchen von Schwarzweißzeichnung - ähnlich wie in den Romanen Karl Mays, in denen die Apachen stets die Guten, die Sioux und die Kiowa hingegen die Bösen waren. Auf diese Weise ist es einfacher, den Mythos vom edlen Wilden hochleben zu lassen, da Konflikte zwischen Ureinwohnern und Weißen stets auf negativ gezeichnete Stämme projiziert werden können.

Seeßlen geht noch ein wenig unbarmherziger mit Costners Meisterwerk um, reiht er das "Going Native"-Motiv von Dunbars Wandlung doch in die mentalen Strategien westlicher Selbstverwirklichungsromantik ein. Er mag mit vielem recht haben, zumal besonders die Anfangsszene, in der Dunbar mit ausgebreiteten Armen auf eine Konföderiertenstellung zureitet, mit seiner Anspielung auf den gekreuzigten Jesus doch wie quasi-religiöser Kitsch anmutet. Sie kann aber auch - ebenfalls in Anlehnung an Jesus - als eine Art Wiedergeburt gelesen werden, denn für Dunbar beginnt in der Tat mit der Begegnung mit den Lakota ein neues, bewußteres Leben. Außerdem weist Costner ja auf viele Schattenseiten der westlichen Kultur hin, die wirklich bestehen, wie etwa auf den Umstand, daß unsere Kultur der Natur nicht den Respekt entgegenbringt, den sie verdient - zum ersten Mal taucht dieser Aspekt auf, als der grobe Bauer Timmons eine leere Konservendose achtlos in die Prärie wirft und die Kamera dieser Dose folgt, bis sie schließlich unter den Hufen von Dunbars Pferd landet.

Trotz der obengenannten Kritikpunkte halte ich "Dances with Wolves" für einen großartigen Film, der die Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit eines guten Westerns atmet. Unvergeßlich bleibt dabei der von John Barry komponierte Soundtrack, in dem auf wunderbare Weise das Echo einer verlorenen Welt nachklingt. Costners Elegie wird bildlich von der Kameraführung Semlers - der auch in Appaloosa (2008) Großes schuf - unterstützt, gelingt es Semler doch, das weite Land in seiner Schönheit - aber auch Bedrohlichkeit* - einzufangen, ohne daß die in ihm lebenden Menschen zu bloßen Statisten herabgewürdigt werden.

SPOILER
Das Ende des Filmes straft dann nochmals alle Kitschvorwürfe Lügen, denn uns wird klar, daß es für die Kultur der Lakota keine Zukunft mehr gibt, wenn die Armee, auf der Suche nach Dunbar, das Winterquartier der Indianer einkesselt und wir mit der Gewißheit aus dem Film entlassen werden, daß fast alle der uns liebgewordenen Figuren im folgenden Gemetzel den Tod finden werden.
SPOILERENDE

Alles in allem ist "Dances with Wolves", besonders in seiner Langversion, ein Film, den man sich immer wieder ansehen kann.

* Charakteristisch ist hier die Szene, in der Dunbar sich in einem Kornfeld befindet, während Timmons mit seinem Wagen langsam außer Sichtweite gerät. Dunbars Hände streichen über das Korn, doch plötzlich manifestiert sich, durch eine schnelle Kamerafahrt auf Dunbars Rücken unterstützt, ein unbestimmtes Gefühl der Bedrohung, das Dunbar dazu treibt, sich auf sein Pferd zu schwingen und Timmons zu folgen. Ein erster überwältigender Eindruck von der Macht der Wildnis.
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am 2. März 2007
Ein fast vierstündiges Epos, das aufgrund einer soliden Erzählstruktur, einer hervorragenden Kameraarbeit und teilweise exzellenter Schauspieler auch über die lange Distanz seine Qualität behält. Zweifellos ein Film, der das (immer wieder totgesagte) Westerngenre mit genre-untypischen Elementen neu belebt hat. Allerdings, und hier stehe ich im krassen Widerspruch zu vielen anderen Rezensenten, ist dieser Western - und vor allem die Porträtierung der Indianer - weder klischeefrei noch historisch korrekt. In Kevin Costners Film ist die Welt der Sioux eine harmonische Welt, eine einträchtige Dorfgemeinschaft mit einem liebenswürdigen, respektvollen Umgang miteinander. Die Führungspersonen sind überlegte, würdige Männer, große Krieger - und im Tipi hat die Squaw die Hosen, Verzeihung, Leggings an. Mit den natürlichen Ressourcen (Büffel, Wald, Wasser) wird verantwortungsbewußt umgegangen und ein Sioux wird ganz traurig, wenn weiße Jäger brachial alles abknallen oder auch mal den Birkenhain verwüsten. Mit ihren langen, immer frischgekämmten Haaren und der hübschen Wildledermode wirken diese Dorfbewohner wie eine liebenswerte und harmlose Hippiegemeinschaft, der feindliche Stamm der Pawnee wird dagegen als eine Art kahlrasierter, chronisch aggressiver Prärie-Punks dargestellt. Tatsächlich waren die Sioux nach Auffassung der führenden Ethnohistoriker aggressive Expansionisten, die ab Mitte des 18. Jahrhunderts ihr Territorium auf Kosten vieler kleinerer Stämme beträchtlich erweiterten, bereits vor der Ankunft erster europäischer Siedler waren große Gebiete von ihnen völlig überjagt und Waldstreifen entlang der Flussläufe abgeholzt oder durch Brandrodung vernichtet. Von ökologischem Bewusstsein keine Spur. Übereinstimmend wird die Sioux-Gesellschaft als hoch kompetitiv und instabil beschrieben, in der der Konkurrenzdruck unter den Männern extrem ausgeprägt war. Morde, ritualisierte Massenvergewaltigungen und das Auseinanderbrechen von Dorfgemeinschaften waren häufige Phänomene. Der Hauptteil der Aggressionen richtete sich aber nach außen: im 19. Jahrhundert dezimierten die Sioux einen Nachbarstamm nach dem anderen. Besonders kräftigen Widerstand leisteten die Pawnee, deren Dörfer ständig von Trupps junger Sioux überfallen wurden, besonders beliebt war das Niedermetzeln wehrloser Frauen und Kinder, die in den Feldern außerhalb der Dörfer arbeiten mussten. Dieser Widerspruch zum gezeigten Bild lässt doch vermuten, dass auch dieser Western auf den groben Pinselstrich nicht verzichtet hat, Gut und Böse ist auch in diesem Film klar polarisiert und so bewegt sich auch Kevin Costner trotz einer neuen Betrachtungsweise im Mainstream dieses uramerikanischen Filmgenres. Eine andere Darstellung ist eben noch lange nicht eine differenzierte Darstellung und hier muss man auch heute, fast 17 Jahre nach dem Erscheinen dieses Films, auf den Western warten, der Indianer nicht als Monument oder Kontrastpunkt verwendet, sondern als Menschen mit allen Fehlern und allen Widersprüchen, die den Stoff sowohl für Tragödien als auch Komödien liefern.
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am 5. April 2015
Wer diesen Film noch nicht gesehen hat, sollte sich alsbald mal daran machen, um ein authentischeres Bild vom Wilden Westen und dem Klischee des guten Bleichgesichts und der bösen Rothaut zu bekommen. Die Verfilmung hält sich im Großen und Ganzen an die Romanvorlage von Michael Blake und tat gut daran. Wenig gibt es dem hinzuzufügen, was alle anderen 5-Sterne-Rezensenten hier schon hier angemerkt haben. Fazit: Ein unterhaltsamer, lehrreicher und spannender Film, den man sich immer wieder ansehen kann. Kevin Kostner zweifelsohne in der besten Rolle seines Lebens.
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am 7. März 2016
Diese Bewertug habe ich gewählt, weil nicht ersichtlich ist, dass eswas was UK-Import ist automatisch - aber nicht leicht oder gar nicht ersichtlich - kein Deutsch in der Synchronisation hat. Damit schließt sich aus, dass ich den Film mit Kindern schauen kann und ihnen dieses Stück Filmkultur fehlen wird! Das mit den Synchronisationssprachen müsste eigentlich klarer sein!
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am 5. Januar 2013
Der Inhalt in aller Kürze: Wenn Kevin Costner als Lieutenant John J. Dunbar an einen Außenposten versetzt wird, sich dort in der Einsamkeit einrichten muss, schließlich die Indianer kennenlernt und seine kulturelle Identität aus den Angeln gehoben wird, dann ist so einiges garantiert: Spannung, Gefühl, herausragende Landschaftsaufnahmen, sehr gute Schauspieler und vieles mehr.

Persönliche Bemerkung: Da man selbst sich ja auch verändert, ist der Blick auf einen Film, wenn man ihn nach fünfzehn Jahren erstmals wieder sieht, natürlich auch ein anderer. Was wir diesmal sehr positiv auffiel: Der Film erzählt auf wunderbare Weise die Geschichte eine interkulturellen Begegnung. Man nähert sich an, mal etwas vorschnell, mal sehr vorsichtig. Es entstehen verbindende Momente, aber auch Missverständnisse, und dadurch, dass man sich Aspekte der fremden Kultur zueigen macht, gerät man durchaus auch ins Zweifeln über die sogenannte "eigene Kultur". Dunbar vertritt erst seine Armee und muss später darüber nachdenken, mit welchem Recht sich diese überhaupt in den Westen aufmacht und Anspruch auf das Indianer-Land erhebt. Aber auch persönlich macht er spannende Erfahrungen. Wie lassen sich Werte wie Freundschaft, Treue und Loyalität interkulturell einordnen? Wem fühle ich mich verpflichtet? - Durch diese sich aus dem Film ergebenden Fragen, verlässt die Geschichte die Western-Ebene und eignet sich auch, um über Parallelen mit anderen interkulturellen Begegnungen nachzudenken.

Über die BluRay-SpecialEdition: Den Film hatte ich Anfang der 90er Jahre einige Male gesehen und schon damals beide Fassungen kennengelernt. Das Schöne bei dieser Blu-Ray-Edition ist, dass man sich nicht mehr zwischen den Versionen entscheiden muss, sondern beide erhält. Und beide haben etwas für sich: Die dreistündige Originalversion ist etwas dichter, und der Erzähl-Kommentar von John J. Dunbar ist deutlich gelungener. Die vierstündige Langfassung wirkt vollständiger. Leider jedoch hat man versucht, den Erzähltext zu kürzen. Die Stelle, wenn Dunbar den Wolf "Socke" taufen möchte, hat man dabei herausgenommen, dafür andere Stellen doppelt verwendet. So genial und atemberaubend die Langfassung auch ist, beim Dunbar-Erzähltext war man im Schnitt schlampig. - Bild- und Tonqualität der BluRay sind fantastisch, und es gibt einige nette Specials, z.B. ein ausführliches Making Of. Für Fans von "Der mit dem Wolf tanzt" bleibt bei dieser Edition kaum ein Wunsch unerfüllt.

Kleine Bemerkung noch zu den beiden Filmversionen: Der Begriff "Director's Cut" ist sehr missverständlich, da der Verleih schon beide Versionen so bezeichnet hat. Früher war die später erschienene Langfassung der "Director's Cut", heute wird scheinbar die Kurzfassung so bezeichnet. Um die Verwirrung komplett zu machen, sind bei den BluRays die Aufdrucke falsch. Die Kurzfassung (Originalkinofassung) ist auf der BluRay mit der Bezeichnung "Director's Cut" zu finden. Daneben steht 134 Minuten, was natürlich falsch ist, die Fassung läuft drei Stunden. Die zweite BluRay hat den Aufdruck "Kinolangfassung", 181 Minuten. Langfassung stimmt, aber die dauert 234 Minuten.
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am 2. März 2005
Nun, es ist meinen vielen Vorrednern nicht viel hinzuzufügen: Dances with Wolves ist und bleibt ein Meisterwerk, daß zumindest den Versuch unternimmt, die American Frontier ein wenig ins recht Licht zu rücken. Zwar ist alles noch immer sehr geschönt, aber wir wollen schließlich auch träumen und uns nicht mit einer Tatsachen-Dokumentation befassen. So träumen, leben und lieben wir also über drei Stunden den Traum des Soldaten, der ein "Wilder" wurde - und schließlich doch nicht seinen Wurzeln entrinnen kann.
Das war schon immer ein toller Film, das wird immer ein toller Film bleiben...? LEIDER NICHT!! Denn - wer auch immer dafür verantwortlich ist, möge sich von der nächsten Postkutsche überrollen lassen - die Sioux-Untertitel wurden komplett neu verfasst!!! Jetzt liegen nicht mehr "viele Herzen im Staub", sondern es "sind alle tot", die Sioux-Kids philosophieren darüber, ob DmdWt Probleme beim Kinder zeugen hat, Schwarzer Schal spricht streng "Beruhige Dich", anstatt mit Worten zu streicheln und auch sonst musste an vielen Stellen die einfache, und doch wunderbar metaphorische Sioux-Sprache hochgestochener deutscher Übersetzung weichen. Fast könnte man meinen, hier wurde eine Kultur ein weiteres Mal ausgerottet.
Darf ich es aus diesem Anlass auf Deutsch formulieren? ZUM KOTZEN!
Ich werde zusehen, daß ich das Original wieder irgendwo herbekomme (gerade hatte ich meine Videokassette feierlich in den Müll geworfen *grein*) und dann diese Missgeburt einer Neuauflage schnellstmöglich wieder verschleudern.
Fazit: Finger weg von dieser Special Edition - bleibt lieber beim Original. Hat zwar kein dts/5.1, aber ist und bleibt das wahre Epos "Dances with Wolves"
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am 26. März 2004
Über den Film selbst brauche ich wohl nichts mehr sagen. Die meisten mögen ihn und die, die ihn nicht mögen, sollen sich doch langsam mit der 178 min. Kinofassung herantasten, denn dieses Meisterwerk sollte man nicht verpassen.
GERÜCHTE-KILLER:
(1) Die absolut längste Fassung heisst in den USA "Director's Cut" und hat eine NTSC Laufzeit von etwa 236 min. Aufgrund des technisch bedingten PAL-Speedups läuft diese Fassung in Europa etwa 227 min. Die 240 min., welche überall angegeben werden sind ein Mytos und definitv falsch, wie auch die Angaben zur Special Edition hier bei Amazon. Auf dem Cover der Special Edition sind die korrekten Laufzeiten (178 min Kinofassung / 227 min Langfassung / 604 min Bonusmaterial).
(2) Die neue Special Edition hat KEINE ZWANGSUNTERTITEL. Weder erzwungene Untertitel im als Subpicture, noch fest ins Bild codierte (die erste Auflage hatte beides). Man kann sowohl generelle Untertitel, Untertitel für "Sioux"-sprache, als auch Untertitel für die Audiokommentar völlig frei wählen.
(3) Für die Special Edition wurde nicht, wie bei der ersten Auflage das deutsche Master benutzt - zu erkennen am englischen Filmtitel zu Begin. D.h. der Film ist nun im richtigen Format 2.35:1 und nicht mehr in 2.20:1
FAZIT:
Die Special Edition hat eine brilliante Bildqualität. Der Sound kann und will sich nicht mir modernen Krachern messen, aber auch hier wurde das maximal Mögliche herausgeholt. Die Austattung kann sich ebenfalls sehen lassen: 2mal 227 min Audiokommentar, 75 min Dokumentation (sehr empfehlenswert), ein Promo Making of, ein Musikvideo und ein bisschen Kleinkram. Das ganzer in einem schönen Digipak. Dieses könnte zwar etwas stabiler sein, aber dafür gibts einen kleinen Dreamcatcher. Betrachtet man jetzt noch den Preis, gibt es nur einen Ausweg: KAUFEN.
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