Fashion Sale Hier klicken Fußball Fan-Artikel calendarGirl Cloud Drive Photos Sony Learn More madamet HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16

Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen1
5,0 von 5 Sternen
5 Sterne
1
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:16,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 1000 REZENSENTam 28. Februar 2013
Dass Leben und Tod eng verzahnt sind schon zu Lebzeiten; dass der Tod Ende und Anfang zugleich ist und die Gewissheit des Sterbens nicht zur pathetischen privatsenderlichen Seifenoper verkommen muss: darauf weist Saskia Hennig von Langes „Alles was draußen ist“ hin, manchmal mit mildem Humor, manchmal melancholisch-traurig, immer aber bildmächtig und mit sicherer Sprache. Immer geht es um Erinnerungsspuren, die Vergangenes mit Gegenwärtigem verbinden, sei es in der Betrachtung des Schädels Robespierres im anatomischen Museum, sei es die eigene Vergangenheit des Ich-Erzählers, die er vor seinem inneren Auge Revuepassieren lässt.

"...diese Affinität des anatomischen Blicks zum Weiblichen..."
Der tumorerkrankte Ich-Erzähler in einem letzten langen Gedankenspiel, das dem Leser keine Entspannung gewährt. Einige Rückblicke auf ein Leben, das wohl größtenteils auf körperliche und emotionale Nähe verzichtet hat und dessen Berufung das obsessive Nachspüren der einen Frage war, die er Erzähler als Auftrag so formuliert:
"Ich suchte ja die Stelle, an der jede Stimme eine Spur hinterläßt im Kopf des anderen".
Da ist es ein Glücksfall, dass er Besitzer eines anatomischen Museums ist, in welchem staunenswerte Denkwürdigkeiten wie die Totenmaske Robespierres, siamesische Zwillinge, eine halbierte Schwangere mit ganzem Fötus (doch wohl hoffentlich nicht seine "kleine Lehrerin", die er als Schüler geschwängert hat?), die unbekannte Tote aus der Seine und andere Exponate zu bewundern sind, die die Fantasie gleichermaßen anregen wie abstoßen. Denn hier kann er als Hobbyanatom immer wieder die Ohren von Mensch und Tier sezieren auf der Suche nach der Frage, welche Spuren der Satz "Nein, du bleibst hier, bei mir, du gehst nicht nach draußen" im Ohr einens Wesens hinterläßt, des Satzes, den er von seiner Mutter gehört hat, als er Schlittschuhlaufen wollte und ein anderes Mal von seiner Lehrerin, als er diese schwängerte.
Der Sterbende ist umgeben von Vertrauten, die jedoch nur in seiner Erinnerung oder als Exponat vorhanden sind, und die trotzdem das besitzanzeigende Fürwort nicht missen: die Stimme meiner Mutter, meine kleine Lehrerin, meine Unbekannte aus der Seine, meine schöne Beischläferin. Nur, ob es die Untendrunterwohnerin wirklich gibt, oder ob sie nur ein Nachhall der Stimme seiner Mutter ist, diese Frage klärt sich nicht.

Saskia Hennig von Lange hat mit "Alles, was draußen ist" eine kurze Novelle vorgelegt, die dem Leser einiges abverlangt. Der Text ist überwiegend düster, ein noch zu Lebzeiten verfaßter Nekrolog des Erzählers, dem seine anatomischen Präparate näher sind als lebende Menschen. Die Themen und Motive der Novelle hat die Autorin kunstvoll ineinander verwoben, für Schwatzhaftigkeit ist hier kein Raum. Diese Novelle zu schreiben erforderte sicherlich Mut und Sammlung, gleichermaßen das Veröffentlichen durch den kleinen österreichischen Jung und Jung Verlag. Aber gerade für seine Widerständigkeit und fehlende Anpassung an den stromlinienförmigen Zeitgeschmack ist mir das Büchlein lieb und teuer.
0Kommentar|12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

19,90 €
10,99 €
19,95 €