|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
427 Rezensionen
|
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
|
|
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
|
|
485 von 508 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Versuch einer etwas anderen Rezension,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jedes Kind kann schlafen lernen (Einzeltitel Partnerschaft & Familie) (Gebundene Ausgabe)
Dies ist der Versuch einer etwas anderen Rezension mit dem Schwerpunkt mehr auf den praktischen Problemen von Eltern, die von Schlafentzug gebeutelt sind und verzweifelt nach einer Lösung suchen und weniger an ideologischen Grundsatzdiskussionen interessiert sind.Vielleicht mal vorneweg etwas zur eigenen Situation. Ich bin Vater zweier Mädels, heute 5 1/2 und 3 1/2 Jahre alt. Beide waren anfangs ganz schwierige Schläfer. Die erste (mittels Abpumpen und Flasche ernährt, da in der 35. SSW geboren und damit leider zu klein um von der Brust meiner Frau zu trinken) wachte immer wieder nachts auf (mit 8-9 Monaten wurde das sogar wieder schlimmer) und brauchte dann bis zu einer halben Stunde Aufmerksamkeit um wieder einzuschlafen. Danach war man dann selber so wach, daß an Einschlafen so schnell nicht mehr zu denken war und schon bald gingen meine Frau und ich auf dem Zahnfleisch. Also habe ich so ziemlich alles an Büchern zum Thema Babies und Schlafen gelesen, was der Markt 2005 und 2006 hergab. U.a. auch dieses von einigen Eltern empfohlene Buch: "Jedes Kind kann schlafen lernen". Aber aus dem Zimmer zu gehen und sein Kind so lange schreien zu lassen, bis es einschläft kam mir irgendwie grausam und unnatürlich vor. (Alle paar Minuten kurz reinzuschauen und ein paar Worte zum Kind zu sagen, ändert daran nicht wirklich etwas). Zudem schreckten mich diverse im Internet gefundene Berichte von Eltern, die die Methode probiert hatten, davon ab, es überhaupt an meinem Kind zu versuchen. Hier eine kleine Auswahl dessen, was meine Recherche so hervorbrachte: - Babies die sich aus Angst und Panik komplett vollgekotzt hatten - Babies die daraufhin die Mutterbrust verweigerten - Babies die sogar die Fütterung von den eigenen Eltern verweigerten und wo schließlich die Oma einspringen mußte, um dem Kind sein Breichen zu geben Das nur zu den direkt möglichen Konsequenzen. Von den Spätfolgen (z.B. fehlendes Urvertrauen später beim erwachsenen Menschen) mal ganz abgesehen, die keiner hier wirklich überblicken kann. Die gelesene Literatur hatte aus meiner Sicht zwei Extreme: A) Auf der einen Seite Bücher wie "Attachment Parenting" von William Sears, die als Lösung das Familienbett vorschlagen. Die Methode klang ganz toll, also haben wir sie ausprobiert. Dabei lernten wir jedoch auch einiges über die Nachteile auf die harte Tour, wie z.B.: 1. Um wirklich alle drei (Mama, Papa, Kind) ungestört schlafen zu lassen, muß man eigentlich sein Bett komplett umbauen. Zum einen vergrößern, damit alle auch wirklich genug Platz haben und sich nicht gegenseitig wecken. Und zum anderen entweder die Matratze auf den Fußboden verlagern oder das Bett rundum absichern, damit ein nachts im Schlaf von der Matratze rollendes Baby sich nicht verletzten kann. Wir haben das Familienbett über Monate durchgezogen, mit dem Ergebnis, daß wir irgendwie alle drei nicht so wirklich toll und schon gar nicht durchgeschlafen haben und regelmäßig entweder meine Frau oder ich ins Kinderzimmer ausgewichen sind, um mal wieder frei von Unterbrechungen schlafen zu können. 2. Ein weiteres Problem, das einem keiner vorher sagt: ein Baby braucht in dem Alter gemäß diverser Tabellen nachts über 11 Stunden Schlaf. Das kann ich bestätigen. Ich brauche aber nur 8 Stunden Schlaf. Was bedeutet das also in der Praxis? Entweder ich lege mich mit meinem Kind zusammen hin und wache dann im Idealfall 3h vor ihm auf und schleiche mich davon (wovon es nicht selten wach wird - und ehrlich gesagt will ich auch nicht schon um 20:00 Uhr ins Bett gehen) oder aber ich lege mich erst später dazu, dann liegt das Kind aber de facto alleine im "Familienbett" und ich kann es gleich in sein eigenes Bett im Kinderzimmer legen! Unsere "Lösung" sah dann so aus, daß sich einer von uns also neben unser Baby gelegt hat, bis es sanft eingeschlummert war, und dann leise versuchte rauszuschleichen. Aber auch das gelang nicht immer, da das Baby beim Rausschleichen wieder wach wurde, manchmal schlief man auch gleich mit ein (natürlich noch komplett angezogen, weil man ja eigentlich wieder zum Partner rauswollte, auch toll) und nicht selten merkte unsere liebe Kleine im Verlauf der nächsten 3 Stunden, daß es doch alleine im großen Familienbett lag und unterbrach den abendlichen Frieden mit Gemecker und dem Einfordern von Mama oder Papa, um wieder weiterzuschlafen. Wieder einschlafen zu können muß ich eigentlich sagen, dazu später mehr. Alles in allem zwar eine Lösung, bei der unsere Tochter ohne langes Schreien die Nacht verbrachte (außer dem Gemecker eben, wenn sie merkte, daß Mama oder Papa nicht mehr neben ihr lagen oder sie mitten in der Nacht keinen Bock mehr auf Schlafen hatte), aber nicht wirklich eine Lösung für die nächsten Jahre. Zudem war meine Frau wieder schwanger und die Aussage in Sears Buch, daß nach seiner Erfahrung die Kinder im Alter von 3 oder 4 Jahren von alleine das Familienbett verlassen würden, weil es ihnen dort "zu laut und zu unruhig mit den vielen Geschwistern" ist, fand ich weder von der zeitlichen Perspektive her noch sonstwie ein besonders erstrebenswertes Ziel. B) Wir versuchten uns also an den Vorschlägen anderer Bücher, u.a. von Christine Rankl: Einschlafen - (k)ein Kinderspiel: Die Schlafstörungen Ihres Kindes verstehen und lösen und von Elizabeth Pantley (damals nur auf Englisch unter dem Titel "No cry sleep solution" verfügbar): Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte Die Vorschläge dort in verschiedenen Härtegraden: das Kind einschlaftechnisch langsam von den Eltern zu entwöhnen. Also z.B. auf einem Stuhl neben dem Bett sitzen, bis das Kind eingeschlafen ist und diesen Stuhl jeden Abend ein bißchen weiter wegschieben, bis man irgendwann das Zimmer faktisch verlassen hat. Oder dem Baby ein Kuscheltier als Ersatz für die Eltern angewöhnen (hat unsere Kinder leider überhaupt nicht interessiert, Kuscheltiere im Bett waren erst interessant, als Durchschlafen für beide schon lange kein Problem mehr war). Oder zwar mit dem Kind zusammen hinlegen, aber dann wieder aufstehen, bevor das Kind komplett eingeschlafen ist. Insbesondere das Buch von Elizabeth Pantley (zumindest für das englische Original kann ich aus eigener Erfahrung sprechen: The No-Cry Sleep Solution: Gentle Ways to Help Your Baby Sleep Through the Night: Foreword by William Sears, M.D.) bietet eine Fülle von Ideen. Mit viel Geduld (ich rede hier von mehreren Wochen) und Ruhe hatten wir es dann irgendwann geschafft, daß die Ältere mit ca. 1 1/2 Jahren alleine ins Bettchen in ihrem Zimmer ging und in der Regel auch durchschlief (es sei denn, der leidige Schnuller fiel raus und sie fand ihn nicht ohne Hilfe wieder). Insofern lautet mein Vorschlag, vielleicht erstmal diese Bücher zu lesen und die darin beschriebenen Methoden zu versuchen, bevor man direkt und ohne Not zur radikalsten Maßnahme ("alleine schreien lassen") greift!!! Aber dann wurde die Schwester geboren und von Mama Tag und Nacht gestillt und unsere inzwischen 2jährige fragte zu recht, wieso sie denn alleine im Kinderzimmer schlafen solle, wenn ihre Schwester auch nachts bei Mama sein darf. Da es mir dort eh zu laut war und ich beim Stillen sowieso nicht helfen konnte (Abpumpen wollte meine Frau nicht mehr), schlief ich also nachts auf dem Gästebett im Kinderzimmer und meine Frau mit dem neuen Baby im Elternschlafzimmer. Wir meinten auch, aus den Fehlern gelernt zu haben, und anstatt das Kind in den Schlaf zu wiegen und dann hinzulegen (mit der Folge, daß es, wenn es nachts wach wird, exakt die gleiche Behandlung wieder haben will! Ist ja eigentlich auch logisch: wenn ich an einem kuscheligen Ort eingeschlafen bin und nachts wach werde und mich plötzlich ganz woanders wiederfände, würde ich auch anfangen zu schreien!), wollten wir gemäß der "No Cry Sleep Solution" gleich von anfang an alles richtig machen. Also von Anfang an Kuscheltier in die Krippe, wach hinlegen etc. Leider hatten wir die Rechnung nicht mit unserer Kleinen gemacht, die sich als noch miesere Schläferin entpuppte, als die erste. Während diese wenigstens ab ca. 11 Monaten alleine solide 1,5 bis 2h Mittagsschlaf gemacht hatte, war die Jüngere völlig unberechenbar. Zwischen 20min, 45min, 1h und (gaaanz selten) 1,5h war alles drin. Insgesamt kam sie auch auf weniger Stunden Schlaf pro Tag, als ihre Schwester. Was sich bis heute nicht wirklich geändert hat, da sie in der Regel morgens früher als ihre ältere Schwester wach wird. Sie scheint ganz einfach weniger Schlaf zu brauchen. Selbst bei gleichen Eltern sind Kinder offensichtlich schon sehr früh sehr unterschiedlich und sehr individuell. Nachts war es auch nicht besser, meine Frau wurde in manchen Nächten 6-8x geweckt, weil die Kleine teilweise schon nach 45min wieder wach wurde und Milch oder sonstwie Mama haben wollte. Trotz deutlich längerer Zeitabstände zwischen dem Stillen bzw. Essen tagsüber. Es wurde dann etwas erträglicher, als meine Frau sie erfolgreich im 10. Monat von der Brust komplett auf Flaschennahrung umgestellt und es zusätzlich geschafft hatte, die Kleine mit Fläschen und längerem leichtem Rückenklopfen in ihrem Bettchen zum Einschlafen zu bringen. Zum einen konnte ich jetzt wieder einspringen und zum anderen wurde sie nur noch ca. alle 3h wach. Trotzdem ging es dann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so weiter (u.a. wegen der Manifestation einer Schilddrüsenunterfunktion - übrigens laut unserem Kinderarzt bei bis zu 10% der jungen Mütter ein Thema. Also Achtung, Erschöpfungszustände können nicht nur die Folge von Schlafmangel sein!!!), daß ich mich gezwungen sah dem Zustand ein möglichst schnelles Ende zu bereiten. C) Die Kast-Zahn Variante vom "Schreien lassen", also letztlich das andere Extrem der Bandbreite der Methoden war mir immer noch zu radikal, aber wochenlang Zeit für eine langsame Entwöhnung hatten wir auch nicht mehr. Meine Logik war letztlich, daß das Hauptproblem der Ferber-Methode meines Erachtens darin besteht, das Kind ganz alleine im Zimmer zu lassen und es mit seinem Instinkt (ohne Eltern = Gefahr schutzlos ausgeliefert = nackte Panik) brutal zu konfrontieren, was dann eben zu solchen Ergebnissen wie Übergeben etc. führen kann. Andererseits wollte ich sie gemäß der in vielen Büchern gefundenen und eigentlich auch sehr einleuchtenden Regel "benutze keine Einschlafhilfe, die Du nicht bereit bist in der Nacht mehrfach zu wiederholen" ohne jedes Hilfsmittel zum Einschlafen bringen. Mein Kompromiß für das inzwischen mit 14 Monaten Nicht-mehr-Baby: Noch einmal richtig Kuscheln, dann ins Bett legen und dann ist Einschlafen ohne jegliche Berührung von Mama&Papa angesagt, aber Papa bleibt im Zimmer. Da gab es dann am ersten Abend 20-30 Min. Gemotze und Geheule, bei dem ich aber die ganze Zeit auf dem Gästebett in ihrem Zimmer lag und ihr entweder etwas vorsang oder mit ruhiger Stimme sagte "Du legst Dich jetzt hin und schläfst". Und siehe da, sie schlief schließlich selbständig ein und zum ersten Mal weckte sie mich auch erst um 9:15 am nächsten Morgen und hatte es anscheinend auch geschafft in der Nacht ohne Hilfe die Milchflasche selbständig leer zu trinken und sich nicht darüber zu beschweren, daß sie irgendwann leer war. Am nächsten Abend dauerte das Gejammer nur noch 15min (und sogar mit Pausen dazwischen, Panik sieht wohl anders aus), am dritten Abend stand sie nur noch 2 Min jammernd am Gitterbett, legte sich dann hin und schlief nach rund 3 Min tief und fest ein und danach war es auch für sie kein Grund zum Schreien mehr, daß sie auf weitere Streicheleinheiten WÄHREND des Einschlafens verzichten mußte. Kurz darauf brachte meine Frau dann beide Kinder problemlos dazu, gemeinsam im gleichen Zimmer zu schlafen und seitdem besteht unser Ritual nur noch aus Schlafanzug anziehen, Zähne putzen, eine Geschichte erzählen, Gute-Nacht-Kuß und Licht ausschalten. Und wenn niemand krank ist, hören wir auch erst am nächsten Morgen wieder etwas von den ihnen. Der Schlafrekord beider Mäuse liegt bei über 14h (um 20:30 Uhr hingelegt, am nächsten Tag erst um 10:30 Uhr wieder aufgewacht). Beim ersten Mal war ich so irritiert, daß ich 3x ins Kinderzimmer geschlichen bin, um nachzuschauen, ob wirklich alles ok ist). In der Regel schlafen beide natürlich nur ca. 11h, das aber wirklich regelmäßig und ohne Beschwerden. Und übrigens gehen beide Kinder abends gerne und ohne Diskussionen ins Bett. Diskussionen über das Zubettgehen an sich meine ich, Diskussionen wegen des "richtigen" Schlafanzuges oder Zähneputzens o.ä. haben wir schon ab und zu mal. ;-) Der eine oder andere fragt sich inzwischen sicherlich zu Recht, warum ich das alles hier in diese Rezension schreibe. Nun, aus mehreren Gründen: 1. vor allem, um allen verzweifelten neuen Eltern von kleinen Babies, die hier wohl aus gutem Grund auf dieser Seite gelandet sind, Mut zu machen. ES WIRD BESSER!!! Egal wie schlimm die Schlafgewohnheiten des Babies auch sein mögen. Nur die Hoffnung nicht aufgeben! Laut Statistik schlafen nur 2 von 10 Babies schon nach kurzer Zeit durch. D.h. wenn Ihr Baby das nicht tut, dann ist das völlig normal! Ich weiß selber noch, wie elend man sich nach mehreren schlechten bis schlaflosen Nächten fühlt, aber man kann dagegen etwas tun und manches wird auch von ganz alleine einfacher. 2. die Ferbermethode kann grundsätzlich funktionieren. Und ich kann auch bestätigen, daß der erste Abend vermutlich der Schwierigste ist und danach die Schreidauer abnimmt. 3. ABER: jede Familiensituation ist individuell. Es gibt kein Patentrezept, daß für jedes Kind oder gar für jede Familie bzw. Familiensituation gleich funktioniert. Das ist auch gleichzeitig mein Hauptvorwurf an das hier rezensierte Buch. Bereits mit dem Titel suggerieren die Autoren, das ihre Methode bei JEDEM Kind funktionieren würde. Das möchte ich aufgrund zahlreicher gegenteiliger Berichte (teilweise auch aus dem Bekanntenkreis) so nicht bestätigen. Dem dann auch noch mit der Erwiderung zu begegnen "dann ist die Methode wohl nicht konsequent genug angewandt worden" ist meines Erachtens schon fast eine Aufforderung zur Kindesmißhandlung. Wie kann man von Eltern verlangen, daß sie, nachdem sich das eigene Baby vor Angst vollgekotzt hat, den Versuch fortsetzen? Aber so ein Titel beginnend mit "Jedes Kind" verkauft sich natürlich viel besser, nur leider auf dem Rücken der Kinder, die aus irgendeinem Grunde auf die Methode nicht ansprechen (die potentiellen Gründe dafür finden sich in diversen anderen Büchern, u.a. dem weiter oben genannten von Christine Rankl). 4. Mein zweiter Hauptvorwurf gegen das Buch ist die pseudo-wissenschaftliche Verbrämung. Die Kombination aus Psychologin und Kinderarzt erweckt den Eindruck einer wissenschaftlichen Fundierung, aber z.B. wird in dem Buch mit keiner Silbe erwähnt, warum die Autoren das Alter, ab dem man die von Dr. Richard Ferber in Boston entwickelte Methode anwenden kann, mal flugs von 1 Jahr auf 6 Monate runtersetzen (Ich habe gewisse Vermutungen, was die Motivlage der beiden Autoren angeht, aber die kann sich wohl jeder selber denken. Spätestens jetzt kann ich aber nur noch einen Stern für dieses Buch vergeben). Aus meiner Sicht ein gigantischer Unterschied: Babies mit 6 Monaten können oft noch nicht einmal krabbeln, d.h. sich nicht freiwillig und spielerisch von den Eltern entfernen und dementsprechend auch nicht ein Bewußtsein für den Zustand der Trennung bzw. der Existenz der Eltern auch außerhalb der Sichtweite entwickeln (Der Fachterminus dazu lautet "Objektpermanenz"). Auch das Sprachverständnis ist noch ein ganz anderes. Während Einjährige zwar oft noch nicht viele Worte sprechen, so verstehen sie jedoch wenigstens schon eine Menge. In diesem frühen Entwicklungsstadium dann die junge Seele alleine in ein Zimmer zu stecken, sodaß alle ursprünglichen Instinkte und Alarmsirenen losgehen, d.h. es seinen angeborenen Urängsten (allein = ich muß sterben) auszusetzen, kann einfach nicht richtig sein (Schimpansen z.B. haben im 1. Jahr fast ständigen Hautkontakt mit ihren Babies, d.h. auch nachts). Nun zu glauben, die Worte "Du kannst alleine einschlafen" und ein fester, sich langsam steigender Rückkehr-Rhytmus (alle 5, alle 7, alle 10 Min) würden dem 6 oder 7 Monate alten Baby auch nur irgendeine ernsthafte Beruhigung in dieser grausamen Situation bieten, ist bar jeder Realität und bestenfalls ein Pseudo-Trost-Pflästerchen für die Eltern, die sich aufgrund der noch vorhandenen eigenen Instinkte im Nachbarzimmer einschließen müssen. Absurder geht es ja eigentlich gar nicht mehr. Selbst wenn das bei manchen Babies funktioniert, dann wohl eher aus nackter Verzweiflung, Resignation oder einer Art Notabschaltung des Babybewußtseins, aber sicher nicht aufgrund des sicheren Wissen, daß die Eltern ja im Nachbarzimmer sitzen und daher jederzeit für es da sein werden, wenn es wirklich drauf ankommen sollte. Welche potentiellen Auswirkungen das auf die Kinderseele und dann später auf den Charakter des Erwachsenen haben wird, vermag niemand zu beurteilen und Studien zu dem Thema werden schon aus ethischen Gesichtspunkten wohl nie durchgeführt werden. Mein Gefühl als Vater sagt mir aber, daß diese Methode wohl eher den Zeiger Richtung Trennungsangst als Richtung Urvertrauen bewegt. Dr. Ferber hatte zudem die Methode ursprünglich als letzten Ausweg für völlig verzweifelte Eltern entwickelt und sich inzwischen - wie schon in anderen Rezensionen erwähnt - deutlich davon distanziert, da aus seiner Sicht der damit angerichtete Schaden größer als der Nutzen ist. Daß die Autoren dennoch die Methode kurzerhand als Standardverfahren für alle Eltern propagieren und damit vielen Eltern suggerieren, sie seien selber schuld und ihr Kind nicht normal, wenn es mit 7 Monaten immer noch nicht durchschläft, halte ich für das nächste Verbrechen. Denn schließlich kann ja JEDES Kind schlafen lernen! Wie, Ihres nicht? Dann waren sie nach unserer Expertise nur nicht konsequent (soll heißen: brutal) genug und haben sich von dem kleinen Tyrannen unterkriegen lassen. Selbst schuld! An der tollen Methode liegt es jedenfalls nicht. 5. Wenn alle "sanfteren" Methoden versagt haben sollten und der Leidensdruck zu groß wird: Es gibt in jeder größeren Stadt Beratungsstellen, die man mit seinem Kind besuchen kann. Dort wird untersucht, ob entwicklungstechnisch alles normal bei dem Kind ist, das Verhältnis zwischen Eltern und Kind betrachtet und dann in der Regel die Ferber-Methode in der einen oder anderen Variante den Eltern vorgeschlagen. Dann ist die Anwendung aber zumindest medizinisch (grünes Licht aus Sicht des Babies, vorhandener Leidensdruck aus Sicht der Eltern) begründet. Das ist etwas ganz anderes, als wenn eine unerfahrene Mutter aufgrund "guter" Ratschläge aus Nachbarschaft und Freundeskreis meint, ihrem 6 Monaten alten Baby das einmalige Aufwachen um 3:00 Uhr nachts unbedingt und mit Gewalt abgewöhnen zu müssen, nur weil es bequemer ist. Meine persönlichen Tips zum Abschluß lauten daher: 1. in dem Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" stehen genau 2 Dinge drin: - Kinder brauchen grundsätzlich einen festen Rhythmus (der macht in der Tat vieles leichter, das kann ich bestätigen) - legen Sie Ihr Baby ins Bett und verlassen Sie das Zimmer und kehren nach einem beliebigen, aber konsequent einzuhaltenden Plan (z.B. erst nach 3, dann nach 5 und dann nach 7 Minuten Geschrei) in das Zimmer zurück. Nehmen Sie Ihr Baby dann auf keinen Fall hoch, sondern beruhigen Sie es nur mit Worten wie z.B. "Du kannst alleine einschlafen". Das solange wiederholen, bis das Kind endlich eingeschlafen ist. Sollte es sich übergeben, sollten Sie "sofort zu ihrem Kind gehen, alles sauber machen, danach aber mit dem Behandlungsprogramm fortfahren, ohne das Erbrechen zu 'belohnen'." (der letzte Teil in Anführungszeichen ist ein Originalzitat aus dem Buch!!!) Das war's im Prinzip! Der Rest besteht aus Füllmaterial und Informationen, die sich auch im Internet und vielen anderen Büchern zu dem Thema finden. Das gesparte Geld können Sie jetzt also in ein beliebiges anderes, weniger radikales Buch stecken. :-) 2. Was auch immer Sie machen, um ihr Baby ins Bett zu bringen: Wenn Sie nicht gerade ein ungewöhnlich tolerantes Baby erwischt haben, dann behalten Sie immer im Hinterkopf, daß Sie im Prinzip bereit sein müssen, genau dieses Prozedere zu wiederholen, wenn Ihr Kind (wie es normal ist) in der Nacht aufwacht. Denn so hat es von Ihnen gelernt einzuschlafen und also will es genau das dann auch wieder haben. 3. Lassen Sie sich von niemandem einreden, wenn Sie Ihr Baby nicht bis zum Alter von X Monaten oder Y Jahren aus dem elterlichen Schlafzimmer rausbekommen hätten, wäre sowieso alles zu spät. Im Gegenteil, nach meiner Erfahrung mit zwei eigenen Kindern und den Beobachtungen bei zahllosen Freunden und Bekannten, wird es eigentlich mit zunehmendem Alter immer leichter. Selbst die anfangs schlimmsten Fälle schlafen inzwischen alle friedlich im eigenen Zimmer durch. Also bloß nicht aus Angst vor irgendwelchen imaginären Deadlines mit Druck an einer Lösung basteln, wenn die Situation selber zwar unschön, aber immer noch auszuhalten ist. 4. Umgekehrt gilt genauso: wenn die Situation nicht mehr auszuhalten ist, dann bitte nicht aufgrund einiger Aussagen in Foren, Rezensionen o.ä. und der Angst sein Kind vielleicht lebenslang zu schädigen, blind das vermeintliche Wohlergehen des Kindes über alles andere stellen. Wenn die Eltern tagsüber wegen chronischem Schlafmangel nicht mehr richtig funktionieren, geht das auf Dauer auch nicht gut. Weder ein schwerer Unfall wegen Übermüdung noch der Verlust des Arbeitsplatzes noch das Scheitern der Ehe noch permanent extrem gereizte Bezugspersonen werden sich besonders positiv auf die Entwicklung des Kindes auswirken. Insbesondere wenn das Kind schon länger krabbelt oder noch besser bereits läuft, ist nach meiner Erfahrung und Beobachtung auch die Möglichkeit gegeben, ihm klarzumachen, daß es nachts keine Hilfe beim Einschlafen (mehr) braucht. Und zwar auf eine Art und Weise die es nicht in Todesangst versetzt. Geschrei wegen des Einforderns des bisher gewohnten Einschlafrituals ist etwas völlig anderes als nackte Panik, weil die Bezugspersonen plötzlich verschwunden sind. Den Unterschied im Klang und Verhalten zwischen beiden Varianten sollten Eltern nach mehreren Monaten Erfahrung mit ihrem Baby vermutlich auch leicht feststellen können. 5. Ansonsten versuchen, den Schlaf irgendwie nachzuholen. Sofern möglich, nachts mit dem Partner abwechseln (und sei es nur am Wochenende), Verwandte und Freunde einbinden und jede sich bietende Gelegenheit zum Mittagsschläfchen nutzen, bis das schlimme erste Jahr rum ist. Es wurde wissenschaftlich übrigens nachgewiesen, daß eine richtig gute Nacht ausreicht, um wieder fit zu sein, egal wieviele Stunden oder gar Nächte an Schlaf man vorher verpaßt hat. Und wer glaubt, sein Kind wäre der schlechteste Schläfer überhaupt: Meine jüngere Tochter hatte im Alter von 10 Monaten einen so leichten Mittagsschlaf, daß das Knacksen meines Kniegelenkes auf halbem Weg zur Tür ausreichte, um sie wieder aufzuwecken! Ich bin manchmal fast wahnsinnig geworden vor lauter Frust, daß selbst der Mittagsschlaf ein derartiges Problemthema war. Heute schläft sie so tief und fest, daß man ihr im Schlaf noch nachträglich einen Schlafanzug anziehen kann, ohne das sie davon aufwacht. Auch heftigste Gewitter mit jeder Menge Donner jucken sie nicht die Bohne. Also die Hoffnung nie aufgeben. :-) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
520 von 562 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
veraltet, gefährlich,
Rezension bezieht sich auf: Jedes Kind kann schlafen lernen (Einzeltitel Partnerschaft & Familie) (Gebundene Ausgabe)
Autorin ist Verhaltenstherapeutin (VT), das Buch ist aus den 90íger Jahren.- VT's gehen davon aus, dass Verhalten größtenteils gelernt ist. Das Schlafverhalten von Babys ist aber zunächst einmal genetisch bedingt, es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass Babys durchschlafen, tun sie es dennoch ist das im Bestenfall schön, im schlechtesten Fall wird diskutiert, ob früh durchschlafende Kinder eher SIDS gefährdet sind. Dann ignorieren die Autoren die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten der einzelnen Kinder. Alle können nach sechs Monaten auf Nahrung verzichten, alle können durchschlafen. Erfahrene Mütter wissen, das jedes Kind sein ganz eigenes Tempo hat, die Spannbreite beim Laufen z.B liegt bei mehr als einem dreiviertel Jahr. -Für VT's muss man die Ursache der "Symptome" (wir erinnern uns, nicht durchzuschlafen ist zunächst einmal bei so kleinen Babys kein Symptom, sondern genetisch vorgesehen) nicht kennen. Was interessiert ist das Ergebnis, nicht die Ursache, nicht der Preis. Es zählt nur, was man sehen kann. Was im Verborgenen (nicht sichtbar im Menschen selber) passiert, ist nicht meßbar und deshalb nicht bedeutsam. - Man muss eine gewisse Reife haben, um etwas LERNEN zu können. Aus der Entwicklungspsychologie weiß man, dass Babys im besten Fall klassisch konditioniert werden wie ein Hund, einen Lerneffekt gibt es diesbezüglich bei Kindern im ersten Lebensjahr nicht (deshalb ist die Methode unter anderm von dem Erfinder Ferber für dieses erste Jahr auch nicht vorgesehen). - Das Buch ist nun fast 20 Jahre alt, in den letzten Jahrzehnten hat sich viel getan, so weiß man heute um die Bedeutung des Urvertrauens für die Suchtprophylaxe, für die Entwicklung des Selbstwertgefühles, für die Vermeidung von Persönlichkeitsstörungen, für eine vertrauensvolle, positive Weltsicht, für die Bindungsfähigkeit, welches sich besonders im ersten Lebensjahr entwickelt. Dieses heute selbstverständliche Wissen fehlt in diesem Buch gänzlich. Es ist einfach veraltet und aus meiner Sicht damit sehr bedenklich. - In dem Buch werden heute bekannte entwicklungspsychologische Erkenntnisse schlichtweg ignoriert. Möglicherweise auch, weil das Buch zu alt ist, oder weil es sich so gut verkauft hat? In dem Buch wird auf die verschiedenen Entwicklungsstadien nicht eingegangen. Es gibt z.B. Zeiten, in denen das Kind besonders anhänglich ist, oder unter starker Verlustangst leidet. Es wäre fatal, das "Programm" in dieser Zeit "durchzuziehen" (Wer sich hier weiter informieren möchte, dem sei "Oh je ich wachse", oder "Vom Urvertrauen zum Selbstvertrauen" sehr ans Herz gelegt. Letzterer Autor (Posth) hat ein Internetforum hierzu. Die Autoren versuchen ständig zu vermitteln, dass das Kind nicht zu bestimmen hat, sondern die Eltern. Aus meiner Sicht ein ganz billiger psychologischer Trick, die Eltern zum umsetzen zu bewegen. Ein Kind ist erst mit ca 12- 14 Monaten in der Lage zu erkennen und dann umzusetzen, dass es mit einer Handlung A letztlich B erreichen kann und dies absichtlich herbeizuführen. VORHER NICHT! Wenn man vorher den Eindruck hat, dass das Kind schreit, um etwas zu bekommen, dann liegt das daran, das es weint, weil etwas stört z.B., oder weil es etwas haben will. (Das kann es schon sehr früh, Z.B. weint es aus Hunger, da sage ich ja auch nicht, es weint, damit ich ihm etwas zu essen gebe, sondern einfach weil es Hunger spürt. Da habe ich auch nicht das Gefühl, es will jetzt seinen Willen durchsetzen). Das kann es natürlich schon merken. Aber es kann vorher nicht planen jetzt zu weinen, damit Sie ihm dann den Willen erfüllen. Aber diese Sichtweise hält sich leider hartnäckig und begegnet mir auch in meinem Umfeld immer wieder. Wie oft habe ich mich in den letzten Monaten gefragt, wie man so eine distanzierte Sicht auf sein Baby haben kann, wieso so viele mir immer den Eindruck vermittelt haben, man müsse sich vor "den kleinen Tyrannen" früh schützen. Alles seien Machtkämpfe... . Puh, wie nimmt man so sein Kind war. Als zu bezwingenden Feind? Die Sicht der Autoren ist eine, die davon ausgeht, dass das Baby seinen Willen durchsetzen will. Heute weiß man, das ein Kind diesen Alters das noch gar nicht kann, sondern dass es ein hilfloses, nähebedürftiges Wesen ist, welches einem komplett ausgeliefert ist. Somit wird es durch die Methode nicht dazu gebracht zu akzeptieren, dass der Willen der Eltern zählt, sondern, dass seine Bedürfnisse zu ignorieren sind. Diese Sicht wird es später schlimmstenbfalls in seine Persönlichkeit integrieren, da sich das eigene Selbst erst in den ersten Jahren aufbaut und entwickelt, in Abhängigkeit davon, wie mit dem Baby umgegangen wird, wie es wahrgenommen wird. - Zudem bilden sich erst im Alter von 8 / 9 Monaten die sogenannten Objektrepräsentanzen (ein Inneres Wissen von der Existenz einer Bezugspersonen) und erst noch später die Objektpermanenz (ein inneres Wissen, dass es diese Person auch gibt, wenn ich sie nicht sehe), vom nicht vorhandenen Zeitgefühl mal ganz zu schweigen. Das Baby ist also nicht in der Lage zu erkennen, ob Sie es nun lange oder 2 Minuten schreien lassen (Soviel zu den "harmlosen" Methoden die eine kürzere Schreidauer empfehlen). Es bemerkt nur, mir hilft jemand, oder aber da ist niemand. Und das als weltumfassendes (für ein Baby ist zunächst denken, fühlen handeln alles eins), nicht zeitlich eingegrenztes Gefühl. Da ein 6 Monate alter Säugling keine inneren Bilder seiner Bezugspersonen hat und erst recht nicht weiß, dass sie im Nebenraum sind, ist es in der Zeit EINSAM. - Unverschämt gelogen ist, dass die Autoren behaupten, dass es sich nicht um Schreien lassen handelt, obwohl das die Grundsäule der Ferbermethode ist, auch wenn man sie verkürzt. Nur weil ich sage, Gras ist nicht Grün verändert es nicht seine Farbe. - Was ebenfalls völlig ignoriert wird ist, dass heutzutage Babys und auch Kinder in Krankenhäusern sogar schmerzstillende Pflater vor einer Spritze bekommen, da man festgestellt hat, wie besorgniserregend hoch der Blutdruck bei einem so kleinen Kind gehen kann, wenn es Stress hat. Ebenso ist bekannt, was ein zu hoher Cortisolspiegel mit dem Gehirn machen kann (ständige Überschwemmung mit Cortisol kann zu Schädigungen in bestimmten Bereichen des Gehirns führen, was z.B. eine höhere Anfälligkeit z.B. für Angsterkrankungen zur Folge haben kann. Trösten senkt den Cortisolspiegel zügig, ohne kann er tagelang erhöht bleiben. Trösten darf man laut Buch sogar, 1-2 Minuten. Jedoch reicht diese Zeit nicht, um den Cortisolspiegel zu senken und schon gar nicht, wenn er kurz drauf wieder in die Höhe getrieben wird, durch erneutes Weinen. Natürlich kann es sein, dass das Baby noch viel stärker anfängt zu weinen, wenn seine vertraute Bezugsperson endlich kommt, um ihm aus seiner Notsituation zu helfen, denn das ist seine einzige Möglichkeit sich mitzuteilen. Genauso, wie es vielleicht anfängt zu lachen, weil es sich freut, dass sie kommen und seine Verzweiflung lindern. Das wird fälschlicherweise oft für ein Triumpflachen gehalten. (Was für eine Heimtücke unterstellen wir ihm eigentlich?) Und wie hilflos muss sich ein Baby fühlen, wenn seine vertraute Bezugsperson kurz darauf das Zimmer wieder verläßt. Laut Buch soll man das Trösten dann sogar so kurz wie möglich halten, um das ungewünschte Verhalten nicht zu verstärken. Ein Mensch ist jedoch mehr als das was man äußerlich sieht. Stellen Sie sich vor Sie fühlen sich einsam, oder wütend, oder verzweifelt und Sie würden von Ihrem Partner IGNORIERT, damit sie "unerwünschtes Verhalten" nicht mehr zeigen. A) wie würden Sie sich dabei fühlen, Ernstgenommen? Angenommen? Wütender? Verzweifelt, weil er Sie einfach ignoriert und Sie auf seine Hilfe angewiesen sind? B)ist Ihr Gefühl dadurch weg? Oder haben Sie nun sogar Zwei Probleme? C) was macht das mit Ihrem Gefühl für Ihren Partner, Lieben Sie Ihn dafür mehr?, Geht Ihr VErtrauensverhältnis dadurch vielleicht sogar kaputt? - Ein Baby muss schlafen lernen. Wieso muss es das alleine? Ein Baby hat nicht nur die Bedürfnisse nach einer trockenen Windel, Schmerzfreiheit, gestilltem Hunger, genügend Schlaf bzw. Beschäftigung, sondern auch nach Geborgenheit und Nähe. Ist das schlimm und unverschämt? Der Mensch ist ein soziales Wesen in ALLEN Bereichen. Von Natur aus ist ein Baby bei seiner Mutter, IMMER. Beim Schlafen ebenso wie am Tag. Die Muttermilch ist in ihrer Zusammensetzung für häufiges Stillen nach Bedarf gedacht. Was kann ein Baby dafür, wenn das nicht in unsere moderne Zeit paßt? Jeder kann sich dafür entscheiden sein Kind diesem Zeitgeschehen anzupassen. Aber dann ehrlich und mit allen Konsequenzen: "Ich behandele mein Kind so, dass es für mich paßt, auch gegen seine Bedürfnisse". Nur das ist ehrlich. Ansonsten suche ich zur Selbstberuhigung einen Fehler bei einem unschuldigen hilflosen Wesen. - In den letzten Monaten habe ich als Argument auch immer wieder gehört: Das hat uns doch auch nicht geschadet. Was bitte ist das für ein Argument? Zum einen denke ich bei den meisten: doch! Und wenn ich es mir recht überlege, wenn ich eine Krebserkrankung habe, möchte ich nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt werden und nicht nach einer fast 20 Jahre alten Methode, die viele neue Erkenntnisse ignoriert, bzw so, wie es in den letzten vielleicht sogar mehreren Jahrhunderten üblich war, als es nicht mal eine 'Kindheit' gab und Schläge durchaus üblich, die ebenfalls 'niemandem geschadet' haben. - Traurig stimmt mich, wenn ich lesen muss, dass tatsächlich vorgeschlagen wird, dass eine Mutter sich einschließen läst, um diese "Methode" durchzuhalten. Wie gut kann etwas sein, wenn ich mich zur Durchführung einschließen muss, um meinen Muttergefühlen nicht folgen zu können. Ist es nicht gerade die Intuition, die einer Mutter eine wertvolle Hilfe ist? Ebenso absurd der Tipp Kopfhörer aufzusetzen. Ich als Erwachsener Mensch, der selber entscheiden kann und Dinge versteht, ich muss mich ggf. einschließen lassen und die Ohren zuhalten um es zu ERTRAGEN. Was muss mein Baby denken und fühlen. Und es ist meiner Entscheidung hilflos ausgeliefert und kann sich im Gegensatz zu mir nicht schützen. Immer wieder lese ich, dass man unterschiedliche Meinungen haben kann zu der Methode. Aus meiner Sicht geht das nur aus drei Gründen. Zum einen, wenn man elementare Dinge ignoriert. Meinungen sollten jedoch fundiert sein, sonst sind sie haltlos und bestenfalls nur dumm. Oder man sieht sich selber auf der Prioritätenliste vor dem Baby, aus meiner Sicht gehören einem Babys jedoch nicht, es sind keine Accsessoires, die einem stehen müssen. Ich bin z.B. völlig erschrocken, wenn eine Mutter ihrer 7 Monate alten Tochter das einmalige Wachwerden pro Nacht mit so einer Methode "abtrainieren" will. Ein Baby ist ein sich selbstgehörendes Wesen und ich habe die Aufgabe es auf SEINEM WEG zu begleiten und ihm nicht meinen aufzuzwingen. Siehe hier auch Khalil Gibran "Kinder" (Und ich meine nicht antiautoritäre Erziehung, wer das hier herausliest, der hat mich nicht verstanden) Natürlich gibt es auch verzweifelte Eltern, die sich nicht mehr zu helfen wissen. So auch wir. Meine Tochter ist mittlerweile 8 Monate alt und schläft maximal mal drei Stunden am Stück, meistens jedoch unter eineinhalb Stunden, die Häufigkeit des nächtlichen Erwachens liegt bei 6-12 Mal. Mein Mann mußte sich die komplette Elternzeit frei nehmen, weil ich einfach nicht mehr konnte. Unser geplantes Eigenheim ist somit in diesem Leben nicht mehr realisierbar. Doch unser Baby kann nichts dafür, dass es die Großfamilien nicht mehr gibt, die früher in so einer Situation geholfen haben, das die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht passen. Kontrolliertes Schreien lassen (aus meiner Sicht eine Verharmlosung, um Eltern das Gefühl von Kontrolle und Richtigkeit zu geben) gilt heute unter vielen Fachkollegen als traumatisierend. Und es gibt nichts, was mich dazu bringen könnte, meiner Tochter das anzutun. Ich habe dieses Kind mit dieser Art geschenkt bekommen und nun müssen wir alle lernen MITeinander zu leben, ohne das einer weggelegt und alleine gelassen wird. Das tut man geplant auch nicht mit einem Schreibaby, oder einem behinderten Kind, weil nicht ins bisherige Leben paßt! Alle zusammen, keiner Alleine! Ist man in der Situation, wirklich abwägen zu müssen, was schlimmer ist (z.B. Alleinerziehende, die einfach nicht mehr können) und man hat in der anderen Waagschale ein traumatisiertes Kind, dann kann ich verstehen, dass man bei der ehrlichen Betrachtung aller Faktoren zu dem Schluss kommt, ein solches Programm versuchen zu müssen, um Schlimmstes zu verhindern (körperliche, seelische Gewalt, Abgabe des Kindes). Ich hoffe jedoch, dass sämtliche Alternativen das Baby über zumindest das erste Jahr retten können: Eine weitere Bezugsperson (Omas, Opas, Verwandte, Freundinnen, Babysitter) einführen, damit die Mutter (der Vater) mal schlafen kann, Familienhilfe über die AWO, oder die Caritas, über die Krankenkasse eine Haushaltshilfe bezahlt bekommen, wegen Erschöpfung, um Schlaf nachzuholen und Kraft zu tanken. Das geht meines Wissens nach auch monatelang bei Bedarf. Eine Kinderkrippe für einige Stunden am Tag, um dann zu schlafen. Eine Mutter-Kind-Kur,ein Kuscheltier etablieren, was beim nächtlichen Erwachen vielleicht das ein oder andere Mal als Einschlafhilfe ausreicht, hier zu erwähnen vor allem bei Stillkindern, die ohne Brust nicht einschlafen können: Pantley, Schlafen statt schreien (Buch). Selbst Ferber, nach dem diese Methode weiterentwickelt wurde ist heute eher für das Familienbett, auch eine Methode um an mehr Schlaf zu kommen. Wie bereits an anderer Stelle zitiert, bereut er, was aus seiner Methode weltweit gemacht wurde zutiefst. Eine weitere Interessante Netadresse ist auch die von Rabeneltern.org Mein Fazit: Verantwortungsvolle Eltern sollten wie in dem Buch empfohlen selber entscheiden: UND ZWAR ZUM WOHLE DES KINDES GEGEN DIESE METHODE. PS: Oft habe ich in den Rezensionen gelesen, dass die Gegner das Buch anscheinend gar nicht gelesen haben. Also ich habe das Buch gelesen und kann nur sagen, dass man es meiner Meinung nach ohne o.g. Hintergrundinformationen gar nicht richtig beurteilen kann. Denn natürlich klingen die Argumente der Autoren in sich immer schlüssig, deshalb sind sie aber noch lange nicht vollständig oder gar richtig. Und Schäden, die im Gehirn entstehen, die in Körpererinnerungen gespeichert werden, die Weltsicht, die sich aus solchen Erfahrungen letztlich mit ergibt, die kann man auch nicht unbedingt direkt "sehen" Sie sind Teil der Persönlichkeitsentwicklung und die Folgen werden langfristig darin zu finden sein. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Aus menschlicher und wissenschaftlicher Sicht ist das Buch total veraltet,
Rezension bezieht sich auf: Jedes Kind kann schlafen lernen (Einzeltitel Partnerschaft & Familie) (Gebundene Ausgabe)
Aus Erfahrung meiner Elternberatungstätigkeit kann ich sagen, dass das in diesem Buch empfohlene Schlaftraining zwar bei manchen Kindern recht schnelle "Erfolge" zeigt, diese jedoch kaum längerfristig anhalten und sehr häufig kindliche Verhaltensstörungen mit sich bringt.Gerne möchte ich hier einige Zitate aus dem Buch aufführen, die den kritischen Leser nachdenklich stimmen und die dringend aus fachlicher Sicht hinterfragt werden müssen. Angefügt an die Zitate finden Sie kurze, auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse basierende Überlegungen. * "Alle gesunden Babys, die mindestens sechs Monate alt sind, können durchschlafen. Wenn sie es noch nicht tun, können sie es lernen. Sogar schnell." (S.13) Kindliche Entwicklungsschritte vollziehen sich niemals "schnell" und schon gar nicht auf Knopfdruck. * "Hingabe und sogar Aufopferung für das eigene Kind kann eine Zeitlang etwas Schönes und Beglückendes sein. (...) Aber irgendwann muss auch das eigene Leben wieder zu seinem Recht kommen." (S.19) Gerade in den ersten Lebensjahren ist ein Kind auf konstante Zuwendung seiner Bezugspersonen angewiesen. Es kann seine Bedürfnisse nicht seinen Eltern zuliebe zurücknehmen. * "Die meisten Kinder, die extrem kurze Schlafzeiten haben (...) können auch lernen, länger zu schlafen." (S.22) Prof. Remo Largo hat mit seinen Langzeitstudien und seiner Schlafsprechstunde klar aufzeigen können, dass das Schlafbedürfnis eines Kindes nicht verlängert oder verkürzt werden kann. * "Wenn Ihr Baby nachts (...) nicht gleich wieder einschlafen will, lassen Sie es ruhig ein Weilchen vor sich hin quengeln. Erst, wenn es richtig anfängt zu schreien und sich offensichtlich nicht selbst beruhigen kann, versuchen Sie es zu trösten." (S. 44) Alle erfahrenen Eltern wissen, dass ein Kind, welches erst einmal richtig schreien musste, nur noch schwer beruhigt werden kann. Umgekehrt schläft es oft schnell wieder ein, wenn es die Nähe der Eltern spürt. * "Es braucht nicht ständig Ihre körperliche Nähe als Beweis Ihrer Zuwendung. Um sich bei Ihnen sicher und geborgen zu fühlen, braucht es aber die Erfahrung, dass Sie ihm (...) Grenzen setzen und sich nicht zum Spielball seiner kindlichen Launen und Forderungen machen lassen." (S. 63) Ein kleines Kind braucht über viele Monate hinweg vor allem nachts die Versicherung, dass es nicht allein gelassen wurde. Bei einem Mangel an Nähe und Zuwendung fordert es diese ein, was positiv zu werten ist. Das ist eine uralte genetische Einrichtung, ohne die kein Baby zu Urzeiten überlebt hätte. * "Es spürt: Ich kann hier die Regeln bestimmen. Ich brauche nur zu weinen - und Mami tut, was ich will." (S.65) Ein kleines Kind verfügt noch nicht über keinen eigenen Willen. Schade, dass Frau Kast-Zahn und Herr Morgenroth über so schlechte Kenntnisse der kindlichen Entwicklung verfügen. Ein Baby und Kleinkind ist zu solchen Schlussfolgerungen gar nicht fähig. * "Ein kleines Kind hat es mit seiner Willenskraft geschafft, seine erwachsenen Eltern an den Rand zu drängen und ihnen zu zeigen, wer in der Familie die Hauptrolle spielt." (S. 69) Warum sollte ein Kind seine Eltern an den Rand drängen wollen? Es ist sich instinktiv bewusst, dass es von ihrer Zuwendung abhängt und Machtspielchen", die die Eltern nur wütend werden lassen, machen keinerlei Sinn. Ein gesundes Kind meldet seine Bedürfnisse nach Nähe und Geborgenheit an und kann sich optimal entwickeln, wenn diese zuverlässig erfüllt werden. * "Ganz ohne Probleme verändern die Kinder auch bei dieser Methode (das im Buch empfohlene Schlaftraining) nur selten ihre Gewohnheiten. Ihr Schreien wird jedoch in Grenzen gehalten, denn sie bekommen regelmässig Zuwendung von ihren Eltern. Sie bekommen aber nicht genau das, was sie mit ihrem Schreien erreichen wollen. Deshalb stellen sie ihr Schreien bald ein." (S. 80) Wie schlimm, wenn ein Kind das Schreien - sein vorerst einziges verbales Kommunikationsmittel - einstellt! Welch ein Vertrauensbruch in der Eltern-Kind-Beziehung. Hier dürfen sich die Eltern nicht wundern, wenn ihr Kind ihnen auch später nichts von sich erzählt. * "Einige Kinder neigen (beim Schlaftraining) dazu, zu erbrechen. (...) Die Eltern sollen dann sofort zu ihrem Kind gehen, alles sauber machen, danach aber mit dem Behandlungsprogramm fortfahren, ohne das Erbrechen zu belohnen." (S. 90) Kein Kommentar! * "Ein Vater hatte eine besonders ausgefallene Idee: Er übernahm das Zubettbringen - und schloss seine Frau in bestem Einvernehmen jedes Mal solange ein, bis das Baby eingeschlafen war, damit sie ihm nicht in den Rücken fiel." (S. 93) Kein Kommentar! * "Viele Einschlaf-Gewohnheiten sind wie Schokolade. Auf die Dauer kann es nicht sinnvoll sein, den Kindern zu überlassen, wie viel sie wann davon haben wollen." (S. 113) Wie kann man das gesunde, emotionale Bedürfnis nach Nähe und Zuwendung mit Schokolade vergleichen? Ein sehr schwaches Argument! Es gibt noch zahlreiche andere, erschreckende Aussagen in diesem Buch. Wir wissen heute, dass ab Geburt (und vermutlich schon früher) jede Erfahrung neurologisch abgespeichert wird. Seien Sie sich bewusst, dass Ihr Kind sich immer daran "erinnern" wird, dass Sie es damals, als es so klein und hilflos war, alleine und schreien gelassen haben. Buchtipp: "Schlafen & Wachen" von William Sears, "Babyjahre" von Remo Largo,"Vom Urvertrauen zum Selbstvertrauen" von Rüdiger Posth (alles renommierte Kinderärzte). Ausserdem "Kinder brauchen uns auch nachts" Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
75 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
"Jedes Kind kann schlafen lernen",
Von
Rezension bezieht sich auf: Jedes Kind kann schlafen lernen (Einzeltitel Partnerschaft & Familie) (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch aufmerksam gelesen und muss sagen, es klang alles sehr sehr positiv und vielversprechend. Habe es bei meinem Sohn (7 Monate) versucht anzuwenden. Er ist bisher sehr ausgeglichen gewesen, wird halt in der Nacht noch einmal gestillt, das ist auch gut so. Begeistert von den ganzen Aussagen im Buch war ich soweit, dass ich dachte er könnte doch auch durchschlafen, wie auch in diesem Buch vermittelt wird. Er ist gesund und munter und laut Autoren wohl auch alt genug. Nach Anwendung dieser "Maßnahmen" hab ich nach dem dritten Mal abgebrochen, da er in seinem Rhythmus völlig verwirrt ist. So durcheinander hab ich ihn noch nie erlebt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies ein gesunder menschlicher Weg zum Schlafen lernen ist. Ich werde das Buch in den Keller verbannen und weiter meiner mütterlichen Intuition folgen. Ich bin guter Hoffnung, dass es sich auch so einpendeln wird. Schade, hatte mir mehr davon versprochen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
286 von 320 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Sinnvolle Tipps, blödes Programm,
Rezension bezieht sich auf: Jedes Kind kann schlafen lernen (Gebundene Ausgabe)
Die Tipps rund ums Schlafengehen (Gute-Nacht-Ritual, regelmäßiger Tagesablauf, geregelte Schlafzeiten) sind NICHT zu unterschätzen!!!Wer ein Kind mit echten Schlafproblemen hat oder ein 6 Monate altes Kind, dass ständig die Nacht zum Tag macht, sollte unbedingt eine Woche lange den Schlafplan ausfüllen und ab sofort auf einen regelmäßigen Rhythmus Wert legen. Darin stimme ich den Autoren zu. Jedoch sind die meisten Probleme dann ganz von allein gelöst. Schreien lassen (auch wenn die Autoren sich verbitten, die Methode "schreien lassen" zu nennen -haha) hilft hingegen nur bei manchen Kindern /Babies. Manche Babies schreien 5 Minuten und schlummern dann selig, andere Kinder werden hysterisch, schreien verzweifelt, zittern, brechen und schlafen nach 4 stunden immer noch nicht und sind noch am nächsten tag ganz verängstigt (wenn auch alles genau nach plan gemacht wurde). Befolgt man die Tipps für Rhythmus und Regelmaß tut es ein sanftes Umgewöhnen besser. Alle Kinder, die ich kenne schliefen irgendwann im eigenen Bett durch. Fazit: Gute Tipps, aber das Programm funktioniert echt nicht bei allen Kindern und kann durchaus Verängstigung über Wochen nach sich ziehen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
178 von 203 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Nicht zur Nachahmung empfohlen,
Von Lana "Nariya" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Jedes Kind kann schlafen lernen (Einzeltitel Partnerschaft & Familie) (Gebundene Ausgabe)
Leider wird hier propagiert, ein Kind würde bei bestimmten Methoden - schreien lassen nach der Uhr- schlafen lernen. Der Erfolg ist fragwürdig, den Preis zahlt das Kind, da es einfach nur resigniert. Der Erfinder dieser Methode, Dr. Ferber, hat sich inzwischen selbst davon distanziert, sie war nie für die Masse gedacht, sondern für Eltern, die am Rande des Nervenzusammenbruchs stehen und ansonsten ihrem Kind schlimmeres antun würden, als es schreien zu lassen. Auch betonte er in einem Interview, das ein Kind mindestens ein Jahr als sein sollte.Einem wenige Monate alten Säugling kann man ja wohl kaum unterstellen zu begreifen, daß er Mama gar nicht zum einschlafen braucht. Ein Baby weint nicht aus Berechnung, es BRAUCHT wirklich etwas und wenn sein Bedürfnis nicht befriedigt wird, lernt es nur, daß es hilflos ist. Im ersten Jahr wird jedoch das Urvertrauen für das ganze Leben gebildet und das bekommt man nur, wenn man erfährt, daß Bedürfnisse sich erfüllen. Traurig für die Babys, daß dieses Buch so populär ist und traurig für Mütter, die hinter der Tür stehen und weinen, weil ihr Kind weint, aber sich nach einem Buch richten, statt nach ihrem Instinkt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
149 von 171 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Schwerste Bedenken,
Rezension bezieht sich auf: Jedes Kind kann schlafen lernen (Gebundene Ausgabe)
Meist schläft unser Sohn (15 Monate) ab 23 oder 24 Uhr bei uns im Bett. Weil er meiner Frau und mir ab und zu die Tiefschlafphase geraubt hat, beschlossen wir, es mal nach der Anleitung in dem Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" zu versuchen. Es ist jetzt 20:30 und ich habe nach drei Tagen das Experiment "Mein Kind soll durchschlafen" abgebrochen. Nachdem sich unser Moritz zum dritten Mal in Folge von oben bis unten vollgebrochen hat vor lauter Stress. Sicher war unser Schlafarrangement nicht optimal. Sicher gehen meine Frau und ich manchmal auf dem Zahnfleich. Aber was man laut diesem Machwerk seinem Kind zumuten soll, geht wirklich über mein Verständnis. Nach einem genauen Zeitplan soll das Kind lernen, alleine in seinem Bett einzuschlafen. Die Eltern sollen nach einem individuellen Abendritual das Kind ins Bett legen und dann das Zimmer verlassen und in immer größer werdenden Abständen dem Kind mitteilen, dass man noch da ist. Wäre zu schön, um wahr zu sein, dass nach einer Woche (laut den Autoren meist schon nach drei Tagen) alle Schlafsorgen vergessen sein sollen. Im Endeffekt ist diese Methode nichts anderes, als das altbewährte "Lass den Racker mal schreien, der hört dann schon irgendwann auf." Die regelmäßigen Besuche im Kinderzimmer sollen meines Erachtens nur dazu dienen, das schlechte Gewissen der Eltern zu beruhigen. Gebracht hat es gar nichts. Anstatt fröhlich zu spielen, ist er quengelig, verweigert das Essen, wirkt zeitweise richtig apathisch. Mag sein, dass die Kinder tatsächlich nach längerer Behandlung durchschlafen. Mag sein, dass ich zu früh die Flinte ins Korn geworfen habe. Aber ich ziehe hier ein Kind auf und bilde keine Special Forces aus. Ich habe schlichtweg die Befürchtung, dass durch diese "Behandlung" ein Vertrauensbruch zwischen meinem Kind und mir entsteht. Ich lehne das Buch nicht kategorisch ab. Ich empfehle nur jedem, der ein Kind aufzieht, sich genau zu überlegen, ob es das tatsächlich wert ist. Es hat sich mal wieder meine Einstellung bestätigt, dass es keine Patentlösungen gibt. Das Buch ist Schönfärberei und ein Beruhigungsmittel für schlechte Gewissen. Daher nur ein Stern.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
212 von 245 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Hier wurde die Ferber-Methode falsch verstanden!,
Rezension bezieht sich auf: Jedes Kind kann schlafen lernen (Einzeltitel Partnerschaft & Familie) (Gebundene Ausgabe)
Nach vielen schlaflosen Nächten und sehr aufwendigen Einschlafritualen mit unserer zu dem Zeitpunkt 6 Monate alten Tochter haben wir nach Hilfen zu diesem großen Problemthema gesucht. Durch eine Hebamme wurden wir auf dieses Buch aufmerksam gemacht und haben es uns bei Bekannten ausgeliehen. Der ein oder andere Vorschlag zum Thema:- Schlafen und Einschlafen lernen - mag hier zwar aufgeführt sein und durchaus bei einigen Kindern helfen, aber zur Einschlaf-Methode nach Dr. Ferber (Schreiprogramm) muss hier doch mal etwas klargestellt werden. Dr. Ferber hat die Einschlaf-Methode zwar entwickelt und auch öffentlich vertreten, aber er hat nie gewollt, das Kinder nur nach dieser Methode das Schlafen lernen. (außerdem sollte man das Training erst nach dem ersten Lebensjahr beginnen - google mal nach) Es sollte nie das Mittel der ersten Wahl sein, wie es in dem Buch aber verkauft wird. Dr. Ferber hat diese Methode entwickelt um Kinder vor überforderten und mittlerweile fast gewaltbereiten Eltern zu schützen. Ja, richtig gelesen. Nachdem man alles versucht hat und nichts mehr weiterhilft, kann man mit Hilfe dieses Einschlaftrainings versuchen Herr der Lage zu werden bevor man über eine Grenze tritt, die man bereut. Wir haben das Buch gelesen und können nur jedem davon abraten sein Kind schreien zu lassen. Nach einer Nacht des Versuch waren wir nicht davon überzeugt das diese Einschlafmethode irgendjemandem hilft. Sicher sind die Probleme groß und man ist am Ende seiner Kräfte, aber es ist auch machbar sein Kind sanft in den Schlaf zu bringen. Unsere Tochter ist jetzt 1 Jahr alt und hat das Einschlafen von selber gelernt. Es war anstrengend und kräfteraubend, aber es ist wie mit allen Dingen im Leben: Es sind nur Phasen und die gehen vorüber. Wir begleiten unseren kleinen Engel Abend für Abend in den Schlaf und mal ganz ehrlich: Das sind Stunden die man nie vergisst und die für jeden eine schöne Erinnerung sind. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
67 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Vorsicht bei der Umsetzung!,
Rezension bezieht sich auf: Jedes Kind kann schlafen lernen (Gebundene Ausgabe)
Vom Grundgedanken her mag dies ein hilfreiches Buch sein, dennoch ist die Ausführung der Ferber-Methode heute umstritten. Dr. Ferber selbst hat sich inzwischen teilweise selbst von seinen früher propagierten Methoden distanziert und rät nicht mehr uneingeschränkt zu den von Frau Kast-Zahn geratenen Mitteln. Andererseits kann einem auch der eigene Verstand durchaus weiterhelfen. Man versetze sich dazu in ein kleines Wesen, welches sich nicht anders äußern kann als mit Weinen und Schreien. Was also macht dieses kleine Wesen, wenn es sich nicht wohl fühlt, Schmerzen oder Hunger hat? Richtig, es weint und schreit. Schafft man Abhilfe oder hilft man dem Baby, wird es sich (irgendwann) in Geborgenheit fühlen und nicht mehr weinen, vielleicht sogar von selbst einschlafen. Wenn man dieses Schlafprogramm mit Babys unter 1 Jahr durchführen will, der wird nicht selten bitter enttäuscht werden, weil die Kleinen gar nicht wissen, warum niemand zu ihnen kommt um sie zu beruhigen. Sei es weil das Kind Angst hat oder ein sonstiges auf den ersten Blick für die Eltern nicht ersichtliches Problem hat. Lässt man sein Kind dann trotzdem einfach im Bettchen schreiend liegen und sieht nach den vorgegebenen Zeitabständen wieder nach dem Kind und versucht es zu beruhigen, kann es durchaus sein, dass das Baby schläft, aber zu welchem Preis? "Es kommt ja doch niemand, der mir hilft" - also resigniert das Baby...was aber nicht heißen muss, dass es deshalb am nächsten Tag wieder allein einschläft oder durchschläft. Es kursieren im Internet durchaus auch Bericht von Eltern, die das Vertrauen von ihren Babys erst einmal gänzlich verloren haben und sich dieses neu erkämpfem mussten, wenn deren Babys sich bis zum Erbrechen in Rage geweint haben und man steht nebenan und hofft, dass das Kind doch noch einschläft... Für Kinder unter 1 Jahr auf keinen Fall zu empfehlen, für ältere Kinder evtl. in leicht abewandelter Form anwendbar, meiner Meinung nach aber einfach nicht mehr zeitgemäß. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
158 von 183 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Ein äußerst gefährliches Buch! kein Stern,
Von
Rezension bezieht sich auf: Jedes Kind kann schlafen lernen (Gebundene Ausgabe)
Wenn es Medikamente gibt, die auch nur bei wenigen Menschen schwere Nebenwirkungen hervorrufen können, werden sie vom Arzt nur mit größter Vorsicht angewendet. Sie werden aber von vornherein verboten, wenn es andere Mittel gibt, die die gleiche Wirkung, aber keine Nebenwirkung haben.In o.g. Buch wird ein Verhaltenstraining (Dressur) für "jedes Kind" empfohlen, auf mögliche schwere Begleiterscheinungen wird kaum eingegangen. Diese treten aber nach meiner langjährigen Erfahrung als Beraterin bei frühen Störungen in mehr als der Hälfte der Fälle auf! Kinder können psychisch und/oder körperlich davon schwer krank werden. Daß die Methode bei einigen Kindern recht gut zu funktionieren scheínt, liegt im besseren Fall daran, dass das Kind bis dahin schon soviel menschliche Nähe und nächtliche Geborgenheit erlebt hat, dass es davon "satt" war und es dann problemlos den Eltern den Gefallen tun konnte, so zu schlafen, wie sie es für richtig halten. Im schlechteren Falle hat das Kind schon so viel Distanz erlebt, dass es auf den Rest auch nicht mehr ankommt. Es hat schon viel früher resigniert. Die Kinder, bei denen die Methode nicht funktioniert, fordern nur besonders eindringlich das, was sie wirklich brauchen und was ihnen zusteht: menschliche Nähe und Körperkontakt. Nur unsere Kultur findet das falsch - andere Kulturen finden es grausam, Kinder allein schlafen zu lassen. Wenn Kinder dauerhaft Schlafprobleme haben, liegt es oft an einem Ereignis in ihrem Leben, was sie noch nicht verarbeitet haben (Schwangerschaftsprobleme, Geburt, Trennungen...); oder es spürt die Probleme (Konflikte, Depressionen) bei den Eltern. Im ersten Fall braucht direkt das Kind Unterstützung - aber nicht Dressur - , im 2. Fall brauchen die Eltern Hilfe. Ich bin überzeugt, dass Schlafprobleme bei Kindern viel seltener werden, wenn wir 1. unsere Einstellung ändern, wo, wie lange und wie oft Kinder schlafen sollten und, 2. , invasive Schwangerschaftsdiagnostik, forcierte Geburten und besonders die noch immer praktizierte Trennung von Mutter und Kind (und sei es für Stunden) in der Wochenbettzeit vermeiden. Eine belastende Geburtserfahrung kann nicht immer vermieden werden, aber eine liebevolle, kontaktreiche Behandlung danach macht vieles/alles wieder gut. Jedoch das Kind allein in seinem Bett schreien zu lassen, ist so ziemlich das unmenschlichste, was ich mir vorstellen kann und widerspricht auch völlig den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ein besseres Buch über den Schlaf von Kindern ist "Schlafen und Wachen - Ein Elternbuch für Kindernächte" von W. Sears oder Mein Kind schläft durch von Eva Hermann/ Stephan Valentin. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
|
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
|
|
Jedes Kind kann schlafen lernen. Vom Baby bis zum Schulkind: Wie Sie Schlafprobleme Ihres Kindes vermeiden und lösen können von Hartmut Morgenroth (Gebundene Ausgabe - 2001)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,45
| ||