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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exzellenter Katalog, 25. November 2013
Von 
Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: 3300 BC. Mysteriöse Steinzeittote und ihre Welt (Gebundene Ausgabe)
Das Museum für Vorgeschichte in Halle machte in den letzten Jahren mit aufsehenerregenden Ausstellungen (z.B. der Himmelsscheibe von Nebra) international auf sich aufmerksam. Nun ist die Steinzeit in das Museum eingezogen mit der Ausstellung „3300 BC. Mysteriöse Steinzeittote und ihre Welt“. Im Mittelpunkt stehen die Ausgrabungsfunde, die bei Salzmünde gefunden wurden.

Sieben Kilometer westlich von Halle waren schon seit den 1930er Jahren Ausgrabungen durchgeführt wurden, die in den Jahren 2005-2008 mit dem Neubau der BAB 143 großflächig erweitert und intensiviert wurden. Dabei stieß man auf das Salzmünder Doppelgrabenwerk, das zweifellos zu den besonders imposanten Bauwerken im mittelneolithischen Europa gehört. Eindrucksvolle Funde und Befunde repräsentieren einen Zeitraum von fünf Jahrtausenden, wobei die Ausstellung nur den Zeitraum um 3300 v. Chr. betrachtet.

Der Fundort Salzmünde ist aufgrund seiner immensen Ausdehnung und der hervorragenden Erhaltungsbedingungen seiner Überreste für die Erforschung der Steinzeit ein Glücksfall. So fanden die Archäologen neben regulären Bestattungen und verstreuten Tier- und Menschenknochen, diversen Werkzeugen auch eine erstaunliche Neunfachbestattung, die Bestattung von vier Frauen und fünf Kindern, die, jeweils in Paaren einander zugewandt, in einer Grabgrube lagen. Sie sorgte europaweit für Schlagzeilen und ist das Highlight der Ausstellung.

Insgesamt präsentiert die Schau auf ca. 900 m² Ausstellungsfläche mehr als 300 Fund-komplexe und Funde. Im Mainzer Nünnerich-Asmus Verlag ist der äußerst umfangreiche Begleitkatalog zu dieser Ausstellung erschienen. Zunächst gibt es einen ausführlichen Überblick über die Jungsteinzeit (Neolithikum), die vom Übergang der Jäger- und Sammlerkulturen zur Sesshaftigkeit geprägt war. Aber auch kriegerische Auseinandersetzungen und Bevölkerungsverschiebungen haben hier ihren Ursprung.

In zahlreichen und reich illustrierten Beiträgen beleuchten renommierte Fachleute um den Herausgeber und Museumsdirektor Harald Meller die menschliche Kulturgeschichte vor 6000 Jahren, wobei der Fokus auf Mitteldeutschland liegt. Anschließend werden die Salzmünder Funde und Befunde ausführlich in Bild und mit Erläuterungen vorgestellt. Den Abschluss bildet eine Betrachtung zu Ahnenkult und Totenritual und versucht damit eine Erklärung zu finden, was hinter den Befunden steckt.

Wie die Ausstellung vermittelt der exzellente Katalog grundlegend neue Erkenntnisse zum Neolithikum und öffnet den Blick auf eine faszinierende Welt unserer Frühzeit im Herzen Europas.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles andere, als ein Ausstellungskatalog, 28. Dezember 2013
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: 3300 BC. Mysteriöse Steinzeittote und ihre Welt (Gebundene Ausgabe)
Um dem großformatigen und gewichtigen Begleitband zur Ausstellung "3300 BC Mysteriöse Steinzeittote und ihre Welt" gerecht werden zu können, hat sich timediver® auch diesmal wieder zum Ausstellungsort begeben. Nachdem mich die archäologischen Route in Sachsen-Anhalt "Himmelswege" zu den Stationen "Arche Nebra" und zum ca. 5500 Jahre alten Großsteingrab in Langeneichstädt geführt hatte, traf ich gegen 13:00 Uhr im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) ein. Das der Porta Nigra in Trier nachempfundene Museumsgebäude beherbergt bereits seit seiner Wiedereröffnung am 23. Mai 2008 neue Dauerausstellungen zum Paläolithikum, Mesolithikum, Neolithikum und zur Frühbronzezeit, die Ende 2012 um die Epochen der Mittel- und Spätbronzezeit sowie der Frühen Eisenzeit erweitert wurden. (An den Stellen fehlender Exponate steht jeweils ein Hinweis, dass es für die Sonderausstellung entnommen wurden.) Während die Räume der Präsenzausstellung in der genannten Reihenfolge das 2. und 1. Obergeschoss des Museums einnehmen....

....wurde die Sonderausstellung vom 14. November 2013 bis zum 18. Mai 2014 währende Sonderausstellung auf der 0-Ebene in acht Abteilungen eingerichtet. Die erste "Am Anfang" beginnt mit einem Schädel aus Jericho, der zwischen 8800 - 7000 v. Chr. mit Gips bearbeitet wurde (Leihgabe des Archäologischen Nationalmuseum Djebel Qala, Amman/Jordanien). Mittels eines Zeitstrahls wird der Ausstellungsbesucher an die Jungsteinzeit herangeführt und kann mittels einer "Chronologietabelle zum Neolithikum" erkennen, in welchen zeitlichen Kontext die Baalberger Kultur (4200-3100 v. Chr.) und der Bernburger Kultur (3100-2700 v. Chr.) zu denen des übrigen Europa eingeordnet werden (im Begleitband Seiten 24/25). Den Mittelpunkt des zentralen Ausstellungsraumes 2 bilden eine Steinkammer mit zwei aufgestellten Wächtersteinen, die der Schnurkeramikkultur (2800-2200 v. Chr.) zugerechnet werden und in der Dölauer Heide bei Halle ausgegraben wurden (S. 144). Um die Steinkammer herum gibt es Informationen, bzw. Artefakte zu "Monumenten", womit jene des maltesischen Archipels, der Bretagne und anderen europäischen Fundorten gemeint sind (S. 117), "Ötzi als Zeitgenosse der Salzmünder Kultur" (S. 111), "Der Glanz des Metalls", "Die Reise grüner Beile" (S. 63), "Das Erwachen der Eliten. Sektion 3 der Ausstellung ist den "Erdwerken", vornehmlich jenen von Bruchsal "Aue" und Sarup (Dänemark) gewidmet. Den Schwerpunkt der Sonderausstellung bildet jedoch die nach ihren eponymen Grab- und Beisetzungsfunden Funden in Sachsen-Anhalt genannte Salzmünder Gruppe der Trichterbecherkultur (ca. 4200 v. Chr. bis 2800). Mit "Salzmünder Kultur", "Ritualort Salzmünde", "Die Neunfachbestattung", "Salzmünder Geschichten" und "Am Ende: Der Graben" füllt sie die Ausstellungsabschnitte 4 - 7 in den Nebenräumen des Parterre. Als letztes beherbergt der kleine Raum Exponate und Erklärungen zum "Leben mit den Ahnen", die vornehmlich aus Ozeanien stammen, bzw. sich auf die bis heute geübten Tradition beziehen.

Die Nummern der Ausstellungssektionen, -räume ist einem Orientierungplan entnommen, der dem Besucher den Weg durch die Sonderausstellung erleichtern soll. In der Ausstellung fehlt diese Nummerierung. Auch die einzelnen Exponate wurden weder numerisch, noch in einer anderen katalogisierenden Weise erfasst....

....dementsprechend kann der gleichnamige Begleitband alles sein, nur kein Ausstellungskatalog!

Der Aufbau des Begleitbandes ist mit seinen Kapiteln "Einführung", "Kulturgeschichte vor 6000 Jahren", "Salzmünder Befunde am eponymen Fundort" und "Ahnenkult und Totenritual: die Welt hinter den Befunden" zwar grob an der Ausstellungskonzeption orientiert, behandelt in seinen Essays einzelne Themen jedoch weitaus ausführlicher und greift auch weitere Aspekte auf, die in der Ausstellung fehlen, wie beispielsweise "Laktoseunverträglichkeit", "Bioarchäologie", "Menhire" und "Menschenopfer", um nur einige zu nennen. Jedes einzelne der Essays, für die sich knapp 50 wissenschaftliche Autoren verantwortlich zeichnen, weist an seinem Ende ein Literaturverzeichnis, Abbildungsnachweis, manchmal auch Anmerkungen vor. Insgesamt geht auch die Anzahl der im Begleitband abgebildeten Fotos, Karten, Zeichnungen, Diagramme pp. über die Zahl der aus den Museen und Sammlungen von 13 Ländern zusammengestellten Ausstellungsexponate aus hinaus.

Da der großformatige Band jedoch nicht die großen Ausstellungstücke und Zusammenstellungen auch nur annähernd wiedergeben kann, lohnt sich zusätzlich auch ein Besuch der Hallenser Ausstellung, in der - wie im gesamten Museumsbereich - ein striktes Fotographierverbot mit einer Vielzahl von Aufpassern durchgesetzt wird. Gleichwohl der Begleitband nicht als Ausstellungsführer geeignet ist, bietet er vor und besonders nach einem Besuch der Exposition, Möglichkeiten zum tieferen Einstieg in unterschiedliche Aspekte des Themenkreises.

5 Amazonsterne.

Auf der Rückfahrt wird sich timediver® erneut auf die "archäologische Route Himmelswege", um die 7000 Jahre alte Kreisgrabenanlage(Sonnenobservatorium)in der Gemeinde Gosseck/Burgenlandkreis besuchen.

Halle (Saale), den 28. Dezember 2013
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die ersten Bauern und ihre Welt, 28. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 3300 BC. Mysteriöse Steinzeittote und ihre Welt (Gebundene Ausgabe)
Das Buch geht weit über das Thema der mysteriösen Steinzeittoten von Salzmünde hinaus. Es bietet einen umfassenden Einblick in den aktuellen Forschungsstand zum Neolithikum. Wer wissen will, wie die ersten Bauern in der Jungsteinzeit in Mitteleuropa gelebt haben, was hinter den Großsteingräbern und Menhiren steckt, was Kreisgrabenanlagen und Erdwerke sind, wie man zum Kupfer kam und anfing, Milch zu trinken und Pferde zu halten, der sollte dieses Buch lesen.
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3300 BC. Mysteriöse Steinzeittote und ihre Welt
3300 BC. Mysteriöse Steinzeittote und ihre Welt von Harald Meller (Hrsg.) (Gebundene Ausgabe - 18. November 2013)
EUR 29,90
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