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Die Ritter der Normannen: 950 bis 1204 n. Chr.
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Der im Mai 2014 vom Brandenburgischen Verlagshaus herausgegebene Band war bereits vor über 20 Jahren, im März 1993 unter seinem Originaltitel "Norman Knight, AD 950-1204 (Warrior) by Gravett, Christopher (1993)" bei Osprey Publishing in London erschienen.

Inhaltlich ist die deutschsprachige Ausgabe bis zu den Ausführungen der zu den 12 farbigen Bildtafeln eine 1:1-Umsetzung des Originals. Obwohl auf die ohnehin antiquierte Auflistung der weiterführenden, angelsächsischen Literatur und auch das abschließende Glossar der englischsprachigen Originalausgabe verzichtet wurde, kann die die deutschsprachige Edition mit 80 gegenüber 63 Seiten aufwarten. Und das trotz ihrer insgesamt größeren Abmessungen (25,4 x 18,2 x 1,4 cm gegenüber 24.1 x 18.3 x 0.5 cm), was daher rührt, weil auch die zahlreichen schwarzweißen Abbildungen ein größeres Format vorweisen können. Während es sich bei einem nicht geringen Teil der Abbildung um Detailbilder aus dem Teppich von Bayeux handelt, ist der Großteil der abgebildeten Waffen- und Rüstungsgegenstände eher in einem historischen Kontext mit echten normannischen Artefakten des 10. und 11. Jahrhunderts zu betrachten. Während besonders Rüstungen extrem selten sind, existieren nur noch vier Helme 'normannischer Art', von denen wiederum nur einer aus der Normandie oder England zu stammen scheint. Die meisten noch existierenden Helme aus jener Zeit stammen eher aus dem östlichen Mitteleuropa, wie der 'Wenzelshelm' oder der aus einem Stück geformte Nasalhelm aus Olmütz, die im Veitsdom von Prag, bzw. der Wiener Rüstkammer aufbewahrt werden. Die im Britischen Museum in London exponierten Schwerter, Speere, Äxte, Schildbuckel und Sporen sowie weitere, der Öffentlichkeit vorenthaltene Stücke der großen Sammlung, werden in einen Zeitraum zwischen der Völkerwanderung bis ins 11. Jahrhundert datiert.

Neben der Basilika San Nicola in Bari/Apulien, der Cappella Palatina in Palermo und den Kreuzgängen der Kathedrale von Monreale (beides auf Sizilien gelegen) können als Quellen bildlicher Darstellungen des normannischen Ritters auch Manuskripte und Skulpturen herangezogen werden, die über den ganzen Kontinent verstreut in Kathedralen, Kirchen und Museen zu finden sind.

Der Band beginnt mit dem historischen Hintergrund und einer Chronologie, die beide mit dem Vertrag von Saint-Clair-sur Epte einsetzen, der am 11. Juli 911 zwischen dem französischen König Karl III. und Rollo, dem Jarl der Normannen abgeschlossen worden war. Dieser, in schriftlicher Form nicht erhalten gebliebene Kontrakt war nicht nur die Geburtsakte der Normandie, sondern sollte aus wilden heidnischen Wikingern schließlich die Speerspitze der christliche Streiter des Hochmittelalters machen. Leider wurde in die deutsche Ausgabe ein anachronistischer Fehler übernommen, wonach Robert Guiskard [am 4. Mai] 1041 an der für die Normannen siegreichen Schlacht über die Byzantiner am Montemaggiore und der anschließenden Eroberung Apuliens teilgenommen habe. Während seine älteren Halbbrüder aus dem Hause de Hauteville, Guillaume Bras-de-Fer (erster Graf von Apulien; Reg. 1042 – 1046 ), Drogon (Reg. 1046 - 1051) und Onfro (Reg. 1051 – 1057) dabei gewesen waren, sollte Robert erst um das Jahr 1047 als Nachzügler in Süditalien eintreffen.

Nachdem dem Erscheinungsbild und der Ausrüstung 17 Seiten gewidmet wurden, sind die nachfolgenden Kapitel über Aufbau und Instandsetzung, Ausbildung, Taktik und charakteristische Gefechte mit der Darstellung einiger Schlachten recht kurz geraten. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit dem Begründen, welche die Normannen zu Söldner und Abenteurern werden ließ, die sich schließlich auch als Anführer des ersten Kreuzzüge hervortaten und unter Bohemund das Fürstentum Antiochia gründen sollten. Während sich das vorletzte Kapitel der Organisation des normannischen Rittertums und Lehnswesen widmet, bietet das letzte eine Übersicht über die wichtigsten Museen. Den Abschluss des Bandes bieten die ausführlichen Beschreibungen der zwölf Farbtafeln (A - L), die bereits zwischen den Seiten 32 und 33 zu finden sind.

Nachdem timediver® beinahe alle genannten Orte und Museen besichtigen und eine Vielzahl der abgebildeten Objekte vor Ort in Augenschein nehmen konnte, kann ich die anschauliche Präsentation des Themas mit 4 Amazonsternen bewerten.
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am 5. August 2014
Kompetent, sachkundig,umfassend und hervorragende Illustrationen! Ich bin froh, dass die englischen Osprey-Bücher nach und nach ins Deutsche übersetzt werden. Sie genossen schon im Original hohes Ansehen bei Figurensammlern, Reenactors u.s.w.
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