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TOP 500 REZENSENTam 5. Februar 2014
Paco Rocas preisgekrönter und bereits als Zeichentrick verfilmter Comic “Arrugas“ (“Falten“) über die Freundschaft zweier Bewohner eines Altersheims im Schatten einer Alzheimer-Erkrankung, ist bei uns noch nicht erschienen. Daher verwundert es, dass es sich bei der ersten deutschen Veröffentlichung des spanischen Comickünstlers um ein sehr stark regional geprägtes Werk handelt.

Basierend auf tatsächlichen Ereignissen erzählt “Der Winter des Zeichners“ von fünf spanischen Lohn-Zeichnern, die im unfreien Franco-Spanien des Jahres 1957 den Schritt in die Freiheit wagten. Beim auf junge Leser spezialisierten Verlagshaus Bruguera hatte sie zwar ein gesichertes Einkommen, aber keinerlei Rechte an den von ihnen gezeichneten und getexteten Comics. Auch künstlerische Freiheit galt dort nichts, denn es herrschte Angst vor der Zensur. Daher gründete das Quintett ein eigenes Comicmagazin namens “Tio Vivo“, das sich an ein erwachsenes Publikum richtete. Das Projekt scheiterte, weil Brugera seine Beziehungen spielen ließ und Vertriebswege blockierte. Die Zeichner kehrten wieder an ihre ungeliebten Arbeitsplätze zurück oder veröffentlichten nur noch im Ausland. Eine kleine Rolle innerhalb der Geschichte spielt der junge Newcomer Francisco Ibáñez, dessen Serie “Mortadelo y Filemón“ in Deutschland als “Clever und Smart“ ein großer Erfolg wurde.

Paco Rocas Bilder der Straßen und Bars von Barcelona sowie der Verlagsräumlichkeiten sind ebenso akkurat wie atmosphärisch ausgeführt. Die Figuren, die diese Szenerien bevölkern, wirken hingegen etwas steif und emotionslos. Doch diese Schwäche gleicht Roca durch einen originellen Einfall aus: Um zu verdeutlichen wie zwischen den ineinander verschachtelten Zeitebenen seiner Geschichte die Jahreszeiten wechseln, verwendet er verschiedenfarbiges Papier. Der hoffnungsvolle Frühling des Aufbruchs schimmert rötlich, der Winter in dem die Zeichner zurück in die Verlags-Knechtschaft kehren, ist mit einem kalten Blau unterlegt, während die Erlebnisse im Sommer und Herbst auf gelben bzw. brauen Papier gedruckt wurden.

“Der Winter des Zeichners“ richtet sich nicht nur an eingefleischte Comicfans. Die mit vielen Zwischentönen versehene Geschichte zeichnet gut nachvollziehbar das Bild eines Nachkriegs-Spaniens in dem relativer Wohlstand und das beständige Aufsuchen von Bars nicht wirklich helfen, damit klarzukommen in einer Diktatur zu leben. Zugleich erzählt Paco Roca wie wichtig es ist eine Sache gewagt zu haben, selbst wenn sie am Ende scheitern wird.
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Vielen werden die Namen Guillermo Cifré, Carlos Conti, Josep Escobar, Eugenion Giner und José Peñarroya auf Anhieb nicht sagen. Spanische Namen, soviel ist klar, aber auch der Hinweis darauf, daß wir uns in den Jahren 1957 und 1958 in Spanien bewegen, bringt wenig Hinweise. Nichtsdestotrotz handelt “Der Winter des Zeichners” von nicht wenigem als einer kleinen künstlerischen Revolution.

Das Bild wird klarer, wenn man den Namen Francisco Ibanez Talavera, oder abgekürzt F. Ibanez hinzu fügt. Dieser hat die Serie “Mortadelo y Filemón” geschaffen, die in Deutschland unter dem Namen “Clever & Smart” sehr bekannt ist.

Diesen Bekanntheitsgrad hatten Guillermo Cifré, Carlos Conti, Josep Escobar, Eugenion Giner und José Peñarroya auch in Spanien, wo sie für den Verlag Bruguera als Zeichner arbeiteten. Die Bedingungen waren jedoch alles andere als rosig. Die Arbeit erfolgte in Massenproduktion, welche jedoch äußerst schlecht bezahlt wurde. Hinzu kam, daß die Zeichner nicht die Rechte an ihren Arbeiten behielten, sondern an den Verlag Bruguera abtreten mussten, so daß der Verlag die Zeichnungen so oft wie gewünscht nachdrucken konnte, ohne den Zeichner etwas dafür bezahlen zu müssen. Abgesehen davon war jede gedruckte Seite immer unter Aufsicht der Zensur, die keine freie Meinungsäußerung oder Kritik am System zuließ. Pressefreiheit war dem faschistischen Regime unter Franco ein Dorn im Auge.

Doch die genannten Zeichner hatten einen Vorteil: Sie waren äußerst beliebt und begehrt. Und so beschlossen sie kurzerhand, ihr eigenes Magazin “Tio Vivo” auf den Markt zu bringen. Keine leichte Aufgabe jedoch, wenn man misstrauisch vom Staat beobachtet wird, und die Konsumenten wegen der Wirtschaftskrise wenig spendabler sind. Dazu kommt noch, daß man von Seiten des Verlagshauses Bruguera natürlich alle Hebel in Bewegung setzt, um der möglichen Konkurrenz Steine in den Weg zu legen…

Fazit:
Der 1969 in Valencia geborene Künstler Paco Roca ist einer der bekanntesten Zeichner Spaniens, der auch mit den Werken jener Künstler aufwuchs, von denen “Der Winter des Zeichners” handelt.
Pic

So war es für ihn eine Herzensangelegenheit, die Geschehnisse um die Gründer des Magazins “Tio Vivo” zu beleuchten.

Für sein Werk hat er, wie im Nachwort erläutert, intensiv recherchiert, was man dem Band auch anmerkt. Es sind die vielen kleinen Details und zwischenmenschlichen Momente, die diesen Band so interessant machen; die Freundschaft der Zeichner, die nicht selten in Trinkgelagen vom kärglichen Lohn gefeiert wird, aber auch das wirtschaftliche Kalkül des Verlages, der die Künstler so behandelt wie ein Fabrikbesitzer die Mitarbeiter am Fließband.

Die Handlung springt in verschiedenen Zeitebenen hin und her und verdeutlicht damit die Einstellung einzelner Figuren im Wandelt der Zeit. Betont werden diese zeitlichen Wechsel auch von unterschiedlichen Papierfärbungen in Pastelltönen, die aber generell gut zu der sanften Kolorierung passen. Generell ist Rocas realistischer Stil für die Darstellung der 50er Jahre passend, wie man an der Kleidung der Figuren, Fahrzeugen etc. feststellen kann.

Die Gesichter der einzelnen Zeichner sind gut getroffen, und mit den Erläuterung am Ende des Bandes gut zuzuordnen, so daß man die Personen auch gut identifizieren kann, wenn einem die Protagonisten vorher unbekannt waren.

Auch wer mit den Zeichner nicht am Hut hat kann viel Freude an dem Band haben, denn die Geschichte ist nicht nur ein Spiegel für jedwedes Streben nach künstlerische Unabhängigkeit, wie es Todd McFarlane, Jim Lee, Erik Larsen, Rob Liefeld, Marc Silvestri, Whilce Portacio und Jim Valentino bei der Gründung von “Image Comics” vorgemacht haben, sondern ein Spiegel für das Aufbäumen gegen einen übermächtig erscheinenden Gegner an sich.

(Project Equinox)
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am 5. Januar 2014
Ich fand diesen Comic einfach nur ... - langweilig.

Ich bin kein Freund von "Hau-Drauf-Superhelden-Comics", aber die politischen
und gesellschaftlichen Umstaende haetten durchaus mehr an Handlung hergegeben.

Den Zeichnern und Autoren (nur) dabei zuzuschauen, wie sie entweder in
ihren Bueros oder in der Eck-Kneipe (das macht zusammen mehr als 90% des
Comics aus) ueber ihre Arbeit debattieren, das ist einfach nur ... - langweilig.

Schade um die verlorene Lese-Zeit und schade um den Preis.
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