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56 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Fall Guttenberg geht weit über einen falschen Doktortitel hinaus
Wer die Affäre Guttenberg einmal über die Frage, ob er denn nun absichtlich geschummelt oder einfach nur schlecht gearbeitet hätte, und ob der Doktortitel und sein Zustandekommen denn bei einem so beliebten Politiker wirklich karriereentscheidend sein sollte hinaus betrachten möchte, dem bietet sich mit dem Guttenberg-Dossier die Möglichkeit, sich...
Veröffentlicht am 22. Dezember 2011 von P. Schmitz

versus
7 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Trieft vor Verschwoerungstheorien...
und zitiert Wikipedia als Quelle! Nicht nur dass relativ viele Grammatikfehler sich in dem Machwerk befinden - unserioes recherchiert ist es meiner Meinung nach auch noch. Wie bereits erwaehnt hat Frau Beck die Todsuende begangen und Wikipedia teilweise als Quelle angegeben. Das naechste Mal bitte richtig recherchieren - d.h. viele Buecher lesen (es gibt Bibliotheken!!!),...
Veröffentlicht am 20. Mai 2012 von Ned Ravine


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56 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Fall Guttenberg geht weit über einen falschen Doktortitel hinaus, 22. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Guttenberg-Dossier: Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten (Broschiert)
Wer die Affäre Guttenberg einmal über die Frage, ob er denn nun absichtlich geschummelt oder einfach nur schlecht gearbeitet hätte, und ob der Doktortitel und sein Zustandekommen denn bei einem so beliebten Politiker wirklich karriereentscheidend sein sollte hinaus betrachten möchte, dem bietet sich mit dem Guttenberg-Dossier die Möglichkeit, sich über die Hintergründe der Person und der Karriere zu Guttenbergs näher zu informieren.

So erfährt der Leser interessante Details über den Beginn der Karriere des Freiherrn: Der CSU-Parteikollege eines traditionell CSU-dominierten Wahlkreises sah sich plötzlich (und ungerechtfertigt) mit dem Vorwurf der Steuerhinterziehung konfrontiert, seine Kandidatur mußte er bis zur Klärung dieser Angelegenheit ruhen lassen. So war der Weg für den Baron frei: Als CSU-Kandidat dieses Wahlkreises schaffte er auf Anhieb über ein Direktmandat den Sprung in den Bundestag. Der nächste Karriereschritt war dann die Berufung in den Auswärtigen Ausschuß, ein sehr wichtiges Gremium, das so gut wie im Alleingang die bundesdeutsche Außenpolitik bestimmt. Nur wenige Jahre später folgte dann zuerst die Ernennung zum Bundeswirtschaftsminister, dann zum Bundesverteidigungsminister.

Ein Kapitel befaßt sich natürlich auch mit dem Doktortitel des Barons, der zum tragischen Element seiner Karriere werden sollte. Eine Sondergenehmigung ermöglichte dem Adligen erst die Zulassung zur Doktorprüfung, was generell ohne zweites Staatsexamen gar nicht möglich ist. Die Beziehung der Familie Guttenberg zur Uni Bayreuth wird näher betrachtet: Die Uni verdankt dem Adelshaus die Finanzierung eines Lehrstuhls durch umfangreiche Spenden. Der Doktorvater des Ex-Ministers wird vorgestellt, Prof. Peter Häberle. Dieser zählt zu den Verfechtern der Bundesstaatswerdung der EU, und liegt damit voll im herrschenden politischen Trend, der durch die amtierende Merkel-Regierung betrieben wird. Prof. Häberle zählt zu den Großen im Fachgebiet Verfassungsrecht und genießt international hohes Ansehen. Um so erstaunlicher ist die Tatsache, daß der Professor bei Guttenbergs Doktorarbeit keine Auffälligkeiten fand, obwohl diese im Wesentlichen eine Art "Best of" der wissenschaftlichen Standardliteratur darstellte, sozusagen die gekonnte Verschmelzung der Bruchstücke fremden geistigen Eigentums zu einem neuen Ganzen, quasi eine Zitatesammlung mit durchgehendem roten Faden.

Wie das alles möglich war, wie ein junger Mann Anfang Dreißig, ohne berufliche Referenzen und ohne besondere Fähigkeiten, innerhalb weniger Jahre eine steile Karriere vom Privatmann zum Bundesminister absolvieren konnte, davon handelt dieses Buch.

Die Trumpfkarte des Herrn von und zu, die treibende Kraft hinter seiner Karriere, das sind die transatlantischen Netzwerke, denen zu Guttenberg angehört. Die Autorin erläutert die Strategie des "Empire Building", mit dem heutige imperialistische Staaten - in diesem Falle die USA - ein System von abhängigen Staaten (Klientelstaaten) um sich bilden. Das geschieht, in dem ein Staat, der sich weitgehend oder total unter der Kontrolle einer dominierenden Macht befindet, wie Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, geheimdienstlich unterwandert wird, mit dem Ziel, sogenannte "Collaborators" in allen wichtigen Positionen in Politik, Wirtschaft und Medien zu plazieren. Diese Personen werden nach den Richtlinien der dominierenden Macht ausgebildet und haben eine Karriere zu erwarten, deren Erfolg in direktem Zusammenhang zum persönlichen Einsatz für die Interessen des Imperiums steht.
Hochinteressant ist hier die Schilderung der Meinungsverschiedenheit zwischen den transatlantischen Young Leaders Westerwelle und Guttenberg über weitere Soldaten für Afghanistan. Im Laufe dieser Auseinandersetzung finden sich nacheinander beide Bundesminister beim amerikanischen Botschafter in Berlin ein, um den aktuellen Stand der Debatte und parteiinterne Vorgänge zu melden, und sich für die eigene Vorgehensweise zu rechtfertigen. Der amerikanische Botschafter hat also für die Angehörigen der Bundesregierung die Funktion eines "Führungsoffiziers", er empfängt höchste deutsche Politiker zum Rapport. So ist auch Washington jederzeit vollständig informiert, seine Zuträger sind die Bundesminister persönlich.

Dieses transatlantische Netzwerk, mit dem die USA ganz Europa, besonders aber Deutschland an sich bindet, besteht aus Vereinen, Stiftungen und Institutionen, die offiziell der deutsch-amerikanischen Freundschaft und Zusammenarbeit dienen. Genannt seien hier z.B. die Atlantik-Brücke, der American Council on Germany (ACG), die American Academy, der Council on Foreign Relations (CFR), die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).

Treibende Kräfte und Gründer dieser Organisationen sind meist amerikanische Geheimdienstler, Henry Kissinger ist einer der prominentesten Köpfe. Die Fäden laufen heute bei den amerikanischen Neocons zusammen, die ihre Wurzeln im Trotzkismus haben.
Wenn man sich die Mitgliederlisten der genannten Vereine ansieht, liest man die Namen sämtlicher Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Medien und Finanzwesen.

Der Einstieg in diese erlesenen Kreise ist nicht jedem vergönnt, ohne Empfehlungen bleiben alle Türen verschlossen. Wer als Nachwuchsführungskraft, als sogenannter "Young Leader" aufgenommen wird, erhält eine Ausbildung im amerikanischen Sinne und anschließend eine karriereträchtige Position.

Wer ein echtes Interesse an den Strukturen dieser Republik hat, sollte sich ein paar Stunden nehmen und diese knapp 200 Seiten lesen. Das ausführliche Quellenverzeichnis ermöglicht bei tieferem Interesse weitere Recherchen. Wer sich sein Bild der offiziellen Darstellung und seine Verehrung unserer großartigen Demokratie erhalten möchte, sieht besser von der Lektüre ab.
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50 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Licht über düstere Transatlantik-Arroganz, 29. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Guttenberg-Dossier: Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten (Broschiert)
Der Fall Guttenberg scheint vorerst abgeklungen, bis zum wahrscheinlichen Comeback dieses politischen Blenders. Friederike Beck geht der Frage nach, "warum ein junger Mann ohne erkennbare Qualifikationen mit Eintritt in den Deutschen Bundestag sofort im hochsensiblen Auswärtigen Ausschuss landet und sich bereits wenige Jahre später in Ministerämtern wiederfindet" (9). Die Antwort liegt in der Gunst der transatlantischen Elite-Zirkel wie "Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik" als faktischer Untergliederung des US-amerikanischen "Council on Foreign Relations", der "American Academie" in Berlin, der "Atlantik-Brücke" und ihres Young-Leaders-Programms, des Aspen-Instituts zu Berlin für transatlantisches Elitemanagement usw. Die Autorin erweist sich als beschlagene Beobachterin dieser geheimdienstnahen Pflanzschulen für den deutschen Politikernachwuchs. Mehr als die Hälfte des Buches liest sich wie ein Who-is-Who dieser Institutionen. Die Frage, Wie Karl-Theodor zum Doktor gemacht wurde" nimmt in dieser Hintergrund-Recherche dann nur noch ein paar Seiten in Anspruch (169-177): das CSU-dominierte Biotop der Universität Bayreuth. Sogar Spenden der Familie Guttenberg (offenbar des einzigen "Unternehmens", das der einstige junge Wirtschaftsminister geleitet hat) spielten also dabei eine Rolle! Die Plagiatsaffäre erweist sich immer mehr als eine CSU-Affäre(177).

In diesem Zusammenhang würde ich mir wünschen, dass die junge Autorin grundlegender, allgemeiner auf die Verflechtung von Universitäten und Politik, nicht zuletzt Kirchenpolitik, eingegangen wäre. Ein so weitgehend wissenschaftsbasiertes Gemeinwesen wie eine moderne Demokratie kann nicht genug auf die Sauberkeit und Unabhängigkeit seiner Wissenschaften achten. Darin gibt es weit mehr Nachholbedarf, als die scharfsichtige Autorin in diesem "Dossier" bewältigen konnte!

Die Frage, worauf sich die Beliebtheit des Adeligen in der Bevölkerung gründete, beantwortet sich nicht allein durch sein "bestechendes" Aussehen und eine unbewusste Monarchie-Nostalgie der Deutschen, sondern durch die Aktivitäten einer halb gleichgeschalteten Presse, besonders der Springer-Presse, die sogar nach Aufdeckung des akademischen Täuschungsmanövers noch angeblich steigende Umfragewerte in der Bevölkerung suggerierte. Unsere "freie Presse" ist voll mit im Bad dieses geschickt herunter gespielten Skandals.

Mehr als die Freiheit der Wissenschaft und der Presse steht indessen für die Autorin das Problem Elitenetzwerke und Demokratie im Vordergrund. Was aber ist eigentlich gegen Elitebildung zu sagen? Es geht erstens um die leistungsfremde Intransparenz der genannten transatlantischen Institutionen. "Eine Erste-Hilfe-Maßnahme muss somit sein, diesen Netzwerken umgehend öffentliche Förderung aus Steuergeldern zu streichen" (179). Das wird für die Transparenz nicht reichen, es sei denn die steuerliche Absetzbarkeit von Wirtschaftsspenden könnte ebenfalls im Sinne der öffentlichen Transparenz geregelt werden. Ihr zweites Grundanliegen liegt in der aus Nachkriegszuständen weiterbestehenden Abhängigkeit der gesamten deutschen Politik von den US-Eliten, die allmählich zum Skandal wird. Kein Wunder, dass erst recht deutsche Sprache und Kultur längst in (hoffnungsloser?) Defensive sind, auch gegenüber jener "transatlantischen", ihrerseits politisch hörigen Wissenschaft."Obwohl die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung weder den Neoliberalismus/Marktradikalismus noch die enge Zusammenschweißung mit der hochriskanten Politik der Vereinigten Staaten von Amerika wünscht, gelingt es einer kleinen radikalen Minderheit, genau diese verheerenden Weichenstellungen durchzusetzen", fasst die Autorin mit Hermann Ploppa zusammen (180).

Die letzten, allzu hoffnungsvollen Seiten sind der basisdemokratischen Macht des Internets gewidmet. Diese Macht kann sich jedoch nur dann produktiv auswirken, wenn sie effektiv weiterführenden Demokratiemodellen zum Durchbruch verhilft. Allein der diffuse Wunsch nach "mehr Demokratie" wird uns so wenig weiter führen wie Einsicht, dass Demokratie als Nachkriegs-Importartikel des großen Bruders USA längst nicht mehr genügt, dass wir einen eigenständigen Demokratieansatz ebensosehr brauchen wie eigenständiges Vorgehen in Sachen erneuerbare Energien. Dennoch, diese Einsicht am aktuellen "Fall" Guttenberg so konkret und glänzend zu vertiefen, ist ein großes Verdienst der Autorin wie des "Zeitgeist"-Verlegers.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Elitenbildung" in Deutschland - aufschlussreich!, 11. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Guttenberg-Dossier: Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten (Broschiert)
Gleich zu Beginn sei gesagt, dass dieses Buch nur am Rande mit dem Herrn Guttenberg zu tun hat. Aber das tut dem interessanten Text keinen Abbruch. Im Gegenteil, indem Friederike Beck ordentlich ausholt und die Hintergründe der "Politikerwerdung" eines an und für sich unbedeutenden und talentmäßig auch nicht überfrachteten Mitglieds des deutschen Adels beleuchtet, wird das Entstehen der "Eliten" in Europa aufschlussreich dargestellt. Nicht Talent, Fleiß und Arbeit oder gar Berufung die Welt zum Besseren verändern zu wollen, sind Voraussetzung für Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Medien, sondern die bedingungslose Anbiederung und Übernahme der Welt- und Wirtschaftssicht der herrschenden Schicht von Reichen, Superreichen und ihren Adepten (alles unter dem Eindruck natürlich selbst im eigenen Wirkungsbereich mächtig und reich zu werden/sein). Beck beschreibt sehr klar in welchen Ausmaß und wie eine solche Auslese in Deutschland (in ganz Europa) stattfindet und über nach außen hin harmlose, scheinbar philanthropische Einrichtungen massiv in die Politik, Wirtschaft und Medien eingegriffen und hineinregiert wird. Wer sich damit schon länger auseinandersetzt wird nicht unbedingt Neues finden, aber eine schöne und klare Aufstellung. Wer erst beginnt hinter die Kulissen zu schauen, hat mit dem Text einen schönen Einstieg gefunden.

... und keine Angst vor jenen, die alles als "Verschwörungtheorie" abtun bzw. bewusst denunzieren, ist alles nur eine Frage der Perspektive und des "cui bono"... und wem unsere sogenannten Eliten tatsächlich dienen, kann man/frau mit etwas Hausverstand, Willen und Routine auch zwischen den Zeilen (in letzter Zeit sogar immer direkter - die Schamlosigkeit auf Vormarsch!) der Mainstreammedien herauslesen.
Wer mehr wissen will: Einen historischen Abriss der transatlantischen Elitenbildung liefert Hans J. Krysmanski mit "Hir­ten & Wölfe Wie Geld- und Machteliten sich die Welt aneignen". Zwar mit ordentlicher Schlagseite nach links, aber daraus macht der Autor von Anbeginn kein Geheimnis, insgesamt sehr erhellend und gut strukturiert.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich wird klar, 26. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Guttenberg-Dossier: Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten (Broschiert)
wie und warum es in unserer angeblichen Demokratie zu so vielen politischen Entscheidungen kommt, die keinerlei Bezug zu den Bedürfnissen des deutschen Volkes haben. Warum Entscheidungen die die Position Deutschlands in der Welt schwächen fallen. Warum ein Antidemokrat wie Stoiber nach Brüssel gelangen kann. Warum eine Merkel in Washington hausieren geht. Ein Luftikus wie Guttenberg aus dem Nichts die Griffel an unserer Aussenpolitik hat. Usw. Es ist an der Zeit die deutschen, europäischen und US-amerikanischen Oligarchen zu bekämpfen und abzusetzen und die Macht dem Volk zurückzugeben.
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen beklemmend und dennoch plausibel, 26. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Guttenberg-Dossier: Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten (Broschiert)
Jeder, der sich für die "wahren" Abläufe in Politik und Hochfinanz interessiert, wird hier - tatsächlich - bereichert! Beklemmend, wenn man über die Verfilzungen und das schamlose, bar jeglicher menschlichen Regung anmutende, Vorgehen der heutigen "Eliten" in der Politik aufgeklärt wird. So erklärt sich auch, warum viele im Volk das Gefühl haben, von den eigenen "Volksvertretern" verraten worden zu sein und es mit drittklassigen, macht- und geldgierigen Kreaturen zu tun zu haben. Absolut lesenswert!
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45 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Demokratie vs. Democrazy, 23. Juli 2011
Von 
Konrad Fischer "Lebenskünstler" (Hochstadt am Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das Guttenberg-Dossier: Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten (Broschiert)
Karl-Theodor! Schon geraume Zeit ersehnen die deutschen BILD-Leser, Bierdimpfl, Kreischmädels und Matronen mit bebendem Herzen, daß der lackierte Freiherr von und zu Guttenberg aus altfränkischem Uradel seiner Versenkung entfleucht und uns aus der Trübsal im Hier und Heute wieder erlöst. Weil er sowieso alles kann, diesmal als Cheffe des BDI, Kanzlerkandidat, Wulffnachfolger der Deutschland GmbH, gar als Benedikt XVII. von Gottes Gnaden? Oder, oder, oder?

In der Zwischenzeit vertreiben wir uns die Langeweile. Und dazu kommt dieses Zeitgeist-Buch gerade recht. Spannend von der ersten bis zur letzten Zeile habe ich es auf einen Satz konsumiert. Was Friederike Beck da rein- und ausgepackt hat, packt auch den Leser. Nicht nur als Enthüllungsbuch der bisher mehr oder minder im Verborgenen gebliebenen Genese der KT-Karriere, all die Lügengespinste, Peinlich- und Ungenauigkeiten beleuchtend, die dem geblütsheiligen Volksliebling eigenhändig oder von Amigos auf den gut betuchten Leib geschneidert wurden. Vom abgefeimten Abservieren seines hinderlichen Vorgängers Bernd Protzner über die Vorzugsakademisierung Made by CSU-Bayreuth bis zum peinlichen Abgang dank schlechter werdender Umfragewerte für "uns" Angela.

Doch eigentlich geht es gar nicht so sehr um die Tragikkomödie eines aufgeblasenen Froschbarons auf seiner Schleimspur in den Thronsaal. Nonchalant und mit leichter Hand offenbart die tiefschürfende Autorin auch das Hintergrundwirken seiner orchestrierenden Freunde - der "Transatlantiker". Was sind das nur für Typen, die das amerikanische Jahrhundert von Anbeginn (Edward Mandell House, Henry Morgenthau, ...) bis heute (Henry Kissinger, Bernard-Henri Lévy, Richard Perle, Richard Holbrooke, Jeffrey Gedmin, ...) so gnadenlos blutig gestalten? Freilich mit Hilfe ihrer mediokren, für billig Lohn käuflichen Kollaborateure als willige Helfer, deren berühmte Namen das Buch unbarmherzig durchdekliniert. Wer Torsten Manns "Weltoktober: Wer plant die sozialistische Weltregierung?" gelesen hat, weiß auch, in wessen Sold derlei Kryptotrotzkisten auf dem Weg zur totalen Weltherrschaft in Wahrheit stehen und warum sie das einst freiheitsliebende Amerika mit dem Rest der Welt so eifrig ins Verderben stürzen. Gegen diese nur bedingt ehrenwerte Kosher Nostra waren die Gangster rund um Meyer Lansky und Bugsy Siegel reine Biedermänner. Beck zeigt das Warum recht unbefangen. Darf man das überhaupt?

Mit der völkerrechtswidrigen Auslöschung Millionen Deutscher in und nach den Weltkriegen (z.B. James Bacque: Der geplante Tod: Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischen und französischen Lagern 1945-1946, Verschwiegene Schuld: Die alliierte Besatzungspolitik in Deutschland nach 1945) illustriert die Autorin den Widerspruch zwischen Wahn und Wirklichkeit der transatlantischen "Freundschaft". Offenbar eignet sich der politische, mediale und wirtschaftliche Abschaum am besten, vom "Transatlantizismus" nach oben gespült, gegen das eigene Volk und jede Vorstellung von Souveränität und Demokratie instrumentalisiert und über alle vordergründigen Parteigrenzen hintenrum gleichgeschaltet zu werden. Das Ergebnis bekommen wir täglich serviert. Mit einer FDJ-Propagandistin als Chefeinpeitscherin.

Das traditionelle Verratswirken der deutschen Adels-, Offiziers- und Politeliten an den Weltkriegsfronten und dahinter (KT-Onkel Karl-Theodor im britischen Propagandasender Calais ab 1944, vgl. auch Friedrich Georg: Verrat in der Normandie: Eisenhowers deutsche Helfer, Verrat an der Ostfront: Der verlorene Sieg 1941-42) und Adenauers Dankbarkeit für die Ostküstensponsorierung mittels Dannie N. Heineman ab 1933 ("I owe my life to the jews") belegen dies. Das diesbezügliche Nachkriegswirken des KT-Onkels mit seinen alljährlichen Washington-Wallfahrten als "hinterfozziger Baron" (O-Ton Franz-Josef Strauß 1961) entblättert übrigens besonders schön Tim Geiger in "Atlantiker gegen Gaullisten: Außenpolitischer Konflikt und innerparteilicher Machtkampf in der CDU/CSU 1958-1969". Tradition verpflichtet eben, jawollja!

Beck entlarvt namhafte Institutionen wie die American Academy in Berlin, die Atlantik-Brücke e.V., die Atlantische Initiative e.V., das Aspen-Institut Deutschland e.V., die Deutsche Atlantische Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V., das European Council on Foreign Relations mit ihrem Wirken als verführerische Talentschmiede für handverlesene "junge Führer" (young leaders) als geheimdienstvernetzte Macher auch des aus dem Hinterwald Oberfrankens zum angehenden Weltpolitiker hochgepuschten Freiherren. Der schon neugeborene Michel Friedmann, selbst ein pomadiger Medienfavorit, zu KT: "Solange diese Gruppe ihn hält, braucht er nichts zu befürchten." Der gegelte Michel weiß Bescheid. Und der struppige Zipfelmützler nach diesem Buch bestimmt auch.

Klasse bis zum Schluß: Aus der schonungslosen und oft sehr verblüffenden Analyse der ihren Minderwertigkeitskompex mit Geltungssucht, Landesverrat, Medaillengeilheit, Selbstbeweihräucherungszinnober in globalem Maßstab und ja - auch erschlichenen Doktortiteln - übertünchenden Strippenzieher und ihrer Hinterzimmernetzwerke entwirft die Autorin schlußendlich eine Gegenperspektive. Aber gottlob keine neue Partei.

Fazit: Ein Aufklärungsschocker, der sich wirklich lohnt. In den entlarvenden Details mehr als kraß. Fünf Sterne für diesen brillanten Aufwecker und Muntermacher!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wahrer Augenöffner, 24. Juni 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Guttenberg-Dossier: Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten (Broschiert)
Ich war durch ein ausliegendes Exemplar im Vortex-Garten in Darmstadt auf dieses Buch aufmerksam geworden, und habe es mir noch am selben Tag gleich bestellt: Leider Gottes ein wahrer Augenöffner, keine Verschwörungstheorie, sondern sauber recherchierte Fakten mit erschreckendem Ergebnis. Wer wissen will, wie wir aus Amerika ferngesteuert werden, kann hier einiges dazu lernen.
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7 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Trieft vor Verschwoerungstheorien..., 20. Mai 2012
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Rezension bezieht sich auf: Das Guttenberg-Dossier: Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten (Broschiert)
und zitiert Wikipedia als Quelle! Nicht nur dass relativ viele Grammatikfehler sich in dem Machwerk befinden - unserioes recherchiert ist es meiner Meinung nach auch noch. Wie bereits erwaehnt hat Frau Beck die Todsuende begangen und Wikipedia teilweise als Quelle angegeben. Das naechste Mal bitte richtig recherchieren - d.h. viele Buecher lesen (es gibt Bibliotheken!!!), genauer zitieren und exakte Quellenangaben machen und anschliessend ein dickes Literaturverzeichnis angeben. So war das normalerweise der Weg bisher. Hier jedoch wird viel "gegooglet" (diese Wort nehme ich nicht mal in den Mund) und - wie bereits erwaehnt - von diversen Online-Lexika zitiert. Der Autorin sollte vielleicht klar sein, dass die Beitraege bei Wikipedia und Co. in der Regel von LAIEN (also Nicht-Expterten) verfasst worden sind und daher als extrem unserioes einzuordnen sind. Desweiteren wimmelt es in dem Buch nur so von Konspirationstheorien (welche NIE bewiesen worden sind). Das Ansammeln von tonnenweisen Hinweisen allein macht noch kein gutes Buch. Geschichte wird bekanntlich erst umgeschrieben, wenn etwas eindeutig bewiesen worden ist, d.h. es i. d. R. von Historikern allgemein als eindeutig belegt und somit als unumstoessliche Tatsache letzten Endes akzeptiert wird. Just my 2 cents...
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