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am 10. November 2013
Einen ansprechenden und mit einem gewissen Anspruch ausgestatteten Text-Bild-Band zum Thema Heidelberg haben die Autoren mit dem Buch "Heidelberg - Geist und Rätsel" vorgelegt. Schon der Titel markiert den Anspruch, soll er doch offensichtlich auf den immer noch lesenswerten Klassiker Heidelberg - Schicksal und Geist von Richard Benz anspielen. Gelungen ist den Verfassern jedenfalls ein hübsches und intellektuell gemachtes Werk.

Das Buch ist ein Sammelband, vereinigt also die Beiträge verschiedener Autoren, die aus unterschiedlichen Perspektiven über die Bedeutung Heidelbergs für die Kultur und die Kultur in Heidelberg schreiben. Den Auftakt bildet ein Artikel mit dem etwas albernen Titel "Heidelberg Heidelwerk" von einem Autor mit dem nicht minder albernen Pseudonym Keuchenius. Der Artikel erweist sich aber dann als recht gut gemachter, wenn auch etwas unstrukturierter, Überblick über Heidelberg in der Literatur und Literaten in Heidelberg. Zwei Glanzlichter des Buchs sind die Artikel von Dieter Borchmeyer über die Heidelberger Romantik und von Hans Gercke über Heidelberg und die bildenden Künste - beide Autoren sind professorale Experten allerhöchsten Ranges auf ihrem Gebiet. Matthias Roth, Musikkritiker der örtlichen Tageszeitung, schreibt über die Geschichte der Musik in Heidelberg, Volker Oesterreich, ebenfalls ein Journalist, befasst sich mit den "Dramen Heidelbergs", worunter er nicht etwa in Heidelberg aufgeführte Theaterstücke versteht, sondern schicksalhafte Ereignisse aus der Geschichte Heidelbergs. Leider kolportiert er unkritisch den Fremdenführer-Mythos, Grund des Pfälzischen Erbfolgekrieges seien angebliche Erbansprüche der Liselotte von der Pfalz gewesen, die ihr Schwager Ludwig XIV. von Frankreich in ihrem Namen geltend gemacht habe. (Das wusste schon Richard Benz besser.) Dafür kann man bei ihm von einem Nazi-Verbrecher erfahren, der sich in Heidelberg verkrochen hat. Andere Artikel haben eher miniaturhaften Charakter, etwa der Beitrag des Theologen Klaus Berger über einen Papst, der im späten Mittelalter möglicherweise (genau weiß man das nicht) im Heidelberger Schloss eingesperrt war. Ein knappes Meisterwerk ist der Beitrag der blinden Pädagogin Elfriede Bensheimer darüber, wie man als Blinde in einer dauernd wegen ihrer Schönheit gerühmten Stadt lebt.

Insgesamt sind die Beiträge gut geschrieben und intelligent gemacht. Viel Neues wird jedenfalls derjenige, der sich mit Heidelberg und seiner Geschichte schon beschäfigt hat, aus ihnen freilich nicht erfahren. Die Artikel haben eher Überblicks-Charakter und bieten meist nicht mehr als eine, wenn auch niveauvolle, Einführung in das jeweilige Thema.

Um so mehr ist die Getaltung und die reiche Bebilderung des Buchs zu loben. Das Werk ist üppig illustriert, wobei die Autoren auf Fotos völlig verzichten und auf die - durchweg farbige und zumeist ganzseitige - Reproduktion von Gemälden und Grafiken setzen. Schön ist, dass man hier nicht in erster Linie die immer wieder überall abgebildeten Werke findet, sondern viele schöne nicht so bekannte Bilder.

Alles in allem handelt es sich um einen schmucken Text-Bild-Band, den man sicher nicht in erster Linie wegen des Inhalts seiner Texte, sondern seiner ansprechenden Gestaltung wegen in die Hand nehmen wird. Das Buch, eine durchaus originelle Hommage an Heidelberg, eignet sich ebenso als anspruchsvolles Mitbringsel wie als Werk zum "Schmökern" für den Heidelberg-Liebhaber.
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