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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bewertung der vorliegenden Auflage, 9. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Atomvulkan Golkonda (Broschiert)
vorweg: Ich bin weiblich, 25 und Studentin.

Zum Buchstil:
Ich gehöre zu einer Generation, die die Zeit von 1959 (Erscheinungsjahr) nicht erlebt hat und auch die Zeit danach nicht und auch danach nicht. Für mich ist diese Welt des Kommunismus fremd, aber ich akzeptiere sie genauso, wie ich das Weltbild einen Roman, der im 19 Jh. herauskam, hinnehme (Sherlock Holmes führ nun mal mit einer Droschke (und nicht mit einem Auto) und es wirkt ganz natürlich). Das Weltbild des Romans sollte man bei diesem Roman der Strugazkis hinnehmen können, ansonsten sollte man ganz klar vom Roman die Finger lassen. Ich habe vor Atomvulkan Golkonda schon vier Romane von den Strugazkis gelesen und dieser ist, wie soll ich das sagen, kommunistischer als die andern aber dennoch spannend.

Zum Inhalt:
Nachvollziehbar und realistisch (in seiner eigenen Welt). Im Großen und Ganzen geht es um einen Flug zur Venus und um die Goldgräber.

Zur Gestaltung der vorliegenden Ausgabe:
Jeder muss selbst wissen, ob er 17 Euro für den Roman ausgeben möchte. Ich hatte lange gezögert, da ich für 17 Euro eigentlich eine gebundene Ausgabe erwarten kann (meiner Meinung nach). Für den Kauf sprachen die Neuübersetzung und das Extrakapitel, sowie mein derzeitiges Interesse an den Werken der Strugazkis.

Negativ:
- keine gebundene Auflage
- kein vernünftiges Inhaltsverzeichnis (nur die drei Teilabschnitte sind dort verzeichnet, nicht die einzelnen Kapitel der Abschnitte)
- Keine Übersicht der Personen (bei 17 Euro hätte eine Seite mit Namensübersicht und Funktion drin sein dürfen)
- das großartig angekündigte Extrakapitel sind 12 Seite, die relativ an den Anfang gehören und meiner Meinung nach auch gut weggelassen werden können, weder handlungsrelevant noch regimekritisch, noch sonderlich spannend
- Die Textanmerkungen (woher zitierte Gedichte kommen) sind ganz nett. Aber statt lieblos ans Ende zu packen, hätte ich sie in den Fußnoten besser gefunden, damit man gleich weiß, woher was stammt, statt hoffnungsvoll zu blättern.
- Der Kommentar von Boris Strugazki war gut zu lesen, aber ist meiner Meinung nach kein Kaufgrund.
- Und was die Neuübersetzung betrifft: Ein paar Seiten habe ich mit einer alten Übersetzung von Christoph Ehbert verglichen… ja einige Worte sind anders/ vielleicht auch moderner, ja einige Satzkonstruktionen sind anders, aber ob das so viel ausmacht? Letztlich bleibt doch eh nur das Gesamtbild im Gedächtnis, außer man hat eine wirklich schlechte Übersetzung in den Händen. Aber mit irgendwas muss man ja seine Neuerscheinung bewerben…

Positiv:
Ansonsten ist das Buch liebevoll gestaltet und bekommt beim vorsichtigen Lesen keinen Rückenbruch. Papier ist wertig. Titelbild ist Geschmackssache. Schön ist das auf jeder Seite Atomvulkan Golkonda steht und der jeweilige Teilabschnitt.
- In der vorliegenden Fassung befindet sich ein Epilog (6 Seiten), der in der in meiner älteren Auflage fehlt. Sehr lesenswert. Er beschreibt die „Zukunft“ der Venus in einem Brief.
- lesenswerter Kommentar von Erik Simon, durch den gewisse Zusammenhänge klar werden (Schreibstiel, Kürzungen, Figurbenennungen, Einordnung des Romans in der Welt der Mittags)
- ungekürzte Fassung (wobei hier nur Probleme des Vorgesetzten Karjuchin mit den Parteifunktionären hervorzuheben sind… wenige Zeilen)

Fazit:
Schön gestaltetes Buch, bereue die 17 Euro nicht. Edel verarbeitet, obwohl es nicht gebunden ist. Sieht in meinem Regal sehr schön aus. Die Neuübersetzung lohnt sich in der Hinsicht, dass der Epilog und ein paar „neue“ Passagen enthalten sind, die das Gesamtbild des Romans abrunden.

Inhaltlich will ich den Roman nicht bewerten, auch wenn er mir gefallen hat. Mir geht es vornehmlich um die Bewertung der Buchaufmachung. Dafür, dass der Roman nicht gebunden ist, gibt es von mir einen Punkt Abzug. Ansonsten ist nichts zu bemängeln, einzig einige Werbemittel sind zu relativieren.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ansprechende Neuauflage eines Klassikers, 3. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Atomvulkan Golkonda (Broschiert)
Atomvulkan Golkonda ist der Erste Roman der Brüder Strugatzki und gleichzeitig Auftakt zum Zyklus Mittag 22. Jahrhundert. Fortgesetzt wird die Vorgeschichte des Zukunftszyklus mit "Der Weg zur Amalthea" und dem Episodenroman "Praktikanten". Der Golgonda Verlag hat diesen Klassiker der Science-Fiction Literatur in einer optisch ansprechenden Aufmachung neu aufgelegt. Erstmals ist der Roman 1959 veröffentlicht wurden, damals glaubte man noch am Sieg von Wissenschaft und Technik, der Mensch als Held und Bezwinger des Kosmos. Doch die Strugatzkis ahnten es zumindest, dass so schön die Zukunft nicht werden wird. Ohne Opfer lässt sich keine neue Welt aufbauen und Niederlagen sind vorprogrammiert. Der Sieg des Kommunismus wurde damals von offizieller Seite als eine Gesetzmäßigkeit angesehen. Wer Bücher schreiben und vor allem veröffentlichen wollte, musste zumindest im Grundtenor damit übereinstimmen. Die Strugatzkis haben es trotzdem geschafft, nicht mit der damals üblichen ausufernden ideologischen Darstellung des Klassenkampfes den Leser zu langweilen. Als Abenteuerroman hat Atomvulkan Golkonda auch heute noch einen recht hohen Unterhaltungswert.

Ende des zwanzigsten Jahrhunderts fliegt der Experte Bykow zusammen mit fünf weiteren Kosmonauten zur Venus. Mehrmals wurde versucht auf dem Planeten Fuß zu fassen, doch bisher scheiterten alle Expeditionen. Das Team soll in der Nähe des Venus Vulkans Golkonda einen geeigneten Landeplatz finden und diesen mit Funkfeuer markieren. Später sollen dort die reichlich vorhandenen Rohstoffe ausgebeutet werden. Das Raumschiff landet unfreiwillig in einem Sumpf, in diesem gibt es eine eigene Tier und Pflanzenwelt. Die Besatzungsmitglieder erleben auf der Venus einige spannende aber auch gefährliche Abenteuer. Nicht alle Kosmonauten überleben diese Expedition, hohe Strahlung und Unfälle fordern ihren Tribut. Einer der Überlebenden ist Bykow, welcher uns in späteren Geschichten der Strugatzkis wieder begegnet, so in Praktikanten.

Der Roman ist trotz oder wegen seiner weltanschaulichen Sichtweise und antiquiert anmutender Beschreibung von Technik, auch Heute noch lesenswert. Die Handlung ist ziemlich spannend und die Charaktere sind durchweg interessant gestaltet. Diese Stärken brachten die Brüder auch schon in ihren Debütroman voll zur Geltung.

Der Roman wird mit einen Epilog abgeschlossen der erstmalig auf Deutsch erschienen ist.
Im Anhang gibt es das Kapitel - Die Kantine der Raumfahrer welches von den Autoren ursprünglich gestrichen wurde, einen Kommentar von Boris Strugatzki über den Werdegang des Romans und einen Kommentar von Erik Simon.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr lange her, und sehr schwer zu verstehen..., 20. Dezember 2010
Von 
Frandreas UM "frandreasboone" (Prenzlau/UM) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Atomvulkan Golkonda (Gebundene Ausgabe)
...für die heutige Generation. Die denn sehr wahrscheinlich meint, daß solche Autoren das Hohelied auf einen Kommunismus beschreiben, wie er von Revoluzzern beschrieben wird. Machen sie natürlich auch, schon allein, um den Rezensenten zu gefallen, aber wenn man ihre visionären Bücher liest, erkennt man, daß dieser, von diesen Autoren beschriebene Kommunismus lediglich die soziale Sorglosigkeit beschreibt, nicht aber die im täglichen Berufsleben. Da gibt es Konflikte ohne Ende, natürlich auch das mobbing (damals anders oder gar nicht benannt). Und wer eine Vision unserer heutigen Gesellschft lesen möchte, sollte sich ihren Roman zu Gemüte führen "Die gierigen Dinge des Jahrhunderts", der die heutige Überflussgesellschaft (vor allem was Drogen betrifft) schon vor einigen Jahrzehnten vorhergesehen hat. UND man sollte sich etliche andere Romane der Strugatzkis reinziehen um zu bestimmten Einsichten zu gelangen.
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5.0 von 5 Sternen Reiseziel Venus, 9. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Atomvulkan Golkonda (Broschiert)
Der kleine und sehr feine SF-Spezialverlag Golkonda scheut weder Kosten noch Mühen, das Werk der Gebrüder Strugatzki ins rechte Licht zu rücken. Sicher, die 'große' Werkausgabe erscheint in ansprechend gestalteten Taschenbänden bei Heyne, aber eben auch als Liebhaberausgabe, streng limitiert und edel ausgestattet, bei Golkonda. Atomvulkan Golkonda, der Erstling der Strugatzkis aus den späten 50ern, hat es aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen leider nicht in besagte Werkausgabe geschafft - also sollte man sich ergänzend unbedingt dieses Buch hier aus dem sozusagen gleichnamigen Verlag beschaffen. Das Papier ist herrlich glatt und leicht getönt, der Buchschmuck reichhaltig und passt wunderbar zum Zeitkolorit, und der Roman selbst erinnert auf anrührende Weise ein wenig an Hergés Tim und Struppi-Doppelabenteuer 'Reiseziel Mond' und 'Schritte auf dem Mond' - nur geht es hier eben um eine Reise zur Venus - und um die vielfältigen Beziehungen des Romanpersonals miteinander, und im Hinblick auf den sowjetischen Staat, der ebenso gross wie -kotzig, und ebenso unmenschlich wie allzu menschlich war. Das alles läßt sich auch im postsozialistischen und durchdigitalisierten 21. Jahrhundert noch mit Vergnügen und Spannung lesen: Atomvulkan Golkonda ist ein Sommer- und Winterferienroman der etwas anderen Art und ein schöner Einstieg in die ausgezeichneten weiteren Romane und Erzählungen der Brüder Strugatzki.
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Atomvulkan Golkonda
Atomvulkan Golkonda von Boris N. Strugatzki (Broschiert - 11. März 2012)
EUR 16,90
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