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5.0 von 5 Sternen Einer der größten amerikanischen Short-Fiction-Autoren
Ted Chiang hat für so ziemlich jede seiner Geschichten mindestens einen wichtigen Science-Fiction-Literaturpreis nach Hause getragen, und es besteht kein Zweifel daran, warum. Jede Einzelne ist nämlich konzeptionell durchdacht, pointiert und bewegend und erschafft auf engem Raum und mit klarer, einfacher Sprache komplexe Figuren und Situationen. Die...
Veröffentlicht am 18. Januar 2012 von J. Schmidt

versus
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Abwesenheit der Spannung
Wenn die Hölle die Abwesenheit Gottes ist, dann ist dieses Buch die Abwesenheit von Spannung.

Leider kommen die Geschichten des Informatikers und für seine SF-Erzählungen preisgekrönten Ted Chiang mitunter kaum über den Charme einer Bedienungsanleitung hinaus. Man spürt förmlich, dass Chiang sein Geld als Verfasser von...
Vor 10 Monaten von Christian Rother veröffentlicht


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42 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der größten amerikanischen Short-Fiction-Autoren, 18. Januar 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes (Broschiert)
Ted Chiang hat für so ziemlich jede seiner Geschichten mindestens einen wichtigen Science-Fiction-Literaturpreis nach Hause getragen, und es besteht kein Zweifel daran, warum. Jede Einzelne ist nämlich konzeptionell durchdacht, pointiert und bewegend und erschafft auf engem Raum und mit klarer, einfacher Sprache komplexe Figuren und Situationen. Die Eröffnungsgeschichte des Bandes, "Der Turmbau zu Babel", ist Chiangs erste Geschichte überhaupt und stellt noch ganz die Idee in den Vordergrund, eine Welt zu erschaffen, die physikalisch glaubwürdig ist, aber dem Aufbau nach den Vorstellungen alttestamentarischer Zeiten entspricht. Hier arbeiten sich die Menschen mit dem Turmbau zu Babel an das Himmelsgewölbe heran, kreuzen auf dem Weg die Bahnen von Sonne, Mond und Sternen und graben sich schließlich ins Himmelsgestein selbst vor, alles um dem Herrn näherzukommen ... die Geschichte ist nicht nur ein amüsantes Gedankenspiel, sondern auch eine schöne Reflexion darauf, dass man als Teil des Universums niemals die Rolle eines absoluten, außenstehenden Beobachters einnehmen kann und das religiöse Erfahrung deshalb mehr mit einem Gefühl der Unabgeschlossenheit als mit dem der Erfüllung zu tun hat. (Man muss an dieser Stelle anmerken, dass es bei Chiang sehr oft und ernsthaft um religiöse Erfahrungen geht, niemals aber um die Vermittlung religiöser Weltbilder. Wenn überhaupt dürften seine Geschichten sich wohl als Kritik religiösen Denkens verstehen lassen, die aber das menschliche Bedürfnis nach religiösen Erfahrungen anerkennt.)
Um die Möglichkeit religiöser Erfahrung in einem Universum, das physikalischen Gesetzen unterworfen ist und nicht dem Willen eines Schöpfers, geht es auch in "Geschichte deines Lebens", einer Erstkontaktgeschichte, in der sich anhand der Schrift einer die Menschheit besuchenden Alienrasse zeigt, dass diese das physikalische Universum in grundsätzlich anderer Weise, aber ebenso zutreffend beschreibt. Gleichzeitig auch eine todtraurige und heiter-gelassene Geschichte darüber, wie andere Menschen Teil unseres Lebens sind und wie sie wieder aus unserem Leben verschwinden. Und ein enorm konsequent umgesetztes SF-Konzept, eine Fremdheit, die den Leser nicht wie ein Paukenschlag überfällt, sondern sich ganz langsam aufbaut, um dann mit einem mal leise in ihrer ganzen, erschütternden Gewalt offenkundig zu werden.
In der Titelstory "Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes" geht es dann wieder explizit um Religion, diesmal in einem schrägen, ironischen Szenario, in dem die Menschen regelmäßig von Gottes Engeln heimgesucht werden, mit oftmals zerstörerischen Folgen. Die letzte Geschichte, "Ausatmung", dreht sich ähnlich wie die erste noch einmal um die Endlichkeit des Universums und den Versuch, seinen Frieden mit dem Tod zu machen - in einer ungeheuer abgedrehten SF-Welt, die das Thema in poetischer Dichte buchstäblich verkörpert.
All das in einer guten Übersetzung und wunderschönen Gestaltung - mehr kann man sich von SF oder überhaupt von Literatur nicht wünschen!
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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das muss man lesen, 11. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes (Broschiert)
Ich lese sehr gerne Short Stories aber nach diesem Buch wünschte ich mir Ted Chiang würde mal Lust haben einen Roman zu schreiben oder, alternativ dazu, mehr Short Stories schreiben. Denn, egoistisch wie ich bin, davon möchte ich viel mehr.

Seit Anathem von Neal Stephenson sind diese fünf Geschichten das beste was ich seit langen gelesen habe und ich lese viel. Über deren Inhalt will ich mich gar nicht verlieren. Der ist schon gut von j.schmidt beschrieben. Beeindruckend ist, dass keine dieser Geschichten schwächelt. Oft hat man ja, dass ein oder zwei Stories herausragen und der Rest dann irgendwo zwischen gut und so la la sind. In diesem Fall ist es mir nicht möglich eine Geschichte hervorzuheben denn alle fünf sind unglaublich gut. Intelligent, philosophisch, berührend, abgedreht, ironisch, überraschende Plots und weit ab vom Mainstream SF.

Für mich ist es nicht unbedingt ein Maßstab, dass ein Buch/eine Geschichte einen Literaturpreis erhalten hat. Bei manchen Büchern stellte sich mir die Frage was an dieser Geschichte denn preiswürdig ist. Bei Ted Chiang stellt sich diese Frage nicht.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen außergewöhnlich, 12. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes (Broschiert)
Der Golkonda-Verlag, ein kleiner Verlag, von dem ich noch nie gehört habe, hat verdienstvollerweise fünf Kurzgeschichten von Ted Chiang ins Deutsche übertragen lassen. Dafür zahle ich gern den relativ zum Umfang etwas hohen Preis, zumal das Buch auch sehr schön gestaltet ist. Ich wünsche dem Verlag alles gute, auf dass sich das unternehmerische Wagnis auszahlen möge! Und bitte mehr hiervon!

Die Geschichten sind eher nicht dem SF-Genre zuzuordnen, auch wenn sie teilweise SF-Elemente enthalten. Wer nur an Hard-SF interessiert ist, für den ist das Buch nix. Wie schon ein anderer Rezensent hier schrieb, kann man die Geschichten wohl am ehesten der phantastischen Literatur im weiteren Sinne zuordnen.

Der Autor bietet sehr ungewöhnliche und bestechende Ideen bzw. neue Blickwinkel auf z.T. bekannte Geschichten/Sachverhalte. Die Prosa macht den Eindruck, als habe der Autor sehr lange an jedem Text gefeilt, die Worte sind mit Bedacht gesetzt, kein Wort erscheint überflüssig, es gibt keine Füllmasse.

Nach meinem Geschmack mit Abstand am besten ist die Geschichte "Geschichte deines Lebens", die von einer ganz erstaunlichen Prämisse ausgeht und perfekt ausgeführt ist. Diese Geschichte ist wirklich ein Juwel. Die anderen sind ebenfalls alle auf hohem Niveau, sowohl inhaltlich wie auch sprachlich. Warum gibt es solche Autoren eigentlich in D nicht?
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Etwas für Hochbegabte, Schachspieler, Geeks, 27. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes (Broschiert)
..aber auch ungemein anregend für Normalo- Leser für mich. Die Geschichten führen meist in wissenschaftliche Fragestellungen hinein, wie etwa die Kommunikation mit Aliens mittels Kommunikation über physikalische Phänomene, die Analyse semantischer Probleme zwischen sensorisch differenten Lebensformen. Es geht um das Leiden von Wissenschaftlern, die ein Axiom widerlegt haben, oder um einen zeitweise Hirntoten, der über spezielle chemische Substanzen nicht nur wieder erwacht, sondern allmählich in eine monströse intellektuelle Fähigkeit hineinwächst. Letzteres wird ganz offenkundig mit Empathie und Innensicht geschildert. Wenn man auf der Suche nach Lesestoff für junge Genies sein sollte, ist man hier sicher richtig.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstklassiger Lesestoff, 19. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes (Broschiert)
Nicht erst seit das Buch in „Druck Frisch“ (ARD) von Denis Scheck als Leseempfehlung über den TV Screen flimmerte wollte ich dieses Buch lesen. Das lag u.a. an den vielen Empfehlungen die ich zu diesem Buch erhalten hatte und zum anderen weil es ja ins Beuteschema (SciFi) fällt. Also frisch ans Werk.

Klappentext:
Geschichten, die ein ganzes Universum enthalten: Die Wahrheit über den Turmbau zu Babel; der folgenreiche Erstkontakt mit einer außerirdischen Spezies; die Verzweiflung angesichts des Verlusts eines unersetzlichen Menschen; ein Zeitreiseabenteuer der anderen Art; und ein bestürzender Ausflug an die Grenzen des wissenschaftlich Machbaren … Kein anderer Science-Fiction-Autor hat in den letzten zwanzig Jahren auch nur ansatzweise so viel Begeisterung ausgelöst wie Ted Chiang. Kein anderer Science-Fiction-Autor wurde für ein so schmales Werk mit mehr Preisen ausgezeichnet. Nun liegt endlich auch auf Deutsch ein Auswahlband mit seinen Erzählungen vor. Ausgezeichnet mit dem ›Kurd Laßwitz Preis‹ als bestes ausländisches Werk des Jahres 2012

Zum Inhalt:
Im folgenden möchte ich die fünf beinhalteten Kurzgeschichten ein wenig näher beleuchten.

Den Anfang macht „Der Turm von Babylon“. Der Bau des bekannten Turmes wird nicht von Gott beendet, sondern die Menschheit kann diesen fortsetzen. So ist man nun kurz davor die Himmelspforte zu durchbrechen, was die Erbauer dazu veranlasst hat, Spezialisten herbeizurufen.

„Geschichte deines Lebens“ bringt außerirdische Besucher zur Erde. Die Kommunikation mit dieser Lebensform erschwert sich, da diese einen anderen Ansatz von Schrift, Sprache und Gefühlen haben als die Menschheit und sich sogar Schrift und Sprache von einander deutlichst unterscheiden. Um eine verständliche Kommunikation herzustellen müssen sich viele unterschiedliche Hindernisse überbrückt werden, vor allen auf menschlicher Seite.

Der Glaube, sein Gegenpart der Unglaube, der Himmel und die Hölle sind gesicherte Erkenntnisse der Menschheit. Die Unterschiede sind zwar nicht groß aber vorhanden. “Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes“ dreht sich um ein Pärchen, welches durch den Tot der Frau auseinandergerissen wird. Die Tote fährt schließlich in den Himmel ein und stellt ihren ungläubigen Mann somit vor eine große Herausforderung, da sein Weg eigentlich in der Hölle enden soll. So unternimmt dieser, für sich vor kurzen noch unvorstellbare Dinge, um wieder mit seiner Liebsten zusammenzukommen.

„Der Kaufmann am Portal des Alchemisten“ wirft die Frage von Ursache und Wirkung anhand von Zeitreisen auf den Kopf. So kann man zwar ins vergangene Geschehen eingreifen, wird damit aber keine zukünftigen Ereignisse ändern. Das ganze wird anhand mehrerer Protagonisten erzählt, welche immer eine Beziehung zu einander haben, auch wenn diese nicht sofort zu erkennen ist.

Die Menschheit in einem anderen Hier und Jetzt als wir es kennen wird uns in „Ausatmung“ präsentiert. Im ersten Augenblick hat die Menschheit eine merkwürdige Anatomie und steht auf einer Evolutionsstufe die man Transhuman nennen könnte. Allerdings gibt es derzeit ein Problem, welches schnellsten gelöst werden sollte, sonst geht die Zeit nicht nur langsam zu Ende sondern auch das Leben.

Mein Fazit:
Wahnsinn – was Ted Chiang uns da auf Papier serviert ist weit weg vom Alltagsbrei der Science- Fiction und formt sich seine eigene Dimension.

Besser kann man Short Storys kaum schreiben! Man nimmt alltägliche Fragen, haut diese durch den Wortmixer und spuckt diese mit enormer Gewalt aus. So entsteht eine Dichte an Wortwelten die man gerne öfters lesen würde.

Das Buch nahm ich wie oben bereits geschildert mit viel Vorfreude in die Hand und was soll ich sagen, es ging in einem Rutsch durch, ohne auch nur einmal Langeweile zu versprühen. Man muss sich auf fünf unterschiedliche Herangehensweisen einlassen und sich darüber bewusst sein, das es SF ist, aber dennoch nicht abgehoben!

Die gebotene Storydichte wird durch die gute Aufmachung des Buches hervorragend unterstützt und muss an dieser Stelle auch mal gewürdigt werden.

Die Nominierungen und gewonnenen Preise dieses Werkes kann ich absolut nachvollziehen und kann eigentlich nur sagen „kaufen, genießen und sich erfreuen!“.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Abwesenheit der Spannung, 22. März 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes (Broschiert)
Wenn die Hölle die Abwesenheit Gottes ist, dann ist dieses Buch die Abwesenheit von Spannung.

Leider kommen die Geschichten des Informatikers und für seine SF-Erzählungen preisgekrönten Ted Chiang mitunter kaum über den Charme einer Bedienungsanleitung hinaus. Man spürt förmlich, dass Chiang sein Geld als Verfasser von technischen Texten für ein Softwareunternehmen verdient. Seine Personen sind das, was die englische Literaturwissenschaft meint, wenn sie von „flat characters“ spricht: blutleere Figuren, die als bloße Statisten von ihrem Autor auf dem Spielfeld seiner konstruierten Gedankenexperimente hin und her bewegt werden. Das Schicksal, das den Protagonisten der titelgebenden Geschichte widerfährt (ob sie in die Hölle kommen oder nicht) war mir daher völlig gleichgültig.

Das Schlimmste aber ist das Fehlen einer Spannungskurve. Chiang würde diesen Umstand wahrscheinlich so ausdrücken: Die Kurve verlief knapp oberhalb der x-Achse, verblieb eine endlos lange Zeit parallel zu dieser, um am Ende mit ihr zusammenzufallen. Mit 58 Seiten am längsten ist die Tortur der Langeweile in der „Geschichte deines Lebens“, in der es um den Versuch geht, die Sprache einer außerirdischen Spezies zu verstehen: „In ihrer mündlichen Sprache bekommt ein Nomen eine Kasusmarkierung, die anzeigt, ob es ein Subjekt oder ein Objekt ist. In ihrer geschriebenen Sprache jedoch wird durch die Ausrichtung des Nomen-Logogramms zum Verb bestimmt, ob es ein Objekt oder ein Subjekt ist.“ Und so geht das seitenlang. "Stilistische Brillanz" (Junot Díaz) beweist Chiang in der Geschichte "Ausatmung", z.B. wenn er schreibt: "Ihre Maschine erhöht den Luftdruck auf das Niveau, das sie ursprünglich im Speicher hatte, und diese Reversalisten kündigten aufgeregt an, diese Luft würde die Grundlage für neuartige Füllstationen bilden, die mit jeder Lunge, die dort aufgefüllt wurde, nicht nur dem Einzelnen, sondern dem Universum neues Leben einhauchen würden." Und so geht das...

Auch die anderen Geschichten des Bandes spulen ihre mit diffusem philosophischem Hauch versehenen Ideen so leidenschaftslos ab wie ein Algorithmus seine Handlungsvorschriften. Der Literaturkritiker Denis Scheck findet das alles „intellektuell aufregend“ und „ästhetisch innovativ“ und ist, zusammen mit Chiangs Verlegern, betrübt über die Tatsache, dass dieser in den mittlerweile 25 Jahren seines schriftstellerischen Daseins keinen Roman verfasst hat. Dazu möchte ich sagen: Bitte lieber Gott, lass einen solchen Roman nie Wirklichkeit werden. Das wäre für mich die Hölle. Es erginge mir wie einer Person in Chiangs Geschichte „Der Kaufmann am Portal des Alchemisten“, deren Innenleben der Autor „erzählerisch erstaunlich“ (Denis Scheck) folgendermaßen beschreibt: „Die Zeit meiner Trauer verging schließlich und ließ mich innerlich leer zurück, ein Hautsack ohne Eingeweide.“
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anders..., 11. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes (Broschiert)
...ist dieses Werk definitiv. Wer hier Shortstorys erwartet die sich in klassische Genres kategorisieren lassen, der wird sicherlich enttäuscht werden. Vielmehr erwarten hier den geneigten Leser Kurzgeschichten, die jede für sich eine eigene Poesie bildet. Das betrifft den Erzählstil, sowie den Inhalt der Geschichten. Der Autor konstruiert hier eigene in sich geschlossene Welten, mit ihren eigenen Gegebenheiten, ohne diese zu erklären. Denn diese Welten sind nur Mittel und Zewck, die philosophischen Inhalte zu transportieren. Verzichtet wird in diesen Geschichten zumeist auch auf eine klassische finale große Auflösung!
Als gaaanz losen Vergleich zur Hilfestellung eines Kaufentscheides, würde ich hier als Autoren die Brüder Strugatzki oder Phillip K. Dick aufführen, wobei Ted Chang noch weniger dem Science Fiction zuzuordnen ist! Aber wem solche Werke gefallen, dem könnte auch dieses Werk ein paar nette Stunden bescheren.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz etwas anderes - SUPER!, 19. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes (Broschiert)
Ich bin begeistert:
+ Kurze, knackige Geschichten die voneinander sehr unterschiedlich und abwechslungsreich sind
+ Stil des Authors ist einmalig
+ Die Geschichten selbst sind sehr originell und regen echt zum Nachdenken an

Fazit:
Der Author verbindet Sci-fi teilweise mit Fantasy genres sehr gekonnt.
Alle Geschichten haben Tiefgang und eine philosophische Note was mir persönlich sehr gefällt.
Ich würde die Kurzgeschichten als moderne Fabeln bezeichnen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jorge Luis Borges trifft auf Philip K. Dick, 20. Februar 2014
Die Erzählungen des Amerikaners Ted Chiang bewegen sich auf einem hohen intellektuellen Niveau. Die Genres der einzelnen, sehr unterschiedlichen Erzählungen sind nicht immer klar zu fassen: Fantastik, Surrealismus, Science-Fiction. So variiert Chiang gleich in der ersten Erzählung "Der Turmbau zu Babel" die biblische Geschichte und schreibt sie aus dem Blick der Turmbauer mit einem sehr überraschenden Ende.

Der Ton ist lakonisch, klar, so dass der geneigte Leser sich stark an die Science-Fiction-Kurzgeschichten von Philip K. Dick erinnert fühlt. Ich musste bisweilen aufpassen. In "Die Geschichte deines Lebens" spielt Chiang mit dem Tempus bzw. mit der Erzählzeit. Vergangenheit und Zukunft verschwimmen: "Ich erinnere mich an eine Unterhaltung, die ich mit dir haben werde, als du auf der Highschool in der elften Klasse bist." Der merkwürdige Umgang mit Zeit klärt sich aber auf.

Leserinnen und Leser, die Freude an solchen Spielen haben und Geschichten mögen, welche die Wirklichkeit in ungewohnter Weise dehnen, werden auf ihre Kosten kommen.
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5.0 von 5 Sternen Feinsinnig, ästhetisch, anspruchsvoll, 8. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes (Broschiert)
Ted Chiang hat noch nie auch nur einen Roman geschrieben. Er konzentriert sich auf das Schreiben von gut durchdachten Kurzgeschichten, die oftmals abrupt enden und scharfsinnige Schlussfolgerungen aufweisen. Sein Schreibstil ist feinsinnig und treffsicher. Die Erzählstruktur stark durchkomponiert. Das abrupte Ende der Geschichten ist vielleicht ein Streich, um den Leser aufzufordern, selbstständig weiterzudenken. Es gibt einige Stellen in den Stories, deren allzu plötzliche Twists mich dazu gebracht haben, an der Glaubwürdigkeit zu zweifeln. Trotzdem gehören einige der hier versammelten Shortstories zu den besten, die ich gelesen habe. Jede Geschichte ist etwas ganz besonderes. In der einen nutzt er das Zeitreise-Motiv auf verschachtelte Weise, um den Kopf gewohnter Logik zum Rauchen und Kribbeln zu bringen. In einer anderen lässt er die Zeit sozusagen in zwei Richtungen laufen. Die erste Geschichte ist eine eigene Variante der Erzählung aus dem alten Testament mit einem klugen Schlusskommentar. In “Ausatmung“ denkt er sich ohne viele Fremdwörter in einen Bereich hinein, der nur schwer vorstellbar, in seinem Kern aber beste SF ist. Obwohl diese Geschichten allesamt intellektuell reizvoll sind, besitzen sie als Ausgleich auch eine emotionale Note, was sie zu grosser Kunst macht. Bei Ted Chiang treffen Anspruch und erzählerische Ästhetik geschmeidig aufeinander. Ein Lob verdient die gute Übersetzung und die hübsche Aufmachung des Buches.

Fazit: Etwas für Schreibende von Kurzgeschichten, Ideensammler und Denker.
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Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes
Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes von Ted Chiang (Broschiert - 1. Februar 2012)
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