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am 11. Mai 2010
Mit diesem evolutionspsychologischem Ratgeber über das Ich und Du füllt die Autorin Claudia Szczesny-Friedmann eine Lücke in den Erklärungen darüber, nach welchen Mustern zwischenmenschliche Beziehungen ablaufen.

Als eine der Grundthesen von Claudia Szczesny-Friedmann gilt, dass soziale Beziehungen für unser Wohl und Gedeihen von enormer Bedeutung sind.

In ihren Ausführungen bezieht sich die Autorin auf Sigmund Freud und Charles Darwin, denn beide haben mit ihren Forschungen an der Spezies Mensch und Tier wichtige Erkenntnisse über das zwischenmenschliche Verhalten gesammelt und der Forschung zugänglich gemacht.

C.S.F. hat mit einem Satz über Konkurrenz, Streben und Vormachtstellung auf der einen Seite, und Kooperation auf der anderen Seite ihre Weichenstellung gesetzt für das weitere Vorgehen ihrer Definitionen über zwischenmenschliches Verhalten. Veranlagung und Erziehung zusammen bilden nach ihren Aussagen erst den Kern, aus dem sich beim Menschen die 'Tauben' und die 'Falken' herausschälen. Die einen treten eher zaudernd auf, sind zuverlässig, vertrauenerweckend, auf Frieden und Konsens bedacht, die Falken hingegen geben sich siegesgewiss, fordernd und erfolgsbewusst.

Wie diese Verhaltensmuster entstanden sind, das hängt von der jeweiligen inneren evolutionsbiologischen Konstellation ab. Hier ein Äquivalent zwischen den Tauben und Falken herzustellen, ist der Ansatz, mit dem sich Claudia Szczesny-Friedmann beschäftigt.

Geben und Nehmen ist danach ein Gesetzt der Ökonomie, das sich im Verhalten ausgleichen muss. Nimmt der eine nur oder gibt der andere nur, entsteht das Ungleichgewicht der Ausbeutung. Dieses Nehmen und Geben bezieht sich auf soziale Zuwendung, Hilfsbereitschaft, gegenseitige Akzeptanz und Anerkennung. Kommt es hier zu einem Ungleichgewicht im Verhalten der Gruppierungen , ist mit Spannungen und im schlimmsten Fall mit seelischer Ausbeutung bis hin zu Krankheitssymptomen zu rechnen. In diesem Zusammenhang muss allerdings angemerkt werden, dass wir es hier mit einer rationalen Auflistung und Gegenüberstellung verschiedener Charaktereigenschaften zu tun haben wie z.B. Bescheidenheit, Understatement, Unterwürfigkeit und übertriebener Hilfsbereitschaft oder überhöhtem Selbstbewusstsein. Hier fehlen m. M. nach die Hinweise auf die aus der Psychoanalyse bekannten Merkmale der Verdrängung, der Verkehrung ins Gegenteil (Bescheidenheit kontra Gier ), der Selbstüberschätzung und der Realitätseinbuße, die bei allen bekannten menschlichen Konflikten mit zu bedenken sind.
Eine Vielzahl von klugen und wohl begründeten Thesen der Autorin bieten anregende und durchaus hilfreiche Tipps, sich im Dschungel des täglichen Lebens und der mitmenschlichen Konfliktpotentiale zu bewegen.
Am Ende steht und bleibt die Frage nach dem Glück.
'"Angst und Aggression sind die treibenden Kräfte in unserem Leben'"----,und ---"wir sind darauf programmiert, das Glück zu suchen, aber nie dauerhaft zu finden".' So bleibt für uns die Suche nach der Sicherheit und dem Erfolg. Wer nicht gerade von Angst und Ehrgeiz getrieben ist, dem verspricht die Autorin einen Zustand, der dem Glück nahekommt. Nehmen wir diesen Hinweis, mit dem wir das Buch gerne als hilfreiche Lebenslektüre empfehlen möchten!
Mit ihren Ausführungen ist der Autorin Claudia Szczesny-Friedmann fast eine Sozialverhaltensgeschichte gelungen. Ein ausführliches Literaturverzeichnis komplettiert ihr Werk, das in seiner Komplexität höchst empfehlenswert ist.
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am 2. Februar 2011
Wo Menschen zusammenleben, ist nicht immer nur eitel Sonnenschein. Statt der scheinbar von allen gewünschten Harmonie ist der Konflikt der vorherrschende soziale Betriebszustand. In ihrem als Ratgeber deklarierten Sachbuch "Wie Du mir" erklärt die Wissenschaftsjournalistin Claudia Szczesny-Friedmann die Ursachen für diese Konflikte aus der Perspektive der Evolutionspsychologie, jener Wissenschaft, die die Entstehung unserer Psyche aus dem naturgeschichtlichen Ausleseprozess zu erklären versucht. Szczesny-Friedmann kategorisiert die Menschen in zwei Persönlichkeitstypen - aggressiv-dominante Falken und sanft-friedfertige Tauben -, die in bestimmten Verhaltensmustern interagieren: Kooperativer Modus, Kampfmodus und Prestigemodus. Die diesen Mustern zugrundeliegenden Charaktereigenschaften werden dem Leser in komplementärer Zuordnung vorgestellt und anschaulich mit Alltagsbeobachtungen unterfüttert, beispielsweise am unterschiedlichen Konfliktverhalten: "Tauben überlassen ihren Konkurrenten auch deswegen gerne das Feld, weil sie den Konflikt scheuen und die Spannungen, die ihn begleiten. Sie sind versöhnlich und nachgiebig... Für Falken ist eine gespannte Atmosphäre dagegen nichts, was sie in ihrer Befindlichkeit stört. Statt ausgleichend zu wirken, wie es Tauben quasi automatisch tun, scheinen Falken sogar ein gewisses Vergnügen dabei zu empfinden, wenn in ihrem Umfeld Dissonanzen entstehen."

Szczesny-Friedmanns Menschenbild hält sich streng an die neuesten Erkenntnisse der Verhaltensforschung. Hier ist kein Platz mehr für utopische Gleichheitsideale und christlichen Altruismus, von denen man sich schnell verabschieden sollte: "Wahre Nächstenliebe, so haben wir gelernt, erwartet keine Gegenleistung. Doch wer wahrhaft selbstlos ist, macht sich zum Objekt der Ausbeutung durch andere." Wo sich Gruppen organisieren, bilden sich automatisch Hierarchien mit ihren unvermeidlichen Hackordnungen heraus, die sich bis zum Mobbing ausprägen können. Doch wer nun erwartet, die Autorin würde einem radikalen Sozialdarwinismus das Wort reden, wird enttäuscht werden. Ihr Leitbild ist die gegenseitige Fairness, ohne die keine Gruppe bestehen kann. Aus einer Population bildet man die optimal produktivste Gruppe eben nicht mit den Individuen mit den stärksten Ellenbogen, sondern mit denen, die besonders kooperativ miteinander umgehen können.

Die Qualität von Ratgebern richtet sich danach, inwieweit die vorgelegten Empfehlungen vom Leser als pragmatisch umsetzbar und effektiv akzeptiert werden können. Doch dieser Teil des Buches fällt etwas mager aus. Vorschläge wie körperliche Betätigung und geistige Entspannungsübungen als Ventile für stressige Machtkämpfe sind von einer Allgemeingültigkeit, die einem schon der gesunde Menschenverstand diktiert. Aber der umfangreiche theoretische Teil dieses Buches, in dem Szczesny-Friedmann einem Machiavelli gleich die Strategien und Manipulationen der sozialen Akteure offenlegt, schärft das eigene Auge, um die hintergründigen Absichten seiner Mitmenschen besser einschätzen zu können oder aber auch für die Selbstanalyse - entweder um als Taube die eigenen Defizite besser wahrnehmen zu können oder als Falke einen achtsameren Blick für die eigene Wirkung auf andere zu erhalten, wenn er beispielsweise in Führungsposition Wert auf Kooperation legt. Wer aber als Taube seine Chancen im Ringen um den Aufstiegserfolg verbessern will, wird jedoch um die professionelle Unterstützung durch einen Therapeuten oder Coach nicht herum kommen. Die Hoffnungen auf wesentliche Verhaltensänderungen sind keineswegs aussichtslos, denn wie Szczesny-Friedmann zu Recht darauf hinweist, ist in den Neurowissenschaften an die Stelle der Vorstellung des Gehirns als starres Organ inzwischen längst die eines plastischen Gehirns getreten. Hans kann vielleicht nicht alles nachholen, was er als Hänschen nicht gelernt hat, aber es ist nie zu spät, etwas dazuzulernen.

Claudia Szczesny-Friedmanns evolutionspsychologischer Beipackzettel "zu Risiken und Nebenwirkungen im Umgang mit Menschen" bietet kein garantiertes Erfolgsrezept für Lebensglück durch den Aufstieg über die Karriereleiter - aber ein unschätzbares Instrumentarium für die kritische Selbstanalyse als ersten Schritt auf dem Weg zur Selbstverbesserung.
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am 28. Januar 2010
"Wie Du mir" ist cool gemacht und ein toller Ratgeber zum Umgang mit Mitmenschen, aber eben nicht "einer von diesen" Ratgebern. Wo ich doch durchaus manchmal so meine Probleme habe, angefangen bei Chefs und endend bei Kommilitonen: Jetzt weiß ich, wie es leichter ginge. Das Buch, was mich weiterbringt, weil ich als 'Taube' viel zu viel auf die "Falken" in meinem Leben gehört habe. Lohnt sich wirklich zu lesen - witzig, smart und aufschlussreich.
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