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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Anspruchsvolle, intelligente Phantastik,
Rezension bezieht sich auf: Nacht über Median (Taschenbuch)
Nacht über Median beinhaltet Kurzgeschichten aus den Bereichen Science-Fiction und Horror, wobei die Grenzen hier fließend sind. Fans beider Genres können also problemlos zugreifen. Ich jedenfalls, Leser von King, Barker, Koontz und Straub fand nicht, dass ich am falschen Platz bin.Nacht über Median vereint 22 Kurzgeschichten auf 340 Seiten, und damit findet der Autor den passenden Rahmen: Nach keiner Geschichte hatte ich das Gefühl, das hätte man straffen oder noch weiter auswalzen müssen. Dieses Buch enthält die beiden wichtigsten Elemente für den Leser: Spannung und interessante, facettenreiche Charaktäre. Auf Stereotypen verzichtet Innreiter dankenswerter Weise (wenn man mal von dem Protagonisten aus Der Conquistador absieht). Besonders nah ging mir Alice aus dem „Opener" Die Königin. Sie hat etwas atemberaubend melancholisch-romantisches und erweckt Mitgefühl. Melancholisch-romantisch, so lässt sich auch die Atmosphäre dieser Geschichte am besten beschreiben, in der eine junge Frau Botschaften eines poetischen Verehrers erhält. Sie, die bisdato nicht wirklich Glück mit Männern hatte, scheint endlich den Prinzen gefunden zuhaben... Klingt zu schön um wahr zu sein, nicht wahr? Und dieses Gefühl, dass erahnen, dass es kein gutes Ende finden wird, ist es das über weite Strecken die Spannung trägt. Ob sich dieses Gefühl bewahrheiten wird? Das werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Das führt mich zu einem weiteren großen Pluspunkt von Nacht über Median: Auf Klischees und Vorhersehbares stößt man hier nicht. Glaubt man dem Rätsel auf die Schliche gekommen zu sein, treten meist verblüffende Pointen auf den Plan. Kommen wir nun zu den Höhepunkten dieser Sammlung. Wobei sich die Qualität der Geschichten nicht wahnsinnig unterscheidet, sie stehen annähernd auf derselben Stufe. Und diese Stufe ist hoch. Dennoch meine Favoriten: Auf Platz eins befindet sich Das Vaterland vergisst seine Helden nicht. Bei manchen Geschichten hat mir die Pointe nicht viel gegeben, hier hat sie mich umgehauen und ich konnte mir ein (fast hysterisches) Kichern nicht verkneifen - was nicht heißen soll, dass es hier humorvoll zur Sache geht, eher im Gegenteil. Den Inhalt kann ich nicht wiedergeben, ohne zuviel zu verraten. Zweiter auf dem Podest ist eine kleine aber äußerst fiese und beklemmende Story namens Asver, welche sogar mit einem biblischen Hintergrund aufwartet, was mich seit je her gefesselt hat. In Asver heuert ein Mann einen Killer an, der ihn umbringen soll. Doch dieser Typ ist keiner von den üblichen „Ich-hab's-mir -doch-anders-überlegt-Typen". Klasse Finale. Drei teilen sich die bereits erwähnte Königin und Arachnoide Träume, in dem sich ein Mädchen einer schicksalhaften Operation entgegensieht, allerdings mehr von Furcht erfüllt, was ihre Eltern so gar nicht verstehen können. Am wenigsten gefallen haben mir Der Conquistador und Werter David!. In Der Conquistador macht eine spanische Expedition im 16. Jahrhundert eine unheilige Entdeckung im Land der Inka. Das ist wenig originell und eigentlich geht einem das Schicksal der Beteiligten am Allerwertesten vorbei. In Werter David! Wird in Form von Briefen eine seltsame Bekanntschaft von Außerirdischem und Erdling beschrieben. Was ich daran jetzt nicht so toll fand kann ich gar nicht genau sagen. Traf wohl einfach nicht meinen Geschmack. Desweiteren finden sich auch zwei Invasions-Geschichten in Nacht über Median. Die erste erinnert etwas an Kings Endzeitszenario in The Stand (wobei ich hinzufügen möchte, dass sich erstaunlicherweise keine anderen Anleihen an den amerikanischen Meister des Grusels finden, was doch bemerkenswert für einen jungen Autor ist) und lebt von seinem Protagonisten, der sich in einer Welt nach einem Alienangriff zurechtfinden muss. Dramatisch und durchdacht, was das Handeln der Personen betrifft. Die nächste Invasion übertrifft dies allerdings, und wartet mit der besten Stelle im ganzen Buch auf: Ein Mann trifft auf einen sterbenden Invasor, was schrecklich rührend ist und eine deutliche Antikriegsbotschaft transportiert. Und die Pointe (bestehend aus dem letzten Satz) übertrifft die von Das Vaterland vergisst seine Helden nicht bei weitem. Lassen sie sich überraschen! Herauszuheben ist die gehobene Sprache, die der Autor benutzt. Nicht falsch verstehen, die Geschichten lassen sich allesamt problemlos leicht lesen und sind keineswegs da um eine Sammlung von Fachwörtern zu transportieren. Dennoch hat die Sprache einen poetischen Touch. Gewaltexzesse wie in Barkers Bücher des Blutes wird man in Nacht über Median nicht finden, was nicht heißen soll, dass sich der Leser im Land der Pfadfinder Lagerfeuer Gruselgeschichten wieder findet. Es fließt Blut, es gibt Tote, keine Angst (die schockierenste Szene, die mir spontan einfällt, ist in Kamerascheu: Die Hauptrolle spielt ein Auge - erinnern sie sich noch an eine Szene aus dem ersten Terminator-Streifen? Genug rezensiert, kurzum: Nacht über Median von Rainer Innreiter ist eine willkommene Abwechslung zu den Großen des Genres und sei Phantastik-Fans wärmstens zu empfehlen, sie werden garantiert nicht enttäuscht, auch wenn man bei einigen Geschichten das Gefühl hat, da hätte der Autor noch mehr rausholen können. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Abwechslungsreiche Dark Fantasy / SF-Storys, sehr lesenswert,
Rezension bezieht sich auf: Nacht über Median (Taschenbuch)
Um es gleich vorweg zu nehmen: „Nacht über Median" gefällt mir gut. Obwohl sich alle Kurzgeschichten im Bereich Dark Fantasy und „Science Fiction bewegen, liest man doch eine abwechslungsreiche Mischung, von Endzeitstory über historisch angehauchte Geschichten bis hin zu Zukunftsvisionen. Egal, ob Außerirdische, Zeitreisende - es ist für jeden Leser, der den phantastischen Bereich bevorzugt, etwas dabei. Sehr lesenswert. Ich hatte den Eindruck, durchweg Qualität zu lesen und der Autor hat auf alle Fälle Talent zum Schreiben. Viele der Geschichten haben interessante, unvorhersehbare Pointen. Klasse fand ich die Autorenbeschreibung: Zitat: Das ist mal ein originelles Autorenporträt! Weniger gelungen gefiel mir die optische Aufmachung der Lacrima-Anthologie, aber dafür kann der Autor natürlich nichts. Aber kommen wir zu dem, was wichtiger und qualitativ besser ist - dem Inhalt: Die Königin Konquisator Perfekter Plan Stalker Nacht über Median Dubh Nachtstimmen Die Invasion Das Vaterland vergisst seine Helden nicht Exodus Werter David Zeitfenster Die letzte Zeitmaschine Fünf Sekunden vor zwölf Kinonächte Arachnoide Alpträume Metamorphose Alle Wege führen nach Rom Die nächste Invasion Asver Vor der schwarzen Tür Kamerascheu Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Meisterwerk mit kleinen Schwächen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Nacht über Median (Taschenbuch)
Das Buch ist für eine Kurzgeschichtensammlung recht dick, das muss man schon sagen. Allerdings auch wieder etwas teuer.Insgesamt fällt an der Umschlaggestaltung auf, dass die Schrift kaum lesbar ist. Aber vielleicht soll es ja auch eine Herausforderung sein, den Klappentext zu entziffern. Eine hieroglyphische Einstimmung auf den mystischen Inhalt, sozusagen. Das ist aber auch schon alles, was ich ernsthaft zu bemängeln habe. Rainer Innreiter wird dem Leser am ehesten als scharfzüngiger Film- und Literaturkritiker bekannt sein, und wenn er sich selbst als Autor versucht, ist man vielleicht neugierig, ob er es denn selber besser kann als die zahlreichen armen, von ihm verrissenen, Seelen. Nun, er kann. Zum Inhalt will ich nicht zuviel sagen, es sind immerhin 23 recht unterschiedliche Geschichten, und ihre Pointe besteht teilweise darin, wovon sie eigentlich handeln, das trifft insbesondere auf den Titelgeber "Nacht über Median" zu. Nicht jede Geschichte hat mich begeistert, aber die Ausbeute ist doch überdurchschnittlich. Zumal ich ein Fan von gut gezeichneten Charakteren bin, und davon gibt es in Rainer Innreiters Erzählungen reichlich. Vom Inhaltlichen kann ich jedenfalls eine deutliche Kaufempfehlung aussprechen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
spannung und grusel,
Von
Rezension bezieht sich auf: Nacht über Median (Taschenbuch)
Nacht über Median besticht durch erfrischend neue und überraschende Geschichten aus dem Bereich Dark Fantasy und Science Fiction. Die meisten Geschichten sind überdurchschnittlich kreativ und heben sich wohltuhend vom üblichen Einheitsbrei ab.Alle Geschichten sind spannend von Anfang bis Ende und nur ganz wenige fallen vom hohen Niveau ab Besonders Nacht über Madian ist eine Klasse für sich. Anspruchsvoller, als die anderen Geschichten, dringt sie aus ungewohnter Perspektive tief in eine Schreckenswelt ein. Bei einigen Geschichten hätte ich mir noch eine Fortsetzung gewünscht. Weitere Romane wird der Autor hoffentlich bei einem besseren Verlag herausgeben. Layout ist stark verbesserungswürdig. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Nacht über Median von Rainer Innreiter (Taschenbuch - 27. April 2011)
EUR 8,99
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