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am 18. Juni 2013
Schon das Buchcover von Roxanne und George mit Goldprägung sieht so gut aus, dass man es nicht ins Regal stellen möchte. Carolin Walch schafft es mit wenigen Strichen, ihren Figuren Charakter zu geben. Die Blabla-Hipster sind genau so gut getroffen wie die Alt-Rocker. Ein super Buch, dass man immer wieder lesen kann. Ist auch ein schönes Geschenk.
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Als Inspiration für diesen Comic, der 1982 geborenen Carolin Walch, wird im Einband die Serie "The Osbournes" genannt. Von diesen amerikanischen Shows über alternde Rockstars gibt es inzwischen einige: von Mitgliedern der Bands Poison und KISS etwa. So wild wie in der Biographie der 80er Jahre Hairspray-Metal Band Mötley Crüe geht es dabei selten zu. Mit satirischer Note haben sich etwa in jüngerer Zeit die Filme "The Wrestler" und "Die Tribute von Panem" den Themen "Reality"-Shows auf sehr beeindruckende Weise gewidmet.

Carolin Walch lebt in München, eine Neuauflage von Kir Royal, über die Bussi-Schicki-Mickie Szene wäre naheliegend, statt dessen spielt die Geschichte in den USA. Zwei Rockstars in den 40ern, der eine sieht aus wie Slash und heisst hier Crash, der andere heisst Terry und vielleicht stand auch ihm ein Promi Pate, ich wüsste nur spontan nicht wer. Die beiden Männer und ihre Familien sind Stars eine Fernsehshow auf MTV. Tochter des einen und Sohn des anderen Rockstars freunden sich an und setzen sich damit über die Spannung der beiden Väter hinweg, die seit 20 Jahren nicht mehr miteinander sprechen. Romeo und Julia liegt in der Luft, aber statt Liebe oder sonstiger Ideale locken eher Wohlstand, Statussymbole, hohle Parties und der VIP-Verkauf beim Designer. Später tauchen noch Double von Ozzy und Lemmy auf. Für die "Oldies" scheint Hoffnung auf ein Comeback als Rockstars zu bestehen, das Wacken-Festival lockt. Die Kinder bleiben sich selbst überlassen, ihre Eltern sind viel zu sehr mit ihrem Ego beschäftigt und sind emotional im kindischen Rockstar-Leben hängengeblieben, ohne Verantwortung und vom Hedonismus schwer in Beschlag genommen. Wäre es ein Film würde sich hier noch "Exit Music" von Radiohead anbieten oder aber ein Rockstar, dem das ganze Rockstar-Getue zuwider war, so wie wohl auch Roxanne:

"I tried hard to have a father
But instead I had a dad"
(Nirvana: Serve the servants)

Das Roxanne mit Nachnamen Schnakenburg heisst hat mich etwas an Loriot erinnert, gibt dem Comic auch etwas Bezug zu Deutschland. Die Geschichte scheint sehr stark vom Fernsehen geprägt zu sein und eben von Romeo und Julia.

Die Zeichnungen schwanken zwischen "das hätte ich auch selbst hingekriegt" über "sehr schön gezeichnet". Das die Hintergründe meist weiß bleiben ist etwas trist, aber für eine einzelne Person 135 Seiten zu zeichnen und zu schreiben ist fraglos mühsam genug. Zusammengenommen ergeben die Bilder einen soliden bis überdurchschnittlich guten Eindruck. Das Cover trägt einen edlen geprägten Schriftzug, der ebenso wie der Buchrücken, golden glänzt, was sehr schön und ansprechend aussieht!

Trotz Cover von Sonic Youth und anderen Bezügen zur Rockmusik der 1980er Jahre ist dieser Comic wohl eher eine Geschichte über vernachlässigte und verwöhnte Kinder, Opfer von Scheidung und lieblosen Eltern etwa. Besonders schockierend geht es hier nicht zur Sache. Eine Line vom CD-Cover ziehen und etwas angedeuteter Sex gibt es auch in Punisher-Comics, gegen "The Dirt" der Herren Tommy Lee und Co ist das hier schon sehr brav. Drogenparanoia und sinnentleertes Showgeschäft zeigt etwa der Film "Berlin Calling" deutlich pointierter, gefühlvoller und bewegender. Dennoch hat dieser Comic eindeutig seinen Reiz, es sind einige gute humorvolle Szenen dabei und besonders das Durcheinandergerede auf den Parties und die letzten Seiten haben mir sehr gut gefallen. Ich bin gespannt auf den nächsten Comic von Carolin Walch!

3,5 Sterne

135 Seiten, Softcover, s/w, Autorin & Zeichnerin: Carolin Walch, Reprodukt 2012
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