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4.0 von 5 Sternen
Eine gelungene Mischung aus Comic und Roman,
Von
Rezension bezieht sich auf: Gemma Bovery (Broschiert)
Posy Simmonds ist eine in England offenbar recht bekannte Zeichnerin. Ich habe sie erst mit diesem Comic kennengelernt, der mich anfangs etwas verwirrt hat. "Gemma Bovery" ist nämlich gar kein "richtiger" Comic. Simmonds verbindet in ihrem Werk Bildersequenzen unterschiedlicher Länge mit Textpassagen, so dass sich die Zeichnungen und das Geschriebene gegenseitig erklären und ergänzen und eine eigentümliche Mischung aus Comic und Roman bilden. Beide Teile sind für sich sehr gelungen und vollendet miteinander verbunden, so dass der Autorin tatsächlich eine Art Gesamtkunstwerk geglückt ist. Nur muss man sich eben erst daran gewöhnen, dass man zwischen den Comicsequenzen recht klein gedruckte Textabschnitte lesen muss.Die Handlung spielt zum größten Teil in einem kleinen Dorf in der französischen Normandie, wo sich die titelgebende Gemma und ihr Mann Charlie, zwei Engländer, ein Haus gekauft haben, um dem grauen Londoner Alltag zu entkommen. Gemma ist jedoch bald enttäuscht und gelangweilt von Charlie wie vom Leben im Allgemeinen und beginnt eine Affäre mit einem jungen Mann. Das erinnert nicht ohne Grund an die Flaubertsche Madame Bovary und tatsächlich scheint sich langsam aber sicher auch über Mrs Bovery das Unheil zusammenzuziehen... Gemmas Leben, Lieben und Leiden stehen zwar im Mittelpunkt der Geschichte, erzählt wird diese jedoch größtenteils aus der Perspektive des leicht kauzigen Dorfbäckers Raymond Joubert, der Gemma hinterherspioniert, ihre Tagebücher liest und das Geschehen höchst subjektiv kommentiert. Dieser erzählperpektivische Kunstgriff unterstützt Posy Simmonds bei der Darstellung des eigentlichen Themas von "Gemma Bovary". Und das ist nicht die im Grunde banale Ehebruchsgeschichte, sondern die ironisch-entlarvende Darstellung bestimmter menschlicher Typen unserer modernen Gesellschaft. Da wären zum Beispiel ein adliges Muttersöhnchen, das sich als Macho gibt, oder ein reiches Ehepaar der englischen Oberklasse, dem die Geld- und Luxusgier aus allen Knopflöchern schimmert, während es ostentativ das einfache, naturverbundene Landleben preist. Charlie ist ein langsam in die Jahre kommender alternativer Schlaffi, der sich von seiner Exfrau terrorisieren lässt, und Gemma selbst, die ewig mit ihrem Leben Unzufriedene, kreist ausschließlich um sich selbst, während sie der modernen Illusion von der vollkommenen Selbstverwirklichung hinterherjagt. Simmonds schildert die Eigenschaften und Verhaltensweisen dieser aus dem Leben gegriffenen Figuren in Bildern wie in Worten so treffend, das es mitunter schmerzt, und mit mehr als nur etwas schwarzem Humor. "Gemma Bovery" ist also unbedingt empfehlenswert und ich vergebe nur deshalb nicht volle fünf Sterne, weil mir persönlich jemand fehlte, mit dem ich voll und ganz hätte sympathisieren können - und weil der Text mindestens eine Schriftgröße mehr vertragen hätte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Ich konnte nicht aufhören zu lesen....,
Rezension bezieht sich auf: Gemma Bovery (Gebundene Ausgabe)
Witziger, und irgendwie kluger Comic, nette Geschichte, die eine junge, unfertige Frau in England zeigt, diedurch Ihre Familie und eine erste enttäuschte Liebe immer wieder voller Sehnsucht neue Bekanntschaften eingeht. Als Höhepunkt zieht sie mit ihrem schlaffen, aber sympath. engl. Ehemann aufs Land in die Normandie, wo sie mit eigenen Vorurteilen auf die Vorurteile der Franzosen trifft. Auch dort begibt sie sich wieder in eine unglückliche Beziehung. Erzählt wird's vom Bio-Dorfbäcker, ein verhinderter Philosoph, der entscheidend in die Geschichte eingreift..... wITZIG; SUPER GEZEICHNET UND FÜR DIE LANGEN Winterabend unterhaltend. Zugrunde liegt der Roman von Flaubert "Madame Bovery". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
sehr beruehrend,
Von
Rezension bezieht sich auf: Gemma Bovery (Broschiert)
ja, nach dem farbigen Titel ueberrascht zunaechst der "nur" gezeichnete Inhalt - aber genau dieser Stil "passt" zu der einfuehlsam aus der Sicht des Baeckers erzaehlten Geschichte (und nach meinem Verstaendnis fuegt es sich genau zu dieser Perspektive des Baeckers, der mit Gemma nie wirklich persoenlich gesprochen hat, dass Gemmas Augen praktisch nie zum Betrachter gerichtet sind), die mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert hat (jetzt muss ich nur ich endlich mal Flauberts Mme Bovary lesen!)
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Gemma Bovery von Posy Simmonds (Broschiert - 1. Juni 2011)
EUR 20,00
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