Kundenrezensionen

24
4,7 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

50 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. September 2007
Verglichen mit einer anderen Ausgabe von einem anderen Verlag spiegelt dieses Buch hier den wahren Geist des echten Musashi wider. Man muss sich schon mit Kampfkunst auskennen und sollte so wie hier auch aus dem Original übersetzen, um zum richtigen Ergebnis zu kommen. Ein ausgezeichnetes Beispiel ist, dass hier konsequent mit "Schneiden" übersetzt wird, wenn es um bestimmte Techniken des Schwertkampfes geht. Denn: genau das ist es auch: Schneiden. Ich könnte viele Beispiele aufführen, die diese Übersetzung in diesem schön gemachten Buch herausheben. Aber ich denke es reicht, ganz allgemein zu sagen, dass das hier meine Primärempfehlung für alle ist, die halt eben kein Japanisch können und deshalb nicht in den Genuss des Originals gelangen.
Was gibt es über dieses Buch mehr zu sagen? Es ist der recht Geist. Wer Kampfkunst betreibt, der macht das ganz und gar. Keine Zelle des Körpers und kein Gedanke der Seele ist davon getrennt. Man lebt als Kämpfer und man stirbt als Kämpfer. Aber, der Kampf ist dem Samurai heilig. Und ich kann absolut nicht sehen, wieso das kein Vorbild für jeden sein sollte, so zu leben. Die Menschen sind eh viel zu gleichgültig geworden, und Ehrbegriffe bedeuten den meisten genauso wenig wie die Selbstzucht. Man will seine Gewinne möglichst schnell und möglichst ohne Arbeit, aber so spielt das Leben nunmal nicht. Wer gewinnen will, der muss auch was leisten und der muss auch was können.
Es geht aber nicht (nur) ums Gewinnen, worin Musashi ja Meister war. Es geht um die Lebensführung selbst. Am Ende ist derjenige ein Kämpfer, der sich ganz der Ehre und dem Sieg über sich selbst verschreibt. Und ich kann mir kein Buch vorstellen, in dem dies besser zum Ausdruck kommt als in dieser doch recht umfassenden Biografie und diesem Anleitungsbuch Musashis und natürlich dem Riesenroman von Yoshikawa, den man am besten gleich mit bestellt! Gemeinsam vermitteln diese beiden Bücher genau die Atmosphäre, um die es geht, wobei der Leser bedenken sollte, dass das Buch der fünf Ringe von Musashi an seinem Lebensabend verfasst wurde. Dort hatte er die Abgeklärtheit des wahren Meisters erlangt und fand die Kunst des Zen im Schwert und das Schwert überall.
33 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Juli 2007
Der Bushido, der Weg des Kriegers, ist mehr als nur Weg oder Kunst. Das Wort enthält auch die Idee von Gelehrsamkeit, Weisheit u.v.a.m. Das Wort Samurai" bedeutet soviel wie dem Dienst ergeben" und bezeichnet einen Bushi, der einem Lehnsherrn Treue schwor."

>Das Buch der fünf Ringe< ist ein Buch von einem Ronin, einem Bushi (Krieger), der keinem Lehnsherr Treue schwor. Es handelt sich hierbei um Miyamoto Musashi, den berühmtesten aller japanischen Krieger, der von 1584 bis 1645 lebte.

Musashi legt in diesem Buch seine Lehre Ichi-Schule" zugrunde: Viele Jahre habe ich den Weg der Kriegskunst, den man Ni Ten Ichi Ryu" nennt, trainiert." Und das merkt man. Der herausragende Schwertkampfmeister Japans hat seine Lehre in fünf Teilbücher unterteilt nach den fünf japanischen Elementen: Erde (Boden, Theorie, Timing und Ethik), Wasser (Geisteshaltung, Körperhaltung, Blick, Schwerthaltung, Beinarbeit, Schwertschläge, Haltung gegenüber Feinden), Feuer (örtliche Beschaffenheiten berücksichtigen, dem Feind zuvorkommen, schnelles kräftiges Zuschlagen, Furcht einjagen), Wind (geistige Flexibilität, Unabhängigkeit von Schulen) und Leere (das Einssein in Buddha).

Abstrakt gelesen lässt sich Musashis Lehre nicht nur auf die Kampfkunst anwenden, sondern auch das ganze Leben. Man erkennt, wie abhängig das Erreichen eines Ziels davon ist, einen flexiblen Geist zu haben und diszipliniert zu lernen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Oktober 2007
Nirgends fand ich den Geist der Leere, der für jeden Buddhisten und jeden Kampfsportler unerlässlich ist, so gut beschrieben wie hier. Indem man die Dinge erkennt, die existieren, kann man die erkennen, die nicht existieren.
Für Kampfsportler gilt: Indem man alles ausprobiert, was es auszuprobieren gibt und alle eigenen Fähigkeiten vollkommen auslotet, gelangt man in den Zustand der Ausgeglichenheit. Hier und nur hier findet sich der wahre Meister.
Diese kleinformatige aber hübsch gemachte Auflage besticht durch zahlreiche Zusatzinformationen. Wichtige Begriffe über die Kampfkunst und Die Lehre werden in Fußnoten umfangreich erklärt. Am Anfang befindet sich eine recht umfassende Biografie über Miyamoto Musashi, die deshalb schon so fasziniert, weil Musashi scheinbar tatsächlich nie einen Kampf verlor. Ob das nun daran lag, dass er ein großes Genie war oder daran, dass er so diszipliniert war, darauf hat Albert Einstein vermutlich eine Antwort: Das Genie besteht zu 90% aus harter Arbeit und zu 10% aus Inspiration".
Beim Lesen Musashis fällt die völlige geistige Freiheit des Bushi auf. Keine Regel galt ihm etwas, keine Schule hielt er für die einzig wahre. Unbeschränktheit" könnte man den Tenor seiner Schule nennen. Ich nenne es eine Schule, die alle Schulen ist". Daraus kann man lernen. Egal, worum es geht: Wer sich den Kopf nicht frei hält und alle Alternativen berücksichtigt, der kann auch nichts erreichen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. April 2007
Neben Sun Tzus „Die Kunst des Krieges“ und Tsunetomo Yamamotos „Hagakure“ ist Musashis „Das Buch der fünf Ringe“ eines der herausragenden Klassiker der Kampf- und Kriegskunst.

Zum Inhalt selbst gibt es wohl nichts zu schreiben, was nicht schon geschrieben wurde. Was diese Ausgabe bemerkenswert macht, ist die ungewöhnlich gute Aufmachung, die in diesem Preissegment seinesgleichen sucht. Wer außer einer guten Übersetzung, auch einen Blickfang für sein Bücherregal sucht ist mit dieser Ausgabe gut beraten.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Meine Vorgänger haben eigentlich schon alles gesagt. Dieses Buch, gerade in dieser gut zu transportierenden Fassung, ist der Tophit für jeden, der Schwertkampf ausübt. Egal ob die asiatischen Versionen, olympisches Fechten, oder mittelalterlichen Schwertkampf.
Nein, Sie lernen keine geheimnisvollen Mega-Techniken, trainieren Sie und lernen das beim Kampf, hier lernen Sie wie man sich verhält, wie man vorgeht und welche Vorstellung man im Kampf haben sollte. Lesen Sie es nicht einfach durch und gut, lesen Sie es immer wieder! Die Eingebungen, die Sie bekommen müssten, sollten hilfreich sein. Ansonsten haben Sie nicht dasselbe Buch gelesen wie ich. Es ist ein sagenhaftes Buch für Schwertkampf.

Erlauben Sie mir noch einen Hinweis das Buch betreffend, wo Musashi tatsächlich einen sehr praktischen Hinweis gibt, obwohl er sich anfangs dabei sehr umfangreich ausdrückt. Auf Seite 40 des Buches steht der Titel: Ichi Ryu Ni To - Eine Schule, zwei Schwerter.
Musashi war bekannt für seine Fähigkeit mit zwei Schwertern, später zwei Bokken, gleichzeitig zu kämpfen. Das sollten Sie beherzigen und auch trainieren. Ich weiß, es gibt so ziemlich kein Buchwerk darüber und von einer Schule, die das Kämpfen mit zwei Schwertern gleichzeitig unterrichtet, ist mir auch nichts bekannt. Aber, probieren Sie es aus! Auf Seite 42 äußert sich Musashi recht deutlich, es ist wichtig mit zwei Langschwertern, eines in jeder Hand, zu üben. Anfangs ist das, wie alles andere auch, schwierig. Wenn man aber vertraut damit wird, so das Langschwert zu schwingen, wird man die Kraft des Weges erlangen und das Schwert gut schwingen. Probieren Sie das mit zwei Bokken zugleich, erstmal werden Sie staunen, was das nach kurzer Zeit mit Ihren Armen und Schultern macht. Und egal welchen Stil Schwertkampf Sie trainieren, sobald Sie flüssig mit zwei Schwertern arbeiten können, es wird Sie überraschen wie stark, schnell und sicher Sie kämpfen können, wenn Sie Ihr Schwert/Ihren Bokken wieder als Bi-Händerwaffe benutzen. Ich selber habe das mit den O-Bokken von Cold Steel und meinen beiden schweren und massiven Bokken aus Lignum Vitae trainiert, ich kann Ihnen sagen. ....
Versuchen Sie es, ziehen Sie es durch, auch beim Sparring, bis es Ihnen normal erscheint mit zwei Schwertern gleichzeitig zu trainieren, auch wenn es erst wirklich unangenehm scheint, Sie werden mir Recht geben. Musashi wusste wirklich "wo es lang geht" beim Schwertkampf.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. November 2009
Myamoto Musashi gilt - mehr noch als Landsleute von ihm wie etwa Tsukuhara Bokuden - als DER Schwertkämpfer Japans. Seine beispiellosen Fertigkeiten mit dem Schwert brachten ihm sogar den Titel eines Kensei (Schwertheiligen) ein. Auch heute noch scheint die Begeisterung für ihn in seinem Heimatland ungebrochen zu sein. Er stand Pate für diverse Charaktere in Filmen, Büchern und Videospielen und bekam mit "Vagabond" sogar seine eigene Manga-Serie.

Sein Ruhm liegt vermutlich nicht zuletzt auch darin begründet, dass er sich am Ende seines Lebens in die Berge zurückzog und dort für seinen Schüler Terao Magonojo die Summe seiner lebenslang gesammelten Erkenntnisse im Schwertkampf in dem Werk "Gorin no Sho", dem "Buch der fünf Ringe" niederschrieb und so der Nachwelt vermachte. Dieses Buch wurde jetzt von RaBaKa in einer liebevoll aufgemachten Taschenbuch-Ausgabe veröffentlicht.

Das Buch beginnt mit einer sehr schön geschriebenen Kurzbiografie Musashis sowie der Epoche, in der er gelebt hat, die dem Leser zunächst einen kleinen Einblick in das sehr bewegte Leben dieses Mannes gewährt. Schon hier hätte ich mich eigentlich stundenlang in die Berichte von Musashi's diverser Kämpfe mit anderen Schwertkämpfern vertiefen können (vor allem in den seines Kampfes mit Shishido Baikin, da ich die Kusarigama (Kettensichel) als Waffe äußerst interessant finde), die sehr anschaulich und spannend beschrieben sind.

Der weitere Verlauf des Buches ist von Musashi inhaltlich gemäß der daoistischen Fünf-Elemente Lehre aufgeteilt, beginnend mit dem "Erd-Buch", in dem quasi die grundlegenden "Basics" der Schwertkunst zusammengefasst und inhaltlicher Parallelen zwischen Schwert- und Kriegskunst gezogen werden. Weiter geht es mit dem "Wasser-Buch", wo die richtige "Geisteshaltung" sowie diverse Feinheiten beschrieben werden, über das "Feuer-Buch", wo es um einzelne Manöver im Zweikampf geht, das "Wind-Buch", in dem Musashi über andere Schwertkampfschulen philosophiert bis schließlich zum "Buch der Leere", wo er noch mal die Essenz seines "Weges des Schwertes" zusammenfasst.

Ich fand bereits Musashi's Vergleiche im "Erd-Buch" zwischen einem Handwerksmeister und einem Meister der Kriegs-/Schwertkunst und wie jeder von ihnen aus seinen Leuten und den äußeren Gegebenheiten das Beste herauszuholen versuchen sollte, ganz großartig, da diese Transferleistungen für einen "Praktiker" wie ihn doch von einiger Einsicht in die unterschiedlichen Gegebenheiten des alltäglichen Lebens zeugen.

Leider wird dieser erste Eindruck dann im zweiten Kapitel, dem "Wasser-Buch" durch den kurzen, doch zum Teil recht kryptischen Abschnitt mit Musashi's Ausführungen über "Timing" dann wieder vorübergehend ein wenig geschmälert, bevor es dann aber wieder inhaltlich nachvollziehbarer und interessanter wird.

Was ich ein wenig schade fand und so bislang in der Form auch noch nicht wusste, war, dass das "Buch der fünf Ringe" im Gegensatz zum Beispiel zu "Bushido" von Inazo Nitobe eigentlich eher sowas wie ein Trainingsmanual für Kendoka bzw. Praktizierende des Kenjutsu darstellt und keine philosophische Abhandlung. Das Buch ist eigentlich - genau wie Shakespeare's Werke, die auch immer primär für die Bühne geschrieben wurden und als reine Prosa gar nicht soo dolle waren - für den Praxisgebrauch für Schwertkämpfer gedacht. Dies wird auch durch Musashi's gebetsmühlenartig wiederholte Aufforderung "Du musst dies sehr gründlich erforschen" unterstrichen.

In dem Sinne wären zum Teil einzelne Abbildungen bestimmter Manöver, die Musashi beschreibt, vielleicht ganz hilfreich, um sich das Ganze zumindest ansatzweise auch ein wenig in der Praxis vorstellen zu können. Da aber auf diese Idee bislang leider noch kaum einer der Verlage, die dieses Buch veröffentlicht haben, gekommen ist, kann man den Herausgebern diesbezüglich im Prinzip auch keinen Vorwurf machen. Und natürlich könnten auch diese Bilder nicht das selbstständige Üben und Ausprobieren von Musashi's Anweisungen mit dem Bokken und einem anderen Kendoka ersetzen.

Insgesamt fand ich Musashi's Sichtweise auf Schwertkampf aber doch sehr interessant und fand es auch spannend, dass er anscheinend doch ein sehr offensiver Kämpfer war, der nach Möglichkeit immer direkt in den Mann reingegangen ist und auch nie gefackelt hat, hart und brutal zuzuschlagen. Zumindest klang es ein wenig bei ihm durch, dass man sich besser nicht allzu lange in der defensiven Position aufhalten sollte, sondern dass gute Schwertkämpfer anscheinend immer zur offensiven "Voll auf die Zwölf"-Fraktion gehört haben ;-).

Zusammenfassend fand ich es - auch wenn es mit Sicherheit nicht mein Weg wäre - doch sehr spannend, in diesem Buch etwas über das Leben und die Erkenntnisse dieses Mannes, der sein gesamtes Leben seiner wahren Leidenschaft gewidmet hat, lesen zu dürfen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. September 2009
Hat mir gut gefallen weil der Autor auf sehr effizientem Weg seine Ziele ereicht hat (siehe Biografie). Es ist jedoch ein Buch das man öfters lesen sollte, und danach nachsinnen. Mit sicherheit ereicht der Autor literarisch nicht das Format eines Sun Tsu mit seinem "Kunst des Krieges" ich finde es auf jeden Fall lesenswert, und durch seine Klarheit und Geradheit eine Bereicherung im großen Einerlei der "Der Weg ist das Ziel" Werke.Das Buch der fünf Ringe: Mit einer Biografie
11 KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Februar 2010
...und die passende Übersetzung dazu. Übersetzungsbedingten Verständnisproblemen beugt der Autor hier mithilfe von Fußnoten vor - man fühlt sich nicht alleingelassen so wie bei vielen anderen Büchern.

Es ist aber dennoch gar keine Frage, dass Musashi's Buch der Fünf Ringe, selbst mit der besten Übersetzung, nicht auf Anhieb verstanden werden kann. Das Buch ist hauptsächlich eine Ansammlung von Richtlinien, gedacht für den Schwertkampf oder auch für größere Schlachten. Diese "Richtlinien" sind aber keine präzise beschriebenen Angriffs- oder Blocktechniken, nein, Musashi schildert vielmehr die schieren Grundlagen der Auseinandersetzung. So rät er zum Beispiel an einer Stelle, seinen "Geist" (also seine geistige Haltung) in lange währenden, unentschiedenen Kämpfen spontan zu ändern um den Gegner zu überraschen. Nicht zu vergessen ist der ständige Vergleich Musashis von Mann-gegen-Mann-Duellen mit großen Schlachten - seine Richtlinien sind in beiden Situationen angebracht und gleichsam verwendbar.
Aber auch Schüler von anderen Kampfkünsten können Nutzen aus dem Buch der Fünf Ringe ziehen. Musashis Ausführungen sind zwar meist auf den Schwertkampf hin getrimmt, aber seine praktischen Grundlagen können auch ohne große Erfahrungen im Schwertkampf problemlos extrahiert und verstanden werden.

Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist die vielfache Empfehlung dieses Buches für Geschäftsmänner. Der Inhalt bezieht sich wirklich nur auf -meist kriegerische- Auseinandersetzungen, und im Marketing wäre mir so eine Situation nicht bekannt. Zwar gibt es den Konkurrenzkampf um Abnehmer für ein bestimmtes Produkt - dieser ist aber nicht zu vergleichen mit einer direkten Auseinandersetzung wie im alten Japan. Statt einem Duell mit dem Schwert ist die Situation im Marketing vielmehr wie ein Wettbewerb, wer zum Beispiel einen Block Holz in kleinere Scheibchen schneiden kann.

Fünf Sterne gibt es von mir, weil die Übersetzung (soweit ich das beurteilen kann) nicht schlecht ist, der Übersetzer sich auch darüberhinaus um gutes Verständnis bemüht, weil das Buch sehr schön gestaltet und handlich ist, und schließlich und endlich auch wegen dem geschichtlichen Teil über Japan zu Musashi's Lebzeiten - ein sehr wertvolles Extra.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. November 2012
Miyamoto Musashi nennt seine Schwertkunst Niten Ichi Ryu. Die Kunst mit Katana und Wakizashi gleichzeitig beidhändig zu kämpfen.
Dieses Buch kann nicht verstanden werden, wenn man nicht mit der Kampfkunst vertraut ist. Sie ist mitnichten im Ansatz eine "Literatur" des Kampfsports unter dem Motto höher, schneller, weiter. Eindrucksvoll beschreibt Musashi anhand der Elemente sein Verständiss der Bedeutung was es heisst EINS mit dem Schwert zu werden. Der Zustand wenn Mensch und geschmiedeter und geschliffener Tamahagane Stahl zu einer Einheit werden. Klar und deutlich wird das was als Schwertweg bezeichnet wird, in den Manga Vagabond Comics offensichtlich. Ein überragendes Buch eines Mannes der genausogut jeden anderen "ehrbaren" Handwerksberuf hätte ausüben können, da er EINS mit seiner Betätigung und seinem Geschäft wurde. Das dieses Geschäft darin bestand am effektivsten und optimiertesten Menschen in Scheiben zu schneiden mag ja auf den ersten Blick abartig sein aber auf den zweiten Blick ist es noch abartiger und genau dort beginnt dann bei Miyamato Musashi genau jenes ZEN Buddhismus Prinzip zu wirken, dass ihm sein Freund der Rinzai Zen Mönch Takuan Soho lehrte, dessen Buch "Die Kunst des kampflosen Kampfes" nur ein vermeintlicher Antipod zu diesem Buch ist. Denn um die Frage zu beantworten wozu dass japanische Katana Schwert denn gut sei bedarf es der Antwort des Aikido Gründers und Yamabushi ( Bergmönch ) Morihei Ueshiba "ES dient dazu sich die eigene Dummheit aus dem Fleisch zu schneiden."
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Vorlieben oder Abneigungen hat wohl jeder. Schädlich sind sie allemal. Kampfkunst und Leben sind dasselbe. Man tut das Richtige und siegt, man tut das Falsche und nur Glück kann einen retten. Musashi und sein Leben sind ein Beispiel für das richtige Tun. Er verlor nicht einen einzigen seiner Kämpfe, und das hatte keineswegs nur etwas damit zu tun, dass er für den Kampf begabt war. Musashi hat nachgedacht. Und das sollte wohl jeder tun. Macht man etwas nur aus dem Bauch heraus oder weil man es so gelernt hat, ist der Sieg nicht sicher. Überdenkt man aber alles gründlich und hinterfragt sich selbst, hat man alles in der Hand. Der buddhistische und taoistische Weg ist der Weg der Leere. Leere ist, wenn man selbst nicht da ist. Das Ziel und das Tun stehen ganz vorne.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Fünf Ringe: Die Kunst des Samurai-Schwertweges
Fünf Ringe: Die Kunst des Samurai-Schwertweges von Miyamoto Musashi (Gebundene Ausgabe - Januar 2008)
EUR 4,95

Bushido. Der Ehrenkodex der Samurai
Bushido. Der Ehrenkodex der Samurai von Inazo Nitobe (Gebundene Ausgabe - 31. Januar 2007)
EUR 4,95

Die Kunst des Krieges
Die Kunst des Krieges von Sun Tsu (Gebundene Ausgabe - Januar 2008)
EUR 4,95