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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Anbeginn der Menschheit gibt es Krieg und so wird es immer bleiben......
Das , was uns die Fotographen über ihre Arbeit erzählen , die Fotos die sie uns zeigen , sollen uns die Augen öffnen . Dieses Buch macht einen ziemlich nachdenklich , es verwirrt , man könnte heulen und es wird einen noch lange beschäftigen , wenn nicht sogar für immer .
Die Fotographen , Journalisten und Soldaten die in den...
Vor 16 Monaten von Deep-Rock veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen Gekürzt in der dt. Variante
Schade, hier wurde (mal wieder) ein englischsprachiges Buch für die deutsche Variante eingekürzt. In diesem Fall waren es gleich mehrere Fotografen, die so nicht zu Wort kamen. Das wird im Vorwort auch ungeniert zugegeben. Sehr ärgerlich, da für mich so das G'schmäckle rüberkommt, dass manche Fotografen wegen einer nicht genehmen Meinung aus...
Vor 18 Tagen von Dr. Schnabel veröffentlicht


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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Anbeginn der Menschheit gibt es Krieg und so wird es immer bleiben......, 15. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Bilderkrieger: Von jenen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen - Kriegsfotografen erzählen (Gebundene Ausgabe)
Das , was uns die Fotographen über ihre Arbeit erzählen , die Fotos die sie uns zeigen , sollen uns die Augen öffnen . Dieses Buch macht einen ziemlich nachdenklich , es verwirrt , man könnte heulen und es wird einen noch lange beschäftigen , wenn nicht sogar für immer .
Die Fotographen , Journalisten und Soldaten die in den Kriegsgebieten dieser Welt im Einsatz sind haben meinen allergrößten Respekt !
Doch bestimmt werden nur wenige Leute , gerade in Deutschland , dieses Buch kaufen . Zerstört es doch ihre heile Welt , bestimmt von sinnlosen Nichtigkeiten . Von Afghanistan will man nichts wissen , über gefallen Soldaten nichts hören und Verwundete nicht sehen . Die Meisten nehmen NICHTS davon zur Kenntnis .
In einer perfekten Welt gäbe es so ein Buch nicht , doch wie wir wissen , ist sie es nicht . Deshalb muß man sich auch bei den Leuten bedanken , die "BILDERKRIEGER" in Deutschland rausgebracht haben .

Zum Schluß noch eine Anmerkung . 2012 gab es im Militärhistorischen Museum in Dresden eine Fotoserie von James Nachtwey .
Ende 2006 fotografierte er in verschieden Feldlazaretten im Irak verwundete US-Soldaten während und nach der Behandlung . Auch diese Bilder sind wie ein Schlag in die Magengrube .
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es ist echt schwer,..........., 5. Dezember 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Bilderkrieger: Von jenen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen - Kriegsfotografen erzählen (Gebundene Ausgabe)
........."BILDERKRIEGER" zu bewerten!
Einerseits ist es wirklich wichtig, dass es dieses Buch gibt,
da es meiner Meinung nach (gerade in der deutschsprachigen Literatur)
viel zu wenig davon gibt. Die Berichte sind erschütternd und lassen
einen (natürlich nur ansatzweise) ahnen, was diese Leute,
nur mit einer Kamera "bewaffnet", auf sich nehmen, mit ansehen und verarbeiten müssen,
damit wir erfahren und sehen, was in der Welt passiert.
Allein dafür verdienen sie größte Achtung und Respekt. Mehr noch als die Soldaten.
Verzeihung! Ich will deren Einsatz und Aufopferung keinesfalls schmälern.
Nur,...DIE haben diesen "Job" gewählt und sich (hoffentlich) im Vorwege klar gemacht,
dass sie gegebenenfalls in den Krieg M Ü S S E N.
Die Fotografen müssen das nicht........und tun es trotzdem!!!

Andererseits hätten viel mehr Bilder im Buch Platz finden müssen. Die doch reichlich
vorhandenen Leerseiten (lediglich mit kleinen Fußnoten versehen), hätten das durchaus zugelassen.
Natürlich sind die gezeigten Fotografien ergreifend, vielschichtig und unfassbar gut. Keine Frage!!
Nur finde ich auch, dass sie zum großen Teil zu "harmlos" sind.

Die Fotografen selbst sprechen mehrfach die Zensur an, die von Militär, Regierungen
oder andere Stellen auferlegt wird und ärgern sich, das viele Bilder nicht gedruckt
und gezeigt werden. Hier wäre die Möglichkeit gewesen, das zu tun.

Es heißt, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Und genau DESHALB hätte meiner Meinung nach
die Grausamkeit, die in den Berichten zu lesen ist, auch im Bild gezeigt werden sollen.
Und das hat nichts mit "blutrünstig" oder "gewaltgeil" zu tun!

Zu vielen Verantwortlichen ist es sehr wichtig, dass wir nicht zu sehen bekommen, was sie mit
ihrer Politik und ihren Entscheidungen anrichten, wie sie Menschen zu Tieren werden lassen,
wie sie Massaker und Völkermorde in Kauf nehmen, um ihre Interessen durchzusetzen.
Und WIR vergessen dadurch mehr und mehr, was Krieg überhaupt bedeutet.

Ich möchte jedem empfehlen, zusätzlich zu diesem Buch, die Doku "Der andere Blick -
Fotografen und der Krieg" im Netz zu suchen und anzusehen. Darin kommen auch
einige der Fotografen zu Wort, die hier im Buch vertreten sind.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ergreifende Geschichten von Kriegsfotografen, 29. Oktober 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Bilderkrieger: Von jenen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen - Kriegsfotografen erzählen (Gebundene Ausgabe)
Es gibt glaube ich nur sehr wenige Bücher, die man im Regal stehen hat, die einen wirklich berühren und man von jetzt auf gleich die Welt in einem anderen Licht sehen will. Als Fotograf fiel mir vor einigen Tagen das Buch "Bilderkrieger" von Michael Kamber in die Hände und als "The Bang Bang Club" Zuschauer und natürlich in allem was mit Fotografie zu tun hat war ich sehr gespannt was mich da erwartet. In diesem Buch geht es um Erlebnisse und Gedanken von Kriegsfotografinnen und Fotografen. Ich war erstaunt wie viele Frauen es in dem Bereich gibt. Man kennt vielleicht Antonia Rados aus dem TV aber das war es dann meist auch schon. Basierend auf der US-Ausgabe des Buches "Photojournalists of War: The Untold Stories from Iraq" von Michael Kamber wurden aus rund 40 Interviews die Hälfte ausgesucht und mit einigen weiteren Interviews hier zusammengefaßt. Unter anderen sind hier auch die deutschen Fotografen Christoph Bangert und Anja Niedringhaus dabei. Ich weiß nicht was mich mehr gefesselt hat ob es die erschreckende Ehrlichkeit der Interviews war in denen die Fotografen von Kriegsschauplätzen berichten, die für den Otto-Normal Leser ja nur aus den aktuellen Nachrichten bekannt ist, für diese Kriegsfotografen, Kriegsberichterstatter und Journalisten aber Alltag sind und Sie darin Leben. Der Untertitel des Buches heißt "Von jenen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen." Ich denke er drückt nicht im geringsten aus was dann in einem Vorgeht. Im Interview mit Anja Niedringhaus heißt es z.B. "Fallujah 2004 war haarig. Wir mussten zu Fuß rein, weil die Panzer nicht in den engen Straßen manövrieren konnten. Es gab Scharfschützen, Haus-zu-Haus Kämpfe, Angriffe aus den Moscheen heraus. Die Marines waren sehr überrascht, was da abging." Dann einige Seiten später im Interview mit Joao Silva "[...]September 2003. Dexter Filkins, ein Reporter der New York Times, und ich fuhren hoch nach Fallujah. Es hatte einen Angriff auf einen Amerikanischen Konvoi gegeben. Wir kamen nicht richtig ran. Die Amerikaner schossen auf alles, was sich Ihnen näherte. Also steckten wir bei den Irakern fest. Also im Grunde genommen ein Schauplatz aus beiden Lagern betrachtet aber trotzdem eine Geschichte. Zu jedem Interview gibt es dann noch ein Bild des Fotografen. Im Grunde genommen ist dies aber viel zu wenig um sich sein eigenes Bild machen zu können und aus diesem Grund auch ein bißchen schade. Man kommt fast nicht drumherum selbst ein bißchen zu recherchieren und sich weitere Bilder anzuschauen. Die Interviews und deren Aussagekraft gehen oft sehr tief und hier nur jeweils ein Bild zu zeigen fast schon zu wenig. Auf der anderen Seite sagen die Worte doch mehr als man denkt und man kann sich sein eigenes Bild im Kopf machen. Ich war fasziniert von diesem Buch, der Idee dahinter und bin ebenso froh, das es im kleinen Verlag Ankerherz erschienen ist, denn viele größere Verlage hätten sicherlich einige klar ausgesprochene Worte in dem Buch weggestrichen. Das Buch ist meiner Meinung nach nicht nur etwas für den Fotografen an sich sondern auch an Interessierte Menschen am Zeitgeschehen, die den harten Job eines Kriegsfotografen verstehen und begreifen möchten. Ich verneige mich vor so viel Aufopferungsgabe, Durchhaltevermögen und Balls of Steel - auch bei den weiblichen Fotografen in dieser kleinen Runde.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Ikone, 29. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bilderkrieger: Von jenen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen - Kriegsfotografen erzählen (Gebundene Ausgabe)
Ich würde mir wünschen, das dieses Buch eine Ikone der Kriegsfotografie wird. Es hätte es verdient. Fotografen schildern den Schrecken des Krieges. Es sind Gespräche unter Freunden. Michael Kamber ist selbst Fotograf, er hat in diesen Kriegen Freunde verloren, sein Leben und seine Familie. Wir sehen hinter die Kulissen der journalistischen Arbeit der Fotografen. Ihre Traumata, ihre Hoffnungen und ihre Verzweiflungen. Jeder, wirklich jeder, sollte dieses Buch lesen. Es gehört in den Geschichtsunterricht, auch wenn naturgemäß mehr amerikanische Fotografen im Buch vertreten sind, finden wir auch Christoph Bangert und Anja Niedringhaus dort.
Es ist ein bedrückendes und deshalb so wichtiges Buch. Leider kann ich nur 5 Sterne geben, aber diese mit Ausrufezeichen !
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bilder und Berichte vom Krieg, 7. April 2014
Von 
Gospelsinger (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Bilderkrieger: Von jenen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen - Kriegsfotografen erzählen (Gebundene Ausgabe)
Wer sind diese Fotografinnen und Fotografen, die ihr eigenes Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, um Bilder vom Krieg zu machen? Was treibt sie an? Unter welchen Umständen kommen die Bilder zustande? Was sollen die Fotos bewirken – und was können sie bewirken?

Bilderkrieger basiert auf dem Buch Photojournalists on War: The Untold Stories from Iraq von Michael Kamber. Der New Yorker Fotojournalist hat zwischen 2008 und 2012 seine Kolleginnen und Kollegen interviewt, was oft zu stundenlangen Gesprächen führte.

Es ging um ihre Motivationen, ihre überstandenen gefährlichen Situationen, um ihre Verletzungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen, um die auseinandergebrochenen Ehen und Partnerschaften, um embedded journalism und generell um die Arbeitsbedingungen, die sich immer weiter verschlechtern.

Am Ende jedes Gesprächs ist ein Kriegsfoto abgedruckt. Die Fotos und die Erzählungen sind harter Stoff, der nicht leicht zu ertragen ist. Aber es ist notwendig, sich mit den Realitäten des Krieges auseinanderzusetzen.

Gespräch mit Anja Niedringhaus

Ich bin mir sicher, dass ich einige ihrer Fotos gesehen habe, ohne es zu wissen. Anja Niedringhaus hat nämlich in meiner Heimatstadt studiert und nebenbei für das „Göttinger Tageblatt“ gearbeitet.

Zur Kriegsfotografin wurde Anja Niedringhaus von einem Moment auf den anderen. Als sie in Sarajewo ankam, wurden ihr vom abreisenden Kollegen nur die Autoschlüssel in die Hand gedrückt. Zum Glück gab es einen lokalen Fotografen, der mit ihr zusammenarbeitete.

„In Sarajewo habe ich gelernt, welche Fähigkeiten der Mensch in extremen Situationen haben kann.“

Bei ihrer Arbeit ging es ihr darum, „die Geschichten der Menschen zu erzählen, die in Konfliktzonen wie in Afghanistan ihren Alltag meistern müssen. Ihre Stimmen werden oft vergessen oder ignoriert.“

Dabei hat sie oft mit Kathy Gannon zusammengearbeitet. So saßen die beiden auch zusammen im Auto, als Anja Niedringhaus erschossen wurde. Kathy Gannon wurde schwer verletzt.
Zu den veränderten Arbeitsbedingung sagte Anja Niedringhaus, dass sie ihren Nichten und Neffen nicht raten würde, diesen Beruf zu ergreifen. Alles muss nur noch schnell gehen, es wird kein Geld ausgegeben, längere Recherchen sind nicht mehr möglich. Die Nachwuchskräfte werden nicht mehr richtig ausgebildet und erst recht nicht auf die Gefahren vorbereitet.

Das Gespräch endet mit den Worten:

„Ich glaube, in diesem Beruf ist man nie zu alt. Ich bin nicht sarkastisch geworden in diesen ganzen Jahren, auch nicht ironisch. Schwarzer Humor, das schon. Eigentlich bin ich jetzt erst in den besten Jahren.“

Leider hat sie die nicht mehr genießen können.

Veränderte Arbeitsbedingungen

Die mangelnde Ausbildung und Unterstützung der jungen Journalistinnen und Journalisten wird in mehreren der Gespräche erwähnt.

Marco di Lauro erzählt von einem jungen Journalisten aus Japan, durch dessen Unerfahrenheit zwei oder drei Menschen gestorben sind und wundert sich, dass nicht noch mehr dieser unbeleckten Journalisten draufgegangen sind.

Stanley Greene prophezeit, dass Journalisten immer höhere Risiken werden eingehen müssen.

Auch Andrea Bruce bemängelt die Sparmaßnahmen der Redaktionen. Die meisten Auslandsbüros wurden geschlossen, selbst die von Newsweek und Time.

Erschwerte Bedingungen für Frauen

Andrea Bruce setzt sich mit der Männerwelt der Kriegsfotografen auseinander. Meistens wird nur aus der Perspektive der Männer erzählt; sie wird als Frau nicht ernstgenommen und akzeptiert. Ziemlich skurril ist, dass amerikanische Soldatinnen nicht an vorderster Front zugelassen sind, Fotografinnen aber schon.

Rita Leistner bemängelt ebenfalls, dass Frauen weniger zugetraut wird:

„Ein völlig ahnungsloser 25-jähriger Typ ist in den Augen der meisten eher dafür qualifiziert als eine 46-jährige Frau mit sehr viel Erfahrung.“

Stephanie Sinclair stellt fest, dass Männer sich mehr für die Kämpfe interessieren, während sie wissen möchte, was am Rande passiert, wie sich das Leben der Menschen ändert.

Embedded journalism

Ein großes Thema ist, dass Journalisten heutzutage nur dann vom Krieg berichten können, wenn sie embedded sind. Wie stark die vielen Verpflichtungen, die unterschrieben werden müssen, dann auch durchgesetzt werden, hängt vom jeweiligen Offizier ab. Manche Offiziere sind froh darüber, dass endlich einmal die Realität gezeigt wird.

„Die Menschen, die sehen, was Sie hier fotografieren, werden vielleicht einmal in den Kongress gewählt oder Präsident. Also zeigen Sie denen bitte, was hier los ist.“

Das Embedding ist eine Form der Zensur, und immer wieder wird versucht, die Journalisten zu instrumentalisieren, aber ganz unterdrücken lässt sich die Berichterstattung nicht.

„Wenn man direkt mitgeht, können die einem aber nicht nur das zeigen, was sie einem zeigen wollen. Wenn die aus Versehen einen Wagen voller Zivilisten hochjagen, stehen wir doch direkt daneben. Die können nichts verbergen“ , sagt Ashley Gilbertson.

Die meisten der Journalistinnen und Journalisten versuchen, auch die andere Seite des Konflikts zu zeigen, die ganze Geschichte zu erzählen. Sie versuchen, sich den Menschen mit Respekt zu nähern und ihre Würde zu bewahren.

Psychische Folgen

Viele der Journalistinnen und Journalisten leiden unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Das, was sie in den Kriegsregionen gesehen haben, bekommen sie nicht mehr aus dem Kopf.

Zum Beispiel Christoph Bangert, der in der Notaufnahme einer Klinik in Bagdad einen älteren Mann mit schweren Brandverletzungen gesehen hat, für den nichts getan werden konnte, weil die Spezialabteilung für Brandverletzte schließen musste. Das dafür bestimmte Geld war im Ministerium versickert. Der Mann starb unter schrecklichen Schmerzen.

João Silva, der durch eine Mine beide Beine verlor, sagt, dass er für immer im Kopf behält, was er gesehen hat.

„Man hat Menschen vor meinen Augen zerhackt, sie getötet, in Brand gesetzt.“

Warum tut man sich diesen Beruf an?

Die Journalistinnen und Journalisten sind sich klar darüber, wie wichtig es ist, die Realität des Krieges zu dokumentieren, zu zeigen, was wirklich passiert. Aufrütteln wollen sie, wach machen, Ungerechtigkeit anprangern.

Nina Berman ärgert sich, dass in der amerikanischen Berichterstattung der Krieg als großer Spaß dargestellt wird; Tod und Zerstörung existieren dort nicht. Sie möchte die Verbindung zwischen Krieg und Profit aufzeigen.

Jerome Delay sieht den Sinn der Kriegsfotografie darin, die Freiheit der Presse zu sichern, die Informationsfreiheit – und damit auch die Demokratie.

Und Patrick Chauvel sagt:

„Wir sind hier als Zeugen der Geschichte. Manche unserer Bilder werden Teil unseres kollektiven Gedächtnisses, darin liegt ihre Bedeutung.“

Dieses Buch ist mir sehr an die Nieren gegangen. Es ist keine leichte Lektüre, aber es hat sich gelohnt, das Buch zu lesen. Es gab Einblick in eine Lebenswirklichkeit,die von meinem Alltag weit entfernt ist, und ganz nebenbei habe ich einiges Neues über die Kriege im Irak und in Afghanistan gelernt.

Auch ich werde diese Bilder, ob nun beschrieben oder als Foto, nicht so schnell aus meinen Kopf bekommen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wuchtig, ja erschütternd..., 19. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bilderkrieger: Von jenen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen - Kriegsfotografen erzählen (Gebundene Ausgabe)
...die Realität aus Sicht der Kriegsfotografen:

Hart, berührend und zum Teil verstörend, wie die Insider über ihre Erfahrungen und ihre individuelle Sicht auf die Brutalität der Kriegsszenarien berichten.

Den Schrecken und das Grauen abzubilden, wird zu ihrem Lebensinhalt. Ein Lebensinhalt, der sie unweigerlich verändert, mit den unterschiedlichsten Auswirkungen. Von der Berufsunfähigkeit aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung über die offensichtlich unverzichtbare Unempfindlichkeit gegenüber menschlichem Leid bis zum unbändigen Wunsch, trotz schwerster Verletzungen bald wieder im "Einsatz" zu sein, ist alles möglich.

Das Buch zeigt zwar auch (erschütternde) Bilder, aber viel eindringlicher sind die persönlichen Schilderungen der Fotografen, die einen Einblick geben, in eine Profession, die die Schrecken des Krieges sichtbar machen soll. Die aber auch etliche ihrer Protagonisten für immer zeichnet, ja manchmal sogar aufzehrt und zerstört.

Ein wichtiges Buch, um mit den teils romantisierenden Bildern des "heroischen Kriegsberichterstatters" aufzuräumen.

Klare Empfehlung, nicht nur für Fotografie-Interessierte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fotografen melden sich nachdrücklich zu Wort, 7. Mai 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bilderkrieger: Von jenen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen - Kriegsfotografen erzählen (Gebundene Ausgabe)
Es ist eine seltene Ausnahme, wenn ein Fotograf einmal zu Wort kommt. Denn üblicherweise spricht ein Fotograf durch seine Bilder. Ich fand in der Vergangenheit auch manches mit einem Fotografen geführte Interview einfach nur überflüssig. Gerade wenn es Modefotografen oder eitel und wichtigtuerisch wirkende Promi-Fotografen ihre Sicht der Dinge zu begründeten versuchten. Einem Buch, in dem sich Fotografen über ihre Tätigkeit äußern, begegne ich erst einmal einer gewissen Skepsis.
Diese Skepsis ist nach meiner Einschätzung bei dem Buch "Bilderkrieger: Von denen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen", nicht gerechtfertigt.Dieses Buch und die darin wiedergegebenen Interviews sind nicht überflüssig. Der Titel wirkt zwar martialisch. Der Anspruch "uns die Augen zu öffnen" erscheint erst einmal hoch. Aber der Titel übertreibt nicht. Das Buch öffnet einem die Augen in einer so derben Weise, dass man sie gerne schließen würde. Das Problem des Lesers ist: Die Bilder bleiben vor dem inneren Auge.
In dem Buch sind verblüffend wenig Bilder abgedruckt. Vielleicht, weil die Bilderrechte teuer sind? Nein, wahrscheinlich hat hier der Herausgeber/Verfasser Michael Kamber die (bei einem Fotografen interessante und überraschende) Idee gehabt, nicht mit Bildern von Worten ablenken zu wollen. Denn die Bilder, die vor dem inneren Auge entstehen, sind teilweise bildgewaltiger als alltägliche Kriegsfotografien. Eines der immer wieder kehrenden Themen ist die Bilderflut, die den heutigen Medienkonsumenten überfordert. Der Gedanke, wenig Bilder abzudrucken, um die Wirkung zu vergrößern, ist schlüssig.
In den Interviews der Chronisten kommen starke Gefühle auf. Das Grauen, die Angst, die Panik, das Leid, das Mitleid. All das sind Gefühle, die in diesem ungewöhnlichen Buch nicht durch Bilder, sondern durch die individuellen Schilderungen der zu Wort kommenden Fotografen entstehen.
Das Buch ermöglicht uns als Leser einen Zugang zu Menschen, die darum kämpfen, "Ikonen" zu schaffen, also Bilder, die bleiben, die Symbole darstellen und weit über die Grenzen der professionellen Medienschaffenden Geltung haben. Es geht dabei um Bilder, die nicht unschuldig sind. Sondern um Bilder, die immer eine zutiefst humane und humanistische politische Gesinnung vermitteln.
Einen Aspekt dieses Buches möchte ich auch nicht verschweigen. Die Männer und weniger Frauen, die den Beruf des Kriegsfotografen ausüben, sind nicht lediglich unbeteiligte Chronisten. Sie nehmen teil. Und sie nehmen Schaden. Ich habe nach der Lektüre dieses Buches den Eindruck, dass es sich bei der Bezeichnung des Kriegsfotografen eher um eine "Diagnose" handelt. Die Fotografen und Fotografinnen, die hier zu Wort kommen, wirken auf mich so, dass sie alle und jeder für sich an Seele oder oder Körper oder an beidem Schaden genommen haben. Zuletzt die Deutsche Anja Niedringhaus, die im Frühjahr 2014 von einem Afghanen in Ausübung ihrer Arbeit erschossen wurde und in dem hier besprochenen Buch noch zu Wort kommt. Der Eindruck, dass diese authentische und interessante Frau kurze Zeit nach ihrem Interview zum Opfer eines Verbrechers wurde, der im Namen eines Gottes meinte, Rache nehmen zu müssen, ist zutiefst verstörend.
Ich bleibe als Leser betroffen und unglücklich zurück. Krieg ist in Mitten Europas scheinbar sehr weit weg. Die aktuelle Entwicklung in der Ukraine lässt die Angst vor dem Krieg aufflackern. Das Grauen des Krieges muss uns alle Antrieb sein, alles zu tun, um jede Art von kriegerischer Auseinandersetzung zu verhindern. Nicht nur in Europa. Sondern weltweit. Ob Bilder dazu einen Beitrag leisten können, ist durchaus zu hinterfragen. Dieses Buch leistet einen Beitrag zu diesem Diskurs. Ich empfehle es sehr zur Lektüre.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegend!, 24. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bilderkrieger: Von jenen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen - Kriegsfotografen erzählen (Gebundene Ausgabe)
Das Buch "Bilderkrieger" von Michael Kamber zeichnet durch interviews und Fotografien, von Kriegsfotografen aus der ganzen Welt, ein persöhnliches und wahrwirkendes Bild von Zerstörung, Trauer und Machtlosigkeit.
Es ist in verschiedene Rubriken an intervies eingeteilt. Ein Beispeil ist das Kapitel "Narben" in dem es unter anderem um verstümmelte Heimkehrer geht.
Vor jedem Interview wir der Fotograf kurz vorgstellt. Im Anschluss folgt meist ein Foto.
Zum Ende des Buches folgt dann jedoch eine reine BIlderflut.
Die Bilder zeigen Tod, Verstümmelung, Trauer,...aber auch Ausgelasssenheit, Hoffnung und Verrücktes wie es nur der Kreig hervorbringen kann.

So oder so ist es ein Buch, das jeder, der mit dem Gedanken spielt sich in die Nähe eine Kreigsschauplatzes zu begeben gelesen haben sollte.
Die Facetten des Krieges wurden in noch keinem anderen Werk so deutlich beschrieben wie hier.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich interessant!, 29. Januar 2014
Von 
Matthias Proske "Freier Journalist | ValueTec... (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bilderkrieger: Von jenen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen - Kriegsfotografen erzählen (Gebundene Ausgabe)
Ich muss gestehen, dass ich nicht viele Bücher lese. Nicht weil ich nicht gerne lese - jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit und am Abend wieder zurück die FAZ auf dem Smartphone - aber für ein Buch habe ich nur selten Zeit. So habe ich für Über Fotografie doch einige Monate benötigt ;)

'Bilderkrieger' habe ich in meinem letzten Urlaub regelrecht verschlungen und war nach drei oder vier Tagen komplett durch. Nicht weil es viele Bilder beinhaltet, sondern einmal komplett anders geschrieben wurde als klassische Bücher die etwas dokumentieren wollen. "Von Kriegsfotografen über Kriegsfotografie" ist wohl das Motto - und so ist auch der Untertitel "Von jenen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen - Kriegsfotografen erzählen" mehr als treffend gewählt.

Die Geschichten der einzelnen Fotografen verherrlichen dabei nie Gewalt oder den Krieg als solches, noch wirken sie übertrieben patriotisch, wollen Mitleid erregen oder die Protagonisten heimlich zu Helden stilisieren. Sie erzählen einfach Geschichten - sowohl traurige, abscheuliche als auch welche die durchaus Hoffnung machen - und zeigen ein ganz anderes Bild, als das uns von den Medien oft Vermittelte über andere Kulturen.

Man muss, nein darf, kein Kriegsfanatiker sein um 'Bilderkrieger' zu mögen. Für mich das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Buch, das zu verschiedenen Blickwinkeln, 28. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bilderkrieger: Von jenen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen - Kriegsfotografen erzählen (Gebundene Ausgabe)
Die Interviews leuchten Motivation und Background sowie Erfahrungen bekannter (Kriegsberichts)fotografen aus, was für uns einen wichtigen und tollen KOntrapunkt zu all diesen Beauty-Hungerhakenfotografen dieser Welt darstellt.
Auch dieses Buchh ist eigentlich ein MUSS für ALLE !
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Bilderkrieger: Von jenen, die ausziehen, uns die Augen zu öffnen  -  Kriegsfotografen erzählen
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