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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Quo vadis, anima?, 12. Oktober 2010
Von 
J. Mertens (Altena) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ins Ungewisse (Taschenbuch)
Diesen Untertitel könnte der autobiographische Roman von Peter Pitsch durchaus tragen. Gleich einem ruderlosen Schiff in brausender See treibt der Protagonist durch wirre Stationen einer Odyssee, die ihn von Deutschland aus durch die Niederlande über Italien nach Dänemark führt. Scheinbar gute Erfahrungen zeigen mehr als einmal nach anfänglicher Freude ihr wahres, fratzenhaftes Gesicht und markieren eine mit Fettnäpfchen gespickte Route. Doch unbändiges Verlangen nach der Erkenntnis des eigenen Platzes in der Welt stellt die Kraft dar, die die Suche stets aufs Neue vorantreibt.

Der junge Walter passt ganz und gar nicht in das hoffnungsschwangere, aber illusorische Bild, das sich seine Eltern von ihm machen. Statt einen Beruf zu erlernen, treibt er sich mit zwielichtigen Gestalten herum, gerät in den Sumpf der Drogenszene und wird schließlich anlässlich eines aufgetragenen Schmuggels von Haschisch vorübergehend inhaftiert. In den Niederlanden entpuppen sich alle seine Frauenbekanntschaften schließlich als Vertreterinnen des horizontalen Gewerbes. Als Walter in Italien als Schauspieler ins Filmgeschäft einsteigt, muss er auch hier schnell feststellen, dass der Glanz dieser Welt zu großem Teil von Katzengold herrührt. Erst als er das dänische Mädchen Jette kennenlernt und mit ihr nach Dänemark übersiedelt, scheint seine Suche nach einem geeigneten Ankerplatz Erfolg zu haben.

Mit dem Roman "Ins Ungewisse" gelingt Peter Pitsch die grandiose Beschreibung eines unverstandenen Rebellen, der sich im Pool einer unbarmherzigen Gesellschaft lange Zeit mittels zerbrechlicher Strohhalme Luft zu verschaffen versucht. Erst das allmähliche Entsteigen des trüben Bassins ermöglicht es ihm, frei zu atmen und seinen Blick auf die wesentlichen Dinge richten zu können. Und der Autor weiß, wovon er schreibt, denn ein Blick auf seine Kurzvita am Anfang des Buches lässt bereits frappierende Ähnlichkeiten erkennen, die keineswegs zufälliger Natur sind.

So schreibt Pitsch aus eigener Erfahrung und Erinnerung von seinem mit Dornen überwucherten Weg und lässt auch an den entsprechenden Stellen die ihm entgegengebrachten Schimpfworte nicht aus. Schonungslos lässt er die alten Emotionen Revue passieren, sodass der Leser plötzlich und unvermittelt in das Verständnis plötzlicher Stimmungsschwankungen förmlich hineingezwungen wird. Dabei wird man nicht selten jäh überrumpelt, beispielsweise wenn (nach einigen Seiten sachlicher Schilderung) Walter zu nachtschlafender Stunde von der Privatdisco des Nachbarn unsanft geweckt wird und die Toiltte aufsucht, wo er seinen Ärger über den Radau allmählich aufbaut und sich anschließend genervt den "Arsch" abwischt.

Wer die Werke von Peter Pitsch kennt, weiß um die Kompromisslosigkeit seiner Beschreibungen scheinbar alltäglicher Normalitäten, die er mit der Wortgewalt eines Schriftstellerprofis in ein hinterfragendes, zweifelndes und oftmals schizophren anmutendes Zwielicht rückt. Brutal reißt er die Vorhänge nieder, die den Blick auf die Fragwürdigkeiten des Alltags bislang geschickt verbargen, und er setzt dabei den Leser einer kalten und manipulativen Welt aus, der nur noch wahlweise mit Resignation oder kraftvollen Gegenschlägen begegnet werden kann.

Doch auch Pitsch zeigt hier klar auf, dass die Anstrengung, zur eigenen Mitte zu finden, am Ende belohnt wird. So hatte der dornige Weg auch für ihn ein Ende, und alle Erfahrungen verwandelten sich schließlich in Etappen, von denen jede einzelne ein Stück wertvolles Alchemistengold bedeutet. Der Stein der Weisen liegt in uns selbst - wir müssen lediglich die Kraft aufbringen, zu ihm vorzustoßen.

So wird es für Jeden gute und schlechte Erlebnisse geben. Einige davon lassen sich steuern, andere wieder nicht. Doch eines lässt sich ganz klar sagen: Peter Pitschs "Ins Ungewisse" ist ein Erlebnis; ein Erlebnis, für das man sich entscheiden sollte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Biographie der anderen ARt, 3. Februar 2011
Von 
Sarah F. (Norddeutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ins Ungewisse (Taschenbuch)
Nachdem ich vor kurzem 'W-E-L-T' von Peter Pitsch gelesen hatte, wusste ich, dass mich bei dem vorliegenden Titel keine leichte Kost erwarten würde.

Die ersten Seiten in diesem Werk ließen mich das Buch erstmal aus der Hand legen. Peter Pitsch verwendet nicht nur einen gehobenen Sprachstil, sondern hat eine ganz eigene Art und Weise sich den Lesern mitzuteilen. Die Sätze überzeugen durch ihre Komplexität und eine brillante Sprache. Wer weiß, was beim Lesen auf einen zukommt, wird sich jedoch schnell zurecht finden.

In diesem Buch lässt Peter Pitsch den Leser am Leben des jungen Walter teilhaben. Statt einer Ausbildung verbringt er seine freie Zeit lieber mit zwielichtigen Gestalten. Diese sogenannten Freunde führen ihn nicht nur ihn die Drogenszene ein, sondern sorgen auch dafür, dass er wegen Drogenschmuggels inhaftiert wird. Auch mit Frauen hat Walter kein Glück. In seiner Welt muss man Frauen bezahlen. Weg von alledem will er eine große Karriere im italienischen Filmgeschäft starten. Doch auch hier merkt er schnell, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Erst als er Jette, eine Dänin, kennenlernt, findet er langsam zu sich selbst zurück.

Am Ende dieser faszinierenden Geschichte ist für jeden aufmerksamen Leser sofort klar, dass es sich bei diesem Werk um einen autobiografischen Text handelt. Peter Pitsch lässt mit Walter seine Vergangenheit Revue passieren. Dabei schockiert der Autor den Leser wo er nur kann. Hart, ehrlich und nicht immer jugendfrei deckt Peter Pitsch sein Leben nach und nach auf. Brisante Details werden genauso erzählt, wie auch Schimpfwörter im Buch vorkommen. Für schwache Gemüter ist dieses Buch definitiv nicht zu empfehlen. Peter Pitsch beschönigt an keiner Stelle, sondern versucht dem Leser die Realität dieser Welt ein Stück näher zu bringen.
Dabei gilt es zwischen den Zeilen zu lesen. Viele Gedankengänge, Zusammenhänge und Emotionen sind in einer Sprache festgehalten, die zum Nachdenken anregt. Oftmals ist der Stil nicht direkt, sondern in kompromisslose gehobene Poesie verpackt. Diese Kombination aus Thema und Stil ist wie Feuer und Wasser. Man erwartet es nicht, ist aber begeistert.

Walter und auch die anderen Figuren werden lebendig geschildert. Als Leser habe ich nie das Gefühlt gehabt, dass ich mich in einer Fantasie-Welt befinden würde. Egal wie grausam und hart die Schilderungen von Peter Pitsch waren, merkte ich stets, dass dies unsere Welt ist. Wenn man dann noch die Parallelen zu Peter Pitsch Vergangenheit zieht, kann nachvollziehen, warum seine Charaktere so farbenfroh und authentisch beschrieben werden können.

Auch wenn dieses Werk nicht leicht zu lesen ist, kann ich 'Ins Ungewisse' jedem Leser empfehlen. Besonders kann ich Pädagogen dieses Buch empfehlen. Diese sprachliche Brillanz ist einmalig und viele Schüler können durch das Lesen diese Lektüre im Bereich Ausdruck, Stil etwas dazulernen. Zudem empfinde ich das Buch als lehrreich, um der jüngeren Genration aufzuzeigen, wie schnell es jeden treffen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Peter Pitsch, Ins Ungewisse, 3. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Ins Ungewisse (Taschenbuch)
REZENSION

Anschnallen!

Nachdem Peter Pitsch im Jahre 2008 seine brilliante Satire Das Kuckucksei-Syndrom" beim Tordenfjord-Verlag herausgegeben hat und kurze Zeit später in dem Buch Übelungen" satirisch und sehr wortspielerisch in modernen Gedichten Eindrücke aus seinem bisherigen Leben gibt, die unter die Haut gehen, kam im Jahre 2009 der Roman Ins Ungewisse" heraus. Wieder mal liefert Peter Pitsch einen absolut sprachlichen Hochgenuss.
Der Klappentext des Buches bringt es auf den Punkt:
Mit einer überragenden sprachlichen Brillianz erzählt Pitsch die Geschichte von Walter, dem Einzelgänger, die er nur allzu gut kennt - die temporeiche Suche nach einem tieferen Sinn beginnt mit einem doppeldeutigen Wort: Anschnallen."
Tatsächlich muss der Leser sich anschnallen, wenn er den jungen Mann auf seiner abenteuerlichen Fahrt ins Ungewisse begleitet und vor seinem geistigen Auge mit verfolgt, wie der Protagonist sich Regeln, Normen, Zwängen entzieht, dem ihm wohlgemeinten Plan seines Lebens entrinnt und Sicherheit gegen Ungewissheit austauscht bis er an einem gewissen Punkt ankommt, der ihm die Notwendigkeit einer echten Ambition offenbart. Peter Pitsch versteht es, Situation und die dazu passende Sprache in Einklang zu bringen.
Leseprobe:
Er schrumpfte auf den Bruchteil seiner selbst, schlich durch die Räume seiner Vergangenheit in der Rolle eines Langzeitpubertierenden. Jedes Auflehnen gegen ihre Dominanz wirkte wie ein Verrat an den behüteten Momenten seiner Kindheit."
Allen Büchern des Autors ist eine Gemeinsamkeit zueigen: dass es Menschen gibt, die ihren Weg selber gehen wollen und müssen, während es andere gibt, die sich biegen, wenn nicht gar verbiegen lassen, wie aus dem Kuckucksei-Syndrom klar hervorgeht.
Aus meiner Erfahrung als Pädagogin weiß ich, dass Erwachsene (aus ihrer Perspektive) gerne den Jugendlichen den Weg ebnen wollen - ängstlich, sie würden ihre Richtung allein nicht finden. Die weniger angepassten jungen Menschen haben den schwierigeren Weg vor sich, selber zum eigenen Ziel zu finden, dabei ist die Sturzgefahr sehr groß, aber aus solchen Jungendlichen werden oft sehr interessante Menschen und verständnisvolle Zeitgenossen.

Elfie Nadolny
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut empfehlenswert!, 5. September 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ins Ungewisse (Taschenbuch)
Dass der Autor ein sprachlicher Virtuose ohnegleichen ist, welcher über eine unglaubliche Ausdrucksfähigkeit verfügt, merkt man beim Lesen dieses Werkes sofort.
Der Verfasser versteht es auch perfekt - je nach Situation - hin und wieder auch mal "zotigeres" Vokabular einzusetzen, um sodann, den Schwingen eines Adlers gleich, zu den Weihen gehobenster Literatur emporzuschweben.
Zum Inhalt:
Erzählt wird die Geschichte von Walter, der aus gutbürgerlichem Elternhaus stammt, aber mit den Zwängen und Normen dieses konservativen Milieus nicht klarkommt und daher ausbrechen will.
Ohne Geld und Ausbildung lässt er sich von den Verlockungen der Halb- und Drogenwelt anziehen und begeht einige unglückliche Fehler.
Walter erkennt jedoch die schiefe Ebene, auf der er sich befindet und vermag es daher, - nicht zuletzt auch durch die Gunst der Frauen - seinem Leben eine Wende zu zu geben.

Weiters fällt neben der sprachlichen Brillianz die faszinierende Gabe des Autors auf, genaue Beobachtungen anzustellen und daraus auch entsprechende analytische Schlüsse zu ziehen - etwas, das man in der heutigen Zeit eher selten findet.
Die Geschichte ist sehr lebendig und schlüssig geschrieben, ein echtes Lesevergnügen!
Es kann allen Lesern - gleich welchen Alters - die über einen aufgeklärten Geist verfügen und Wahrhaftigkeit schätzen, bestens empfohlen werden!
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Ins Ungewisse
Ins Ungewisse von Peter Pitsch (Taschenbuch - August 2009)
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