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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Marktgeld statt Staatsgeld
In diesem Büchlein zur aktuellen Finanzkrise geht es laut dessen Untertitel darum, wie man "vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld" kommt.

Die einzelnen Kapitel beschäftigen sich u. a. mit folgenden Themen:

- Wesen und Geschichte des Geldes
- Kaufkraft, Inflation, Deflation
- Zinsen und Zeitpräferenz
- Krisen...
Veröffentlicht am 3. Juli 2010 von Frank Reibold

versus
19 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschend
Die Darstellung des jetzigen Geldsystems ist zwar zutreffend, dabei wird aber nicht an Polemik und Übertreibungen gespart. So darf ein Staats- , Beamten- und Politikerbashing nicht fehlen. Die eigene Sichtweise wird als wahr unterstellt, während diejenigen mit anderen Ansichten als Scheinexperten abgetan werden.
Das Übel liegt nach Ansicht der Autoren...
Veröffentlicht am 2. Januar 2011 von Astaroth


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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Marktgeld statt Staatsgeld, 3. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Geldreform: Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld (Gebundene Ausgabe)
In diesem Büchlein zur aktuellen Finanzkrise geht es laut dessen Untertitel darum, wie man "vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld" kommt.

Die einzelnen Kapitel beschäftigen sich u. a. mit folgenden Themen:

- Wesen und Geschichte des Geldes
- Kaufkraft, Inflation, Deflation
- Zinsen und Zeitpräferenz
- Krisen

Das staatliche Geldmonopol dient der Finanzierung des Staates und wird von dessen Nutznießern (Wirtschaftswissenschaftlern, Banken, Großunternehmen und Gewerkschaften) unterstützt. Um u. a. dem Staat zu günstigen Kreditkonditionen zu verhelfen, wird durch eine Politik des leichten Geldes der Zinssatz gesenkt. Das führt notwendiger Weise zu Inflation und (wegen fehlender Übereinstimmung mit den Wünschen der Sparer und Investoren) zu konjunkturellen Krisen. Diese Krisen werden dann durch noch mehr Staatseingriffe in die Wirtschaft "gelöst". Am Ende winken Staatsbankrott, Hyperinflation und Währungsreform. Wenn der Staat schließlich die Wirtschaft kontrolliert, haben wir eine komplette Planwirtschaft und die Freiheiten der Bürger verschwinden.

Wie man aus der Geschichte lernen kann, ist das Geld ursprünglich auf dem freien Markt entstanden. Banknoten entstanden als Quittungen für hinterlegtes Gold. Wenn eine Bank mehr Quittungen ausstellte, als Gold in ihren Tresoren lag, musste sie mit dem Bankrott rechnen. Heute können Banken Dank der Mindestreservevorschriften ein Mehrfachen der Einlagen verleihen, wodurch das System instabil wird.

Wenn man den Weg in den Sozialismus aufhalten will, muss man das Geld wieder privatisieren. Dazu werden mehrere Vorschläge unterbreitet, welche sämtlich auf der so genannten "österreichischen Schule" der Volkswirtschaftslehre beruhen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass die Zentralbanken und die Teilreservehaltung abgeschafft werden müssen. Man geht davon aus, dass die Vorschläge auf einen Goldstandard hinauslaufen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist sehr aktuell (Mai 2010) und geht auch auf die Probleme des Euro ein. Die gewährten Hilfen für Griechenland scheinen demnach gegen die Vorschriften der EU und des Internationalen Währungsfonds zu verstoßen. Zur besseren Argumentation enthält das Buch viele Diagramme (z. B. zu Inflation, Aktien, Goldkurs) und einige Fallstudien (u. a. zur Verschuldung in EU und USA). Im Vergleich zu Hochreiter: "Krankes Geld, kranke Welt" findet man hier weniger Theorie (diese wird dort auch grafisch dargestellt, was in "Geldreform" leider fehlt). Da es um die Geldpolitik geht, erfährt man nichts zu Regulierung, Ratingagenturen und Freddie / Fannie usw.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Staatliches Zwangsgeld ist schlechtes Geld, 14. Juni 2010
Von 
Treb Melsa (Absurdistan, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Geldreform: Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld (Gebundene Ausgabe)
Dies ist die Botschaft der beiden Autoren des Buches, denn:

- das Staatsgeldsystem ist ethisch defekt, weil es die Regierungen und ihre Kombattanten auf Kosten der übrigen Bevölkerung bereichert;

- das Staatsgeldsystem ist chronisch inflationär und enteignet dadurch die Sparer;

- das Zentralbankwesen ist der Garant für diese chronische Inflationierung;

- dadurch zerstört das Staatsgeldsystem langfristig die Tauschmittelfunktion des Geldes, Geld wird immer weniger zur Recheneinheit und dient nicht weiter der Wertaufbewahrung;

- Staatsgeldsystem und Zentralbankwesen sind verantwortlich für die Wirtschaftskrisen, z. B. für die Weltwirtschaftskrise von 1929, für die Subprime-Krise, für die sog. Weltfinanzkrise und auch für die Spekulation gegen den Euro-Raum. Die konjunkturellen Krisen sind regelmäßig das Ergebnis der beiden Eckpfeiler der staatlichen Politik, und diese heißen 'Staatsmonopolistisches Zwangs-Papiergeld' und 'Zentralplanwirtschaftliches Zinsdiktat';

- das Teilreserve-Banksystem mit der Zentralbank als "lender of last resort" (dem Verleiher der letzten Zuflucht) ist ein für die Regierungen unbedingt notwendiges Instrument in Sachen "Enteignungs- und Freiheitszerstörungspolitik".

Das Buch ist flüssig geschrieben und gut zu lesen, gerade auch für Nicht-Ökonomen. Ich wünsche dem Buch viele Leser, welche die Botschaft des Buches verstehen und beherzigen: ein Staatsgeldsystem lädt Regierungen immer ein zum Betrug.
Die Geschichte des staatlichen Geldwesens ist bis auf wenige kurze Zeiträume, wie Friedrich August von Hayek dies aufzeigte, immer eine Geschichte von Lug und Trug gewesen. Dies ist zwar schon seit dem Mittelalter (Nicolas von Oresme) bekannt, ist aber den meisten Mitbürgern leider kaum bewusst.
Der verstorbene Schweizer Privatbankier Ferdinand Lips hatte einmal zum heutigen Staatsgeldsystem/Zentralbankwesen gesagt:
"Zum ersten Mal in der Geschichte ist alles Geld der Welt von nichts gedeckt. Das ist das übelste System, das je von Menschenhand erfunden wurde."
Um dieses Übel aus der Welt zu schaffen, plädieren die beiden Autoren für die Abschaffung des Staatsgeldsystems, des Teilreserve-Banksystems und der Zentralbanken. Das Geld soll dem Markt, wo es - wie die beiden Autoren zeigen - entstanden ist, zurückgegeben werden. Und das freies Marktgeld besser funktioniert als das staatliche Falschgeldsystem, dies zeigen die beiden Autoren in ihrer Analyse am Beispiel des historisch erprobten "Free Banking".
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28 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exzellenter Einstieg ins Thema, 15. Juni 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Geldreform: Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld (Gebundene Ausgabe)
Wer die wesentlichen Werke von Ludwig von Mises, Friedrich von Hayek und Murray Rothbard gelesen hat, wird in diesem Buch wenig Neues finden.

Den verbleibenden 99,999% der Menschheit jedoch sei dieser Titel wärmstens ans Herz gelegt. Die Autoren beschreiben knapp und präzise die Ursachen der Finanzkrise und zeigen Lösungswege auf. Die knapp 200 Seiten lassen sich an einem lauschigen Sonntag lesen - und die Zeit ist gut angelegt.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bald ein Standardwerk für den Einstieg, 4. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Geldreform: Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld (Gebundene Ausgabe)
Manchmal ändern sich die Zeiten schneller als man denkt. Erst vor wenigen Jahren rief die Forderung nach einer privaten Geldordnung selbst in liberalen Kreisen derart heftige Reaktionen hervor, dass man um seinen zukünftigen Ruf fürchten musste. Wegen der Banken- und Finanzkrise und aufgrund der Tätigkeit Frank Schäfflers, durch welche die Wiener Schule in Deutschland endlich auch unter politisierten Liberalen wieder hoffähig gemacht wurde, gehört das Wissen um die Bedeutung guten Geldes inzwischen nahezu wieder zum liberalen Kanon. An wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu dem Themenkomplex mangelt es gerade in englischer Sprache nicht. Gefehlt hat jedoch bisher ein deutschsprachiger Einstieg ins Thema, dessen Grundlagen die Verfasser in sechzehn Kapiteln abhandeln. Man erfährt von der Natur des Geldes und seiner Entstehung, von den Gründen für Inflation, von der Ursache für den Zins und von der Rolle der Zentralbank bei der staatlichen Geldproduktion und wie diese zu Krisen, Überschuldung und zum Staatsbankrott führt. Hier wird der Weg vom guten Marktgeld zum schlechten Staatsgeld und dessen Folgen nachgezeichnet. Besonders brauchbar ist dies für alle, die ihren vorhandenen Bestand an versprengtem geldtheoretischem Wissen strukturieren und homogenisieren wollen. Im vorletzten Kapitel geht es dann um den Weg zum guten Geld. Hier referieren die Verfasser zunächst die wichtigsten angebotenen Vorschläge von Mises, Hayek, Rothbard und Huerta de Soto. Dann gehen sie auf die politischen Schwierigkeiten eines Kurswechsels ein. Regierende wie Regierte hätten kein Interesse an gutem Geld, was nicht zuletzt daran liege, dass die Krisenhaftigkeit des Staatsgelds landläufig unbekannt ist. Die sozialrevolutionären Folgen einer präventiven Geldreform ließen die maßgeblichen Entscheider vor einer Währungsreform zurückschrecken, so dass eine Inflation leider unausweichlich erscheine.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Einführung in das Thema Geld und Inflation, 27. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Geldreform: Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist eine gute Einführung in das Thema Geld und Inflation. Die Autoren erklären anhand Ludwig von Mises, Friedrich von Hayek und Murray N. Rothbard warum das Staatsgeld (Monopol) die Ursache für die Wirtschaftskrisen ist und wieso Marktgeld (Wettbewerb) besser (und werterhaltender) wäre.

Auszusetzen hätte ich nur etwas an manchen Grafiken/Diagrammen. Hier ist manchmal die Linienbreite zu schmal (z. B. Abb. 25 auf S. 132) und manchmal sind die unterschiedlichen Datenreihen nur schwer voneinander zu unterscheiden (z. B. Abb. 19 auf S. 101). Hier hätte man auch unterschiedliche 'Strichelungen' verwenden müssen.

Alles in allem sehr lesenswert.
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einstieg in die Geldtheorie, 16. Juli 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Geldreform: Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld (Gebundene Ausgabe)
Für die meisten Menschen sind Banken und Geldpolitik ein Buch mit sieben Siegeln. Der Ökonom Thorsten Polleit und der Wirtschaftshistoriker Michael von Prollius haben jetzt mit ihrer gemeinsamen Veröffentlichung 'Geldreform' den Versuch unternommen auch für den geldpolitisch nicht beschlagenen Leser Licht in das Dunkel zu bringen. Auf kaum 190 Seiten beschreiben sie von der Frage ausgehend, was Geld eigentlich ist, unser heutiges Finanzsystem, erklären die Ursachen der Finanzkrise und loten Alternativen zum heutigen Geldsystem aus.

Sie räumen dabei mit dem Mythos auf, dass Inflation mit Preissteigerung gleichzusetzen ist und Preisstabilität an sich ein erstrebenswertes Ziel sei. Die zentrale Funktion des Geldes ist ihre Tauschfunktion. Tauschfunktionen ergeben sich aus unterschiedlichen Vorstellungen über den Wert der Ware. Da diese Vorstellungen einen rein subjektiven Ursprung haben, können Preise nicht stabil sein. Denn stabile Preise würden bedeuten, dass sich die Wünsche nach einem bestimmten Gut nicht änderten. Ziel der Verwendung von Geld sei es eine friedvolle Kooperation zwischen Menschen zu ermöglichen. Dementsprechend schwerwiegend ist eine Störung im Geldsystem.

Die Autoren unterscheiden zwischen 'gutem' Marktgeld und 'schlechtem' Staats- bzw. Papiergeld. Letzteres halten sie wegen seiner stark inflationären Tendenzen für ein Übel und weisen darauf hin, dass der Dollar in der Zeit zwischen 1960 und 2009 etwa 86 Prozent seiner Kaufkraft verloren hat. Sie widersprechen der Vorstellung, dass Inflation für das Funktionieren der Volkswirtschaft notwendig sei. In einem freien Marktsystem sei die Geldmenge unwichtig, da sich die Preise den Tauschrelationen anpassen. Inflation treffe jedoch durch den sogenannten Cantillion-Effekt besonders die Armen und verstärke den Trend zur allgemeinen Überschuldung.

Das Staatsgeld wird als das Kernproblem auch bei der aktuellen Weltwirtschaftskrise identifiziert. Da das Geld nicht auf Ersparnissen beruht, sondern aus dem Nichts geschöpft wird, wird der Marktzins künstlich unter das natürliche Niveau gesenkt und werden Kredite verbilligt. Dies führte zu einer Inflation bei den Vermögenswerten und damit zu einer Verzerrung der Produktionsstruktur. Früher oder später stellt sich in solchen Fällen heraus, dass diese Investitionen auf einer Geldillusion beruhen und unrentabel sind. Das macht eine Anpassungsrezession zwingend notwendig. Diese schmerzhafte, aber auch heilsame Rezession versuchen der Staat und die ihm angeschlossenen Zentralbanken durch eine weitere Ausweitung der Geldmenge zu verhindern, was im Extremfall bis zur Hyperinflation führen kann.

Am Ende des Buches beschreiben die Autoren Ansätze zur Rückkehr zum guten Marktgeld. Als Marktgeld wurde in der Geschichte vor allem Gold und Silber verwendet. Das erklären die Autoren mit Rückgriff auf das Regressionstheorem von Ludwig von Mises, das davon ausgeht, dass Geld ursprünglich immer auf ein Sachgut zurückgeführt werden kann. Die Autoren favorisieren nicht unbedingt die Rückkehr zum Goldstandard des 19. Jahrhunderts, sondern folgen der Schrift des Ökonomen Friedrich August von Hayek, der die Entnationalisierung des Geldes und die Einführung eines Privatgeldsystems vorgeschlagen hatte, in welchem verschiedene Währungen miteinander konkurrieren und sich stabile Währungen (vermutlich dann doch Gold und Silber) im Wettbewerb durchsetzen.

Der Wettbewerb und die Deckung des Geldes durch Edelmetalle sollen der Ausweitung der Geldschöpfung Grenzen setzen und das Zentralbanksystem unnötig machen. Nun betreiben auch private Banken 'Geldschöpfung', indem sie kurzfristig deponiertes Geld langfristig verleihen. Die Autoren kommentieren das so: 'Zwar sind auch private Geschäftsbanken an der Ausweitung der Geldmenge beteiligt. Allerdings können sie nur dann Geld produzieren, wenn es ihnen die Zentralbank ermöglicht.' Hier wäre eine Erklärung wie die Zentralbank genau auf die private Geldwährung einwirkt, folgerichtig gewesen, widersprach aber wohl dem Ziel einer allgemein verständlichen Einführung und Überblicksdarstellung.

Die Darstellung baut auf den Theorien der Österreichischen Schule der Nationalökonomie auf, zu denen Ökonomen wie Carl Menger, Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek und Murray Rothbard gehören. Das Buch ist didaktisch gut aufgemacht. In kurzen, grau unterlegten Einfügungen werden interessante Einzelfragen behandelt wie z. B. Das Teilreservesystem, John Laws gescheitertes Papiergeldexperiment im 18. Jahrhundert, die Schuldenkrise im Euroraum, mögliche Szenarien der Geldentwertung usw. Das Buch ist ein Beitrag dazu diese nicht ganz einfache Materie und vor allem die Theorien der Österreichischen Schule der Nationalökonomie breiteren Leserschichten verständlich zu machen. Komplexe Sachverhalte allgemein verständlich darzustellen und interessierten Lesern einen Einstieg in die Geldtheorie und Geldpolitik zu bieten, gehören zu den Stärken dieses Buches.
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen!, 4. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Geldreform: Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld (Gebundene Ausgabe)
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Wer dieses Buch nicht liest, verpaßt viel. Und wer die geldpolitischen Schriften von Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek noch nicht gelesen hat, verpaßt viel zu viel!

Thorsten Polleit und Michael von Prollius schreiben sehr verständlich und ohne Schnörkel, weshalb sich dieses Buch sogar als Lehrbuch für den Politik- und Wirtschaftsunterricht ab der 9. Klasse eignet. Bleibt nur zu hoffen, daß unsere Bürokraten in den Kultusbehörden von unseren Regierungen nicht bereits angewiesen worden sind, dieses Buch auf den Index der für die Schulen verbotenen Bücher zu setzen. Nicht auszudenken, welche Revolution in Deutschland und Europa ausgelöst würde, falls bereits 16jährige den Betrug unseres staatlichen Zwangspapiergeldes durchschauen würden...

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19 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 2. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Geldreform: Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld (Gebundene Ausgabe)
Die Darstellung des jetzigen Geldsystems ist zwar zutreffend, dabei wird aber nicht an Polemik und Übertreibungen gespart. So darf ein Staats- , Beamten- und Politikerbashing nicht fehlen. Die eigene Sichtweise wird als wahr unterstellt, während diejenigen mit anderen Ansichten als Scheinexperten abgetan werden.
Das Übel liegt nach Ansicht der Autoren an der staatlichen Ausweitung der Geldmenge.
Es wird immer wieder angeführt, dass das jetzige Geld einem steten Kaufkraftverlust unterliege, was einer Enteignung gleichkommt. Dabei verschweigen die Autoren allerdings, dass das nur die Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes betrifft, die sie selbst auch nur untergeordnet zur Tauschfunktion darstellen. Auf die Tauschfunktion hat das keinen Einfluss. Wenn die Einkommen in gleichem Maße wie die Preise steigen ist es ein Nullsummenspiel und keine Enteignung. Wie man aus diversen Tabellen ablesen kann, kann man sich z.B. für einen Stundenlohn heute mehr Waren leisten als früher. Die "Enteignung" betrifft also nur Leute, die Geld unter dem Kopfkissen horten.
Es wird natürlich auch verschwiegen, dass in dem so verachteten System mehr Leute materiellen Wohlstand haben als jemals zuvor (was natürlich subjektiv immer anders aussieht...)

Als Lösung der Probleme werden hier nur unreflektiert Thesen der sog. österreichischen Schule angeboten. Es wird eine "Rückkehr" zum Privatgeld vorgeschlagen, was suggeriert, dass es so etwas schon einmal gegeben hat. Wann und wo sagt man wohlweislich nicht, da es das eben noch nicht gab und die Herrscher immer das Münzprivileg besaßen und auch Zugriff auf die Lagerstätten von Edelmetall hatten. Die Meinung, dass es der freie Markt schon richten werde erscheint etwas blauäugig, da die Häufung der Finanzkrisen seltsamerweise mit einer fortschreitenden Lockerung im Finanzwesen einhergegangen ist und die Krisen eben genau durch das irrationale Verhalten der Marktakteure verursacht wurden. Insofern wäre das wohl ein Experiment mit äußerst ungewissem Ausgang, bei dem Spekulantentum und Betrug Tür und Tor geöffnet wären.
Nach Ansicht der Autoren würde Privatgeld wohl wieder dazu führen, dass Edelmetalle Zahlungsmittel wären. Da aber natürlich Goldnuggets in der Tasche etwas unpraktisch sind, würde das Gold bei einer Bank hinterlegt, die dafür Hinterlegungsscheine (das wäre dann wohl wieder so etwas wie Papiergeld) ausgibt. Die Garantie dafür, dass nicht mehr Scheine ausgegeben werden, als durch Gold gedeckt sind, sehen die Autoren darin, dass das ja strafbar wäre und staatlich verfolgt würde. Die Autoren sehen also genau den Staat und die Banken, denen sie ein Interesse an der ungehemmten Geldvermehrung nachsagen, in ihrem System als Garant für die gleichbleibendende Geldmenge.

Als Nachweis für die Tauglichkeit eines zumindest ähnlichen Systems werden die Zeiten des Goldstandards angeführt. Dabei wird nicht erwähnt dass es dort ebenfalls Krisen gab und wirtschaftliche Aufschwünge mit neuen Goldfunden (Nordamerika, Südafrika) und damit einer Ausweitung der Geldmenge - die die Autoren gerade vermeiden wollen - einhergegangen sind.

Die praktische Umsetzung ihrer Idee wird von den Autoren nur sehr oberflächlich erläutert. Die Autoren geben zwar zu, dass ihre Geldreform mit diversen Umstellungsschwierigkeiten verbunden wäre, aber das war es dann schon. Dass es ethisch (was die Autoren für ihre Reform in Anspruch nehmen) nicht gerade nachvollziehbar ist, den materiellen Wohlstand an das zufällige Eigentum an einem bestimmten Metall zu binden und dass bei ihrer Reform weite Teile der Bevölkerung plötzlich ohne Zahlungsmittel wären, scheint nicht zu interessieren. Insofern fehlt eine realistische Darstellung, wie alles ablaufen sollte und was es für die Leute bedeutet.

Noch ein kleiner Seitenhieb: Die Autoren führen als Richtigkeit ihrer Thesen ausgerechnet einen Plan Hitlers an, den Krieg durch gefälschte Pfundnoten zu gewinnen. Naja, mit den Kriegsgewinnungsplänen war das ja so eine Sache. Später wird dann den Nazis die finanzpolitische Kompetenz wieder abgesprochen. Immer so wie man es gerade braucht.

In dem Buch sind zwar viele Diagramme enthalten was durchaus löblich ist, allerdings kann man die einzelnen Linien kaum unterscheiden, da nur mehrere Grauabstufungen verwendet werden. Die zahlreichen kursiv gedruckten Wörter hemmen den Lesefluss.

Nach Ansicht der Autoren zeigt der Preis einer Ware nicht deren Wert, sondern der Verkäufer ist der Meinung seine Ware sei mehr wert als das Geld. Und da liegen sie hier goldrichtig. 15,90 € sind tatsächlich viel mehr wert als dieses Buch.
Fazit: Nur für Anhänger der österreichischen Schule zu empfehlen, die sich mit diesem Buch bestätigt fühlen werden. Wer allerdings eine objektive Auseinandersetzung mit dem Thema sucht, wird in diesem kleinen Buch zum großen Preis nicht fündig.
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Geldreform: Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld
Geldreform: Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld von Michael von Prollius (Gebundene Ausgabe - 1. Juli 2011)
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