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am 27. August 2013
Der Rezensent kann nicht verhehlen, dass er zunächst etwas skeptisch war, als er durch Zufall auf dieses Buch stieß: Eine Dissertation, veröffentlicht in einem Verlag namens "Kartoffeldruck-Verlag" zu diesem niedrigen Preis? Eine kurze Recherche half, die Vorbehalte zu zerstreuen. Der von dem renommierten Althistoriker Kai Brodersen ins Leben gerufene Verlag hat es sich zum Ziel gesetzt, altertumswissenschaftliche Beiträge zum Selbstkostenpreis zu veröffentlichen und damit einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen.
Von vorneherein ist damit klar, dass der Leser keine Biographie erwarten darf, die angesichts der recht dünnen Quellenlage auch gar nicht leistbar wäre. Die Verafsserin unternimmt stattdessen den Versuch, die Herrschaft Gordians III. in ihrer Gesamtheit an der Nahtstelle zwischen Prinzipat und "Soldatenkaisertum" des dritten Jahrhunderts in den Blick zu nehmen. Auffallend ist, dass es der Dissertation an einer klar artikulierten Fragestellung in dieser Hinsicht fehlt, sodass das Buch ein wenig in nur teilweise verbundene Einzeluntersuchungen zerfällt. Hauptuntersuchungsaspekte sind hierbei nach einer knappen Vorstellung der Quellenlage die Chronologie des Sechskaiserjahres 238, die zivile Regierungstätigkeit Gordians (angesichts des jugendlichen Alters des Kaisers vielleicht besser als "im Namen Gordians" zu beschreiben) sowie der für Gordian III katastrophal endende Perserfeldzug. Hierdurch geraten ganz unterschiedliche Fragen, wie das Problem des Kinderkaisertums, die Prinzipatsideologie unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Senat und Armee u.v.m. in das Blickfeld.Ausgewertet werden hierbei neben den litararischen Quellen auch die epigraphischen und numismatischen Zeugnisse, letztere allerdings nicht unbedingt in ihrem wirtschaftlichen Aussagewert. Umstürzend Neues vermag die Arbeit insgesamt nicht zu bieten, was aber auch an der nicht ganz einfachen Quellenlage liegt. Literarische Hauptquelle für die Zeit der drei Gordiane ist die Vita aus der berühmt-berüchtigten "Historia Augusta", deren Glaubwürdigket und mögliche Tendenz in der Altertumswissenschaft seit über 100 Jahren umstritten ist. Eventuell hätte der Arbeit aber auch eine stärkere Zuspitzung der zu untersuchenden Aspekte gut getan, um die durchaus gehaltvollen Diskussionen des Forschungsstandes zielgerichteter führen zu können. Dieses (evtl.) fachwissenschaftliche Manko ist auf der anderen Seite für den Nichtfachmann durchaus ein Gewinn, erhält er so doch einen soliden und insgesamt gut lesbaren Überblick über den derzeitigen Forschungsstand zur Regierungszeit Gordians III. Zu hoffen bleibt, dass der Verlag auch weitere derartige Arbeiten zu einem so günstigen Preis veröffentlicht.
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am 14. September 2013
Das dritte Jahrhundert n. Chr. fasziniert die Althistoriker seit langem, aber vor allem in den letzten zwanzig Jahren wird diese Übergangszeit zwischen Prinzipat und Spätantike besonders kontrovers diskutiert. Daher überrascht es nicht, dass inzwischen mehrere Dissertationen zu einzelnen römischen Kaisern dieser Phase vorliegen. Allen ist dabei gemein, dass ihre Verfasser einerseits mit einer sehr schlechten Quellenlage, andererseits aber mit einer längst unüberschaubar gewordenen Zahl an modernen Publikationen konfrontiert sind. Dies gilt folglich auch für Gordian III. (238 bis 244), dem das vorliegende kurze Buch, eine Erfurter Doktorarbeit, gewidmet ist.

Dass der behandelte Gegenstand wichtig ist, ist nicht zu bestreiten. Allerdings enttäuscht die Monographie aus drei Gründen: Gerade weil die Quellenlage dürftig ist, wäre es erstens ratsam gewesen, wirklich alles heranzuziehen, was verfügbar ist: also die orientalische und byzantinische Überlieferung ebenso wie die Münzen. Dies unterbleibt hier leider weitgehend; im Zentrum stehen Herodian und die Historia Augusta. Die neueste Literatur ist - zweitens - nur lückenhaft rezipiert worden. Und drittens sucht man vergeblich nach innovativen Ansätzen, wie sie von einer Dissertation eigentlich gefordert sind: Dass das Ende der severischen Dynastie keine Wasserscheide innerhalb der römischen Geschichte markiert, sondern dass auch Kaiser wie Maximinus Thrax, Gordian III. und Philippus Arabs noch in der Tradition des Prinzipats zu verorten sind, haben Forscher wie Karen Haegemans, Henning Börm und Christian Körner bereits herausgearbeitet.

So lässt sich festhalten, dass dieses Buch für eine erste Orientierung über Gordian III. nicht ungeeignet ist, der Forschung aufgrund der erwähnten Schwächen aber sicher keine Impulse verleihen können wird.
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am 30. Juni 2013
Die Regierung von Gordian III. wird von Katrin Herrmann in der vorliegenden Dissertation untersucht. Nachdem sie den Forschungsstand und die Quellen zu diesem römischen Kaiser aus der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts beschreibt, widmet sie sich dem Sechskaiserjahr 238, der anschließenden Regierung des Kaisers unter dem Aspekt seines jungen Alters und auf den Gebieten der Rechtsprechung und der Religion. Zum Abschluß beschreibt sie den Feldzug des Kaisers gegen die Perser und seinen Tod an dessen Ende.

Die Dissertation ist ingesamt gut gelungen und diskutiert vor dem Hintergrund der spärlichen und unzuverlässigen Quellenlage die verschiedenen Varianten zum Sechskaiserjahr, dem Weg des kaiserlichen Heers nach Syrien und zu den Umständen des Tods des Kaisers vier Jahre später, denen sie ihre eigenen Interpretationen hinzufügt. Auch wenn dies alles gründlich und unter Einbezug älterer und neuerer Forschungsarbeiten zu dieser Zeit geschieht, kann die Dissertation das grundsätzliche Problem (natürlich) nicht lösen, daß über die genaue politische Situation, die Ereignisse und die handelnden Personen während der Regierung Gordians III. nur sehr wenig bekannt ist. So bleibt zum Schluß der Eindruck, daß man im Grunde alles Wesentliche schon weiß, wenn man die - wenn auch unzuverlässige - antike Geschichtsschreibung gelesen hat, insbesondere Herodian und die Historia Augusta. Trotzdem liefert die Dissertation eine sehr hilfreiche Unterstützung für die Interpretation der antiken Quellen und ergänzt diese durch Berücksichtigung der Münzprägung und der Reskripte aus dem Codex Iustinianus.
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TOP 1000 REZENSENTam 16. März 2016
Obelix hat Recht. Römer, die sich so aufführen wie die ersten Soldatenkaiser, müssen verrückt sein. Die Mächtigen metzeln sich gegenseitig nieder und übrig bleibt ein Jugendlicher, der das Kaiserreich retten soll und schmählich gegen die Perser versagt. Ein Wunder, dass Rom noch 2 Jahrhunderte überlebt hat.
Es hätte auch ganz anders kommen können - siehe "Opelt: Die Legionen des Varus" Die Legionen des Varus
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