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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Allein und ohne Antworten!, 5. Februar 2012
Von 
Anette1809 "katzemitbuch" (Rheinhessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Schildkröten (Broschiert)
Über "Allein unter Schildkröten" lässt sich eigentlich keine Rezension schreiben, ohne dass man elementare Ereignisse der Handlung vorwegnimmt. Wer dieses Buch völlig unvoreingenommen und ohne Vorahnungen auf den Handlungsverlauf lesen will, sollte sich vorher keine Rezensionen zu diesem Buch ansehen!

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'Von allen Tieren ist der Mensch das einzige Lebewesen, das über seine Existenz nachdenkt. Der Mensch fragt nach dem Sinn des Lebens und denkt darüber nach, warum wir leben und dass wir sterben müssen. Der Mensch ist das einzige Wesen, das in der Lage ist, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen, das sich bewusst ist, dass wir eine reelle Wahl haben.' S.14

"Allein unter Schildkröten" ist die Geschichte von Mikke. Die Studie eines Jungen an der Schwelle zum Erwachsenwerden, zwischen Schule und Studium, Familie und der weiten Welt, Glücksgefühlen und unerklärlicher Traurigkeit.
Der Leser begleitet Mikke nur einen kurzen Abschnitt in seinem Leben. Von Anfang Februar bis Mitte Mai ist man hautnah an Mikkes Seite, indem man seine nahezu täglichen Tagebucheinträge liest, und dann ist Mikke nicht mehr. Er hat seine Wahl getroffen. Es ist wie bei den kleinen Meeresschildkröten, die zufällig im Meer herumschwimmen.. Manche schaffen es, manche nicht. Mikke hat es nicht geschafft...
"Allein unter Schildkröten" ist kein Buch, das unterhalten will, sondern ein Buch über das Leben und den Tod, über den Sinn und auch den Unsinn des Lebens. Marit Kaldhol spuckt weder große Töne, noch bietet das Buch eine ausschweifende Rahmenhandlung oder große Aktionen der Protagonisten, vielmehr berührt sie durch den direkten Einblick in das Leben eines jungen Mannes und die Sinnlosigkeit seines frühen Todes. Der größte Schmerz für den Leser, den Tod Mikkes zu realisieren, liegt nicht in der Ungeheuerlichkeit seines Ablebens oder bildhaften Beschreibungen seines zu Tode kommens, sondern darin, dass Mikke einen so plötzlich zurücklässt, ohne, dass es dafür vorher eindeutig erkennbare Anzeichen gab und vor allem ohne Antwort nach dem Warum??? Mikke hat einen großen Freundeskreis, erlebt seine erste Liebe und sieht sich positiven beruflichen Zukunftsaussichten gegenüber, trotzdem ist er häufig von tiefer Traurigkeit und einer großen Einsamkeit erfüllt und zieht sich immer mehr in seinen Schildkrötenpanzer zurück.

'Der kleine Porzellanjunge mit der schief sitzenden Kappe und dem weißen Kaninchen im Arm ist aus dem Regal gefallen. Der Kopf ist abgebrochen und unter die Kommode gerollt. Nicht das erste Mal. Beim letzten Mal hat Mama den Jungen wieder gekittet.' S.59

Den ersten Abschnitt des Romans kann man als Leser noch mit einiger Fassung ertragen. Mikke erzählt in sein Tagebuch weder, das er sich umbringen will, noch das er depressiv ist oder das er sich einsam fühlt. Man ist nur Wegbegleiter während eines kurzen Stückchens seines Lebens, geht mit ihm in die Schule, recherchiert im Internet für den Biologieunterricht, erlebt mit ihm gemeinsam seine erste Liebe und irgendwann bleiben die Tagebuchseiten leer. Erst im Mittelteil des Buches muss man anfangen stark zu sein, wenn Mikkes Mutter von der Zeit nach seinem Tod und ihrer inneren Leere erzählt, aber auch von der Zeit als Mikke noch ein kleiner Junge war. Im dritten Akt kommen abschließend weitere Weggefährten Mikkes zu Wort: seine Freunde, seine erste große Liebe, der behinderte Sverre - der von Mikke betreut wurde, sein Ziehvater und sein leiblicher Vater. Alle versuchen mit dem tragischen Unglück fertig zu werden und von Mikke Abschied zu nehmen, in dem sie ihre Gefühle und ihre Abschiedworte schriftlich festhalten. In der Trauer können sie sich nur gegenseitig Halt geben, für den Tod Mikkes gibt es weder eine Erklärung, noch wird ihnen jemand ihre Briefe beantworten. Der einzige, der eine Antwort liefern könnte ist tot, Mikke ist tot.

"Allein unter Schildkröten" bringt dem Leser die Themen Depression und Selbstmord näher. Authentisch und in der Ich-Perspektive des Betroffenen und seines Umfeldes erzählt, berührt Marit Kaldhol ihre Leser sehr stark und erklärt außerdem, dass sich diese Krankheit und ihr schlimmstes Ende nicht mit einem großen Paukenschlag ankündigen muss. Real von diesen Themen Betroffene können aus Marit Kaldhols Roman Anzeichen herauslesen, mit denen sich eine Depression ankündigen kann und generell werden hoffentlich viele Leser für diese Krankheit sensibilisiert! Nur sollte man sich vor der Lektüre im Klaren darüber sein, dass man mit dieser emotionalen Erschütterung fertig werden muss, ohne dass einen Antworten in ein warmes Nest aus Geborgenheit und Zuversicht zurückholen.
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5.0 von 5 Sternen Ein kurzer Leseeindruck:, 20. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Schildkröten (Broschiert)
Der Klappentext verrät nur wenig über den Inhalt, so dass ich gar nicht wirklich wusste, was beim Lesen auf mich zukommt. Das ist in diesem Fall auch gut, denn mich hat der Verlauf der Geschichte sehr überrascht. Diese Überraschung, verbunden mit einem kurzen Schreck und Unglauben, macht einen großen Teil der Geschichte aus. Deswegen empfehle ich, vorab keine ausführlichen Inhaltsbeschreibungen zu lesen.

Die Geschichte wird in Tagebuchform erzählt. Die Einträge sind unterschiedlich lang, mal eine Seite, mal ist es nur ein Satz. Sie erzählen von Mikkes Leben und den Dingen, mit denen er sich beschäftigt. Auf den ersten Blick wirken diese Einträge unpersönlich, schaut man jedoch genauer hin, so sind sie voller philosophischer Gedanken und Fragen. Mit 134 Seiten ist das Büchlein eher dünn und ich habe es in der Badewanne in einem Rutsch durchgelesen. Somit konnte ich immer wieder in Ruhe innehalten und über das Gelesene nachdenken.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifend. Überraschend. Ganz sensibel., 9. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Schildkröten (Broschiert)
Wenn man „Allein unter Schildkröten“ besprechen möchte, kommt man nicht umhin, ein paar bemerkenswerte Dinge vorwegzunehmen. Als erstes taucht man in Mikkes Gedankenweilt ein, dessen Tagebuch wir lesen: Über die letzten Tage vor dem Abitur, die Trennung seiner Freundin, der Umgang mit dem kranken Sverre und dem Wissen, dass seine Mutter mit ihrem Freund Urlaub in Chile macht. Zunehmend scheint sich Mikke für Meerestiere zu interessieren, alles, was er Neues über sie erfährt, teilt er seinem Tagebuch mit. Doch von Eintrag zu Eintrag wird die Uhrzeit nicht nur später, seine Gedanken sind melancholischer und auch deprimierter gefärbt, bis es am 11. Mai um 3:42 Uhr heißt: „Jetzt schreib ich nicht mehr“ und dem Leser schlagartig bei der Hälfte des Buches klar wird, dass Mikke seinem Leben ein Ende setzt. Denn plötzlich liest man die Gedanken und Gefühle der verzweifelten und fassungslosen Mutter und schließlich endet das Buch mit Briefen seiner Freunde.
Durch die sehr persönlichen, auch lückenhaften Tagebucheinträge bleibt der Grund für Mikkes Entscheidung offen und vielleicht auch nicht nachvollziehbar, aber wenn die Kapitel der Erinnerungen der Mutter beginnen, identifiziert man sich plötzlich mit den ratlosen und fassungslosen Hinterbliebenen. Gerade das macht das Buch sehr realistisch. Die Autorin Marit Kaldhol hat eine wunderbar einfache Art, die Dinge und Geschehnisse klar aber berührend darzustellen. Wenn ich zur Mitte des Buches hin an eine 3-Sterne-Bewertung (nett für Zwischendurch) gedacht habe, ist das Buch doch 5 Sterne wert. Und ich glaube allmählich, dass genau das die Absicht der Autorin und der Grund für Mikke waren: Irgendwann gelangt man an einen Punkt, an dem man in einem Dahinplätschern ohne große Spannung gerät. Und alle Entscheidungen, die man in solch einer Gefühlslage trifft, ziehen gewaltige Konsequenzen nach sich.

Den Preis für dieses dünne und nicht auf jeder Seite vollständig beschriebene Buch auf 12,90 Euro festzusetzen, ist vom Verlag jedoch sehr dreist. Daher befürchte ich, dass „Allein unter Schildkröten“ nicht so viele Leser erreicht, wie es verdient.

Rezension verfasst für buecherkinder.de
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unzählige Fragen - und keine Antworten, 22. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Schildkröten (Broschiert)
Mikke lebt in Norwegen und ist 18 Jahre alt. Er ist ein kluger und nachdenklicher Junge, der kurz vor seinem Abitur steht. Danach wird er Biologie studieren, so sein Entschluss. Er ist ein sensibler Typ, schreibt Tagebuch und stellt sich und dem Leben unzählige Fragen. Gemeinsam mit seinem Kumpel Sverre, der am Down-Syndrom leidet, sieht er sich gern Tierdokumentationen an. Besonders angetan haben es ihm die Meeresschildkröten. Doch mit der Zeit wird Mikke selbst mehr und mehr zur Schildkröte, denn er zieht sich - einem Panzer gleich - vollständig in die schützende Umgebung seines Zimmers zurück. Zur Schule geht er nicht mehr, er meldet sich weder bei seiner Freundin Siri noch bei seinen Kumpels. Als seine Mutter mit ihrem Lebensgefährten aus dem Urlaub zurückkehrt, finden sie Mikke tot in seinem Zimmer. Für alle Menschen, die entsetzt zurückbleiben, stellt sich vor allem eine Frage: Warum?

"Allein unter Schildkröten" von Marit Kaldhol ist ein bemerkenswertes Buch! Es ist kein Roman, aber dennoch zutiefst berührend. Der erste Teil besteht aus Mikkes Tagebuchaufzeichnungen. Im zweiten Abschnitt erinnert sich seine Mutter an viele gemeinsame Ereignisse und versucht, das Unfassbare zu begreifen. In Teil drei finden sich Briefe der Menschen, die Mikke zurückließ. "Allein unter Schildkröten" ist ein ungewöhnliches Buch, das ich ohne eine einzige Unterbrechung gelesen habe. Zugegeben, bei nur 136 Seiten ist das nichts Besonderes, dennoch: Mich nahm die tragische Geschichte um Mikke von der ersten Seite an gefangen. Dieses Buch strahlt eine ungeheure Kraft aus. Es ist faszinierend, dass Autorin Marit Kaldhol mit wenigen Worten eine beeindruckende Kulisse entstehen lässt und von einer solchen Tragödie erzählt - allerdings niemals kitschig. Sie widmet sich den Themen Depression, Selbstmord, Trauer, Tod und Verlust anrührend, sensibel und wiederum doch auf eine ganz eigene Art und Weise schonungslos. Beim Lesen von "Allein unter Schildkröten" habe ich eine große innere Ruhe verspürt, wie ich es bei noch keinem Buch zuvor erlebt habe. Dieses Gefühl bei mir als Leserin und der Stil der Schriftstellerin bildeten hier eine wunderbare Einheit: Man besinnt sich auf das Wesentliche, denkt nach, stellt elementare Fragen und beachtet alles Überflüssige einfach nicht. Mein Fazit: Still, bewegend, großartig!
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen weihnachten, 18. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Allein unter Schildkröten (Broschiert)
für die altersgruppe ist es sicher ein gutes buch. ich könnte mir vorstellen, dieses buch auch im unterricht zu benutzen
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Allein unter Schildkröten
Allein unter Schildkröten von Marit Kaldhol (Broschiert - 2. Februar 2012)
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