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4.0 von 5 Sternen Ein Füllhorn an Informationen aber nicht der Weisheit letzter Schluss, 26. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Wege ins Wunderland: Von Peter Pan bis Harry Potter (Broschiert)
Im Gegensatz zu den beiden 5-Sterne-Bewertern vor ist mir der Autor nicht persönlich bekannt; ich bin also kein Bewunderer des Dozenten. Die gemachten Aussagen bestätigen meine Mutmaßungen.

Die Empfehlung für dieses Buch stammt vor allem aus anderen Büchern, die sich darauf berufen. Und es ist tatsächlich so, dass man - da es vor Informationen aus der Bindung zu platzen scheint - gut damit arbeiten kann. Daraus leitet sich auch der Verwendungszweck ab:

Ausgangsmaterial und Interpretationsvorschläge für Lehrer und Dozenten, die sich all die Mühe nicht selbst machen wollen.

Das Buch wird sicher zwiespältig aufgenommen werden, je nachdem, was man darin zu finden sich erhoffte. Es ist weder Nachschlagewerk, noch erschöpfender Abriss über die Entwicklung der Kinderliteratur in den letzten 150 Jahren. Es werden nur 11 ausgewählte Werke behandelt und spannend ist das nur für Leute, die gern in den Biographien anderer herumschnüffeln ;-) Wer Spannung sucht, sucht im falschen Buch, aber dafür gibt es Annektoten ohne Ende.

Das Material wurde mit einem gut gerundeten Erzählstil zusammengeheftet, von dem sich einige Erzähler eine Scheibe abschneiden könnten. Andererseits ist man geneigt, Seiten zu überspringen - welch Widerspruch! Es ist eben keine Geschichte mit goldenen Stützen, die den Spannungsbogen hoch halten. Es ist eine Materialsammlung mit Overkill-Effekt. Man kann sich ohnehin nicht alles merken. Etwas mehr Schliff in Richtung Scharfzüngigkeit und ein paar Hervorhebungen hätten dem Werk gut getan.

Was mich zu nur 1 Punkt Abzug bewegt, sind 4 Dinge: Zum einen sind da immer wieder Bezugsfehler im Ausdruck, die im Wirrwarr der Lebens- und Handlungsläufe nicht gerade orientierungsdienlich sind. Wer ist ER? Der Autor, der Vater, der Sohn oder gar der Zeitgeist? (sinngemäß)

Zum anderen werden viele fremdsprachige Zitate zwar angeführt, aber nicht mal ansatzweise übersetzt. Es wird schlicht unterstellt, dass wer dieses Buch kauft auch des poetischen Englischs des 19. Jahrhunderts mächtig ist und es auch richtig interpretiert. In meinen Ohren sind das Sätze aus dem Elfenbeinturm.

Des weiteren fehlt mir angesichts des Erscheinungsdatums von 2006 Aktualität. Meine Vermutung: Die Beiträge zu 10 Werken waren als Vorlesungsmaterial schon seit Jahrzehnten fertig. Im Zuge der Harry-Potter-Welle wurde ein entsprechendes Kapitel hinzugefügt und nun alles veröffentlicht. Die HP-Welle hat aber eine Lawine von Kinderliteratur und Verfilmungen losgetreten, auf die hier überhaupt nicht eingegangen wird.

Zum Vierten: Das Buch hat eine ansehliche Dicke, die über den Vorwurf der Oberflächlichkeit, Schludrigkeit und Leichtgläubigkeit erhaben scheint. Welch immenser Rechercheaufwand muss dahinter stecken! Man könnte denken, dass darin nun alles Wissenswerte enthalten ist und kommt gar nicht auf den Gedanken, da könne Wesentliches fehlen. Ist aber so. Darum: Gutes Ausgangsmaterial, aber bei Verwendung niemals auf weitere Recherche verzichten und niemals den eignen Kopf ausschalten!

* Dies soll nur eine Rezension sein, darum zum Beweis bloß 2 Fakten nachgereicht: Joanne K. Rowling - hier cool "JK Rowling" genannt, ohne Punkte - wurde keinesfalls als Joanne Kathleen Rowling geboren. Der Verlag fand eine Mittelinitiale hübsch und Joanne - bislang ohne Veröffentlichungen - hat nachgegeben und sich den Buchstaben bei ihrer Mutter geborgt. Im Gegenzug wurde auch ihr Vorname abgekürzt, um das Geschlecht zu verbergen. "J. K. Rowling" ist also ein Künstlername.

Dass R. L. Stevenson an einer Hirnblutung gestorben ist, war auch für mich neu. Fakt ist aber, dass das Klima seiner Wahlheimat seiner angeschlagenen Gesundheit so zuträglich war, wie der Sensenmann dem blühenden Leben. Warum Stevenson so unvernünftig handelte, wird mit keinem Wort hinterfragt.
Wolfgang Günther kennt zwar den damaligen Umtauschkurs von Pfund zu Dollar und die Höhe der elterlichen Studienunterstützung, erwähnt aber mit keiner Silbe und rechnet auch nicht nach, wie sehr Stevenson später über seine Verhältnisse lebte. Inzwischen gilt es als gesichert, dass Stevenson den Piratenschatz (den Kirchenschatz von Lima) wirklich gefunden, trotz Lungenleidens persönlich und heimlich geborgen - und verhökert hat - was seine Aussage, an der "Schatzinsel" sei wenig Selbsterfundenes, in ganz anderem Licht erscheinen lässt. 2006 waren diese umwerfenden Erkenntnisse bereits bekannt (und dass St. auch Maler und Schatzsucher war, sogar schon länger) und hätten in einem so detailierten Buch zumindest als These erwähnt werden müssen!
siehe auch Reisen im Licht der Sterne: Eine Vermutung und Das Geheimnis der Schatzinsel: Robert Louis Stevenson und die Kokosinsel - einem Mythos auf der Spur

Das Buch bleibt insgesamt der traditionellen Aussage treu, dass Kinderbuchautoren zwar Sonderlinge sind, aber moralisch überlegen und ohne finanzielles Interesse handeln und deshalb eine Art Halbgötter - zumindest aber tragische Helden - darstellen. Und wenn Lewis Carolls pädophile Neigungen kaum mehr zu leugnen sind, dann hatte er sie höchstwahrscheinlich very british im Griff. Nun ja.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie auch seinem Unterricht...., 28. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Wege ins Wunderland: Von Peter Pan bis Harry Potter (Broschiert)
...muss ich diesem Buch unbedingt 5 Sterne geben!

Ich hatte das Vergnügen, Dr. Günther als Dozent an der Buchhändlerschule zu erleben und sein Unterricht ist wirklich außerordentlich unterhaltsam und spannend. Daher freue ich mich, dass sein länger angekündigtes Buch nun endlich erschienen ist. :-)

Genau die Zutaten, die er in seinem Unterricht anwendet, hat er jetzt in dieses Buch gepackt- eine vergnügliche und lehrreiche Reise durch die Kinderliteratur. Man erfährt, neben den 'trockenen Fakten' über das jeweilige Werk auch noch sehr viel über das Leben des Autors und den biographischen Einfluss auf sein Werk, was besonders bei Autoren wie Kipling sehr interessant ist.

Ein nicht nur für Buchhändler interessanter Titel!
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Englische Kinderliteratur"- eine wunderbare Anthologie, 11. April 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wege ins Wunderland: Von Peter Pan bis Harry Potter (Broschiert)
Da spricht der erfahrene Lehrer - und das im allerspannendsten Sinne! Dr. WOLFGANG GÜNTHER hat als Dozent an den Schulen des deutschen Buchhandels in Frankfurt vierzig Jahre lang Generationen von BuchhändlerInnen für die englische Literatur begeistert. „Wege ins Wunderland" ist eine lebendige, spannende Literatur- und Zeitgeschichte über die großen englischen Kinderbuchautoren, die uns alle mit ihren Geschichten bezaubert haben.
Die Lebensgeschichten, verbunden mit Inhaltsangabe und Interpretation von Lewis Carroll (Alice im Wunderland), J.M.Barrie (Peter Pan), R.L. Stevenson (Die Schatzinsel), R. Kipling (Dschungelbuch), K. Grahame (Wind in den Weiden), A.A. Milne (Pu, der Bär), E. Nesbit (Die Kinder von Arden), F.H. Burnett (Der geheime Garten), H. Lofting (Dr. Dolittle), P.L.Travers (Mary Poppins) J.K. Rowling (Harry Potter), eröffnen jene Wege, auf denen die weltberühmten Geschöpfe ihrer Phantasie ins Wunderland gelangten, von Alice bis zu Harry Potter - dem erfolgreichsten Titelhelden unserer Tage.
Hier ist eine Anthologie, die auf dem Buchmarkt gefehlt hat, die sich spannend und mit Witz lesen lässt und dazu anregt, diese wunderbaren Bücher auch als Erwachsene nochmals mit Freude zu lesen. Dazu ist das Buch bestens geeignet, jedes Referat zu diesem Thema mit Glanz zu bestehen.
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Wege ins Wunderland: Von Peter Pan bis Harry Potter
Wege ins Wunderland: Von Peter Pan bis Harry Potter von Wolfgang Günther (Broschiert - März 2006)
Gebraucht & neu ab: EUR 6,21
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