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5.0 von 5 Sternen Atmosphärischer Geschichtscomic, 8. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Kongo: Joseph Conrads Reise ins Herz der Finsternis (Gebundene Ausgabe)
Kongo

Am Ende des 19 Jahrhunderts begann der Wettlauf der europäischen Nationen um Afrika. Wenn man weltpolitisch etwas gelten wollte, mußte man Kolonien dort haben, denn neben Rohstoffen und wertvollen Materialien wie Gold, Elfenbein und Sklaven war es natürlich auch eine Frage von Prestige, wenn man mit den Kolonien sein kleines Land verbgrößern konnte, so wie zum Beispiel das britische Empire. Am Wettlauf nahmen neben Briten, Deutschen, Portugiesen und Franzosen auch die Belgier statt.

Der belgische König Leopold II beanspruchte das Gebiet des heutigen Kongo. Sein Motive waren Fortschritt und Aufklärung in diese Länder zu bringen, und sie erforschen zu wollen. Zumindest offiziell. In der Realität wurden die Länder jedoch nur ausgebeutet. Wenn die Eingeborenen nicht so wollten wie die europäischen Herrscher, wurden sie getötet, oder schwer bespraft. So wurden zum Beispiel im Kongo denjenigen die Hand abgehakt, die angeblich zu wenig Kautschuk gesammelt hatten, was auch Kinder betraf. Die Peitsche war als Argumentationshilfe weit verbreitet.

Als der in Polen geborene britsische Kapitän Joseph Konrad seinen Vertrag bei einer belgischen Kolonialgesellschaft unterschreibt, kann er davon freilich noch nichts wissen. Er glaubt wirklich, er käme als Kapitän nach Afrika, um beim Aufbau der Länder zu helfen. Schon als Kind war er fasziniert vom dunklen Kontinent, der noch lange nicht komplett erforscht war. Entdecker wie Stanley gehörten zu seinen Helden. Kein Wunder also, daß er sich diese Chance nicht entgehen ließ.

Doch die Realität im Kongo ist eine ganz andere. Von dem „zivilisatorischen Werk“, welches seine Gesellschaft eigentlich tun sollte, ist nichts zu spüren. Stattdessen konzentriert man sich darauf, Elfenbein in rauhen Mengen über den Fluß Kongo abzutransportieren. Die Vorgehensweise der dienstälteren Mitarbeiter der Gesellschaft ist dabei äußerst skrupellos. Außerdem lauern noch viele Gefahren da draußen. Sandbänke, die das Schiff zum Kentern bringen können, wilde Tiere, feindliche Eingeborene und tückische Krankheiten wie Malaria oder die Ruhr machen das Leben zu einem ständigen Kampf.

Auch Conrad wird krank, und nimmt alsbald die Umgebung wie durch einen schwülen, bösartigen Fiebertraum war. Tiefer und tiefer dringen sie in das Herz des Landes vor, und Conrad muß sich fragen, ob er die Reise überleben wird...

Fazit:
Das Kreativteam Christian Perrissin und Tom Tirabosco hat hier einen eindrucksvolle Dokumentation über die Unmenschlischkeit der Kolonialisierung geschaffen. In den Fußstapfen bzw. in der Fahrrinne von Joseph Conrad selbst kann der Leser den Kongo herauf fahren, während in der Hitze am Ufer Menschen verrotten, und Raubtiere auf mehr Futter warten. Doch das schlimmste aller Raubtiere ist, wie schnell klar wird, ist der Mensch selbst.

Tom Tirabosco hat sich bei seinen Zeichnungen der Technik der Monotypie bedient. Dabei wird die Farbe, z.B. Acryl, zunächst auf eine Druckplatte aufgebracht, und dann auf das Papier gepresst. Die so entstandenen Schwarz-Weiß-Zeichnungen lassen einen die Hitze und die drückende, fiebrige Stimmung förmlich einsaugen.

Joseph Conrad hat diese Reise sehr geprägt, wie der ausführliche Anhang informiert. Nach der Reise schrieb er verschieden Bücher, wie zum Beispiel „Das Herz der Finsternis“, sein bekanntestes Werk.

Wem der Band gefallen hat, dem seien „Das Ende der Welt“ und „Im Dunkeln“ empfohlen, beide ebenfalls von Tirabosco gezeichnet, und beim Avant Verlag erschienen.

(project:equinoX)
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Kongo: Joseph Conrads Reise ins Herz der Finsternis
Kongo: Joseph Conrads Reise ins Herz der Finsternis von Christian Perrissin (Gebundene Ausgabe - 25. September 2013)
EUR 24,95
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