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am 13. November 2011
"Schluss mit dem Ausverkauf!" ist ein kurzes Buch, das sich sehr gut liest und uneingeschränkt zu empfehlen ist. Was das Buch nicht ist, ist die Wiedergabe eines Streitgesprächs unter den Teilnehmern der Diskussion. Weit überwiegend hat man den Eindruck, dass die Diskutanden sich lediglich in ihren jeweiligen Meinungen bestärken und Stichworte liefern. Zwar werden unterschiedliche Schwerpunkte gelegt und eigene Argumentationslinien verfolgt, im Ergebnis treten jedoch nur sehr selten direkte Widersprüche zwischen den Diskutanden auf. Die Wideersprüche werden dann auch nur angerissen, nicht jedoch ausdiskutiert.

Das ist aber kein Makel des Buchs, denn es ist auch nicht Anliegen des Buchs, unterschiedliche Sichtweisen der Diskutanden aufzuzeigen. Wie bereits im Vorwort klar formuliert und mit der Schilderung belegt, wie der Titel für das Buch entstanden sei, geht es um etwas Anderes. Der Union unter ihrer gegenwärtigen Führung wird ein Gegenentwurf der profilierten Konservativen entgegengesetzt. Dem Regieren nach Umfragen - wie es vielfach beklagt wird - wird ein konservatives, wertorientiertes Weltbild als Grundlage staatlichen Handelns entgegengestellt.

Viele der Thesen sind vor dem Hintergrund eines konservativen Weltbilds unmittelbar nachvollziehbar, an anderen Stellen lässt sich über die ein oder andere Aussage sicherlich heftig streiten. Das ist jedoch kein Mangel des Buchs. Es regt zum Nach- und Mitdenken an und zeigt, dass es eben doch Alternativen gibt, die es zu bedenken gilt.

Das Buch ist in seiner bisweilen sehr zugepitzen Art eine Freude für all jene, die mittlerweile auf Bundesebene den Wertekern (oder "Markenkern") der Union allenfalls schwer erkennen können. Es zeigt, dass "konservativ sein" eben nicht heißt, dem vermeintlichen Zeitgeist hinterherzuhecheln. Das Buch ist eine Streitschrift im besten Sinne.
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TOP 1000 REZENSENTam 4. Oktober 2012
Dieses Vierergespräch ist völlig anders als die Talkshows im TV. Bei letzteren sitzen Menschen unterschiedlicher Meinungen zusammen, und der Zuschauer hat den Eindruck, eigentlich werden nur Statements abgegeben. Die vier Gesprächspartner hier waren sich einig, alle stehen der CDU nahe und sind entsetzt, über deren Verfall. Natürlich sind sie empört, über die Missachtung des Parlaments durch schwerwiegende Entscheidungen für die Zukunft, die die Kanzlerin allein oder nur gestützt auf Gremien trifft, wie es offenbar beim angekündigten Ausstieg von Energiegewinnung durch AKW’s geschah. Man ist entsetzt, dass die CDU eine Familienpolitik betreibt, bei der Kindererziehung unter Missachtung des Subsidiaritätsprinzips weitgehend der Öffentlichkeit übertragen wird, wie es früher beim NS-Staat, in der Sowjetunion und letztlich auch in der DDR üblich war. Die CDU müsse standhaft das klassische Familienbild vertreten und verteidigen. Entsetzt zeigten sich die Gesprächspartner über die hohe Zahl der Abtreibungen. Offenbar würden in unserer Gesellschaft Welpen besser geschützt als Menschen. Bei Welpen darf laut Tierschutzgesetz nicht zu früh eine Trennung von der Mutter erfolgen. Auf der Umschlagseite des Buches wird der ‚traurige Niedergang der Union‘ beklagt. Das könnte dazu führen, dass sich nur der CDU nahestehende Menschen für das Buch interessieren sollten. Das wäre ein verhängnisvoller Irrtum. Jeder Staat braucht eine Regierung, und die muss funktionsfähig sein. Dafür zu sorgen, ist Aufgabe der Parteien. Wenn Parteien versagen-und die CDU ist auf dem besten Weg dahin-dann gefährdet das unsere Demokratie. Letztlich geht es in dem Buch nicht nur um die CDU. Dass insgesamt das Führungspersonal aller Parteien an Qualität verloren hat, dass auch Politiker auf irreführende Statistiken reinfallen, dass die Demoskopie die Politik verhängnisvoll prägt, trifft alle Parteien. Parteimitglieder sollten das Buch aufmerksam lesen, aber jeder politisch verantwortungsbewusste Bürger wird hier mit einem Wissen ausgestattet, das es ihm ermöglicht, Politiker direkt anzusprechen und zu mahnen.
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Dieses aktuelle Sachbuch ist zugleich eine engagierte Streitschrift, die dem Zeitgeist die Zähne zeigt und der CDU den Weg weist - wegwärts vom allgegenwärtigen Linkstrend, der auch die Union weitgehend beherrscht - hin zu Erneuerung ihres bewährten christlich-konservativen Fundaments.

Das soeben erschienene Buch versammelt vier profilierte Autoren:

Prof. Dr. Arnulf Baring: Der Historiker und Politikwissenschaftler ist bekannt für seine Klartext-Stellungnahmen zu grundsätzlichen und aktuellen Themen, die er auch in Fernsehrunden unmißverständlich vertritt.

Josef Kraus: Der Bildungspolitiker war 1995 Kandidat der CDU für das Amt des hessischen Kultusministers und ist seit 1987 Präsident des Deutschen Lehrerverbands und Autor kritischer pädagogischer Werke, darunter Spaßpädagogik - Sackgassen deutscher Schulpolitik" und Der Pisa-Schwindel".

Mechthild Löhr: Die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben" (CDL) ist zugleich Vorstandsmitglied des Bundesverband Lebensrecht" (BVL). Zahlreiche Veröffentlichungen und Veranstaltungen zu bioethischen Fragen und Lebensrechtsthemen.

Jörg Schönbohm: Generalleutnant aD, früherer Inspektor des Heeres und Befehlshaber des Bundeswehrkommandos Ost, ehem. Innenminister von Brandenburg und Präsidiumsmitglied der CDU bis 2006.

Das Vorwort verfaßte der Publizist und Focus-Redakteur Dr. Alexander Kissler, wobei er gleich zur Sache kommt, indem er feststellt, daß CDU und CSU an einer Weggabelung angelangt sind und sich nun die Frage stellt, ob das Prinzipielle wiederentdeckt wird" oder ob sich der Trend zum Pragmatismus" verschärfe.

Klar ist aus seiner Sicht: Dass es nicht weitergehen kann wie bisher mit Schuldenkrise, Parteienkrise und Vertrauenskrise bestreitet niemand in diesen Tagen. Was aber muß geschehen, damit der Scheideweg nicht in eine Sackgasse führt?"

Mit der Beantwortung eben dieser Frage befassen sich die vier Autoren des Buches detailliert und engagiert, wobei sie ihre Beiträge nicht - wie sonst üblich - nacheinander vorlegen, sondern im Rahmen einer Gesprächsrunde" präsentieren: eine ausgezeichnete Idee, die das Buch lebendig und spannend macht.

Doch das Interessante liegt nicht nur in dieser abwechslungsreichen Variante, sondern vor allem am inhaltlichen Klartext und der Vielseitigkeit der Themen, die unverblümt angepackt werden, so etwa, wenn Mechthild Löhr den Skandal" beklagt, daß die CDU die staatliche Finanzierung der Abtreibungen zuläßt und dies noch als gelungenen Konses" verkauft."

Und der ehem. General Schönbohm stellt klar: Bei uns ist die Geburtenrate deutlicher zurückgegengen als etwa in den USA, wo es keine vergleichbaren staatlichen Betreuungsprogramme gibt. Der wesentliche Unterschied scheint mir zu sein, daß man dort Kinder mehr liebt."

Schönbohm kritisiert aber auch die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht (Als größtes Land in der Mitte Europas können wir uns das nicht leisten") - und Prof. Baring erklärt, das Zeitalter der Nationalstaaten" sei keineswegs vorüber.

In diesem dynamischen und sprachlich zum Teil kecken Buch sind die Themen und Rollen" keineswegs klar verteilt: so äußert sich die Lebensrechtlerin Löhr etwa auch kritisch zur wahltaktisch bedingten Energiewende" von Kanzlerin Merkel (Die Stillegung der Atommeiler ist eine Form von Entgeignung") - und der Historiker Baring nimmt Stellung zur Bildungspolitik (Ganz allgemein vernachlässigen wir die Elitenbildung").

Ob Familienpolitik, Wirtschaftsthemen, Innen- und Sicherheitspolitik, ethische Fragen, Europa- und Außenpolitik: das Buch nimmt glasklar Stellung, argumentiert frisch und zeitgeist-unabhängig - und ist packend bis zuletzt. Man kann es also nicht nur warm, sondern heiß empfehlen, zumal der Preis von 8,50 für jeden Interessierten erschwinglich ist.
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TOP 500 REZENSENTam 25. Juli 2014
Drei Autoren und eine Autorin
- Arnulf Baring, ein emeritierter Professor für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin;
- Josef Kraus, der seit 1987 Präsident des Deutschen Lehrerverbandes ist;
- Jörg Schönbohm, ein Generalleutnant a. D. und Ex-Innenminister Brandenburgs;
- Mechthild Löhr, eine Personal- und Unternehmensberaterin, CDU-Politikerin, die auch im Bundesverbands Lebensrecht engagiert ist;
befassen sich in diesem Buch im Grunde genommen mit dem Thema: Wofür steht die Merkel-Union? Vorweg die m. E. richtige Antwort: Für NICHTS!

Diese vier reflektieren und bejammern in diesem Buch, dass die Merkel-Union nur noch für den "Zeitgeist", also für die in den Medien veröffentlichte Meinung steht. Dies wird als totale und bedingungslose Unterwerfung unter die Beliebigkeit bewertet und zeige den Verfall der Union in die Orientierungslosigkeit. Folglich finde eine Verteidigung der christlichen Werte durch die Union gar nicht bzw. kaum noch statt; insbesondere bei Themen wie
- Familie als die Keimzelle der Gesellschaft;
- über 100.000 Abtreibungen pro Jahr;
- Armut und Missbrauch der Statistik;
- Euro-Frage und Euro-Krise;
- Anstrengung, Leistung, Arbeit versus Spaß und Bequemlichkeit;
- Aushebelung innerparteilicher Streitkultur;
- usw.;
wird in der Union - mit Blick auf die große Vorsitzende, also der ehemaligen FDJ-Agitprop-Führerin - feige gekniffen.

Nun, dass die Merkel keinerlei Prinzipien hat und nur den Machterhalt kennt, dies ist hinlänglich bekannt. Gem. FAZ hat die Merkel einmal gesagt: "Mal bin ich liberal, mal bin ich konservativ, mal bin ich christlich-sozial" - eine sehr gute Beschreibung dessen, dass sie (die Merkel) für überhaupt nichts steht.

Arnulf Baring ist nicht Mitglied der Union, die übrigen drei sind seit vielen Jahren in der Union,, sogar in prädestinierten Positionen. Deshalb ein paar Fragen!
- Warum brachten sie sich und ihre Anliegen in der Union nicht in Stellung? - Warum lamentieren sie nur über die Lage, ohne konkrete Problemlösungen vorzuschlagen? - Warum tragen sie das System-Merkel seit Jahren mit?
Mit Blick auf solche Fragen kann man einem Martin Lohmann nur Respekt zollen. Dieser zog aus der Merkel-Show die Konsequenzen und trat im September 2013 aus der Union, der er seit 1972 angehörte, mit folgender Begründung aus: «So gut wie alle wesentlichen Kernpunkte, die das "C" mit seiner einzigartigen Herausforderung ausmach(t)en, sind in den vergangenen Jahren von der Parteiführung der CDU vernachlässigt oder faktisch ausgehöhlt worden. Hier sind besonders hervorzuheben: Schutz und Förderung der Familie sowie Schutz des ungeborenen Menschen. Die Partei hat sich einem diffusen und unberechenbaren Pragmatismus verschrieben, der leider keinen klaren ethischen Kompass mehr erkennen lässt. Zudem wird seit Jahren eine angstfreie und offene wie souveräne Diskussionskultur innerhalb der Partei regelrecht unterdrückt»
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am 5. Januar 2013
Das Buch sollte sich jeder, oder zumindest jedes CDU-Mitglied ein paar Tage unter das Kopfkissen legen und dann weitergeben! Quoten- und Genderbefürworter sowieso.
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am 21. Januar 2013
Ich habe endlich erfahren, was aus der Union geworden ist. Es ist nicht mehr die Partei der Männer wie Adenauer und Ehrhard.
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am 10. Juni 2012
"Schluss mit dem Ausverkauf" - Mit Arnulf Baring, Josef Kraus, Mechthild Löhr und Jörg Schönbohm diskutieren vier interessante, kompetente, ja integre und vor allem konservative Persönlichkeiten den Zustand und die Perspektiven der letzten großen Volkspartei, der CDU. Gegliedert in zwölf Kapitel (bspw. "II. Raumschiff und Claqueure - Wie man Diskussionen verhindert") werden die Wunden des deutschen Parteienkonservatismus nicht nur offen-, sondern auch der Finger in selbige gelegt: Der (zu) schnelle Übergang zum "Öko-Strom", das "neue Familienbild der Union", die Ächtung des Konservativen oder das Bildungssystemgeplänkel - Die Vier schaffen es, diese und andere Probleme des deutschen Konservatismus kurz, knapp und vor allem fesselnd zu skizzieren.

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre und Veränderungsansporn für alle Mitglieder von CDU und CSU sein, ist jedoch selbstverständlich auch für alle interessierten Beobachter der bundesdeutschen Parteiendemokratie empfehlenswert.
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am 11. Dezember 2015
Das Buch ist von 2011, aber in den letzten Jahren hat sich nur fortgesetzt, was damals schon attestiert wurde: Die CDU ist keine konservative Partei mehr. Was damals noch ein Aufbäumen mit der Aussicht auf Korrektur war, ist heute abgeschlossen. Zitat Julia Klöckner, bei Maischberger 8.12.2015: "Hätten wir den konservativen Kern bewahrt, wäre die CDU jetzt bei 20%".

Diese Einschätzung teilen die Diskutanten Baring, Schönbohm, Kraus und Löhr offensiv nicht. Sie verteidigen die konservativen Werte und zeigen auf, wie sich die CDU unter Merkel nicht nur des Konservativen, sondern auch der demokratischen Tradition entledigt hat: Debatten werden immer mehr verkürzt (Syrien-Einsatz!), oder gar komplett ausgelagert in Sonderkommisionen, wie z.B. die Ethikkommision beim Atomausstieg. Damit erfüllt die Partei nicht mehr ihre gesetzliche Funktion, nämlich die politische Willensbildung der Bevölkerung zu organisieren und die Gewaltenteilung wird untergraben.

Die Gesprächspartner beziehen auch Gegenpositionen zum sehr aktuelle Thema der deutschen Identität, speziell der Beziehung zur Nation und zu Europa, und gehen dabei insbesondere auch auf die Integration von Zuwanderern ein.

Wer das Buch heute liest, kommt nicht umhin, an vielen Stellen zu denken, "gut, dass es seit 2013 eine konservative Alternative in Deutschland gibt". Gäbe es sie nicht, müsste sie dringend erfunden werden, denn mit der CDU jedenfalls wäre der Konservatismus in Deutschland erledigt.
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am 1. Januar 2015
Ein tolles Buch mit fundierten Gedanken von Leuten, die es noch wagen, ihr wahre Meinung zu sagen. Das ist ja leider heute selten geworden, in einer Zeit, in der viele aalglatt der gleichgeschalteten Meinungspresse folgen.
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am 10. Dezember 2012
Kurze, treffende und harte Bewertung der Union in Ihrem desolaten Zustand. Eine Partei, die "par l'ordre de Mutti" geführt wird, dürfte wenig Zukunftsperspektiven haben.
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