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5.0 von 5 Sternen Reckwitz's hybride Subjekt
Rezension: Andreas Reckwitz: Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der bürgerlichen Moderne zur Postmoderne, Velbrück Wissenschaft 2010, Studienausgabe..

In dieser Habilitationsschrift, die über 6 Jahre lang gebrütet wurde und als 'Opus summum' über 700 Seiten fasst, erfährt der kulturwissenschaftlich geneigte...
Veröffentlicht am 15. April 2012 von Jaxx Jakobsmuschel

versus
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Redundanzen pur
Der Rezensent oben hat schon die wichtigsten inhaltlichen Punkte und Stärken des Buches herausgearbeitet. Ich beschränke mich daher auf einen der Knackpunkte des Buches: Ein wirkliches Ärgernis sind die ständigen Wiederholungen, die einen förmlich anspringen. Das Buch könnte locker um 300 Seiten gekürzt werden.

Das Buch ist...
Veröffentlicht am 27. April 2012 von ProudDandy


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reckwitz's hybride Subjekt, 15. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der bürgerlichen Moderne zur Postmoderne (Broschiert)
Rezension: Andreas Reckwitz: Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der bürgerlichen Moderne zur Postmoderne, Velbrück Wissenschaft 2010, Studienausgabe..

In dieser Habilitationsschrift, die über 6 Jahre lang gebrütet wurde und als 'Opus summum' über 700 Seiten fasst, erfährt der kulturwissenschaftlich geneigte Leser die geschichtlich-sedimentierte Gewordenheit der bürgerlichen Subjektpraktiken. Es ist ein ambitionierter und gelungener Versuch auf Foucaults Spuren zu wandeln, um das zu vollbringen was der 'Meister' nur in rudimentärer Weise vollzog; eine systematische Genese des Subjektbegriffes, mit mitunter auch durchaus aktuellen zeitgenössischen Bezügen. Dabei bleibt Reckwitz dem Duktus und Gestus des Foucaults aber auch Levi-Strauss, Bourdieus, Giddens verpflichtet; das Subjekt als solches ist immer schon eine gesellschaftliche Ableitung, als eingebettetes Dispositionsbündel (Knotenpunkt) sozialer Praktiken. Im Fokus stehen dadurch weder individuelle Psychen (intentionale Bewusstseinsströme, rationelle Kalküle) noch unpersönliche Objektivationen (normative Strukturen, Teilsysteme, Institutionen, Organisationen) sondern soziale Praktiken als deren Resultat und Ergebnis. Mittels dieser 'praxeologischen Wende' versucht er die bürgerliche liberalen Individuum vs. Gesellschaft Debatten zu umschiffen. Den soziokulturellen Formen (normativen Strukturen) ist das hybride Subjekt, nach seiner Lesart, nicht vollkommen ausgeliefert, es kann sehr wohl kombinatorische Arrangements verschiedener Sinnmuster (kultureller Codes) eigenmächtig verknüpfen eben mittels körperlich-mentaler Praktiken ' dadurch wird eine gewisse 'Hybridität' erst möglich. Dabei unterscheidet Reckwitz drei Subjektordnungen; a) die bürgerliche Moderne des 18 und 19 Jh. die ein moralisch-souveränes, respektables Subjekts erschafft, b) die organisierte Moderne der 1920er bis 1970er Jahre die ein extrovertiertes Angestelltensubjekt zusammenstellt, das Wert auf Formvollendung und Ästhetik legt und c) seit 1980er das postmoderne kreativ-konsumatorische Subjekt, das sich selbst zu verwirklichen und mittels Kreativität nach Selbstkreation trachtet. Das hybride Subjekt wird als ein Knotenpunkt, eine Kombination oder eine Kreuzung von verschiedenster auch widersprüchlichen Code-Praktiken definiert. Reckwitz liefert eine perspektivische Neubeschreibung der Moderne aus postmoderner oder 'praxeologischer' Warte heraus betrachtet, die er mittels Foucaults, Bourdieus und ähnlicher kulturwissenschaftlicher Terminologie vollzieht, was dadurch einige Vorkenntnisse beim Leser voraussetzt. Die Praktik selber ist ein Hybrid aus intentional-reflexiven Handeln und strukturell-normativen Verhalten zu ezeichnen. Die postmoderne soziale Welt besteht demnach aus heterogenen Komplexen; als Netzwerke von Praktiken die mitunter auch widersprüchlicher Natur sein können.
Das Buch ist eine minutiöse 'Bricolage' eines Archivaren, der breites und komplexes Textwissen verschiedener Epochen und Dekaden systematisch in teilweise übernommene und teilweise neue eigene Kategorien klassifiziert aber leider nicht darüber hinaus geht, eine eigenständige Theorie aufzubauen, was die Fülle des Materials durchaus hergeben würde. Statt dieser liefert der Autor eine sehr komplexe und dichte nicht nur sozialwissenschaftliche Werkzusammenschau verschiedenster, illustrer Autoren (Benjamin, Adorno, Luhmann, Bourdieu, Weber, Taylor, Simmel u.v.a) die ihres gleichen sucht in dieser stringenten Weise. Reckwitz versteht es verschiedenste unterschiedliche Bezüge zusammenlaufen zu lassen um dadurch neuartige Perspektiven sowohl auf die Gegenwart wie auf die vergangenen Epochen zu erhalten. Das Buch abstrahiert, mittels der von Reckwitz entworfenen Werkzeugen (Modelkategorien) viele bereits bestehende Wissensdaten (neue und alte Klassiker) und bietet nebenbei die Möglichkeit diese auf sich und die eigene Umwelt erkenntnisreich anzuwenden. Somit ist das Buch für alle ein Gewinn, die sich selber und die Generationen vor sich verstehen oder aus einem breiten kulturwissenschaftlichen Kontext heraus betrachten wollen. Strategisch könnten wir behaupten ist es ein geschicktes Manöver, denn was bis dato Hermeneutik oder Geisteswissenschaft leistet kommt heute im neuen Gewändern als 'cultural studies' daher und bringt sich geschickt in Stellung gegen sozialwissenschaftliche, oder naturwissenschaftliche Subjektdeutungen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fundiert und eine neue Perspektive, 27. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der bürgerlichen Moderne zur Postmoderne (Broschiert)
Das Buch von Andreas Reckwitz hat einen sehr grundsätzlichen Anspruch: die Historische Soziologie des modernen Selbst von der bürgerlichen Moderne des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart der Postmoderne wird systematisch aufgerollt. Und man wird dabei reichhaltig belohnt! Im Kern geht es um die immanente Widersprüchlichkeit dieser Formen des Selbst in verschiedenen Versionen, zum anderen um den häufig unterschätzte Einfuss der ästhetischen Gegenbewegungen auf diese Entwicklung. Das Buch ist keine leichte Kost, aber besticht durch seine Systematik und seine geradezu enzyklopädische Darstellung, ist eine wahre Fundgrube, mit der ich lange weitergearbeitet habe. Am Ende sieht man die Geschichte des modernen Selbst tatsächlich in einem anderen, viel fragmentierteren Licht. Eine lohnende Lektüre für alle diejenigen, die sich für die Persönlichkeitsstrukturen der modernen Gesellschaft interessieren, und auch eine gute Alternative zu Charles Taylors ebenso grundlegenden, aber anders ausgerichteten, philosophischen "Quellen des Selbst".
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Redundanzen pur, 27. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der bürgerlichen Moderne zur Postmoderne (Broschiert)
Der Rezensent oben hat schon die wichtigsten inhaltlichen Punkte und Stärken des Buches herausgearbeitet. Ich beschränke mich daher auf einen der Knackpunkte des Buches: Ein wirkliches Ärgernis sind die ständigen Wiederholungen, die einen förmlich anspringen. Das Buch könnte locker um 300 Seiten gekürzt werden.

Das Buch ist nicht schlecht, jedoch: Eine Anschaffung lohnt sich nicht. Der kleine Band "Subjekt" von Reckwitz schon eher. Dort finden sich die zentralen Aussagen von "Das hybride Subjekt" bereits in der Einleitung.
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Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der bürgerlichen Moderne zur Postmoderne
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