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Die wundersamen Abenteuer des Sigmund Freud: Hundejahre
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Okay, die LAAAAANGE Besprechung von Moebius1900 ist TOP. Wirklich. LESEN! Der Comic von Larcenet ist auch TOP und sollte sofort erworben werden. Ganz kurz: Freud hat die Nase voll von den Spinnern der Akademie und den Wiener Zicken und geht in den Wilden Westen, um einen waschechten Cowboy zu analysieren. Was gar nicht so einfach ist. Und so muss er schließlich mit einem... Hund vorlieb nehmen, der auf der Suche nach seiner Seele ist. GROSS, kein Witz. Und sehr, SEHR Komisch. Larcenet hat sich danach um zwei weitere Großwitze der Weltgeschichte gekümmert: Van Gogh und Attila. (Liebes Reprodukt-Team, bitte ebenfalls verlegen!) Und wem dieses Projekt zu abgefahren ist, sollte sich unbedingt mal Larcenets Meisterwerk DER ALLTÄGLICHE WAHN ansehen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. April 2009
Im August und September 1909 hielt sich der zu diesem Zeitpunkt 53-jährige Sigmund Freud zum ersten und einzigen Mal in Amerika auf. Bisher wurde angenommen, dass er die Überfahrt gemeinsam mit Carl Gustav Jung und Sándor Ferenczi auf einem Dampfschiff unternahm und die nördliche Ostküste der Vereinigten Staaten sowie Kanada besuchte. Eine 2002 in Paris unter dem Titel »Une aventure rocambolesque de Sigmund Freud. Le temps de chien« publizierte Arbeit, die nun auch auf Deutsch erscheint, zieht diese Annahmen in Zweifel. Der renommierte Freud-Experte Emmanuel Larcenet, langjähriger Mitarbeiter des »Fluide Glacial«-Instituts, seit 2000 im wissenschaftlichen Beirat der »Poisson Pilote«-Gesellschaft, legt darin nach intensiven Recherchen plausibel dar, dass Freud die Reise nach Amerika auf einem Segelschiff in Begleitung eines Dieners namens Igor absolvierte und sieben Monate lang in der Neuen Welt weilte. Des Weiteren hielt sich der Begründer der Psychoanalyse laut Larcenet nicht an der Ostküste auf, sondern vielmehr im Südwesten der USA, nahe der mexikanischen Grenze.

In seiner Arbeit rekonstruiert Larcenet minuziös den Verlauf von Freuds Reise, wobei er sich in seiner anschaulichen Darstellung auf zuverlässige Quellen wie den »Felix Lucas«-Werkkomplex des Maurice de Bévère sowie die »Encyclopédie des myrtilles« von Giraud und Charlier stützt. Detailliert examiniert Larcenet Freuds Begegnungen mit einem vagierenden Seelensucher, »Spot« gerufen, den Kaniden zugehörig, und mit einem indianischen Schamanen, der sein Totem finden möchte. Daneben werden die Bemühungen des Arztes geschildert, geeignete Personen zur Psychoanalyse zu finden, was sich aufgrund der soziokulturellen Unterschiede zwischen der Chihuahua-Wüste und dem Wiener Café Central als schwierig bis unmöglich erweist.

In methodologischer Hinsicht kann Larcenets Modus Operandi am ehesten mit »anything goes« beschrieben werden. Auf der einen Seite nähert er sich seinen Topoi mit empirischer Akribie, auf der anderen mit imaginativem Laisser-aller. So wird erstmals die Entstehung des Terminus »freudsche Fehlinvestition« auf kugel- und pfeilfeste Fakten zurückgeführt: Ein abgefeimter Händler hatte dem guten Doktor aus Wien nämlich kurz nach dessen Ankunft in Amerika einen elenden Esel als stattliches Cowboy-Reittier angedreht. Ziemlich weit auf das Terrain der Spekulation begibt sich die Arbeit hingegen mit der Schilderung eines von Freud nach der Einnahme halluzinogener Substanzen imaginierten Renkontres mit seiner Mutter. Da jedoch als gesichert gilt, dass der Wiener Arzt sich mit Kokain beschäftigte, kann selbst dieser biografischen Inkursion eine gewisse Reliabilität konzediert werden.

Jedenfalls mussten Sigmund Freud und Igor aufgrund einer von den amerikanischen Behörden fälschlich ausgegebenen Fahndungsmeldung das Land überstürzt verlassen, und angesichts der Wadlbeißerei, Bigotterie und Hundsfötterei der Neuen Welt werden die beiden wohl gerne in ihre gemütliche Wohnung in der Wiener Berggasse zurückgekehrt sein. Wie nachhaltig jedoch die in den USA gesammelten Erfahrungen für Freud waren, zeigt der große Einfluss des Trips in den so genannten Wilden Westen auf seine 1913 erschienene Schrift »Totem und Tabu. Einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und Neurotiker«.

Emmanuel Larcenet wandte sich nach Beendigung des besprochenen Werkes von freudschen Verbrechern, Schamanen, Schlangen und Sofas ab und dem Leben des Vincent van Gogh zu. Was er dabei an bisher unbekannten Fakten zutage fördern konnte, übersteigt die relativ geringfügigen Revisionen der Freud-Biografie bei weitem: Die Enthüllung der Teilnahme des 1890 verstorben geglaubten van Gogh an der »Geheimoperation Georges Braque«, deren Gelingen die Auslöschung des Kubismus zur Folge gehabt hätte, sowie der Nachweis der klandestinen Einsätze des Malers im Ersten Weltkrieg versetzten die Kunstwelt 2004 monatelang in Aufruhr und sorgten für lautstarke Wortgefechte in den Sushi-Bars von New York bis Bratislava. Während die einen Larcenets Arbeit so großartig und überzeugend fanden, dass sie die vorbehaltlose und sofortige Umbenennung des Centre Pompidou in Centre Manu Larcenet forderten, sahen andere in ihm lediglich einen talentlosen Schmierer mit einer großen Klappe und einer blöden Kappe.
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