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am 30. Januar 2004
Diese CDs haben mir für den Unterricht sehr geholfen, Effi Briest nicht einfach nur zu Lesen, zu bearbeiten und zu interpretieren, sondern auch zu verinnerlichen. Ein entscheidender Unterschied ist mir nun im nachhinein aufgefallen.
Gert Westphal schafft es, mit seiner heiteren Betonung, den streckenweise doch melancholischen Text, den Figuren eine fröhliche, lebendige Stimmung zu geben. Besonders die Dialoge zwischen Mutter- und Vater- Briest sind, im Gegensatz zur Verfilmung Fassbenders, eher freundlich gesinnt und neckisch. Während Fassbender die Unterhaltungen der Eltern eher ernst, konfliktträchtig, angespannt und verstritten erscheinen lässt. Dieser heitere Tonfall Westphals, passte auch in meiner Vorstellung von einer lebenslustigen Effi besser, als Fassbenders
äußerst depressive, melancholische Darstellung Effis.
Mir ist klar geworden, wie unterschiedlich man einen Text interpretieren kann, wenn man ihn anders akzentuiert. Nach dem Motto: der Ton macht die Musik.
Ohne das Buch zusätzlich zu lesen, geht es glaube ich nicht so gut. Darum vielleicht erst ein bischen lesen, um sich eine eigene Vorstellung von Effi und der Stimmung machen zu können.
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am 6. August 2006
Die Geschichte der jungen Effi Briest, die durch die Hochzeit mit dem Landrat Innstetten immer mehr an Lebensfreude verliert und sich schließlich in eine Affäre stürzt, die tragisch endet, ist eines der bedeutendsten Werke des deutschen poetischen Realismus. Auch wenn sich einige Passagen des Buches auf den ersten Blick eher schleppend lesen, reicht ein genauer Blick, um festzustellen, dass sich hinter diesen Passagen viel mehr verbirgt. Bereits in der Beschreibung des Innenhofes, die am anfang des Romans steht, versteckt sich der komplette Verlauf von Effis Leidensgeschichte, der sich erst nach genauer Interpretation der Motive zu erkennen gibt, als Beispiel die Schaukel und mit ihr das Motiv der Luft, des Schwebens, das den ganzen Roman hindurch ein Sinnbild für Effis Persönlichkeit darstellt. Auch die Leidenschaft und das Gefühl, die in diesem Roman zum Ausdruck kommen, werden erst bei genauem Betrachten und der Interpretation der einzelnen Motive und Stilmittel deutlich, dafür aber umso stärker, als sie in einem "normalen" Roman unserer Zeit überhaupt dargestellt werden könnten.

Wenn man bereit ist, sich auf Fontane und seinen -nicht immer leicht zu entschlüsselnden- Erzählstil einzulassen, bietet der Roman "Effi Briest" eine großartige Leseerfahrung und eine Geschichte, die in ihrer Tragik kaum größer sein könnte.
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am 15. Januar 2015
Ja, „ein weites Feld“ – das trifft meine Empfindungen über Theodor Fontanes Roman „Effi Briest“ ziemlich gut. Allerdings lasse ich – anders als Effi's Vater – die Leser meiner Rezension nicht im Unklaren darüber, wie ich zu einer Sache (in diesem Fall zu diesem Roman) stehe *g*

Warum liest man einen Roman, der von den meisten Deutsch-LK-Schülern gehasst wird? Nun, zunächst muss ich sagen: es hat mich schon länger gereizt, Effi Briest zu lesen – vielleicht, weil ich nicht zu den LK-Geschädigten gehöre *lach*. Außerdem habe ich ein Faible für Klassiker und verzweifelte Ehebrecherinnen (mit Madame Bovary und Anna Karenina stehen zwei weitere Bücher in der Warteschleife *g*).

Gevatter Zufall wollte es, das ich letztes Jahr in Münster in der Bahnhofsbuchhandlung nach einer Fortbildung über das Buch gestolpert bin – zu einem unschlagbar günstigen Preis :-) Kurzerhand hab ich das Buch dann mitgenommen und nach der mehr als 1-stündigen Zugfahrt nach Bielefeld war ich schon in diesem Roman gefangen.
Warum? Bereits nach der eröffnenden Beschreibung von Effi's Heimat setzte sich der Filmprojektor in meinem Kopf in Gang und ich fand mich in Hohen-Cremmen wieder, sah, wie unbeschwert Effi spielte und lachte, schaukelte und einfach eine frohe Stimmung verbreitete, die mir schon nach wenigen Seiten ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte. Dann lernte ich die Freundinnen von Effi, die Eltern und Geert v. Innstetten kennen und war völlig von den Socken, als Effi auf einmal mit ihm verlobt war. Die Selbstzweifel der Eltern ließen nicht lange auf sich warten, verschwanden aber auch ebenso schnell wieder.

Dann begleitete ich das frisch vermählte Paar nach Italien und anschließend nach Kessin, wo der Anfang vom Ende für Effi begann. Die ganze Zeit über habe ich mich immer gefragt, was Effi's Mutter wohl an Geert v. Innstetten gefunden hatte – war er doch (auf der einen Seite) herzlich zu seiner jungen Frau, auf der anderen Seite hat er in der ganzen Zeit nie die von vornherein sehr deutliche Distanziertheit aufgegeben, sondern es wurde sehr schnell sehr deutlich, dass ihm seine Karriere wichtiger war als die Familie. Darum habe ich mich auch für Effi gefreut, als sie mit Alonso Gieshübler einen lieben Freund gewonnen hat, der ihr das Leben jeden Tag mit Zeitungsausschnitten und kleinen Aufmerksamkeiten versüßt.

Effi langweilt sich in Kessin und auf den gesellschaftlichen Besuchen, die sie gemeinsam mit ihrem Mann absolvieren muss, zu Tode und man beginnt sich zu fragen, womit Effi das Ganze eigentlich verdient hat. Dann betritt Major Crampas die Bühne – ein „Frauenliebhaber“ durch und durch, der dabei aber sympathisch agiert. Effi kann sich dem Charme von Crampas nicht entziehen, obwohl sie es eigentlich gar nicht will. Das Verhältnis zwischen Effi und Crampas wird auch nie wirklich offensichtlich beschrieben – es findet eher „zwischen den Zeilen“ und in wenigen, interpretatorisch eindeutigen Passagen (Crampas und Effi allein in der Kutsche oder bei dem unter Crampas Regie aufgeführten Theaterstück) statt. Dafür wird die Eifersucht von Innstetten umso deutlicher, auch wenn er meiner Meinung nach nicht wirklich einen Grund dafür hat *g* - das kann jetzt jeder für sich interpretieren, wie es gemeint ist.

Um es jetzt für den Leser dieser Rezension nicht zu langweilig werden zu lassen (Glückwunsch an die, die bis hierher gelesen haben!), gibt es jetzt 'ne kleine Abkürzung und mein Fazit: Familie v. Innstetten geht von Kessin aus nach Berlin, Effi wird immer kränker, kommt zur Kur, Geert findet durch einen blöden Zufall Briefe, die das Verhältnis zwischen Effi und Crampas offenlegen, es kommt zum Duell zwischen v. Innstetten und Crampas (eine der Stellen im Buch, die kurz, knapp und präzise sind, während andere sehr ausführlich dargestellt werden, was für mich einen Teil des Reizes dieses Buches ausmacht), Geert's Selbstzweifel, ob er richtig gehandelt hat oder nicht, verschwinden ebenso schnell, wie sie gekommen sind, Effi wird aus der Gesellschaft und von ihren Eltern verbannt, fristet mehrere Jahre ein tristes Alltagsleben, macht eine enttäuschende Begegnung mit ihrer inzwischen 10-jährigen Tochter (die sie seit der Verbannung nicht mehr gesehen hat) und kehrt anschließend in die liebenden Arme ihrer Eltern zurück, die ihr mittlerweile verziehen haben.

In Hohen-Cremmen verbringt sie noch eine kurze, unbeschwerte Zeit und stirbt letztendlich - mit sich, Geert und allen anderen im Reinen – ein weiterer Moment im Buch, der mich ziemlich getroffen und berührt hat.

Fazit: Theodor Fontane hat mit „Effi Briest“ eine der schönsten Ehebruchgeschichten der Weltliteratur geschrieben, bei der einem nichts anderes übrigbleibt als mit der Titelheldin zu lachen, zu weinen, zu staunen…Das alles in einer wunderbaren Sprache, bei der die wenigen französischen Worte nicht negativ auffallen (auch wenn ich kein Französisch verstehe, konnte ich mir immer denken, worum es ging). Neben „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ von Gabriel Garcia Marquez bekommt Effi Briest nun einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal und ich werde garantiert nicht müde, Effi Briest als ein Stück großartiger Weltliteratur anzupreisen, für welches man bestimmt erst ein gewisses Alter *hust* erreichen muss, um es zu mögen.

Danke Theodor Fontane!!!
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am 12. Juli 2004
Theodor Fontane wurde erst sehr spät in seinem Leben als Romanschriftsteller erfolgreich und bekannt. Am bekanntesten wurde er dabei wohl mit der Geschichte der „Effi Briest".
Die Fabel dieses Romans hat ihre Quelle in der Wirklichkeit. Fontane - der auch lange als Journalist gearbeitet hatte - griff eine Zeitungsmeldung aus dem Jahre 1886 über ein Duell zwischen einem preußischen Offizier und einem Amtsrichter auf. Der Anlass war die Liebesaffäre zwischen dem Offizier und der Frau des Amtsrichters, Elisabeth von Ardenne.
Damit hatte Fontane sein Thema, wobei er den Schwerpunkt auf die Darstellung der Persönlichkeit der Hauptfigur - Effi - legt.
Fontane gelingt damit eine der beeindruckendsten Darstellungen des Schicksals einer Frau in der deutschen Literatur.
Der Inhalt sei hier nur kurz skizziert: Die 17-jährige Effi verlobt sich mit dem Landrat Geert von Instetten, der immerhin über 20 Jahre älter ist und früher ein Auge auf Effis Mutter geworfen hatte. Die lebhafte Effi langweilt sich im Haushalt Instettens tödlich, zumal er ihr auch nur wenig Aufmerksamkeit zukommen lässt. Auch die Geburt einer Tochter ändert an der für Effi betrüblichen Situation wenig. Erst ein schneidiger junger Offizier namens Crampas bringt ihre Gefühle in Wallung und Frauen, die sich langweilen, sind ja fast zu allem bereit. So hat sie eine kurze, aber heftige Affäre mit ihm und diese fast schon vergessen, als nach Jahren Instetten die Liebesbriefe von Crampas an Effi findet. Er duelliert sich mit Crampas, erschießt diesen und lässt sich von Effi scheiden, die Tochter bleibt bei ihm. Effi - die Ehebrecherin - gerät in gesellschaftliche Isolation und stirbt schließlich verzweifelt und schwermütig.
Fontane gelingt im Roman eine Darstellung Effis, die sie sehr sympathisch macht u d sie eher als Opfer gesellschaftlicher Konventionen und starrer preußischer Ehrbegriffe zeigt, denn als „Familienzerstörerin".
Neben der sehr subtilen Gestaltung dieser Frauengestalt ist vor allem die Prosa Fontanes zu loben - nicht umsonst hat Thomas Mann von sich behauptet, seine literarische Grundbildung bei Fontane erhalten zu haben. Dieses Werk gehört meines Erachtens zum Kanon deutscher Literatur - man muss es gelesen haben.
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am 13. August 2009
Mit seinen weiblich akzentuierten Romanen "Frau Jenny Treibel" und vorallem "Effi Briest" (das laut Thomas Mann nicht einmal in einer nur aus zehn Büchern bestehenden Bibliothek fehlen darf)hat sich Fontane in die oberste Liga der "Literaturklassiker" gespielt.

Die Geschichte von "Effi Briest" klingt zu nächst nicht sehr brisant:
Die 17 jahre alte Effi wird mit dem mehr als doppelt so alten Baron von Instetten verheiratet und zieht zu diesem nach Kessin, in dessen haus hat sie allerdings oft Angst und ist auch manchmal allein, ihr Mann so sehr er Effi auch schätzt und liebt, kann ihr dies nicht immer zeigen und wirkt ihr gegenüber oft emotionslos und kalt, wie gut dass sie einen Freund findet in dem Apotheker Gieshübler.
Doch auch diese platonischen Zuneigungen reichen der jungen, liebesbedürftigen Effi nicht und so geschieht dass Unglück, sie fängt eine kurze Affäre an mit dem Freund ihres Mannes Major Crampas an.
Als dieses durch Zufall jahre später herauskommt, muss Effis gehörnter gatte gemäß dem Ehrenkodex handeln und seinen ehemaligen nebenbuhler in einem Duell erschießen.

Effi wird daraufhin von ihm und ihren Eltern verstoßen.
Am Ende jedoch, haben wenigstens diese Mitleid und nehmen sie wieder in ihre alte Heimat auf, udn Effi kann die letzten tage irher Lebens in einen glücksähnlichen Zustand verbrignen, während sich Instetten nicht einmal mehr über beförderunge nfreuen kann und immer mehr versauert.

Fontanes Roman zeichnet sich aber nicht durch diese Handlung aus (der Teil der Entdeckung und der verstoßung kommt auch erst gegen Ende des Romans) vielmehr überzeugend ist die Aert udn Weise wie Fontane mit seinen Figuren umgeht.
Diese sind allesamt tragische Figuren, die ihr Leid erkennen und die auch erkennen dass die gesellschaft zu einem großen teil auch daran schuld hat mit ihren alten Moralvorstellungen und einer "mehr schein als sein" Mentalität, aber sie alle streuben sich davor gegen den Strom zu schwimmen und fügen sich den Normen und somit ihrem Unglück.

Wie Fontane seine Figuren beschreibt ist ebenfalls sehr eindrucksvoll, die jugendliche, träumerische Effi kommt eben so authentisch rüber wie der gesetztere und ältere Instetten, man kann die gefühle der Figuren nachvollziehen sie verstehen oder auch verdammen, auf jedenfall kann man sich sehr gut in die Zeit und die Sprache einfinden und einen Hochgenuß beim Lesen empfinden.

Abgerundet wird Fontanes Roman dann noch von etlichen Philosophischen Fragen, die nur am rande oder in kurzen Sätzten behandelt werden und natürllich einer schönen prise Gesellschaftskritik, die aber nie überhand nimmt und das Thema des Romans irgendwie von der pPerson der Effi Briest oder ihrer Ehe ablenkt.

Ein wirklich schönes Buch, dass zum nachdenken anregt und einen Überblick verschafft über die "alte Zeit" und über diese Konventionen, und dass ausserdem eine treffende Analyse einer gescheiterten ehe mitbringt und einsichten in die Gefühlwelten von völlig verschiedenen Menschen.
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am 8. Dezember 2002
Der Roman basiert auf einer wahren Begebenheit, einer Ehetragödie, die in den achtziger Jahren für Aufsehen sorgte. Effi Briest wächst wohlbehütet auf dem Gut ihrer Eltern auf und wird im Alter von siebzehn Jahren von dem Baron von Instetten, einem 20 Jahre älteren Jungendfreund ihrer Mutter, umworben. Aufgrund seiner vorteilhaften Stellung folgt ihm Effi (unwissend und eigentlich auch ohne ihn zu lieben) in eine frühe Ehe. Sie beginnt schon bald, sich tödlich zu langweilen, vermißt die Leidenschaft bei ihrem Mann und hat dazu noch Angst vor Gespenstern. Die Geburt eines Kindes macht sie etwas ruhiger, aber nicht weniger einsam, sodaß sie eine Affäre mit dem Offizier Crampas eingeht. Die Heimlichkeiten belasten Effi, und die Versetzung ihres Mannes nach Berlin machen der Sache auf unauffällige Art und Weise ein Ende. Nach einigen ruhigen, harmonisch verlebten Jahren in Berlin findet der Baron jedoch die Briefe Crampas' an seine Frau...
Thomas Mann bezeichnet den Roman als Fontanes "modernstes Werk, das am deutlichsten über die bürgerlich realistische Epoche hinaus in die Zukunft weist"; die angeblich leidenschaftslose Erzählweise von Fontane, der z.B. nur in Andeutungen die Affäre Effi-Crampas schildert, widerspiegelt aber die gesellschaftlichen Zwänge, denen die Protagonisten unterliegen.
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Effi Briest wird mit ihren 17 Jahren mit dem Baron von Innstetten verheiratet, der jedoch 20 Jahre älter als sie ist und Effi wie ein Kind behandelt. Effi fühlt sich in ihrem neuen Zuhause in Hinterpommern nicht wohl, denn sie glaubt dort einen Spuk zu vernehmen. Sie gebiert eine Tochter und fängt doch eine Affäre mit dem Major Crampas an. Nach Jahren erst fliegt dieser Faux-Pas auf und Innstetten duelliert sich daraufhin mit Crampas, wobei dies für Effi unglückliche Auswirkungen auf ihr weiter bevorstehendes Leben nimmt...

Effi Briest ist unbestreitbar ein Klassiker der deutschen Literatur und insbesondere des Bürgerlichen Realismus/Gesellschaftsromans im 19. Jahrhundert. Fontane verfasste dieses und andere Werke erst in späteren Jahren seines Lebens, doch diese Reife ist ihm nicht abzuerkennen. Die Geschichte der jungen, frischen Effi, die Stück für Stück zu einer alten, kränklichen Frau wird, die viel Leid und Erduldungen in ihrem Leben hat hinnehmen müssen ist für den Leser natürlich bemitleidenswert. Fontanes Erzählstil jedoch ist, abgesehen von der großartigen Handlung, etwas langgezogen und nicht farbprächtig genug, die Worte und Beschreibungen wirken nicht sehr beeindruckend, doch nichtsdestotrotz sollte man dieses, sein bekanntestes Werk, gelesen haben, um sich zumindest einen Eindruck über diese literarische Epoche zu verschaffen. "Effi Briest" gilt als Vorform der späteren Romane, zum Beispiel Manns "Buddenbrooks", der "Effi Briest" als ein Werk bezeichnet, das in einer Bibliothek, wenn man sie auf 5,6 Bücher kürzen würde, nicht fehlen dürfte. Fontane hat die Wahl zu meinem persönlichen Lieblingsautor zwar nicht gewonnen, doch überzeugt er mich trotzdem vollends in seinen Absichten, Anschauungen und Darstellungen, ich vergebe 4 Sterne für ein Werk, das stets als aktuell angesehen werden kann, womöglich in anderen Ländern dieser Welt.

~Bücher-Liebhaberin~
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Effi Briest wird mit ihren 17 Jahren mit dem Baron von Innstetten verheiratet, der jedoch 20 Jahre älter als sie ist und Effi wie ein Kind behandelt. Effi fühlt sich in ihrem neuen Zuhause in Hinterpommern nicht wohl, denn sie glaubt dort einen Spuk zu vernehmen. Sie gebiert eine Tochter und fängt doch eine Affäre mit dem Major Crampas an. Nach Jahren erst fliegt dieser Faux-Pas auf und Innstetten duelliert sich daraufhin mit Crampas, wobei dies für Effi unglückliche Auswirkungen auf ihr weiter bevorstehendes Leben nimmt...

Effi Briest ist unbestreitbar ein Klassiker der deutschen Literatur und insbesondere des Bürgerlichen Realismus/Gesellschaftsromans im 19. Jahrhundert. Fontane verfasste dieses und andere Werke erst in späteren Jahren seines Lebens, doch diese Reife ist ihm nicht abzuerkennen. Die Geschichte der jungen, frischen Effi, die Stück für Stück zu einer alten, kränklichen Frau wird, die viel Leid und Erduldungen in ihrem Leben hat hinnehmen müssen ist für den Leser natürlich bemitleidenswert. Fontanes Erzählstil jedoch ist, abgesehen von der großartigen Handlung, etwas langgezogen und nicht farbprächtig genug, die Worte und Beschreibungen wirken nicht sehr beeindruckend, doch nichtsdestotrotz sollte man dieses, sein bekanntestes Werk, gelesen haben, um sich zumindest einen Eindruck über diese literarische Epoche zu verschaffen. "Effi Briest" gilt als Vorform der späteren Romane, zum Beispiel Manns "Buddenbrooks", der "Effi Briest" als ein Werk bezeichnet, das in einer Bibliothek, wenn man sie auf 5,6 Bücher kürzen würde, nicht fehlen dürfte. Fontane hat die Wahl zu meinem persönlichen Lieblingsautor zwar nicht gewonnen, doch überzeugt er mich trotzdem vollends in seinen Absichten, Anschauungen und Darstellungen, ich vergebe 4 Sterne für ein Werk, das stets als aktuell angesehen werden kann, womöglich in anderen Ländern dieser Welt.

~Bücher-Liebhaberin~
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am 18. Januar 2008
Ich habe mir das Hörbuch zur Abiturvorbereitung gekauft. Gelesen hatte ich das Buch bereits ein Jahr zuvor. Die Betonung ist eigentlich recht gut. Nur in Dialogen verliert man leider schnell den Überblick, da alle Stimmen gleich gesprochen werden und die Sprecherin ihre Stimme nicht verstellt, sodass man manche Stellen öfter hören muss um alles zu verstehen.
Zur Unterstützung bei gleichzeitigem Lesen der Lektüre oder zur Wiederholung ist das Hörbuch jedoch vollkommen ausreichend und vom Preis-Leistungsverhältnis her auch sehr gut.
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am 10. März 2010
Der Roman Effi Briest gilt als DER Klassiker des ausgehenden 19. Jahrhunderts deutschsprachiger Literatur und handelt von einer lebensfrohen jungen Frau, die eine Ehe mit dem sehr nüchternen und deutlich älteren Baron von Innstetten eingeht. Frisch verheiratet zieht Effi Briest zu ihrem Ehemann in die pommerische Provinz, wo sie die triste Umgebung und die öden gesellschaftlichen Konventionen sehr trübe stimmmen. Hinzu kommt, dass das vom jungen Ehepaar bewohnte alte Haus eine unschöne Vergangenheit hat und Effi, die leicht abergläubisch ist, oft nicht schlafen lässt. Innstetten selbst wird als sehr nüchterner und pragmatischer Charakter beschrieben, der die eigene Karriere über seine Ehe stellt und daher oft wochenlang fort ist. Der Ehebruch durch Effi ist daher vorgezeichnet.

Diese sehr realistische Geschichte endet tragisch, ohne dass Fontane den Ausgang irgendwie erklärt. Im Roman lässt er dazu Effis Vater die letzten (und im Roman mehrmals vorkommenden) Worte sagen: "Das ist ein zu weites Feld", was für einen damaligen Roman sehr modern war. Auch werden Effis Angstneurosen und ihre spätere Depression auf eine sehr anschauliche Art und Weise geschildert. Der Roman ist dennoch mehrheitlich in einer sehr nüchternen Sprache geschrieben, aber stellenweise auch recht schwer zu verstehen, wo antiqierte Begriffe benutzt werden.

Mich persönlich hat es ziemlich geärgert, dass der Roman den Leser in Bezug auf die Affäre ziemlich im Unklaren lässt, da sie in keiner Zeile geschildert wird. Das finde ich dann doch enttäuschend. Hier hätte Fontane, wie Flaubert bei "Madame Bovary", mehr Mut haben müssen, um von mir fünf Sterne zu bekommen.
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