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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kohle fällt nach oben
Wohltuend ist der Seitenhieb gegen Peter Sloterdijk: kann einer, der unreflektiert Wohlhabende mit Leistungsträgern gleichsetzt, die nominale Steuerbelastung mit der tatsächlichen gleichsetzt und die Sozialabgaben komplett unter den Tisch fallen läßt, überhaupt den Begriff Leistungsträger für sich in Anspruch nehmen?
Viele Dinge,...
Veröffentlicht am 28. Oktober 2010 von Don Rumata von Estor

versus
20 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut mit Schwächen
Das vorliegende Buch ist generell gut gemacht, jedoch überholt sich die Autorin bis zum Ende hin selbst links.

Es ist immer eine Frage der Darstellung welche Emotionen man beim Leser hervorrufen kann. Ein kleines Beispiel hierzu ist z. B. die Aussage, dass man sich um Hartz IV und dessen Missbrauch keine Sorgen machen müsse (weil es ja sowie zu gering...
Veröffentlicht am 10. Mai 2010 von TurboKapitalistenSchwein


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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kohle fällt nach oben, 28. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht (Gebundene Ausgabe)
Wohltuend ist der Seitenhieb gegen Peter Sloterdijk: kann einer, der unreflektiert Wohlhabende mit Leistungsträgern gleichsetzt, die nominale Steuerbelastung mit der tatsächlichen gleichsetzt und die Sozialabgaben komplett unter den Tisch fallen läßt, überhaupt den Begriff Leistungsträger für sich in Anspruch nehmen?
Viele Dinge, die Herrmann anspricht, sind nicht neu. Trotzdem ist es wichtig, dass man mal wieder mit der Nase drauf gestoßen wird: etwa, dass die europäischen Staaten sich seit vielen Jahren einen Steuersenkungswettbewerb liefern, ein Ende des Gejammers über zu hohe Steuern aber nicht in Sicht ist. Dass Bundes- und Landesregierungen viel Geld in die Bekämpfung der Schwarzarbeit stecken, bei Steuerhinterziehung aber gern demonstrativ wegschauen und auch schon mal aufmüpfige Beamte für verrückt erklären lassen. (So offenbar in Hessen geschehen).
Zentrales Anliegen des Buches ist aber nicht das Verhalten der Politik, sonderen jenes der Mittelschicht, die sich offenbar immer stärker an den Mythos vom individuellen Aufstieg durch Bildung klammert. Eltern verschulden sich, um ihren Kindern eine (vermeintlich) bessere Bildung zu verschaffen. Tatsächlich erreichen sie, dass die Elite auf noch teurere, noch "bessere" Institutionen ausweicht, um weiterhin unter sich bleiben zu können: auch in Deutschland ist die Standesgesellschaft nie wirklich abgeschafft worden. Im Moment läuft alles darauf hinaus, dass sie unter der Prämissen von Modernisierung und Liberalisierung restauriert wird.
Ulrike Herrmann setzt große Hoffnungen in die Politik, die scheinbar nur aufwachen muss, um diese Mißstände endlich angehen zu können. Wenn man beobachtet, wie einflußreiche Lobbys geradezu täglich die Regierung vorführen, kann man allerdings annehmen, dass es dafür schon zu spät ist.
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93 von 100 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wachsendes soziales Ungleichgewicht mit größter Sprengkraft., 31. März 2010
Von 
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(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht (Gebundene Ausgabe)
Die Superreichen und Industriellen verdienen heute mehr als zu Beginn der Industrialisierung. Geschuldet ist dies einer Mittelschicht, die glaubt, dazuzugehören, wenn sie die FDP/CDU wählt oder über das Prekariat schimpft.

Geschuldet ist dies auch einem vermeintlichen Reichtum, der niemand mehr verhungern lässt. Geschickt wir diese Zugabe genutzt, um Geld immer mehr nach oben zu transferieren. Das oberste Zehntel unserer Bevölkerung hält über 60% des gesamten Vermögens aller Deutschen, Tendenz: steigend.

Geschickte psychologische Tricks und Meinungsbeeinflussungen suggierieren einen Gleichklang zwischen Superreichen und der (zahlenden) Mittelschicht. Letztere wählen ihren eigene Schlachter selbst, indem sie Gesetze zulassen, die nur Denen-da-Oben nutzen.

Ulrike Herrmann decouvriert dieses wachsende Ungleichgewicht mit klaren Analysen, die uns alle schockieren müssten. Viele Einzelhändler spüren schon heute die steigende Kaufzurückhaltung und dies wird über kurz oder lang auch auf die Superreichen zurückschlagen. Sie sind zu gierig, Geld macht immer durstiger, auch wenn man Milliarden besitzt. Es mündet in die Fluten der Macht und Gottgleichheit. Es war im Mittelalter so und auch heute ist es nicht anders.

Problem ist, dass die deutsche Mittelschicht schuftet und schuftet und die wahren Zusammenhänge nicht mehr kennen (will). Sie sieht sich als der Elite zugehörig, die aber in Wahrheit langsam zur Dienstleistungsbotengesellschaft der Milliardäre, Millionäre und des alten, neuen Adels degradiert.

Die Mittelschicht besteht aus den neuen Sklaven der Banken- und Konzernmacht, sie wird in Zeiten der Globalisierung immer mehr zum Meer der Handlanger, die für fast jeden Lohn arbeiten müssen. Man ist schon dankbar, wenn die Arbeitsplätze erhalten bleiben.

In der Schweiz ist das Gesamtvermögen weithaus homogener unter der Bevölkerung verteilt und dies wirkt sich letzten Endes auf die Zufriedenheit bzw. die Kaufkraft aller aus. Dies muss auch für Deutschland ein relevantes, politisches Ziel werden, die Ausbeutung der Mittelschicht hat fatale Folgen.

Ein falsch verstandenes Elite-Denken, die unsägliche deutsche Autoritätsgläubigkeit, Heldenverehrung und Medienkonsum - sie alle sind dafür verantwortlich, dass wir nicht aufbegehren und endlich für unsere Recht einstehen.

Dieses Buch ist ein erster Schritt, um hinter diese unsägliche Nebelwand zu sehen, Fakten zu erhalten und der Beginn von Änderungen.

Sehr empfehlenswert.
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35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswert für alle die kritikfähig sind!, 19. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch macht wütend. Nicht aber nur auf die immer gleichen Zielgruppen der Vorstandsvorsitzenden, Kapitaleigner und Manager (auch, aber eben nicht nur), sondern primär auch auf einen selbst. Zumindest sehe ich darin eine der Hauptintentionen dieses Buches. Es soll den Leser wachrütteln, und genau das tut es. Man erkennt sich in fast allen Kapiteln auf irgendeine Art und Weise wieder, zumindest sofern man offen für solche Themen ist und über ein gewisses Maß an Selbstreflexion und -kritik verfügt.

Der im Titel angesprochene "Selbstbetrug der Mittelschicht" ist auch mir bisher nicht offensichtlich gewesen. Zu sehr lebt man halt doch in seiner eigenen "heilen Welt" und denkt nicht weit genug. Aber bei genauerem Betrachten der Aussagen von Ulrike Hermann wird einem klar, dass sie Recht hat. Frau Hermann liefert allerdings keine Schritt-für-Schritt-Anleitung "Wie stürzen wir die Oberschicht?". Von dieser Hoffnung sollte man sich frei machen. Was sie aber liefert, sind Denkanstöße und Sichtweisen die man bisher so vielleicht nicht gesehen hat. Und das kann am Ende vielleicht sogar effektiver sein als ein bloße Anleitung. Bevor unser System wirklich grundlegend reformiert werden kann, muss sich Hermanns Meinung nach "die Mittelschicht" einen und zwar nicht mit der "Oberschicht", wie sie das momentan tut, sondern "nach unten". Und genau dort setzt sie an.

Rainald Grebe, ein Kabarettist dem ich sehr gerne zuschaue, sang bereits vor einigen Jahren in einem seiner Lieder: "Chancengleichheit gibt es nicht / In solchen Verhältnissen". Auch das ist eine Kernaussage dieses Buches. Wir glauben größtenteils alle noch, dass jeder die gleichen Chancen hat, in diesem Land etwas zu werden. Dass die Wirklichkeit anders aussieht, wird von Frau Hermann äußerst plastisch dargestellt.

Das Buch ist leicht verständlich geschrieben. Einziger Kiritikpunkt meinerseits ist die teilweise doch recht häufige Wiederholung von bestimmten Aussagen. Was allerdings auf der anderen Seite auch den Vorteil hat, dass sich genau diese Aussagen einprägen.

Fazit:
Wer nicht gewillt ist, sich oder sein Handeln kritisch zu hinterfragen, der sollte dieses Buch nicht zur Hand nehmen. Allen anderen empfehle ich die Lektüre. Und vielleicht hilft uns dieses Wachrütteln letztenendes allen!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pispers mit Fußnoten, 6. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht (Gebundene Ausgabe)
Von Anfang bis Ende liest dieses Buch sich wie ein Bühnenprogramm von Volker Pispers. Die Unterschiede sind, dass er keine Fußnoten im Programm hat, satirische Spitzen platziert und sich selbst von ihm kritisierte Zuschauer auf die Schenkel klopfen (um die Lehren seiner Gesellschaftskritik beim Verlassen des Saals auch sofort wieder zu vergessen). Ulrike Herrmann dagegen schrieb hier keine Satire. Und die Adressaten werden bei weitem nicht alle applaudieren. Im Gegenteil. Sie werden Ihre Argumente abwerten, Ihre Quellen diskreditieren und zum Schluss Sie selbst zum Abschuss freigeben, weil man von einer TAZ Redakteurin nun nichts andere zu erwarten habe als linke Agitation. Oder man holt den Neidhammer raus.
Sie hat auf einfache und verständliche Weise mit nachvollziehbaren und belegbaren Argumenten dem Mittelstand sein Dilemma vorgeführt. Meiner Meinung nach hat sie die Finger in die richtigen Wunden gestoßen und ich war überrascht, bei wieviel Selbsttäuschung ich mich selbst erwischt habe. Dabei hat Sie zumindest mir nichts erzählt, was ich nicht vorher schon wusste. Warum nicht 5 Sterne? Weil das Buch Arbiet macht. Fast alle Ausführungen haben Fußnoten, aber die stehen hinten um Buch und man wird die Quellen schon selber bemühen müssen. Ich hätte mir diese Fakten als Zitate und Tabellen gewünscht.
Für alle "Mittelständler", die eine Einnordung oder Erdung brauchen, ist dieses Buch besonders zu empfehlen. Und danach Karten für Volker Pispers besorgen!
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35 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starkes, aufklärerisches Buch!, 12. April 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht (Gebundene Ausgabe)
Seit einiger Zeit häufen sich die Bücher zum Thema "schrumpfende Mittelschicht und deren Ausbeutung". Die einen Autoren ertrinken im Selbstmitleid, andere bleiben in der Aufzählung der finanziellen Zumutungen für die Mittelschicht stecken (was ja durchaus löblich ist, jedoch nicht weiterhilft, wenn man auf dieser Grundlage nicht weiterdenkt), und vergessen die Analyse, wieder andere betreiben die übliche Augenwischerei zur Selbst-Rechtfertigung ihres Glaubens an die vorherrschende neoliberale Ideologie, indem sie einmal mehr versuchen, der vermeintlichen oder tatsächlichen "Mittelschicht" einzureden, der "ausufernde Sozialstaat" sei alleine schuld an ihrer finanziellen Überforderung.

Dieses vorliegende Buch "Hurra, wir dürfen zahlen - Der Selbstbetrug der Mittelschicht" von Ulrike Herrmann ist jedoch erfrischend anders - sachlich fundiert und oft herrlich ironisch hält sie unserer finanziell gebeutelten Mittelschicht den Spiegel vor. Sie weiß sehr wohl um das Ausmaß der ausufernden Belastungen, benennt und analysiert aber auch die Mitverantvortung der Mittelschicht für die herrschenden gesellschaftlichen Zustände. Es ist schon richtig, daß der gesellschaftliche Mittelbau seit vielen Jahren zunehmend ausgeplündert wird, jedoch hat genau dieser Mittelbau selbst nicht unmaßgeblichen Anteil daran, verweigert aber konsequent, dies sehen zu wollen, macht sich permanent selbst etwas vor, und geht den Hirnverneblern und Worthülsenstreuern aus Politik und Wirtschaft nur zu gern auf den propagandistischen Leim.

Frau Herrmann beschreibt, wie sich unsere gesellschaftliche Mitte diese Ausplünderung gefallen läßt, sich dabei selbst völlig realitätsfern als Teil der Oberschicht betrachtet, und beim Unterschichten-Bashing kräftig mitmacht, ohne zu sehen, daß eben diese unsere "Mitte" es ist, die sich permanent selbst schadet - ein Selbstbetrug, der manchem erst auffällt, wenn sein gutbezahlter Job weg ist, und nach ALG1 der Hartz-Absturz droht. Dennoch klatschen sie Beifall, wenn etwa die Mövenpick-Partei völlig sinn- und hirnfrei "Wer arbeitet soll mehr haben als der, der nicht arbeitet" dahertrompetet (daß diese nicht-nur-FDP_Forderung dumpfes, gegen die Armen im Lande gerichtetes Propaganda-Geschwurbel ist, weil längst Realität und geltendes Recht in Deutschland, weist die Autorin nach und rechnet sie ausführlich vor) und nach Steuersenkungen ruft, obwohl man bei realistischer Betrachtung wissen müsste, daß bei ALLEN Steuersenkungen der letzten Jahre vor allem die Spitzenverdiener bis Superreichen provitiert haben (Wem nützte wohl die Senkung des Spitzensteuersatzes von 53 auf 42 %???)- der Mittelbauch darf also die Finanzierung der Steuergeschenke für die Oberschicht UND die Versorgung der immer mehr zunehmenden Armut im Lande quasi alleine bezahlen. Frau Herrmann nennt dies einen "teuren Irrtum", und stellt fest:"Die Mittelschicht kann nicht nur Opfer, sondern muß auch Täter sein". Folgerichtig stellt sie Fragen wie etwa:"Warum also stimmt die Mittelschicht immer wieder gegen ihre eigenen Interessen?", "Die Mittelschicht schrumpft, aber wer steigt eigentlich ab?", beschreibt, wie Lobbyisten und Propagandisten gezielt die Mittelschicht bearbeiten:(ZITAT)"Wer die Interessen einer Minderheit durchsetzen will, muß die Emotionen der Mehrheit berühren. Lobbyisten sind nur erfolgreich, weil sie auf das Selbstbild der Mittelschicht zielen."

Die Autorin beschreibt, wie die Propaganda gegen die "Unterschicht" abläuft und immer wieder neu recycelt wird anhand jener widerwärtigen Hetzberichte seit "Florida-Rolf", "Karibik-Klaus", und anderen sog. "Sozialschmarotzern", mediale Propaganda-Lügen die nur auf die Empörung der Mittelschicht abzielen, als ob die wahren Staatsfeinde ALG2 beziehen würden, und nicht Milliarden an Steuern hinterziehen, oder sich Gesetze von willfährigen Politikern parteiübergreifend zurechtbiegen lassen.

Irrtümer, Selbsttäuschungen, gern geglaubte Propagandalügen, all dies führt mit dazu, daß unsere "Mittelschichtler" so ziemlich alles an gesellschaftlichen Kosten über die Maßen tragen müssen. Als weiteres Beispiel einer gelungenen Propagandalüge bezieht sich Frau Herrmann auf die Diskussion um die Erbschaftssteuer: Man versuchte uns einzureden, daß durch zu hohe Erbschaftssteuern "Omas kleines Häuschen" erbarmungslos unter den Hammer käme,
eine dreiste Lüge, denn darum ging es nie! Am Ende zahlen nun Firmenerben keine Erbschaftssteuer mehr, obwohl sich seit Jahren internationale Finanzexperten wundern, daß die Erbschaftssteuern in Deutschland so extrem niedrig sind.

Die Wirtschaftskorrespondentin der TAZ hat ein wirklich starkes Buch vorgelegt,
welches ich in einem Rutsch "inhaliert" habe. Eine ausführliche 7seitige Bücherliste und nicht weniger als 33 (!) Seiten Anmerkungen zum Nachrecherchieren gehören dazu.

Das Buch schließt mitden Worten:"Die deutsche Demokratie ruht auf dem Gründungsmythos, daß sie sich auch ökonomisch für alle auszahlt. Wenn jetzt nur noch die Eliten profitieren, wird damit der bundesrepublikanische Konsens aufgekündigt, der seit dem 2. Weltkrieg darin bestand, daß es zwar immer extreme Unterschiede bei Einkommen und Vermögen gab - daß aber alle Schichten am Wachstum teil hatten....
Die Deutschen lassen sich daher auf ein gefährliches politisches Experiment ein, wenn sie akzeptieren, daß die Mittelschicht erodiert. Da die Mitte noch immer die Mehrheit der Wähler stellt, kann der Impuls nur aus der Mittelschicht kommen. Sie sollte begreifen: Es ist Zeit für einen NEW DEAL in Deutschland."
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioses Buch, 23. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht (Gebundene Ausgabe)
Hervorragendes Buch. Alle Rezensenten, die weniger als 5 Sterne vergeben haben es nicht verstanden. Es ist das erste Buch, das ich kenne, dass klar formuliert, was ich im Alltag erlebe.

BTW: Mein Jahreseinkommen beträgt momentan brutto ca. 100.000 €. Damit zahle ich fast den Spitzensteuersatz. Krass oder? Warum bezahlt den keiner mit 250.000 € oder 500.000 €? Ich will nicht weniger zahlen. Aber warum zahlt jemand mit 1.000.000 € Jahreseinkommen nicht noch ein paar Prozentpunkte mehr? Was spricht dagegen?

Warum zahle ich den höchsten Beitrag für die Krankenversicherung, warum wird danach gedeckelt? Welche Begründung gibt es für sowas?

Früher war der Spitzensteuersatz für Einkommen, die das 20fache des durchschnittlichen Einkommens betrugen. Jetzt beginnt er bei Einkommen, die das doppelte des durchschnittlichen Einkommens betragen.

Das versteht nur keiner, weil sich die breite Masse nicht für Wirtschaft interessiert. Bis sich das ändert werden wir auch keine anderen Gesetze bekommen.

Ich stamme aus Ostdeutschland aus einer fünfköpfigen Familie. Mein Vater war Werkzeugmacher, meiner Mutter Bürokauffrau. Beide haben sich nach der Wende selbständig gemacht und ein wenig "hoch" gearbeitet. Dabei haben sie es zu einem eigenen Haus und zwei Wohnungen gebracht.

Ich habe sehr gut studiert und ein wenig Glück gehabt.

Jetzt bin ich oben angekommen. Weiter geht es für mich nicht.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Österreichs Reiche, 26. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht (Gebundene Ausgabe)
Keiner weiß genau wieviel Reiche es wirklich gibt! Mir fallen ad hoc etwa mehr als 10 in Österreich lebende Milliardärs Familien ein: Glock(Waffen), Graf(Casinos), Porsche-Piech(Autos), Esterhasys(Adel), Welfen(Adel aus Deutschland), Mayer-Mellnhof(Adel), Horten(Erbin), Flick(Erbin), Treichel(Bank), Meindl(Bank), Wlaschek(Immobilien), Schlaff(Telekom), Stumpf(Immobilien), Pecic(Immoblien), Falk(Sicherheit), Blaha(Finanz), Swarovski(Glas), Sorava(Bau) etc. Soll aber keine Neid Liste sein. Ich denke es gibt viel mehr Milliardäre als wir es uns vorstellen können und genau das wird in dem Buch erklärt warum. Aber genau wie im Fall von Herrn Glock, welcher schon ein Attentat überlebt hat, steigt mit dem Vermögen die Angst. Der Neid sollte nicht auf das Geld an sich sein sondern die Mttelschicht sollte auf die geringe Steuerbelastung der Reichen neidig sein. Gehe mit der Autorin konform eine gründliche Elitenforschung ist überfällig auch im Interesse der Elten wie einleuchtend in dem Buch erklärt wird.
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40 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragende Autorin + Brisantes Thema = Sehr gelungenes Buch, 27. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht (Gebundene Ausgabe)
Wer Ulrike Herrmann kennt, weiß, dass man von ihr viel erwarten darf. Als wirtschaftspolitische Redakteurin der taz hat sie sich bereits einen Namen gemacht. Mit diesem Buch wird sie ihrem Ruf mehr als gerecht. Geschmückt durch viele Fakten und Statistiken und begleitet von einer prägnanten, direkten Sprache wird mit vielen Mythen über Arm und Reich aufgeräumt. Warum verachten wir die Unterschicht so sehr? Ist sozialer Aufstieg überhaupt noch möglich? Sind Deutsche wirklich reich - und ist ihr Reichtum der Armut anderer geschuldet? In welche Richtung wird tatsächlich umverteilt: von oben nach unten oder nicht doch von unten nach oben? Viele solcher Fragen werden im Buch fundiert analysiert und behandelt. So stellt sich heraus, dass die Mittelschicht gegen ihre eigenen Interessen handelt - und warum das so ist und nicht so bleiben darf, wenn wir mehr soziale Gerechtigkeit wollen. Ein rundum gelungenes Buch, das trotz vieler erdrückender Zahlen Freude bereitet, und das ich allen Menschen, denen Deutschland und seine Bewohner am Herzen liegen, gern zum Lesen empfehle.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht", Ulrike Herrmann, 27. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr informatives Buch v.a. für Angehörige der Mittelschicht. Räumt auf mit einigen Illusionen, Vorurteilen und Irrtümern, was die eigene Position im ganzen Wirtschaftsgetriebe betrifft und verhilft zu einer realistischeren Anschauung. Es ist immer wieder erstaunlich, wie diskret aber nachhaltig wir an der Nase herumgeführt werden (von "oben") und wie wir nach der völlig falschen Seite (nach "unten") auskeilen. Ich finde es wichtig, auf diese Art informiert zu werden, denn diffuse Verarmungsängste einer Mittelschicht haben sich historisch schon einmal - vor der Nazizeit- verheerend ausgewirkt.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum lässt sich die Mittelschicht an der Nase herumführen?, 24. Mai 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht (Gebundene Ausgabe)
1957 schrieb der Nationalökonom und damalige Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, der bislang weder verdächtigt worden ist, ein "Linker" gewesen zu sein noch als "links" diffamiert wurde, vor dem Hintergrund der gescheiterten Weimarer Demokratie und angesichts der Trümmer und sonstiger Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus im ersten Kapitel seines Buches mit dem Titel "Wohlstand für alle":

"So wollte ich jeden Zweifel beseitigt wissen, daß ich die Verwirklichung einer Wirtschaftsverfassung anstrebe, die immer weitere und breitere Schichten unseres Volkes zu Wohlstand zu führen vermag. Am Ausgangspunkt stand der Wunsch, über eine breitgeschichtete Massenkaufkraft die alte konservative soziale Struktur endgültig zu überwinden. Diese überkommene Hierarchie war auf der einen Seite durch eine dünne Oberschicht, welche sich jeden Konsum leisten konnte, wie andererseits durch eine quantitativ sehr breite Unterschicht mit unzureichender Kaufkraft gekennzeichnet."

Rund 50 Jahre später wurden in einer Sendung der Reihe "hart aber fair" vom Moderator Frank Plasberg Personen, die 3.500 Euro im Monat verdienen, bereits als "reich" hingestellt. (Anm.: "weich und unfair" würde daher der Wahrheit vermutlich näher kommen.)

Gehört man mit einem Nettoeinkommen von 3.500 Euro monatlich tatsächlich bereits zur reichen Oberschicht, die sich in unserem Lande jeden Konsum leisten kann? Oder handelt es sich auch hierbei nur um eines der vielen Ablenkungs- und Täuschungsmanöver, mit der die breite, aber zunehmend schrumpfende Mittelschicht in Deutschland für dumm verkauft werden soll? Warum wählt die Mittelschicht in ihrer Mehrheit eine "Koalition der Mitte" und unterstützt damit eine Politik, die objektiv gesehen und nachweislich vor allem den oberen Zehntausend dient? Betrügt sich die Mittelschicht etwa sogar selbst?

Das sind die Fragen, die die Autorin pointiert, aber faktenreich und belegt mit einer Vielzahl an Quellen in den ersten 19 Kapiteln erörtert.

Voraussetzung für die Analyse ist zunächst eine Definition: Wer gehört zur "Mittelschicht". Dazu werden in sozio-ökonomischer Hinsicht diejenigen gezählt, die als Ehepaar mit zwei Kindern derzeit 2.100 und 4.600 Euro bzw. 1.000 und 2.100 Euro monatlich als Single verdienen.

Nur Trickbetrüger und Selbsttäuscher würden daraus jetzt die Schlussfolgerung ziehen, dass man mit vielleicht 200 oder 300 Euro im Monat mehr bereits zur Elite und den wirklich Reichen gehört.

Einer der Gründe für diese Selbsttäuschung, so die Autorin, liege unter anderem darin, dass über die wirklich Reichen in Deutschland wenig bekannt ist. Zugleich werde in den Medien über die inzwischen obszöne Vermögenskonzentration in diesem christlichen und sozialen Lande nur äußerst selten geredet.

Der wichtigste Grund sei jedoch: Der Mittelschicht wird auf vielfältige Weise ("Schickedanz-Syndrom", die "Legende von der Schwarzarbeit", "Omas kleines Häuschen" usw.) suggeriert, sie wäre - nahezu unabhängig vom Einkommen und Vermögen - irgendwie privilegiert, obwohl ihre Realeinkommen in den letzten zwei Jahrzehnten gesunken sind und die Belastung gestiegen ist, während die oberen Zehntausend massiv entlastet wurden. Der Mythos der Leistungsgesellschaft führe dazu, dass die Mittelschicht glaubt, sie würde selbst zur "Elite" gehören. Wer jeden Tag hart arbeitet und etwas leistet, gehört aber hierzulande noch lange nicht zu den insbesondere von FDP und CDU/CSU propagierten "Leistungsträgern".

Wenn die Mittelschicht Empörung und Wut zeige, dann richte sich diese einerseits auf die obszöne Selbstbedienung in den Chef-Etagen und Top-Manager mit Bonuszahlungen in Millionenhöhe, die ständig von Lohnzurückhaltung und davon reden, dass alle über ihre Verhältnisse leben würden und daher den Gürtel enger schnallen müssten.

Andererseits würden sich selbst Geringverdiener durch die von bestimmten Medien - allen voran der Bild-Zeitung - geschürte Propaganda und Hetzkampagnen gegen die vermeintlichen Sozialschmarotzer nach unten hin abgrenzen. Während alle Arbeitslosen und Bedürftigen dem Generalverdacht unterliegen, sich auf Kosten der Gesellschaft mit 359 Euro im Monat (zzgl. angemessener Kosten für die Unterkunft, Stand: 2010) ein süßes Leben in der sozialen Hängematte zu machen, werden Steuerfahnder, die allzu fleißig und erfolgreich sind, wenn es um die Bekämpfung von Steuerhinterziehung in Millionenhöhe geht, mit falschen psychiatrischen Gutachten kalt gestellt.

Abschließend plädiert die Autorin im Kapitel 20 für einen "New Deal" à la Roosevelt, der in den USA vor rund 80 Jahren nicht nur bei der Bewältigung der damaligen Weltwirtschaftskrise nachweislich äußerst erfolgreich war und dazu führte, dass aus der great depression eine "great compression" wurde: "Es geht gar nicht darum, den Eliten all ihre Privilegien zu nehmen. Soziale Hierarchien wird es in kapitalistischen Gesellschaft immer geben ... Aber die Kluft zwischen den Schichten sollte nicht allzu groß werden" schreibt Frau (Ulrike) Hermann. Insbesondere die deutsche Demokratie beruhe auf dem Gründungsmythos, dass sie sich auch ökonomisch für alle auszahlt. Wenn nur noch die sogenannten Eliten und "Leistungsträger" profitieren, wird der Konsens aufgekündigt, der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg darin bestand, dass es zwar immer extreme Unterschiede bei Einkommen und Vermögen gab, dass aber alle Schichten am Wachstum und am gesamtgesellschaftlichen Wohlstand teilhatten. Die Mittelschicht sollte begreifen und aus der Geschichte lernen: Es ist Zeit für einen New Deal in Deutschland.

Vielleicht hat die Autorin aber auch Unrecht und die Deutschen sind nur lernfähig, nachdem wieder einmal alles in Schutt und Asche gelegt wurde? Zudem fehlt offensichtlich sogar der Autorin die Vorstellungskraft, um welche Größenordnungen es inzwischen geht. Sie stellt zwar zutreffend fest, dass die bekannte Forbes-Liste der 300 reichsten Deutschen auf Schätzungen beruhe (S. 27). Danach wurde das Vermögen der beiden reichsten Deutschen allein, den Gebrüdern "Aldi", 2008 umgerechnet auf jeweils ungefähr 17 Milliarden Euro taxiert, da deren Firmen weder börsennotiert noch rechtlich publikationspflichtig sind.

Ein paar Milliarden Euro (1 Mrd. = 1.000.000.000) hin oder her, spielt das aber eine Rolle? Die Autorin hätte gut daran getan, diese gigantischen Vermögen einmal in andere Einheiten umzurechnen. Denn ein Einfamilienhaus zum Preis einer halben Million Euro, das können die meisten Bürger gerade noch überblicken und finanziell einordnen, obwohl auch das für viele Deutsche ein Leben lang nichts weiter als ein Traum bleiben wird. 17 Milliarden Euro würden etwa 30.000 bis 35.000 EFH zum Preis einer halben Million Euro entsprechen. Das sprengt vermutlich selbst die Phantasie derer, die zwischen Millionen und Milliarden unterscheiden und mit dem großen 1x1 umgehen können. Denn verglichen damit ist dann sogar ein Lotto-Jackpot von 10 Millionen Euro weniger als Peanuts.
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Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht von Ulrike Herrmann (Gebundene Ausgabe - 9. März 2010)
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