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4.0 von 5 Sternen Gute Einblicke in indische Geschichte und Gesellschaft
In vier Essays beleuchtet der 1969 geborene indische Autor das moderne Indien. Es handelt sich um eine Auswahl der 2007 original in englisch erschienenen Anthologie.
Indien, so las ich vor kurzem, wird bald das bevölkerungsreichste Land der Erde sein: es wird China überholen. Wer es - so wie ich - nicht besucht hat, kann sich kaum eine Vorstellung von der...
Veröffentlicht am 25. September 2011 von Herbert Huber

versus
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen ... leider arg plakativ
Was für ein wunderbares Thema! Essays über das moderne Indien, die Verlockungen des Westens ... - ich hatte mir etwas nach Art von V. S. Naipauls Indienbüchern erwartet und bin enttäuscht. Lesen Sie, warum:

Bei "Lockruf des Westens" handelt sich um eine Auswahl von Artikeln, die der indische Journalist und Romancier Pankaj Mishra zuvor...
Veröffentlicht am 3. November 2011 von Martin Bender


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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Einblicke in indische Geschichte und Gesellschaft, 25. September 2011
Von 
Herbert Huber (Wasserburg am Inn, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lockruf des Westens. Modernes Indien (Gebundene Ausgabe)
In vier Essays beleuchtet der 1969 geborene indische Autor das moderne Indien. Es handelt sich um eine Auswahl der 2007 original in englisch erschienenen Anthologie.
Indien, so las ich vor kurzem, wird bald das bevölkerungsreichste Land der Erde sein: es wird China überholen. Wer es - so wie ich - nicht besucht hat, kann sich kaum eine Vorstellung von der Vielfalt des Landes und vom Umbruch in den letzten Jahr(zehnt)en machen. Die vier Reportagen dieses Bandes helfen das Manko zu schmälern.
Pankaj Mishra schreibt zwar in autobiografischen Artikeln, doch seine Person tritt oft weit zurück. Im Vordergrund stehen die Personen, die ihm begegnen. Nach dem Vorwort des Autors zur deutschen Ausgabe lesen wir:
"Benares: Lesen lernen"
"Allahabad: Die Nehrus, die Gandhis und die Demokratie"
"Ayodhya: Die Modernität des Hinduismus"
"Bollywood: Indien leuchtet".
Jeder Artikel führt an einen typische Ort. Zusammen ergibt sich ein vielschichtiges Bild.
Dabei wird die lange Geschichte Indiens als britische Kolonie ausgiebig beleuchtet. Nur dadurch kann man verstehen, wie das heutige Indien funktioniert. Der zweite bestimmende Faktor ist das Kastensystem, das in ein Klassensystem überging. Die Grenzen sind kaum weniger scharf als im Kastenwesen. Die indische Bevölkerung ist weitgehend arm, das schließt eine superreiche Oberschicht nicht aus. Die dritte Hauptkomponente des modernen Indiens ist noch immer der Konflikt der Religionen. Die Hindu-Nationalisten (ihnen widmet Mishra weite Abschnitte seiner Artikel) unterdrücken die über 100 Millionen Muslime.
"Der Lockruf des Westens" gibt gute Einblicke in die indische Geschichte und Gesellschaft. Ob sie umfassend sind, bezweifle ich. Nach der Lektüre hat man jedenfalls mehr Verständnis für die Situation der Menschen in Indien, aber es bleibt ein "zum verrückt werden ungreifbares Gebilde", das der Autor im Vorwort ankündigt.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen ... leider arg plakativ, 3. November 2011
Von 
Martin Bender (Heidelberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lockruf des Westens. Modernes Indien (Gebundene Ausgabe)
Was für ein wunderbares Thema! Essays über das moderne Indien, die Verlockungen des Westens ... - ich hatte mir etwas nach Art von V. S. Naipauls Indienbüchern erwartet und bin enttäuscht. Lesen Sie, warum:

Bei "Lockruf des Westens" handelt sich um eine Auswahl von Artikeln, die der indische Journalist und Romancier Pankaj Mishra zuvor bereits in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht hatte. Als Sammelband "Temptations of the West" waren diese Artikel in englischer Sprache 2007 erschienen. Untertitel: "How to Be Modern in India, Pakistan, Tibet, and Beyond". Der Verlag Berenberg hat sich für die deutsche Ausgabe auf Indien beschränkt; das Buch enthält vier journalistische Arbeiten Mishras über dieses Land. Den Ausdruck "Essay" verdient leider nur der erste und kürzeste der Beiträge, überschrieben mit "Benares - Lesen lernen". Hier baut Mishra auf eine These, die er als Hauptzutat auch in seinem 2001 erschienenen Roman "The Romantics" verwertete, nämlich eine Art antikapitalistische Deutung von Flauberts 1869 erschienener "L'Éducation sentimentale". Deren passiver Held Frédéric Moreau stehe für Nachdenken, wahres Empfinden, und eine rechtschaffene Distanz zum Trubel einer Welt, deren Streben nach billigem Glück, schnellem Geld, sattem Wohlstand und schaler Unterhaltung den redlichen Grübler und Dulder nur lähmt und zum Untergang verdammt. Nun wird man allerdings einwenden, dass ein solcher Hut auf viele Köpfe passt, sich also der Kontrast zwischen schmutzstarrender Armut des Subkontinents und seinen korrupten indischen Provinzpolikern mit ihren Jeeps und Handys genauso mühelos unter so ein Schwarz-Weiß-Schema subsumieren lässt wie jeder andere Konflikt auf der großen weiten Welt auch. Trotzdem eine sympatische Idee - und im knappen autobiographischen Gewand eines Berichts des jungen Pankaj Mishra aus seiner Studienzeit im Benares Ende der 80er Jahre durchaus lesenswert.

Die übrigen drei Beiträge in dem Band fallen allerdings demgegenüber ab. Störend fällt zunächst auf, dass mit der Länge der Artikel nicht ihr Gewicht wächst, sondern die Wiederholungen zunehmen. So ist die Zahl der schon erwähnten Provinzpolitiker mit Handy im Jeep Legion. Eine individuelle Charakterzeichnung der von Mishra mit wegwerfender Geste Porträtierten sucht man dagegen vergebens. Nun, vielleicht ist deren Farblosigkeit gerade ihr Kennzeichen. Das muss einem der Autor dann aber nicht Seiten über Seiten unter die Nase reiben. Weiter ist ärgerlich ein gewisser Hang des Verfassers zum Plakativen unter Verzicht aufs Analytische. Denn auch dem Leser, der nicht selbst Indienkenner ist, wird unmittelbar einleuchten, dass jeder Anständige den bösen Wahlfälscher und den bösen Auftragskiller verdammen muss - und den superbösen Provinzpolitiker, der im Jeep über Handy die Wahlfälschung den Auftragsmord befielt, erst recht. "Jo mei", würde der Bayer sagen; das wär ja alles recht und schön, bekäme man wenigstens schmissigen Popjournalismus serviert, bei dessen Lektüre man mit der Zunge schnalzt: "Wow! Schneidend formuliert; was soll's also, wenn die Begründung fehlt." Aber so ... - Was mir aber wirklich sauer aufstößt, sind die Passagen, die - ich möchte es holzschnittartig, ja eigentlich schon falsch formulieren - "mit Indien nichts zu tun haben". Damit meine ich nicht, dass diese vier Artikel nicht in und von Indien handeln und von einem Journalisten geschrieben sind, der aus Indien kommt und in Indien lebte in der Zeit, aus der er berichtet. Ich meine damit solche Passagen, die im bloß äußeren Gewande des "Indischen" von jedermann stammen könnten, der im Internet zu recherchieren in der Lage ist, und bei denen Mishra die Tatsache, dass er Inder ist und ein konkretes Indien zum Anlass seines Schreibens nahm, nicht in einen literarischen Text überführt. Ein Beispiel: Mishra hält sich im nordindischen Allahabad auf, der Heimat von Premier Nehru (+ 1964), dessen Residenz er besucht. Das ist der äußere Aufhänger für eine seitenlange Darstellung der Geschichte der Nehru-Gandhi-Dynastie, bei der ein besonderer Schwerpunkt auf der Rolle von Nehrus Tochter Indira Gandhi liegt. Soweit darin Lexikonwissen ausgebreitet wird, kann man das informativer bei Wikipedia nachschlagen; die seinerzeit an Mishras Buddha-Buch "An End to Suffering" (2004) laut gewordene Kritik, die Kentnnisse wirkten "angelesen", gilt auch hier. Unsachlich und nicht etwa originell wird das Ganze dadurch, dass Mishra in seinem langweiligen Eifer meint, seine Parade von Fakten mit Beleidigungen der von ihm dargestellten politischen Akteure würzen zu müssen; speziell gegen Indira Gandhi scheint er einen regelrechten Hass zu hegen.
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Lockruf des Westens. Modernes Indien
Lockruf des Westens. Modernes Indien von Pankaj Mishra (Gebundene Ausgabe - 1. Januar 2012)
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