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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel mehr als zwei spannende Krimis !
Wer diese beiden Bärlach-Stücke als Krimis liest kann sehr kurzweilige Stunden damit verbringen - vorausgesetzt er ist bereit, sich an Dürrenmatt's seltsame bedächtige Sprache zu gewöhnen. Kommissär Bärlach bezeichnet sich selbst als alten Kater, der gern Mäuse frisst. Und wie ein schlauer Kater schleicht er um sein Opfer und...
Am 5. September 2001 veröffentlicht

versus
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die beiden Romane sind nicht gleichwertig
Dieser Doppelband enthält Dürrenmatts Krimis um Kommissar Bärlach. Ihr Protagonist gehört nicht zu den strahlenden Helden der Zunft. Ein schwerkranker Misanthrop aus Erfahrung, der im günstigsten Fall noch ein Jahr zu leben hat... Man fragt sich, was so einen dazu bringt, sich Mordfällen so festzubeißen, wie er es tut. Denn auch wenn...
Veröffentlicht am 15. Oktober 2006 von weiser111


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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel mehr als zwei spannende Krimis !, 5. September 2001
Von Ein Kunde
Wer diese beiden Bärlach-Stücke als Krimis liest kann sehr kurzweilige Stunden damit verbringen - vorausgesetzt er ist bereit, sich an Dürrenmatt's seltsame bedächtige Sprache zu gewöhnen. Kommissär Bärlach bezeichnet sich selbst als alten Kater, der gern Mäuse frisst. Und wie ein schlauer Kater schleicht er um sein Opfer und spielt mit ihm (in "Der Richter und sein Henker"). Im "Verdacht" droht er allerdings selbst zur Maus zu werden ...
Wer mehr sucht als kurzweilige Krimis wird jedoch ebenfalls fündig! Denn Dürrenmatt hat in seine Krimis philosophische Fragen verpackt, die es in sich haben: es geht um Gerechtigkeit und Formen von Schuld, um die Frage von Ursache und Wirkung, um den Nihilismus absoluter Freiheit, um die Frage, wo Freiheit enden muss und mehr. Diese Fragen werden in Situationsbeschreibungen und Dialogen enthüllt, über die nachzudenken sich so sehr lohnt, dass man darüber glatt den Krimi vergessen könnte.
Daher empfehle ich dringend, die Stücke zweimal zu lesen: das erste Mal als Krimis um der Handlung und der überraschenden Wendungen willen und beim zweiten Mal als Plattform spannender philosophischer Fragen. Wie auch immer man seine Stücke liest - sie sind einfach großartig und für jeden ein Genuss, der mehr erwartet als ein bisschen Zerstreuung durch Trivialliteratur ...
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38 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der intelligentesten Krimis aller Zeiten, 10. September 2001
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker. (Taschenbuch)
Oh, wie ich diese Pflichtlektüren im Gymnasium gehasst hatte. "Der Schimmelreiter", "Unterm Birnbaum", "Aus dem Leben eines Taugenichts". Mir wurde jedesmal schlecht, wenn der Deutschlehrer mit einem neuen Reclam-Büchlein daherkam. Es gab in der ganzen Zeit nur zwei Lektüren, die mich begeistern konnten. Die eine war "Wilhelm Tell" und die andere "Der Richter und sein Henker". Allerdings muss ich zu meiner Schande zugeben, dass ich damals nicht richtig kapiert habe, wie genial Kommissar Bärlach den Fall gelöst hatte und konnte mir nur eine gute Note erschleichen, in dem ich das Thema wählte: "Charakterisieren Sie die Figur Bärlachs". Auch die vielen eidgenössischen Redewendungen und Ausdrücke vereinfachten das Lesen nicht gerade.
Letzte Woche bei einer Altpapiersammlung viel mir dann besagtes Bändchen wieder in die Hände, und ich beschloss, noch einen Versuch zu wagen. Fast zwanzig Jahre reifer (?) und den Kopf frei von Gedanken an irgendwelche Jungs dachte ich, es wäre einen Versuch wert, endlich zu begreifen, wie der Richter seinen unfreiwilligen Henker auswählte und dieser schlussendlich auch noch seine gerechte Strafe erfuhr.
Alles beginnt damit, dass ein einfacher Dorfpolizist den Polizeileutnant Ulrich Schmied erschossen in seinem Auto in der Twannbachschlucht auf der Strasse von Lamboing, einem Tessenbergdorf in der Schweiz auffindet. Kommissär Bärlach, ein von Magengeschwüren geplagter, alter, erfahrener Kriminaler übernimmt den Fall. Als er entdeckt, dass der Ermordete unter falschem Namen bei einem gewissen Gastmann an dessen Gesellschaften teilnahm, werden ihm plötzlich von seinem Vorgesetzten Dr. Lucius Lutz Steine in den Weg gelegt. Letzterer wurde nämlich von Gastmanns Anwalt informiert, dass in dessen Haus Politik auf höchster Ebene betrieben werde. Künstler (als Vorwand), Politiker und Industrielle (die einen florierenden Waffenhandel betreiben) geben sich bei Gastmann die Hand und wollen bei ihren Geschäften nicht gestört werden.
Bärlach stellt sehr schnell fest, dass es sich bei Gastmann um einen alten Bekannten handelt, der als junger Mann, nur einer Wette wegen, einen anderen unschuldigen Menschen kaltblütig ermordet hatte. Seither verfolgte Bärlach diesen Mann, der immer wieder andere Namen annahm, konnte ihm aber nie etwas anlasten.
Das Buch hat nur 116 Seiten, und alles, was ich jetzt noch schreiben würde, wäre zuviel verraten. Nur noch soviel sei gesagt: Der perfide Plan, den Bärlach ausheckt, und der schlussendlich nicht nur den Mörder von Ulrich Schmied, sondern auch Gastmann zur Strecke bringt, konnte nur von einem brillianten Verstand, wie ihn Dürrenmatt auch schon in anderen Büchern bewies, ersonnen werden.
Spannung auf höchstem Niveau.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestie gegen Bestie, 22. Mai 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker. (Taschenbuch)
Marcel Reich-Ranicki hat es in der „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vor Jahren notiert: „Dürrenmatt ist beinahe ein Genie." Er irrte nicht. Auch der Roman „Der Richter und sein Henker" beweist die literarische Meisterschaft des weltberühmten Schweizers. Und dieser steht mit dem hier vorliegenden so genannten „literarischen Kriminalroman" in der Tradition großer englischer Erzählern wie etwa G. K. Chesterton und Graham Greene. Auch wenn Dürrenmatts Kommissär Bärlach keine angenehme Person ist. Aber gut, dass waren Marlowe und Maigret auch nicht.
Zum Inhalt: Kommissär Bärlach hat in jungen Jahren mit dem Verbrecher Gastmann gewettet, ob es möglich sei, ein nicht aufzuklärendes Verbrechen zu begehen. Gastmann gewann. Am Ende seiner Laufbahn und nach jahrelanger vergeblicher Jagd bekommt Bärlach doch noch die Möglichkeit Gastmann zu stellen. Und er nutzt diese Chance. Ein Mord an einem Polizisten wird Gastmann zum Verhängnis. Obwohl er nicht der Täter ist. Der Richter Bärlach schickt seinen Henker, den eigentlichen Mörder Tschanz. Die Gerechtigkeit feiert dennoch keinen Sieg. Denn auch der Kommissär selbst kann das Böse nur durch kriminelle Mittel besiegen. Und Bestie gegen Bestie kämpfen lassen. Schuldig aber sind sie alle.
Der schmale Roman enthält eine hintergründige Pointe. Und führt die Regeln des Genres ad absurdum. Das gefällt und macht Laune. Auch wenn die Geschichte im Grunde traurig ist. Aber wie Marcel Reich-Ranicki es weiter, natürlich wieder richtig, festgestellt hat, gehört Dürrenmatt „zu den Predigern mit Pfiff, er fungiert als ein professioneller Prophet, dem es gefällt, Schreckliches zu verkünden, und dem es gelingt, dabei niemanden die Laune zu verderben".
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Recht oder Gerechtigkeit?, 24. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker. SZ-Bibliothek Band 42 (Gebundene Ausgabe)
Irgendwo zwischen zwei abgelegenen Jura-Nestern in der Schweiz der 50er Jahre wird ein junger hoffnungsvoller Polizist in seinem Auto erschossen -- als dieser Roman erstmals erschien, sicher ein kaum zu fassender Tatbestand. Dementsprechend komisch liest sich denn auch, wie der biedere Dorfpolizist, der die Leiche fand, nun vorgeht. Erstaunlich nur, dass der zuständige Ermittler in Basel, Kommissar Bärlach, ob solch himmelschreiender Stümperei nicht zu toben beginnt. Es scheint fast, als brauche er gar keine exakte Untersuchung des Tatortes. Und wie sich später herausstellt, braucht er die tatsächlich nicht...
Dürrenmatts Kommissar Bärlach gehört nicht zu den strahlenden Helden der Kommissars-Zunft. Ein schwerkranker Misanthrop aus Erfahrung, der im günstigsten Fall noch ein Jahr zu leben hat... Man fragt sich, was so einen dazu bringt, sich an einem Mordfall so festzubeißen, wie er es tut. Denn auch wenn Bärlach den größten Teil der Ermittlungen scheinbar an seinen Untergebenen Tschanz delegiert, so merkt der Leser doch gleich (im Gegensatz zu Tschanz), dass Bärlach sich hier mit Haut und Haar engagiert.
Im Laufe der Handlung wird schnell klar, warum Bärlach nicht locker lässt: Es gibt einen Zusammenhang zu einer alten Wette, die er am Anfang seiner Karriere mit einem abenteuernden Vagabunden in einer Kaschemme in Konstantinopel geschlossen hat. Seitdem entwickelte sich sein Wettgegner zum Verbrecher aus Prinzip, während er Karriere machte als Kommissar -- aber ausgerechnet jenem Wettgegner konnte er nie dessen zahlreiche Verbrechen nachweisen.
Es geht Bärlach also um Gerechtigkeit -- so scheint es. Und tatsächlich stellt er am Ende auch Gerechtigkeit her, aber nicht so, wie man es sonst bei Krimis erwartet. Eine pessimistischere Pointe kann man sich kaum vorstellen für eine Krimihandlung, obwohl doch jeder bekommt, "was er verdient".
Ich empfand "Der Richter und sein Henker" trotz des präzise entwickelten Plots und der stringenten Ermittlung weniger als Krimi, viel eher als Parabel. Dazu trägt sicher bei, dass Dürrenmatt seine Figuren seltsam schemenhaft zeichnet -- sogar Bärlach, der noch am plastischsten von allen erscheint, hat etwas von einem Archetypus. Tendenziell eher Typen als realistische Figuren sind auch die meisten Protagonisten, Bärlachs Vorgesetzter durchaus mit komischen Zügen; am lebendigsten wirkt noch die Charakterisierung ausgerechnet des ermordeten Ulrich Schmied. Und zu einer Parabel auf die Frage, ob Recht und Gerechtigkeit immer dasselbe sind, passt auch die Sprache, in der dieser Krimi geschrieben ist: Kurze lakonische Sätze, direkte Rede, keine inneren Monologe, die dem Leser das Innenleben der Figuren näherbringen. Jede Figur eine Blackbox.
Und doch muss ich mir sofort widersprechen: "Der Richter und sein Henker" ist andererseits ein Krimi reinsten Wassers, jedenfalls was seinen Aufbau angeht. Und Bärlach hat von Anfang an einen konkreten Verdacht, erfährt man (allerdings verschweigt er, gegen wen der sich richtet). Wer genau liest, wird bald denselben Verdacht hegen wie Bärlach. Aber als guter Krimi-Autor versteht es Dürrenmatt, dem Leser mehrere viel scheinbar näher liegende Spuren zu präsentieren -- das A und O eines jeden echten Whodunnit.
"Der Richter und sein Henker" liest sich schnell und unkompliziert, obwohl er alles andere als unkompliziert ist. Warum man ausgerechnet diesen nur scheinbaren Krimi so oft in Schulen liest, ist mir daher ein Rätsel. Aber ein empfehlenswertes Buch ist es auf jeden Fall.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In einem Atemzug durchlesen!, 14. März 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker. (Taschenbuch)
Ein Polizist ist erschossen worden. Ort des Verbrechens ist die Twannbachschlucht in der beschaulichsten Westschweiz. Kommisär Bärlach sucht den Mörder seines geschätzen Kollegen. Abgründe tun sich auf, auch bei den polizeilichen Ermittlungen.
Schnell begreift der Leser, dass Bärlach viel mehr weiß und mit äußerster Berechnung vorgeht. Unbeantwortet bleibt, wie er über die Hintergründe der Tat im Bilde sein kann. Dieser kantige, eigenbrödlerische Polizist lockt den faszinierten Leser immer tiefer in den Roman hinein. Atemlos verfolgt der Leser Schritt um Schritt den beharrlichen Kömmisär. Um keinen Preis lässt dieser zu, dass jemand seine Pläne durchkreuzt. Selbst Bärlachs Vorgesetzter unterlässt es, Anweisungen zu geben, weil er dessen fehlende Einsicht und Sturheit fürchtet. Die nüchterne und kantige Sprache Dürrenmatts spiegelt schnörkellos den Charakter des Ermittlers wieder. Wie auch Kommisär Matthäi in Dürrenmatts „Das Versprechen" ermittelt Bärlach nach seinen eigenen Spielregeln und aus eigenem Antrieb. Ohne Rücksicht auf die eigene Person und die angeschlagene Gesundheit muss er (s)eine offene Rechnung begleichen. Nach einem halben Menschenleben auf der Jagd handelt er wie besessen und erschreckend kaltblütig: „Der Henker, den ich ausersehen habe, wird heute zu dir kommen. Er wird dich töten, denn das muss nun eben einmal in Gottes Namen getan werden."
Gelungen und natürlich nicht frei von Kritik zeichnet der Autor sein Bild der Schweiz in den 50er Jahren. Ohne Überheblichkeit begreift sich Dürrenmatt absolut als Teil dieser Gesellschaft. Sein alter ego im Roman, der „Richter" Bärlach, lebt in Bern, „dieser verschlafenen, biederen Stadt, von der man nie recht weiß, wieviel Totes und wieviel Lebendiges eigentlich noch an ihr ist."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen " ..., man erschießt nun einmal keinen Hund, wenn Bach gespielt wird.", 6. Januar 2015
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker. (Taschenbuch)
Polizeileutnant Ulrich Schmied wird erschossen in seinem blauen Mercedes aufgefunden. Sein Vorgesetzter Hans Bärlach nimmt gemeinsam mit seinem Assistenten Tschanz die Ermittlungen und damit die Spur eines gewissen Gastmanns auf. Diese Spur hatte auch Schmied inkognito verfolgt, was ihm, wie es scheint, das Leben gekostet hatte.

Während Tschanz immer tiefer in die Sammlung von Indizien und Beweisen taucht, um Gastmann zu überführen, begrüßt Bärlach in Gastmann schon bald einen alten Bekannten. Vor Jahren, als Bärlach in Konstantinopel als Kriminalist gearbeitet hatte, hat er sich auf eine mörderische Wette mit „Gastmann“ eingelassen, die Bärlach bis heute nicht sühnen konnte. Bis heute.

"Du wirst mich nicht töten. Ich bin der einzige, der dich kennt, und so bin ich auch der einzige, der dich richten kann. Ich habe dich gerichtet, Gastmann, ich habe dich zum Tode verurteilt. Du wirst den heutigen Tag nicht mehr überleben. Der Henker, den ich ausersehen habe, wird heute zu dir kommen. Er wird dich töten denn das muss nun eben einmal in Gottes Namen getan werden." S100

Bärlach ist ein alternder Kommissär, der nur mäßig erfolgreich nach Bern zurückgekehrt war. Er ist bedacht und vorausschauend, aber auch dick und träge, er trinkt und isst für sein Leben gern, verschmäht auch nicht die eine oder andere Zigarre, was ihm sein Magen mit der Lebenserwartung eines weiteren Jahres vergilt. Der richtige Zeitpunkt, der Gerechtigkeit die Zügel in die Hand zu geben und seinen Henker auf Gastmann, dem verkörperten Bösen an zu setzten. Doch was trennt Gerechtigkeit von Rache?

Der sehr kluge Kriminalroman Friedrich Dürrenmatts wird immer wieder als Schullektüre gepriesen, wobei mir das Werk heute, viel Jahre später, wesentlich besser gefallen hat. Die Auflösung ist spannend und zeigt die klare Berechnung hinter Bärlachs Absicht, die von Anfang bis Ende kalkuliert war - und sie geht auf! Die Charaktere reichen vom mustergültigen Helden, der sterben muss, einem altgewordenen Moralisten, einem oftmals übergangenen Ehrgeizling, den politisch Verstrickten, die sich was schuldig sind und dem wahren Bösen, den es nie zu überführen gelingt.

Die Henkersmahlzeit im vorletzten Kapitel ist die Krönung des Romans!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Treffen zweier Meister: Dürrenmatt und Korte!, 11. Mai 2009
Von 
Wolfgang Gonsch (Passau) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker (Audio CD)
Friedrich Dürrenmatts "Kommissär Bärlach" (siehe auch "Der Verdacht") ist eine Kriminalfigur, die stark autobiographische Elemente offenbart und mit den großen Ermittlern der Kriminal-Literatur wie Marlowe, Poirot oder Maigret locker mithalten kann! Mit diesen mehr als auf einer Stufe stehend, ausgestattet mit schweizerischer Gemütlichkeit, kriminalistischem Scharfsinn und einer unglaublichen Kombinationsgabe meistert er auf seine unkonventionelle und für seinen Vorgesetzten viel zu unwissenschaftlichen und unprofessionellen Art der Verbrechensbekämpfung alle Schwierigkeiten. Für uns Leser bzw. Zuhörer beruhigend, dass der immer etwas griesgrämige Bärlach, außer dem ständig schlechten Wetter alles unter Kontrolle hat!

Diese Geschichte ist offenbart jedoch auch leise Kritik am Kriminalroman und an der Kriminalistik an sich, denn es wird von Anfang an wissentlich falsch ermittelt: der Kommissar kennt bereits alle Hintergründe und auch der Täter ist ihm bald bekannt. Er setzt die Ermittlungen nur fort, um seine eigene Gerechtigkeit (Gastmann) zu erzeugen, die sich weder auf kriminalistisch-juristischen noch auf anderen legalen Wegen finden lässt. Zudem wiederholt sich in diesem Roman Dürrenmatts das Hauptmotiv seiner grandiosen Kriminalromane, die des unentdeckten bzw. ungesühnten Verbrechens.

Nachdem man sich vom genialen Vorleser" Hans Korte in dieses Meisterwerk von Friedrich Dürrenmatt hat hinein ziehen lassen, fesselt einen nicht nur die bis zur letzten Zeile spannende Story mit ihrem völlig unerwarteten Ausgang; das auf höchstem psychologischem Niveau geführten Katz-und-Maus-Spiel des Kommissärs sucht seinesgleichen, die philosophischen Inhalte dieses Werkes regen einen selbst auch immer wieder zum Nachdenken an. Die Täter- bzw. Opferrolle pendelt ständig hin und her und die Sympathien der Zuhörerinnen und Zuhörer wechseln ebenfalls ständig von einem Protagonisten zum anderen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Richter und sein Henker, 2. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker (Taschenbuch)
Inhaltsangabe: Der Kriminalroman Der Richter und sein Henker" von Friedrich Dürrenmatt handelt vom Tod des Polizeileutnants Ulrich Schmied. Der ermittelnde Kommissar Bärlach wird durch den jungen Kriminologen Tschanz unterstützt. Im Laufe des Buches gibt es viele Verdächtige. Der alte Kommissar Bärlach hat von Anfang an einen Verdacht. Seine Vermutung ist, dass des Mörders Motiv Eifersucht ist, zumal der tote Ulrich Schmied das hat, was sein Mörder schon immer sich zu Eigen machen wollte. Im letzten der 21 Kapitel wird erzählt, wie sich der Mörder umbringen will. Der Suizid glückt ihm. Er wird von einem Zug überrollt.
Eindruck: Die Sprache Dürrenmatts ist schwer zu verstehen aber nicht uninteressant. Der Kriminalroman ist durch die gehörige Portion Ironie spannend, aber an verschiedenen Textstellen langweilig, da es zu lange Gespräche der handelnden Personen gibt, die Dürrenmatt durchaus zusammenfassen hätte können.
Für eine 9. Klasse eines Gymnasiums ist Der Richter und sein Henker" interessant, da es über den Kriminalroman viel zu besprechen gibt. Man kann z.B. Inhaltsangaben über die 21 Kapitel oder Personifikationen über die handelnden Personen schreiben. Man kann sich in Gruppen zusammen setzen und über Der Richter und sein Henker" diskutieren. In meiner Klasse haben wir Collagen angefertigt, eine Talkshow inszeniert und verschiede Arbeitsblätter bearbeitet. Einige Textstellen sind schwer zu verstehen, deshalb kommt der Schüler, der etwas nicht verstanden hat, um das 2. Lesen nicht herum.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Kriminalroman, 21. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker. (Taschenbuch)
Der Polizist Schmied wird an einer Landstraße tot aufgefunden. Sein Vorgesetzter Bärlach und der ihm zugeteilte Assistent Tschanz ermitteln nun in der Mordsache. Man kommt einem wohlhabenden Privatier auf die Spur, der in die Sache verwickelt scheint.
Dürrenmatts Roman ist dem klassischen Detektivroman verpflichtet: Eine Leiche wird gefunden (wer war es?), Plot Points und Cliffhanger werden gesetzt, Verdächtige dem Leser zur Auswahl angeboten. Der Täter wird am Ende ermittelt und alle offenen Fragen geklärt.

Verwirrend ist die Erzählperspektive (deshalb ein Stern Abzug). Zwar scheint sich Dürrenmatt am drehbuchartigen Stil des amerikanischen Krimi-Protagonisten Dashiell Hammett zu orientieren, ist aber nicht so konsequent. Während bei Hammett nur die Handlungen und Dialoge der Hauptfiguren dargestellt werden (nicht aber deren Gedanken), gibt Dürrenmatt sie teilweise wieder - jedoch nur die unwichtigen. So erfährt man am Ende, dass Bärlach an einigen Stellen gelogen hat. Das erschwert die Identifikation mit der Hauptfigur und sie bleibt dem Leser seltsam fremd.

Im Feld des Kriminalromans kann man "Der Richter und sein Henker" als überdurchschnittlich betrachten (rein sprachlich gesehen ist er sehr gut). Es ist aber kein Krimi, den man kennen muss, und keiner, der das Genre beeinflusst hat. Der einzige Krimi Dürrenmatts, der für die Gattung von Bedeutung ist, ist "Das Versprechen" (1958).
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krimi mit überraschendem Ende, 29. Juni 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker. (Taschenbuch)
"Der Richter und sein Henker" ist ein spannender Kriminalroman von Friedrich Dürrenmatt. Die Handlung des Buches spielt nach dem 2. Weltkrieg in der Schweiz. Nach dem Mord an den Polizisten Robert Schmied werden die Ermittlungen des Falls an Kommissar Bärlach, den ehemaligen Vorgesetzen von Schmied, übergeben. Da Bärlach jedoch schwer krank ist, wird ihm, auf seinen Wunsch, ein Gehilfe, Polizeileutnant Tschanz, zugeteilt. Während Tschanz nach gelerntem kriminalistischem Vorgehen gegen den Hauptverdächtigen, einen gewissen Herr Gastmann, vorgeht, ermittelt Kommissar Bärlach eher im Hintergrund. Der Kommissar scheint jedoch ein grosses Geheimnis zu verbergen, denn er weiss mehr als Tschanz vermutet... "Der Richter und sein Henker" ist Lesespass pur, vor allem auch wegen dem leicht verdaulichen Sprachstil den Dürrenmatt benützt. Trotzdem schafft es der Autor, die Stimmung um das Geschehen in Bern, Twann und Lamboing dem Leser zu vermitteln. Zudem findet der Leser in Kommissar Bärlach den typischen Urschweizer und in Tschanz den zukunftsorientierten Denker vor, was sehr passend zu der grossen Stadt Bern und den kleinen Juraörtchen Twann und Lamboing ist. Der Roman wird zu keiner Zeit langweilig, was ich als sehr positiv empfinde. Vor allem am Anfang wird der Leser mit dem Mord an Schmied sofort "gepackt". Zudem ist die Suche nach dem Mörder sehr spannend, weil Dürrenmatt immer mehr Charaktere vorstellt, die potentielle Mörder sein könnten. So vergrössert sich der Kreis der potentiellen Mörder automatisch. Auch ist es spannend, wie Bärlach am Ende den Mord aufklärt, indem Dürrenmatt die vielen Details miteinander verbindet und sich so schliesslich eine Lösung des Mordfalls ergibt. Am besten an dem ohnehin guten Roman hat mir allerdings der Schluss mit den letzten Kapiteln und der darauffolgenden Pointe gefallen. Durch diesen Schluss hebt sich dieses Buch zweifellos von den anderen Kriminalromanen ab, und endet nicht in einem typischen Klischee-Schluss. Nicht so gut gefallen haben mir die oft langgezogenen Zwischenkapitel. Sie waren meist schwer und kompliziert zu lesen, da die Sätze in diesen Kapiteln nicht sehr viel Spannung aufbauen. Alles in allem kann man aber sagen, dass das Buch aus einem guten Anfang, einem mittelmässigen Mittelteil und einem sensationellen Schluss besteht - absolut empfehlenswert.
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Der Richter und sein Henker. SZ-Bibliothek Band 42
Der Richter und sein Henker. SZ-Bibliothek Band 42 von Friedrich Dürrenmatt (Gebundene Ausgabe - 2004)
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